Über mich

AUTORENINTERVIEW LUDWIG WITZANI

„Von Meerbusch in die weite Welt“ (Autorenportrait Rheinische Post)

 

„Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Dass er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.“
– Hölderlin –

Ludwig im Laufe der ZeitMeine erste richtige Individualreise unternahm ich im Alter von neun Jahren, als ich aus dem dritten Stock eines Jugendheimes die Regenrinne herunterkletterte, um durch den angrenzenden Wald die Autobahn nach Köln zu erreichen. Fast zwei Tage und zwei Nächte dauerte es, bis nach einhundert Kilometern als Tramper und Schwarzfahrer meine Heimatstadt erreicht hatte und alle Dinge sich zum Guten wandten.

Wenn ich es recht bedenke, waren auch meine späteren Reisen zum Amazonas, durch die Sahara, nach Indien oder Tibet oder in das Innere Afrikas nicht aufregender gewesen als diese allererste Tour mit ganz kleinem Gepäck. Immer waren es Erkundungen der Welt – aber auch Manifestationen eines Lebensgefühles, das in Hölderlins Diktum „…aufzubrechen wohin ich will“ seinen unüberbietbaren Ausdruck gefunden hat.

Ich bin mir bewusst, dass diese Freiheit ein Geschenk und eine Gnade ist. Ein glückliches Geschick hat es mir früh erlaubt,  das eigene Leben mit dem Glück des Reisens zu verbinden. Dass ich außerdem noch die Gelegenheit hatte, über meine Erfahrungen in großen deutschen Zeitungen und Magazinen zu berichten, erlaubte mir die Ausweitung meiner Reisen in einem Umfang, von dem ich nie zu träumen gewagt hätte.

Aber  ganz gleich, wohin es mich auch getrieben hatte, ganz gleich, in welchem Alter oder mit welchen Reisepartnern ich unterwegs war – immer war es auch der Widerhall der Welt in mir selbst, der die Reise lohnte. Insofern enthält Hölderlins  Diktum „aufzubrechen, wohin ich will,“ immer eine doppelte Zielvorgabe:  in die Welt – und zu mir selbst.

So soll diese Webseite eine Einladung sein, eine Einladung, die Welt zu sehen um am Ende, sich selbst ein wenig besser zu verstehen…

 

Reiseroute

 

11 Gedanken zu „Über mich

  1. Hallo Ludwig,
    Per Zufall bin ich auf diese Seite gestoßen und habe dich wieder erkannt.
    Wir kennen uns noch aus Köln-Lindenthal. Ich war diejenige, die den besten
    „Rosenkohl“ kochen konnte. Vielleicht kannst du dich noch daran erinnern !
    Wir waren auch gemeinsam in Thailand unterwegs.
    Inzwischen lebe ich mit meiner Familie in München.
    Liebe Grüße und dir weiterhin schöne Reisen Gaby

  2. Bewundernswert, lieber Herr Witzani!
    Aufgrund meiner Angewohnheit, immer erst nach dem Verfasser zu sehen, ehe ich mir einen Artikel einverleibe – hier in der Jungen Freiheit- bin ich auf Sie und glücklicherweise damit auf Ihre Reiseschilderungen gestoßen, an denen ich großes Interesse habe – gleichzeitig auch ein wenig Neid verspüre.
    Mit herzlichem Gruß vom Rhein.

      1. Lieber Herr Witzani,
        ich habe ein paar Bücher von Ihnen gelesen, weitere werden sicherlich folgen, und ich finde Ihre Art der Darstellung ganz hervorragend: Sie geben wirklich einen umfassenden Eindruck von dem Land: gefühlsmäßig, historisch, kulturell …, alle Bereiche sind abgedeckt. Und sie schreiben ehrlich, der andere an ihren Erlebnissen teilnehmen lassen will. Ich habe mir jetzt mit 77 Jahren gesagt:“Gut, dass ich den Witzani gefunden habe, ich brauche nicht rumreisen in der Welt, der Witzani gibt mir so gute Eindrücke und das reicht mir persönlich.
        Es grüßt Sie herzlich, E. B.

        1. Liebe Frau Bernecker,
          im Vorfeld einer längeren Reise lese ich ihre Worte wie eine Ermutigung. Es ist immer ein beglückendes Gefühl, aus der Unendlichkeit der literarischen Welt ein Echo zu vernehmen. Haben Sie vielen Dank für Ihre freundlichen Worte und alles Gute!
          Ludwig Witzani

  3. Lieber Herr Dr. Witzani,
    nun sind schon Jahre vergangen und ich empfinde es noch heute als Privileg Sie als Lehrer gehabt zu haben. Ähnlich wie bei Ihnen hat es mir mein Beruf erlaubt die Welt zu bereisen. Mit den Grundlagen, die Sie mir als Lehrer vermittelt haben, bin ich nicht nur mit Offenen Augen sondern auch mit der dazugehörigen Neugier durch die Welt gereist. Vielen Dank dafür! Sie waren ein großartiger Lehrer! Ihr Ali Dalgic

  4. Eben auf Kontrafunk einen Ausschnitt aus Ihrem unveröffentlichten Buch ‚Das Dorf Nowolipie‘ gehört und war auf der Stelle geflasht und neugierig und möchte gerne mehr davon lesen/hören.
    Wann wird dieses Buch veröffentlicht und wo kann man es erwerben?
    Danke für Ihr Wirken.
    Beste Grüsse
    Waltraud

    1. Liebe Waltraud,
      vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Sobald das Buch erscheint, lasse ich es sie wissen. Aber es wird noch etwas dauern. Das Manuskript umfasst etwa tausend Seiten, und es ist nicht einfach, dafür einen Verlag zu finden.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ludwig Witzani

  5. Hallo Herr Witzani,
    Gerade lese ich „Der unendliche Ozean“. Das Buch fand meine Frau vor ein paar Tagen in dem book swap einer Marina in Noumea. Viele der von Ihnen beschriebenen Orte haben wir besucht und oft Gemeinsamkeiten unserer Erfahrungen gefunden. Die Beschreibung der Campingplatzsoziologie bezgl. des Grüßens fand ich sehr gelungen. Nicht nur in Neuseeland, sondern auf allen von uns besuchten Pazifikinseln machten wir die gleichen Erfahrungen. Übrigens wird gerade Neukaledonien – obwohl die teuerste von uns besuchte Insel – gerne von japanischen Flitterwöchnern ausgewählt. Die Kombination von gewohntem Lebensstandard, hoher Sicherheit und den für japanisches Niveau unschlagbar günstigen Preisen für Pauschalreisen macht es wohl so attraktiv.
    Was die Lust zur zuerst nonverbalen Kontaktaufnahme, die Sie ja so schön beschreiben, betrifft, meinen wir einen direkten Zusammenhang zur Bevölkerungsdichte erkannt zu haben.
    Viele Grüße aus der der ziemlich heißen Marina Port Ouenghi
    Holger Schmidt

    1. Sehr geehrter Herr Schmidt,
      ganz herzliche Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Was Neukaledonien betriff, sond Sie mir sorgar voraus. Aber das ist ja gerade das Schöne am Reisen – die Welt ist so groß, da bleibt immer noch etwas zu sehen. In diesem Sinne grüße ich Sie unnd Ihe Frau ganz herzlich aus Bonn am Rhein
      Ludwig Witzani

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