Die kleine Posaune der Freiheit

Osteuropäische Reisen zwischen Riga und Danzig,
Warschau und Sankt Petersburg (Weltreisen Band IV)

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Der Untergang des Kommunismus hat die baltischen Länder und Polen befreit, sie sind aus ihrem totalitären Kälteschlaf erwacht und dabei, eine noch ungewisse Zukunft zu gestalten. Anders verhält es sich noch mit dem Kaliningrad Oblast, mit Sankt Petersburg und Weißrussland, aber auch hier hofften die Menschen endlich Abschied nehmen zu können von den Verwüstungen des 20. Jahrhunderts. Ein anderes Europa nimmt Gestalt an, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Formen, und Ludwig Witzani wollte mit eigenen Augen sehen, wie sich diese Umbrüche vollziehen. Dabei trifft der Autor auf ein Europa, das dabei ist, einen stürmischen Aufbruch zu wagen, und dass doch zugleich noch immer an den Hypotheken einer Vergangenheit trägt, die nicht vergehen will: der Erinnerung an den nationalsozialistischen Massenmord und die Deformationen, die der Kommunismus den osteuropäischen Völkern nach dem Zweiten Weltkrieg zugefügt hat. In der Begegnung mit den historischen Zeugnissen dieser Epochen aber auch mit den Menschen, die ihm auf dieser Reise begegnen, gewinnt der Autor ein neues Bild von der europäischen Peripherie, die keine Peripherie mehr sein will – und eine neues Verständnis seiner deutschen Identität.

 Inhaltsverzeichnis und Einleitung

INHALTSVERZEICHNIS  (bebildert)  

LESEPROBE 1  Estland

LESEPROBE  2- Königsberg – Kaliningrad 

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Ein Gedanke zu „Die kleine Posaune der Freiheit

  1. Dr. Rolf Boehnke schrieb nach der Lektüre von „Die kleine Posaune der Freiheit“:

    „Kaliningrad war ein Schock. Das Auto fuhr vom Flughafen auf einer hell erleuchteten sechsspurigen Schnellstraße, rechts und links sind Häuserblocks und Reklame, und plötzlich war ich vor meinem Hotel im Herzen Kaliningrads.

    Das historische Königsberg gibt es nicht mehr. Wo früher dichtgedrängt Häuser standen, sind nun parkähnliche Rasenflächen mit Baumbestand. Nur der Dom, die Synagoge und das Haus der ehemaligen Börse (jetzt Gemäldeausstellung) sind wieder aufgebaut. Die Ruine des Schlosses ist gesprengt und bis auf die Grundmauern abgetragen worden. Am alten Pregel hat man 200 Meter der alten Bausubstanz nachempfundene Häuser errichtet. Es gibt noch die alten Stadttore, den Hauptbahnhof und ein Villenviertel.

    Kaliningrad gleicht anderen sowjetischen Städten mit ihren Reihen aus Plattenbauten oder etwas modernistischer DDR-Architektur. Am Ende des riesigen Parkplatzes, wo früher das Schloss gestanden hatte, erhebt sich ein klotziges Verwaltungsgebäude, seit Baubeginn leerstehend, weil die Fundamente nachgegeben haben.

    Das Bernsteinmuseum ist ein Lichtblick und einen Besuch wert. Ein Orgelkonzert im wieder aufgebauten Dom versöhnt mit den vielen Zerstörungen.

    Tilsit ist eine Katastrophe, immer noch kriegszerstört, nur eine Straße mausert sich. Gumbinnen und Insterburg erinnern an die Städte in der DDR. Schlösser sind ausgebrannt und zerstört. Die Gutshäuser sind bis auf den letzten Stein abgetragen worden und haben als Baumaterial gedient. Das gleiche Schicksal hat viele Kirchen ereilt.

    Das völlig heruntergekommene Kant-Haus zwischen Gumbinnen und Insterburg ist, wohl auf Initiative Putins, wieder hergerichtet worden. Es lohnt einen Umweg. Hier war Kant etwa zwei Jahre als Hauslehrer bei einer Pastorenfamilie.

    Das Land erstreckt sich weit bis in den Horizont. Einige Felder sind großflächig bewirtschaftet, andere liegen brach, kein Dorf, kein Haus.
    Schön sind die Ostseebäder im Samland, besonders Rauschen. Habe auf dieser Route etliche Deutsche getroffen, die mit dem Fahrrad und Zelt die Küste entlangfuhren. Die Kurische Nehrung ist fast wie ehedem.
    Die Nostalgie-Besuche der Deutschen sind zum Erliegen gekommen. Diejenigen, die ihre alte Heimat (oder was davon übriggeblieben ist) noch einmal sehen wollten, sind dort gewesen. Das reicht. Die junge Generation hat kaum Interesse.°

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