Sardinien – ein Nischenprodukt der Weltklasse

India 101Sardinien ist eine der größten Inseln des Mittelmeeres, genau genommen sogar die zweitgrößte nach Sizilien. Aber die bekannteste ist sie ganz bestimmt nicht. Im Hinblick auf kulturelle Sehenswürdigkeiten steht sie im Schatten Siziliens, und was die Besuchszahlen betrifft, landet sie weit hinter den Balearen, Korsika und den griechischen Inseln. Grund zum Klagen? Ganz bestimmt nicht. Denn gerade in dieser Nichtmassentauglichkeit liegt die größte Stärke der Insel. Sardinien ist ein Nischenprodukt der Weltklasse.

Völlig zu Unrecht hat Sardinien übrigens den Ruf, teuer zu sein. Nach knapp zwei Wochen 210414CC-4CB6-48F2-BAD9-5054116A5444 - KopieSardinien kann ich nur sagen: das stimmt nicht. Wenn man sich nicht gerade im Norden im Umkreis der Costa Smeralda aufhält, sind die Preise mehr als zivil. Ein leckeres Panini mit üppigem Schinkenbelag kostete in Bosa 2,50 Euro. Ausgezeichnete Ferienwohnungen gibt es schon ab fünfzig Euro. Unsere knapp zweiwöchige Reise durch Sardinien kostete mit Flug, Hotels, zwei Ferienwohnungen, Mietwagen, Benzin und reichlich Wein alles drum und dran um die 2000 Euro für zwei Personen – (siehe Kostenübersicht am Ende dieser Seite).

f (12)Bei der Vorbereitung der Reise assistierte mir Beate Kraus aus Magomadas in Westsardinien, in deren luxuriösen Apartment mit Terrasse und Meerblick wir fünf wunderbare Tage verbracht haben. Der von ihr empfohlene Autovermieter Fabrizio aus Olbia war einfach Spitze. Er war pünktlich, zuverlässig und vor allen Dingen fair (Die in den Sardinien Foren immer wieder berichteten Details von den Übervorteilungsversuchen der Mietwagenvermieter blieben uns also erspart.) Und das ist unsere Reise Tag für Tag:

TAG 1: Mit dem Flughafenbus von Bonn zum Flughafen Köln Bonn (20 Minuten 8,40 Euro pP), von dort mit Eurowings in etwa 2 Stunden nonstop nach Olbia. In Olbia wartete Fabrizio auf uns mit dem Mietwagen. Wir verließen Olbia sofort und fuhren nach Norden a (22)zur Costa Smeralda. In der Costa Smeralda war in den letzten Jahrzehnten mit Milliardeninvestitionen eine Luxusenklave des internationalen Jetsets entstanden, die weltweit Schlagzeilen gemacht hatte und sie sich jeder gerne ansehen wollte. Eine hügelige Landschaft mit stark fragmentierten grünen Küsten erstreckte sich malerisch ins Mittelmeer, das Wasser besaß eine blaugrüne Farbe, und eine ganze Galerie kleiner Inseln vor der Küste des Mittelmeeres rundete den herrlichen ersten Eindruck ab. Porto Cervo, der Hauptort der Costa Smeralda, war ganz in rostrot und weiß gehalten, flach, einladend, nur die Prominenten waren noch nicht eingetroffen. Oder zeigten sich einfach nicht, solange die touristischen Plebejer noch durch den Ort taperten? Eine Stunde nördlich von Porto Cervo erreichte man Santa Theresa de Gallura, einen kleinen Ort an der Straße von Bonifacio, die Sardinien von Korsika trennt. Wer Freude an bizarr geformten Granitfelsen hat, wird hier reichlich fündig. Der Höhepunkt des ersten Tages war Castelldelsardo, ein fantastisch auf einer Halbinsel gelegenere Ort an der Nordküste, dessen bunt angemalte Häuser im Licht der Abendsonne funkelten.  Im ganz ausgezeichneten Hotel Riviera gleich an der Uferstraße mit Blick auf Ort und Meer übernachteten wir für einen Hunderter. Mit einem Glas Rotwein zur Nacht auf dem Balkon schloss der erste Tag.

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TAG 2: Da wir heute unsere vorgebuchte Unterkunft in Westsardinien erreichen mussten, besaßen wir für diesen Tag ein ganz klares Programm. Nach einem ausgezeichneten Frühstück im Hotel Riviera fuhren wir die Nordküste weiter entlang in Richtung Porto Torres. Unterwegs hielten wir einfach an einem der Strände und legten uns in die Sonne. In Sardinien weht fast immer ein Wind, so dass man es am Strand gut aushalten konnte. Weit und breit kein Andrang, hier und da ein einsames Touristenpaar, das wie wir ein c (12)Nickerchen hielt. Mittags fuhren wir nach Sassari, der zweitgrößten Stadt Sardiniens. Außer Cagliari (aber selbst dort geht es ) sind die Städte Sardiniens allesamt überschaubar, man findet fast immer einen Parkplatz in Zentrumsnähe. Sassaris Innenstadt war einfach klasse, wenn man einmal von dem hässlichen Viktor Emanuel Denkmal auf dem Hauptlatz absieht: herrliche Palazzos, aber auch enge Gassen, in deren oberen Etagen die Wäsche von Haus zu Haus hing, Bänke zum Verweilen, kleine Restaurants und schöne, palmengesäumte Plätze. Unverkennbar italienisch, wenngleich auf eine besondere sardische Weise zugespitzt.

d (17)Wer sich in Sassari aufhält sollte nicht versäumen, die etwas abgelegene Basilika Saccaria im Umland zu besuchen, eine fast vollständig erhaltene herrliche Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert. Im Hochmittelalter, bevor die Katalanen kamen und die Insel knechteten, herrschten in Sardinien die Pisaner und Genuesen, ihnen ist der Bau einer ganzen Reihe von Kirchen zu verdanken. Wer die Stimmung alter Kirchen liebt, wird hier fündig werden. Wer mehr über die Geschichte Sardiniens wissen möchte, lese hier.

Schon am Nachmittag, nach zwei Stunden Fahrt zur nordwestsardinischen Küste erreichten wir Magomadas, einen kleinen Ort auf etwa 300 Metern Meereshöhe mit unverstelltem Ausblick auf das Meer. Magomadas ist ein Ort zum Verlieben – mit kleinen Gassen, einer mittelalterlichen und einer etwas neueren Kirche, einem Alimentari, der aber nur zu den Stoßzeiten aufhat und einem Rundweg am Dorfrand, vom dem aus man auf die blühenden Felder und Dörfer der Umgebung schauen kann. Fast noch schöner war die Ferienwohnung bei Beate (Via Aldo Moro 27), die wir für 70 Euro die Nacht gemietet hatten. f (27)Sie besaß eine voll ausgestattete Küche, einen regelrechten Salon, ein separates großes Schlafzimmer und vor allen Dingen eine geräumige Terrasse, auf der wir jeden Abend  den Sonnenuntergang beobachten konnten. Beate ließ es sich nicht nehmen, uns touristisch in die Details der Umgebung einzuweisen, außerdem konnten wir uns aus einem Fundus von etwa einem Dutzend Reisebüchern über Sardinien (!) bedienen (Am besten: der Sardinienführer aus der Reihe „Reise know how“, der immer in der Wohnung zur Benutzung ausliegt). Wer sich für Magomadas und die Ferienwohnung interessiert: hier sind die Kontaktdaten:  kraus.italia@googlemail.com.

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TAG 3: Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Stadt Bosa, die viele für die schönste Stadt Sardiniens halten. Bosa ist geteilt in den Badeort Bosa Marina, wo sich zahlreiche Hotels gleich in der Nähe der Strände befinden, und das eigentliche Bosa mit seiner malerischen i (11)Altstadt. Der Ort liegt am Ende eines durchgrünten, fruchtbaren Tales an einem Fluss (Temu), den eine malerische Brücke, die Ponte Vecchio, überspannt. Überragt wird die Stadt von dem großen Castell der genuesischen Malaspina, das man von der Altstadt aus durch ein System steil aufsteigender Gassen erklimmen kann.  Extrem sehenswert ist die alte Kirche San Petro Extamuros zwei Kilometer außerhalb der Stadt. Wir haben diese Kirche auf einem Spaziergang vorbei an Oliven- und Obstfeldern erwandert.

TAG 4: Zwischen Bosa und dem etwa fünfzig Kilometer entfernten Alghieri kann man seit einigen Jahren eine Panoramastraße befahren, die direkt am Meer entlangführt. Allein diese Straße und ihre imposanten Ausblicke auf Meer und Küste lohnen die Fahrt, aber k (46)auch Alghieri ist einen Besuch wert. Alghieri steht für die spanische, genauer gesagt: die katalanische Epoche Sardiniens. Bis vor kurzem gab es sogar noch Straßenschilder in Italienisch und Katalanisch in Alghieri. Die hübsche Altstadt befindet sich gleich am Meer und ist zu Fuß bequem zu durchwandern.  Wieder dieses  wunderbare Ensemble von kleinen Plätzen und Gassen mit jeder Menge geschichtlicher Patina und aktueller Pasta.

Tag 5: Heute unternahmen wir von Magomadas aus einen Ausflug ins Landesinnere. Wie überall außer im Umkreis der südlichen Hauptstadt Cagliari war der Verkehr moderat, und schon nach einer Stunde erreichten wir unsere erste Nuraghe: die Nuraghe de Orolo. Nuraghen, mächtige Megalithtürme aus Granit- und Basaltsteinen,  sind das architektonische Wahrzeichen Sardiniens. Ursprünglich soll es siebentausend davon auf der ganzen Insel gegeben haben, und auch heute noch sieht man sie auf Schritt und Tritt. Bei den Nuraghen handelt es sich um wuchtige Wehrtürme, in die sich die altvorderen Einwohner im Konfliktfall vor den Angriffen der Nachbardörfer zurückzogen. Gegen Römer l (19)und Karthager hatten die Nuraghen aber nichts genutzt. Heute sind sie teilweise instandgesetzt, teilweise dienen sie in den Bergen den Hirten als Unterschlupf. Nicht weit von der Nuraghe de Orolo entfernt befand sich in der Nähe des Orte Silanus eine weitere alleinstehende Nuraghe in einer Ebene, neben der die frühen Christen eine kleine Kapelle errichtet hatten. Das habe ich immer wieder erlebt: Die Religionen und Kulturen kommen und gehen, die Heiligkeit die an einen bestimmten Ort l (24)geknüpft ist, aber bleibt bestehen. Einmal in der Gegend fuhren wir in die Berge nach Bonatuna, Burgos und Bono, kleinen Dörfern ohne große Sehenswürdigkeiten, an denen das einzig Bemerkenswerte ihre idyllische Lage war. Und vielleicht die Enge der Straßen, die mir manchmal den Schweiß auf die Stirn trieb. Burgos, nicht zu verwechseln mit dem m (23)nordspanischen Burgos, lag stattlich an einem Abhang und wurde durch eine weithin sichtbare Burg gekrönt. Die Stadt Bono war der Ursprung der Protestaktionen freiheitlicher Bürger, die sich als Anhänger der Französischen Revolution im Jahre 1796 gegen die Piemontesen erhoben hatten.

TAG 6. Jeden Tag ein wolkenloser Himmel, ein sachter, erfrischender Wind, ein gleißendes Licht, das der Seele guttat. Heute war reine Entspannung angesagt, wir legten uns auf der Terrasse in die Sonne und verdösten den größten Teil des Tages. Am Nachmittag besuchten wir unsere Vermieter Beate und Peter zum Kaffee. Beate und Peter haben sich nach einem wechselvollen Leben in Sardinen niedergelassen und verbringen ihre Tage in einem prachtvollen Anwesen. Beate erzählte, dass die Nachfrage nach örtlichen Immobilien aus Deutschland zunehme. Noch seien zwar die Preise moderat, aber das könnte sich ändern. Am Abend öffneten wir einen der herrlichen sardischen Weißweine auf unserer Terrasse und genossen unseren letzten Sonnenuntergang in Magomadas

TAG 7: Langsam dämmerte uns, wie groß Sardinien wirklich ist und dass wir uns ein anspruchsvolles Besichtigungsprogramm vorgenommen hatten. Deswegen war heute ein intensiver Reisetag vorgesehen. Nach dem Abschied von Magomadas fuhren wir über n (12)kleine, aber gut ausgebaute Bergstraßen zunächst nach Süden nach Cuglieri, das als besonders schönes Städtchen im Inselwesten galt. Warum, konnten wir in der Kürze der Zeit leider nicht feststellen. Von Cuglieri aus führte die Straße an die Küste nach Santa Catalina, einem malerischen kleinen Ferienort, der sich ersichtlich noch in der Vorsaison befand. Eine kleine Bucht, von zwei Landzungen eingerahmt, einer der zahlreichen „Sarazenentürme“, von denen  in den altvorderen Seiten die Ankunft von Seeräubern gemeldet worden war. Hinter Santa Catalina erstreckte sich die Provinz Arborea, die Kornkammer Sardiniens, eine flache, gut bewässerte und fruchtbare Landschaft. An der äußersten Südspitze der Halbinsel Sinis besichtigten wir die Ruinen von n (34)Tharros, einem Ort, den die Karthager gegründet hatten und den später die Römer übernahmen.  Viele erhalten war nicht mehr, zwei Säulen, eine ausgebesserte Pflasterstraße, die  zwischen den Ruinen hindurchführte, das wars. Vom karthagischen Tophet, der Verbrennungsstätte der Kinder, die als Menschenopfer den Göttern dargebracht worden waren, war nichts mehr zu sehen.  Nur etwas für Leute mit einem Ruinenfimmel wie mich.  Abwechslungsreicher war Oristano, die Hauptstadt der Provinz Arborea. Hier spazierten wir eine Stunde durch die Innenstadt, aßen wieder eines der schmackhaften Panini, nahmen einen Espresso ( 80 Cent!) und betrachteten die Staue der berühmten Eleonore von Arborea, die im späten 14. Jhdt. eine sardische Rechtssammlung hatte herausgeben lassen.

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Von Oristano aus nahmen wir die Nordsüdautobahn, die Sassari und Olbia im Norden mit p (18)der Hauptstadt Cagliari verbindet. Auf ihr ist es übrigens kein Problem die ganze Insel in zwei, drei Stunden zu durchqueren. Unterwegs machten wir einen Abstecher von etwa 25-30 km zu den größten Nuraghen von Sardinien, den Überresten der Megalithstadt von Barumini. Es handelte sich um die Ruinen einer wuchtigen Burganlage, die gleich aus mehreren Nurgahen bestand. Diese Anlage, von der noch zweieinhalb Türme in einer Höhe von fast fünfzehn Metern erhalten waren, wurden von den Überresten kleinerer Rundbauten aus Basalt und Granit umgeben. Ansonsten sah die ganze Anlage aus wie ein riesiger Schutthaufen, optisch gab dieser Besuch also wenig her. Schande auf mein Haupt, dass ich hier eine solch banausenhafte Bemerkung mache. Dieses Gelände war übrigens nur mit Führung zu besichtigen, wofür man elf Euro pP herausrücken musste.

Als wir Barumini verließen, war es schon Nachmittag und wir gaben Gas, um unsere nächste Ferienwohnung in Domus de Maria nicht zu spät zu erreichen. Je weiter wir nach Süden kamen, desto mehr dichter wurde der Verkehr. Wir passierten die Umgehungsautobahn von Cagliari und fuhren noch etwa eine Stunde die Südküste entlang bis zu den Stränden von Chia. Wie schwierig es war, unsere Unterkunft zu finden will ich nicht erzählen, nur soviel: unbedingt am Tag der Ankunft immer das Handy empfangsbereit halten, sonst kann der Vermieter keinen Treffpunkt ausmachen. Sorry, sorry, Aldo. Aber es hat dann doch noch mit Ach und Krach geklappt. Die Wohnung lag etwas im Landesinneren in der Seitengasse eines kleinen Dorfes und war gut ausgestattet und ruhig. Von unserer Bleibe aus war noch 7 km bis zu  Küste.

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TAG 8:  Nach dem langen Reisetag stand heute Erholung auf dem Programm. Bei den Stränden von Chia und Campana handelte es sich um eine Reihe von kleinen und größeren Buchten mit weißem Sand und flachen Küsten, meist auf das Entzückendste umgeben vonr (27) Felsnasen und mit schattigen Bäumen. Besonders der langgezogene Strand von Campana ließ keine Wünsche offen, er war ein richtiger Augenöffner und sah aus, als befände er sich auf den Malediven.

TAG 9: Von Domus de Maria benötigt man eine Stunde auf der Schnell- und Landstraße bis nach Cagliari. Wegen der petrochemischen Industrie am Wegesrand ist diese Fahrt nicht überall ein Vergnügen, außerdem ist jede Menge auf den Straßen los.  Wenn man aber gegen 9,30 Uhr von Domus s (26)de Maria aus losfährt, vermeidet man den Berufsverkehr und kommt gut durch. Kurz vor Cagliari führt die Schnellstraße direkt am ebenerdigen Ufer vorbei und biete einen fantastischen Blick auf die große Bucht von Cagliari. Über eine halbe Million Menschen leben in Cagliari, trotzdem war die Innenstadt zu Fuß gut zu erkunden. Am besten stellt man den Wagen auf den großen Parkplätzen direkt am Fährhafen für eine kleine Gebühr ab und marschiert los. Wir spazierten durch das s (49)Hafenviertel, dann die Festung hoch zur Bastione San Remy mit ihrer monumentalen Aussichtsempore. Weiter ging der Weg zum mittelaltergerecht restaurierten pisanischen Dom Santa Maria und den Überresten des römischen Kolosseums. Eine wohnliche, schöne Stadt, die sich für ihr Alter ( fast 3000 Jahre) exzellent gehalten hat. Auf dem Rückweg machten wir in Pula Station und besuchten die Ruinen von Nora. Hier sah es genauso aus wie in Tharros: Säulen, Mauerreste, holprige Wege. Wieder nur was für Ruinenfreaks wie mich.

TAG 10: Costa del Sud. Die Costa des Sud, der äußerste Süden Sardiniens wurde in den letzten Jahren mehrfach zur schönsten Strandregion Europas  gewählt. Wenn man die Panoramastraße der Costa del Sud abfährt, versteht man, warum. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, geradezu unwirklich in ihrer Vollkommenheit. Eine zauberhaft geschwungene Bucht folgte der nächsten, fast jede mit einem weißen Sandsaum am Meer, an der man bis zum Ende seiner Tage liegen möchte. Die ganze Reise führte die Panoramastraße direkt am Meer entlang und bot die fantastischsten Aussichten. Diese Strecke kann man getrost hin- und zurück befahren, weil jede Ecke in jeder Beleuchtung u (11)(Vormittags und Nachmittags) einmalig und neu wirkt. Wir fuhren bis Porto Pino, einem echten Surfereldorao, wo einem der Wind die Sonnenbrille von der Nase riss, pennten eine Stunde im Sand und kehren dann wieder um.

TAG 11: Rückreise aus dem äußersten Süden nach Olbia im Norden. Anstatt der schnellsten Verbindung über die Autobahn wählten wir die Strecke entlang der Ostküste. Das hatte den v (16)Nachteil, dass wir durch Cagliari mussten, was uns eine halbe Stunde im Stau kostete. Insgesamt hat es sich aber gelohnt. Der Osten Sardiniens kam mir urtümlicher vor als der Westen. Wir passierten Bergdörfer und Küstenstraßen und erreichten Artabax mit seiner weitgeschwungen Bucht und den roten Porphyrfelsen, einem der Wahrzeichen der Insel. Überall waren die Gebäude und Restaurants mit rosa Schleifen für v (50)das bevorstehende Pfingstfest geschmückt.  Nach dem Besuch von Artabax wandten wir uns in die Berge. In dem berühmt-berüchtigten Banditenort Orgonoslo gab es keine Banditen mehr, dafür aber jede Menge Kneipen, deren Auenfassaden mit Lobpreisen der Bader-Meinhof Gruppe und der Roten Brigaden bemalt waren.  Wem das gefällt, nur zu, dafür war der Espresso doppelt so teuer wie in Cagliari.

Hinter Orgonsolo führte die Bergstraße nach Nuoro in den Bergen. Nun befanden wir uns im Zentrum der sardischen Hirtenwelt. Endlich erblickten wir auch links und rechts der Straße einige der drei Millionen Schafe, die sich jetzt im Frühling bereits wieder in den Bergen befanden. Wer sich übrigens für das traditionelle Leben der sardischen Hirten interessiert, dem empfehle ich die Lektüre des autobiografischen Romans von Gavino Ledda: Padre Padrone. Hinter Nuoro gaben wir Gas und erreichten schon vor 1800 Uhr Olbia. Das Hotel Royal, in dem wir die letzte Nacht verbrachten, bot good value for money: Zimmer mit Klimaanlage, Frühstück  und Balkon in Zentrumsnähe für unter 50 Euro. Den letzten Abend verbrachten wir im Hafen von Olbia

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  1. TAG Morgens um sieben Uhr checkten wir am Flughafen ein und gaben den Wagen zurück. Um 8 Uhr ging der Flieger, um 10 Uhr waren wir in Köln, um 11 Uhr zuhause.

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Rückblickend kann ich nur sagen, dass die Reise nach Sardinien einfach Klasse gewesen ist. Am besten hätten wir ein paar Tage mehr gebucht, dann hätten wir im Süden noch etwas intensiver abhängen können. Aber sei dem wie es sei: Hier ist die Endabrechnung für zwei Personen auf der Basis von Selbstverpflegung über Einkäufe in Großmärkten von Sassari und Cagliari:

Flüge 650 Euro

Mietwagen für 12 Tage 330 Euro

Hotel Castelldelsardo 100 Euro

Mietwohnung Magomadas 5 Nächte 370 Euro

Mietwohnung Domus de Maria 4 Nächte 240 Euro

Hotel Royal Olbia 50 Euro

Tanken  100

Essen und Trinken (Einkäufe in Supermärkten) unter 200 Euro

SUMME PLUS MINUS FÜR ZWEI PERSONEN 2000 Euro

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