{"id":7312,"date":"2020-04-07T12:42:37","date_gmt":"2020-04-07T12:42:37","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=7312"},"modified":"2025-06-03T10:32:51","modified_gmt":"2025-06-03T10:32:51","slug":"leseprobe-kapitel-11-die-wunderlichen-kinder-1","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/leseprobe-kapitel-11-die-wunderlichen-kinder-1\/","title":{"rendered":"Leseprobe Kapitel 11: Die wunderlichen Kinder (1)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Auch der 1. Mai war ein strahlender Fr\u00fchlingstag, und ganz Zakepie war auf den Beinen. Kaum jemand fehlte beim Maifest, nicht nur, weil es W\u00fcrste und Wodka gab, sondern auch, weil die Abwesenheit bei solchen Veranstaltungen aufmerksam registriert wurde. Abgesandte der Parteibrigaden zogen mit gro\u00dfen Fahnen und Plakaten von Dorf zu Dorf, um den Welttag des Arbeiters geb\u00fchrend zu feiern.&nbsp; Sogar der Priester Kamil Somorowski sa\u00df als Vertreter der Kirche an einem der vorderen Tische vor seinem Bier. Von Jahr zu Jahr wurde er beleibter, nur die&nbsp; Zornesfalte auf seiner Stirn hatte sich nicht weiter vertieft, seitdem Liliana Lubow seinen Haushalt f\u00fchrte.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Zum Abschluss des Festes hielt Parteisekret\u00e4r Dariusz Cyrankawicz eine Rede. Auch er war \u00e4lter geworden, aber seine Stimme war noch immer kr\u00e4ftig und gut verst\u00e4ndlich. Er erinnerte an den langen Weg, den das polnische Vaterland seit dem Ende des Krieges zur\u00fcckgelegt hatte. \u201eEs ist ein erfolgreicher Weg gewesen\u201c, rief er, \u201edenn unsere St\u00e4dte sind wieder aufgebaut worden und die Landwirtschaft produziert \u00dcbersch\u00fcsse.\u201c Niemand leide mehr Hunger, fuhr er fort, und das B\u00fcndnis mit der Sowjetunion sichere den Frieden. Unbeirrbar schreite die Partei unter der F\u00fchrung des Genossen Gomulka voran. Die Elektrifizierung stehe an, und bald w\u00fcrde die Wasserversorgung des Landes durch ein neues Leitungssystem verbessert,&nbsp; Noch nie in der Geschichte h\u00e4tten so viele Polen studiert, \u00fcberall im Land w\u00fcrden neue Schulen gebaut oder vergr\u00f6\u00dfert. W\u00e4hrend der kapitalistische Westen im Elend versinke, erstrahle die Morgenr\u00f6te einer neuen Zeit \u00fcber der sozialistischen V\u00f6lkergemeinschaft.<\/p>\n<p>&nbsp; So vernahmen die Bauern von Zakepie Jahr f\u00fcr Jahr wie wunderbar es aufw\u00e4rts ging. Ganz so wunderbar waren die Verh\u00e4ltnisse zwar nicht, aber man musste zugeben, dass Frieden herrschte und dass wenigstens einige der Versprechen der Partei eingehalten wurden. Neue Wasserleitungen und Stra\u00dfen entstanden, der Bahnhof von Lukow erhielt ein neues Gleis, und auch die Schulerweiterung in Zakepie wurde in Angriff genommen. Bauarbeiter kamen aus Kock, luden Baustoffe ab, hoben Gruben aus und begannen mit der Arbeit. Jeden Tag lief Lilia zur Schule und beobachtete, wie das Hauptgeb\u00e4ude neu verputzt wurde und zwei zus\u00e4tzlicher Anbauten in die H\u00f6he wuchsen. Ein unebenes Feld neben der Schule wurde begradigt und als Sportplatz hergerichtet. Allerdings konnte Lilia die Schule nicht betrachten, ohne dass sie die Erinnerung an Elzbietta \u00fcberkam. Nun war sie Himmel, sa\u00df zu F\u00fc\u00dfen der Muttergottes und schaute von oben auf&nbsp; sie herab.&nbsp; Der Gedanke tr\u00f6stete sie, und sie&nbsp; nahm sich vor, in ihrer Klasse Niemanden neben sich sitzen zu lassen, damit sie der leere Platz immer an die verstorbene Freundin erinnere.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Dann war es endlich soweit. Am ersten September, dem offiziellen Schuljahresanfang,&nbsp;&nbsp; marschierten die sechsj\u00e4hrigen Jungen und M\u00e4dchen aus Zakepie, Czarna, Bielany und den anderen Orten&nbsp; zur Schule nach Zakepie. Manche kamen zu Fu\u00df, manche mit der Kutsche, aber alle in Begleitung ihrer M\u00fctter, die ihre Kinder so prunkvoll ausgestattet hatten, wie sie es vermochten.&nbsp; Stolz trug Lilia ein plissiertes dunkelblaues Kleid, das die Mutter aus einem feinen Stoff geschneidert hatte.&nbsp; Gracyna Gontasch hatte ihrem Sohn Andre messerscharfe B\u00fcgelfalten in seine Hose gepl\u00e4ttet. Adam Brosz trug einen dunkelblauen&nbsp; Pullover mit einem Tuch um den Hals.&nbsp; Auch Zusanne, Laura und Emilia waren mit ihren Eltern da und winkten zaghaft her\u00fcber. Die anderen Sch\u00fcler der oberen Klassen waren nicht anwesend. Ihr Unterricht w\u00fcrde erst morgen beginnen.<\/p>\n<p>&nbsp; Die Tore des Schulgeb\u00e4udes \u00f6ffneten sich und das Lehrerkollegium erschien. An seiner Spitze befand sich Direktor Zetzek, ein schon etwas \u00e4lterer P\u00e4dagoge mit Krawatte und Bart, der aufrecht wie Stock ein kleines Podest erstieg und die Erstkl\u00e4ssler begr\u00fc\u00dfte. Sein kugelrunder Kopf sa\u00df auf einem d\u00fcnnen Hals, der aus einem zu gro\u00dfen Hemdkragen ragte. \u201eWir alle\u201c, so verk\u00fcndete der Direktor mit weit ausholender Geste, \u201eleben in einer gro\u00dfen Zeit, einer Epoche des triumphierenden Sozialismus. So wie der russische Kosmonaut Juri Gagarin in diesem Jahr als erster Mensch in einer Raumkapsel die Erde umkreiste, so beweisen die Leistungen der sozialistischen Staaten jeden Tag aufs Neue die \u00dcberlegenheit des Sozialismus.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Die Gesichter der erwachsenen Zuh\u00f6rer blieben regungslos, die Kinder schauten sich ratlos um, denn sie verstanden nicht, was der Direktor meinte.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eDie Mutter dieser Erfolge ist das Lernen\u201c fuhr der Direktor fort, \u201edas Lernen unseres Landes von der Sowjetunion und das Lernen der Kinder von ihren Lehrern.\u201c Der Direktor machte eine Pause und \u00fcberblickte die kleine Menschenmenge, die vor ihm stand.&nbsp; \u201eFreut euch liebe Kinder, eine herrliche Zeit bricht nun f\u00fcr euch an, eine Zeit des Lernens und der \u00dcberraschungen\u201c, setzte er wieder ein. \u201eIn euren Gesichtern,&nbsp;&nbsp; sehe ich das Kostbarste was es gibt: die Neugierde auf die Welt und den Wunsch, zu lernen. Macht euren Eltern, macht eurem Land Ehre, es lebe der Sozialismus.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Hinter Direktor Zetzek stand das Lehrerkollegium, dessen Mitglieder Lilia erst noch kennenlernen w\u00fcrde. Ganz vorne stand Cecilia Zetzek, die bulldoggengesichtige Frau des Direktors, hinter ihr verfolgten der Polnischlehrer Marian Wamartzki und der&nbsp; Sachkundelehrer Edwin Hlandyn die Rede des Schulleiters. Etwas abseits warteten drei weitere Personen: der immer etwas traurig dreinblickende Musiklehrer Flotow, der vierschr\u00f6tige Hausmeister Pawetschik und Frau Chlupp, die Leiterin des Schulkiosk, in dem man Stifte und Hefte kaufen konnte.<\/p>\n<p>&nbsp; Nach der Begr\u00fc\u00dfung lernten die Erstkl\u00e4ssler ihren neuen Klassenlehrer Pan Hiernow kennen. Pan Hiernow war ein freundlicher Mann in mittleren Jahren, der die Sch\u00fcler&nbsp; in ihren Klassenraum f\u00fchrte. Der Raum&nbsp; besa\u00df ein Pult und eine Tafel an seiner Stirnseite&nbsp; und etwa zwanzig kleine Tische, an denen je zwei Sch\u00fcler sitzen mussten. Nat\u00fcrlich blieb der Platz neben Lilia nicht frei, weil sich ein M\u00e4dchen sofort neben sie setzte. Sie hatte pechschwarze, glatte Haare und kleine Knopfaugen. \u201eMein Name ist Krystyna\u201c, sagte sie. \u201eWollen wir nicht Freundinnen werden?\u201c Z\u00f6gerlich stimmte Lilia zu. So schnell eine neue Freundschaft einzugehen, erschien ihr fast wie ein Verrat an Elzbietta.<\/p>\n<p>&nbsp; Dann verlas Pan Hiernow die Namen der Sch\u00fcler. Jeder, der aufgerufen wurde, musste kurz aufstehen und&nbsp; etwas sagen. Manche wie Andre Gontasch oder Krystina plapperten unbeeindruckt darauf los, andere wie Emilia oder Laura standen mit hochrotem Kopf neben ihrem Pult und bekamen die Z\u00e4hne nicht auseinander. Auch Lilia f\u00fchlte sich unbehaglich, als sie die Blicke der andern auf sich sp\u00fcrte. Sie nannte nur ihren Namen und&nbsp; setzte sich wieder hin.<\/p>\n<p>&nbsp; Andre Gontasch meldete sich und fragte, was die drei Bilder \u00fcber der Tafel bedeuteten.&nbsp; Pan Hiernow dreht sich um und erkl\u00e4rte, dass das mittlere Bild den polnischen Adler darstelle, das Symbol der gro\u00dfen polnischen Nation. \u201eDie Bilder rechts und links zeigen den Ersten Sekret\u00e4r Gomulka und den Ministerpr\u00e4sidenten Cyrankiewicz. So wie eure V\u00e4ter jeden Tag auf dem Feld arbeiten, so arbeiten die Genossen Gomulka und Cyrankiewicz unerm\u00fcdlich f\u00fcr das Wohlergeben des polnischen Volkes.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Lilia wunderte sich \u00fcber die Glatzen von Gomulka und Cyrankiewicz und fragte ihre Nachbarin Krystyna: \u201eWarum haben sie denn kaum Haare auf dem Kopf?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eNa, weil sie sich so viel Sorgen um das polnische Volk machen\u201c, gab Krystyna zur\u00fcck. \u201eDenk nur an unseren Priester, der hat auch eine Glatze, weil er sich so viel Sorgen wegen all der S\u00fcnden macht.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Als n\u00e4chstes erz\u00e4hlte Pan&nbsp; Hiernow&nbsp; eine Geschichte. Sie handelte von einem Wolf, der sechs Gei\u00dflein fra\u00df. Am Ende kam die Mutter, befreite die Gei\u00dflein aus dem Bauch des Wolfes und f\u00fcllte seinen Bauch mit schweren Steinen, mit denen er schlie\u00dflich ertrank.<\/p>\n<p>&nbsp; Alle klatschten, als der Wolf im Brunnen lag, doch Pan Hiernow hob die Hand und fragte: \u201eUnd was hat diese Geschichte mit dem Sozialismus zu tun?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Das wusste keiner und ratlos blickten die Sch\u00fcler ihren Lehrer an.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eDas ist doch ganz einfach\u201c, erkl\u00e4rte Pan Hiernow. \u201eDer Wolf ist der Kapitalismus, der alles, was er in die Krallen bekommt, auffrisst. Die die Mutter ist der Sozialismus, der dem Wolf das Handwerk legt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eUnd wer sind die Gei\u00dflein?\u201c fragte Lilia.<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eDie Gei\u00dflein seid ihr.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Mit dem Tag der Einschulung \u00e4nderte sich Lilias Leben.&nbsp; Pl\u00f6tzlich war \u00fcberhaupt keine Zeit mehr, mit Dredek \u00fcber den Hof zu laufen, gem\u00fctlich mit Adam unter dem Baum zu sitzen oder Mutter beim Kochen zuzusehen. Vier, f\u00fcnf, sechs Stunden am Tag verbrachte sie nun in der Schule, und auch wenn manche Stunden, wie das Singen beim Musiklehrer Flotow im Nu vergingen, war das Rechnen bei Pani Zetzek eine einzige Qual. Pani Zentek erkl\u00e4rte schlecht und verzieh es nicht, wenn man ihre&nbsp; Aufgabenstellungen nicht l\u00f6sen konnte. So kam schon in der zweiten Woche des Unterrichts das lange Lineal zum Einsatz, das hie\u00df,&nbsp; der Lehrer schlug frechen oder s\u00e4umigen Sch\u00fclern mit dem Lineal einige Mal auf die flache Hand,&nbsp; die ihm die Sch\u00fcler entgegenstrecken mussten. Als Andre Gontasch bei Pan Hiernow die Hand zur\u00fcckzog und das Lineal des Klassenlehrers ins Leere sauste, erhielt er umstandslos eine Ohrfeige und war hinfort an solchen Sp\u00e4\u00dfen nicht mehr interessiert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Lilia blieb vom Lineal verschont, denn sie war ein flei\u00dfiges Kind. Sie schwatzte nicht und wusste immer eine Antwort auf die Fragen des Lehrers. In ihren Schulsachen duldete sie keinerlei Unordnung, und sobald ein Tintenfleck eine Heftseite verunzierte, schrieb sie die komplette Seite neu ab. Die Buchstaben lernte sie schnell, und auch die Verkn\u00fcpfung zu ganzen Worten machte ihr keine Schwierigkeiten. Andere hatten damit mehr Probleme.&nbsp; Waldemar Tulsa aus Bielany schaffte es einfach nicht, die Buchstaben zu einem Wort zusammenzusetzen. Er versuchte es ein oder zweimal, dann setzte er sich einfach wieder hin und machte ein grimmiges Gesicht.&nbsp; Auch Krystyna hatte mit den W\u00f6rtern schwer zu k\u00e4mpfen, obwohl sie gro\u00dfen Einsatz zeigte. Ihre besondere Liebe galt allen Worten, die Tiere beschrieben. Voller Enthusiasmus schrieb sie \u201eHunt\u201c, \u201eKu\u201c, \u201eSchwain\u201c, \u201eOkse\u201c, \u201eFerd\u201c, \u201eHun\u201c und \u201eFucks\u201c in ihr Heft und war beleidigt, als Pan Hiernow an diesen W\u00f6rtern etwas auszusetzen hatte.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Strikt verboten war es, w\u00e4hrend des Unterrichts zu essen, was nicht einfach durchzuhalten war, weil die Kinder st\u00e4ndig hungrig waren und an ihren Essenspakten unter der Bank herumnestelten. \u00dcbrigens unterschieden sich die Esspakete, die die Eltern ihren Kindern mitgaben, ganz erheblich. Juliusz Bielski aus Hordiezw kam oft ganz ohne Kanapki in die Schule, so dass Lilia ihm etwas abgab. Auch Jola Adamtschek aus Adamaow hatte nie etwas zu essen dabei, schien aber keinen Hunger zu haben. Andre Gontasch dagegen prahlte mit seinen Paketen und&nbsp; hob in den Pausen die Brotscheiben hoch, um jedermann zu zeigen, wie dick die Mutter die Wurst aufs Brot geschmiert hatte.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Einmal in der Woche trafen sich die Erstkl\u00e4ssler im Haus des Priesters zum Religionsunterricht. Bis zur heiligen Kommunion am Ende des ersten Schuljahres w\u00fcrden alle Kinder anwesend sein m\u00fcssen, sogar Andre Gontasch und Waldemar Tulsa waren bei Androhung einer kr\u00e4ftigen Tracht Pr\u00fcgel zur Teilnahme verdonnert worden. Adam Brosz dagegen kam freiwillig und fragte gezielt nach bestimmten Geschichten \u00fcber die er gerne mehr wissen wollte.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Lila und Krystina, Emilia, Zusanne und Laura sa\u00dfen mit klopfendem Herzen in der ersten Reihe, als Kamil Somorowski den Raum betrat.&nbsp; Seine Stimme war tief, sein Mund glich einem Schlund und seine Augen schienen jedem der Kinder geradewegs ins Herz zu blicken. Gottlob verschwand er wieder nach einigen mahnenden Worten und ward hinfort beim Religionsunterricht nicht mehr gesehen. Ihn leitete Somorowskis Assistent, der junge Priester Igor Selenski. Igor Selenksi war erst vor einem Monat frisch aus dem Priesterseminar aus Lublin nach Zakepie gekommen, um dem alten Priester zur Hand zu gehen. Auf den ersten Blick wirkte er mit seinem l\u00e4nglichen kahlen Kopf und der kleinen Nase unscheinbar, aber nur, solange er schwieg. Seine Stimme war wie ein sanfter, langsam dahin gleitender Strom, seine Augen waren g\u00fctig, und nie richtete er das Wort an eines der Kinder, ohne dabei zu l\u00e4cheln.&nbsp; Igor Selenski wohnte in einem winzigen Zimmer im&nbsp; Pfarrhaus und a\u00df am Tisch des alten Priesters die Speisen, die Lilia Lubow auftischte. Igor Selenski reinigte die Au\u00dfenfassade der Kirche vom Moos, brachte die Hostienvorr\u00e4te in Ordnung und suchte geeignete Bibelstellen heraus, mit denen Kamil Somorowski seine Predigten schm\u00fccken konnte.&nbsp; Beim Gottesdienst in der Kirche stand er hinter dem alten Priester und reichte ihm Kelch und Tuch. Nach seinem Dienst verschwand Igor Selenski in seiner Kemenate und betete.&nbsp; Nie sah man ihn widerspenstig oder w\u00fctend, meistens war er heiter, und am meisten liebte er den Religionsunterricht mit den Kindern.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Jede Religionsstunde begann mit einem Rosenkranzgebet, meist \u00fcber das \u201efreudenreiche Geheimnis\u201c der Geburt und Kindheit Jesu, manchmal auch \u00fcber die f\u00fcnf \u201elichtreichen Geheimnisse\u201c, in denen das Wirken und die Wunder Jesu gepriesen wurden. Es dauerte eine Weile, ehe die Kinder den Aufbau des Rosenkranzes mit seinem Kreuz und seinen 59 Perlen verstanden hatten,&nbsp; Waldemar Tulsa begriff es bis zum Ende des Jahres nicht. Gerne h\u00f6rten die Kinder Geschichten aus dem Alten Testament, die sich&nbsp; als viel spannender erwiesen, als Lilia erwartet hatte.&nbsp; Adam und Eva, Noah und Methusalem, Abraham und Jakob,&nbsp; Moses und der Pharao, David und Salomo \u2013 eine vollkommen andere Welt entstand in Lilias Fantasie, viel bedeutsamer und erhabener als&nbsp; alles, was in Zakepie geschah. Wo entschwand zwischen Warszawa und Lublin schon einmal ein Prophet mit einem feurigen Wagen in den Himmel? Wo wurde ein junger Mann aus einem Brunnen gerettet, den sich Lilia vorstellte wie den heimischen Brunnen gleich an der Grabuffka. Unerh\u00f6rt, was sich Moses gegen\u00fcber dem Pharao herausnahm, und wie \u00fcberraschend, als die Krieger des Pharao im Roten Meer versanken.&nbsp; Und der junge Priester erz\u00e4hlte gut. Er modulierte seine Stimme je nach Szene, sprach dumpf und herrisch wie der Pharao oder erhaben und klar wie Erzvater Abraham.<\/p>\n<p>&nbsp; Manchmal erz\u00e4hlte der junge Priester auch Episoden aus der polnischen Geschichte, meist solche, bei denen der Herr oder die Madonna in das Geschehen eingriffen, um Polen zu retten. Im Mittelpunkt dieser Geschichten stand die Schwarze Madonna von Czenstochau, die \u201egekr\u00f6nte K\u00f6nigin Polens\u201c, wie sich Selenski ausdr\u00fcckte. &nbsp;Es dauerte etwas bis Lilia und ihre Mitsch\u00fcler begriffen, dass es sich bei dieser \u201eK\u00f6nigin\u201c um ein Bild handelte, um eine heilige Ikone, die im Kloster von Jasna Gora in Czenstochau aufbewahrt wurde. \u201eDer heilige Lukas, einer der vier Evangelisten, hat es eigenh\u00e4ndig gemalt\u201c, erkl\u00e4rte der Priester. \u201eDas Holz, auf dem das Bild gemalt wurde, entstammt dem Holz des Hauses, in dem die heilige Familie gelebt hatte. Dieses Bild wurde \u00fcber tausend Jahre lang in der Kaiserstadt Konstantinopel aufbewahrt, ehe eine byzantinische Prinzessin dieses Bild im sp\u00e4ten Mittelalter als Geschenk des ostr\u00f6mischen Kaisers nach Polen brachte.\u201c&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Ein Heiliger, der den guten Herrn Jesus und die Madonna gemalt hatte, ein Bild das tausend Jahre lang in einer Kaiserstadt geh\u00fctet wurde, diese Nachrichten versetzten Lilas Fantasie in Schwingung. Wie mochte sich die Prinzessin gef\u00fchlt haben, als sie ihre Vaterstadt verlassen musste und nach Polen gekommen war? Was hatte sie f\u00fcr ein Kleid getragen und wer hatte sie besch\u00fctzt?&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eWo liegt denn die Stadt Konstantinopel?\u201c fragte Zusanna pl\u00f6tzlich.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eDiese Stadt gibt es nicht mehr\u201c, antwortete Selenski. \u201eEinige Jahrzehnte nachdem die Schwarze Madonna die Kaiserstadt verlassen hat, haben die T\u00fcrken Konstantinopel erobert und die Stadt in Stambul umbenannt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eDa h\u00e4tten sie die Schwarze Madonna besser behalten sollen\u201c, meine Lilia.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eWarum haben die T\u00fcrken die Stadt umbenannt?\u201c fragte Zusanne unbeirrt.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eWeil sie so lange Worte wie Konstantinopel nicht aussprechen k\u00f6nnen\u201c warf Andre ein und grinste.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eVielleicht, vielleicht\u201c, gab der Priester zur\u00fcck. \u201eAuf jeden Fall befand sich die schwarze Madonna nun in Polen. Aber auch hier war sie nicht sicher, denn aus dem Osten r\u00fcckten die Tataren heran.&nbsp; Die Tataren waren wilde Reiter, die immer wieder das unschuldige Polen \u00fcberfielen. Ganz besonders gerne zerst\u00f6rten sie dabei die christlichen Heiligt\u00fcmer.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Die M\u00e4dchen machten betr\u00fcbte Gesichter. Wie war so etwas nur m\u00f6glich?<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eDeswegen wollten die Polen die das Bild der Madonna nach Schlesien in Sicherheit bringen. Doch als die Kutsche mit der Madonna am Kloster von Jasna Gora in Czenstochau vorbeikam, stoppten die Pferde und weigerten sich, weiter zu traben. So sehr&nbsp; die Kutscher die Pferde auch peitschten, sie blieben einfach stehen. Schlie\u00dflich kam ein Priester herbei und erkl\u00e4rte das Verhalten der Pferde zu einem wundert\u00e4tigen Zeichen. Die Madonna wolle, dass ihr Bild in Polen bleibe und zwar genau hier:&nbsp; im Kloster von Jasna Gora in Czenstochau.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Igor Selenski machte eine Pause und blickte die Kinder an. Lilia sah vor ihrem inneren Auge die alte Bolla, die vor dem Kloster den Jasna Gora weigerte, weiterzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eSo geschah es dann auch\u201c, fuhr der Priester fort. \u201eDas Bild der Schwarzen Madonna wurde in das Kloster gebracht, und dort ist es&nbsp; auch geblieben. Einmal, als die Tschechen das Bild aus dem Kloster rauben wollten, wurde es unterwegs so schwer, dass sie es liegen lassen mussten und die Polen es ins Kloster zur\u00fcckbringen konnten. Sp\u00e4ter ist es den Schweden trotz zehnfacher \u00dcbermacht nicht gelungen, das stark befestigte Kloster von Jasna Gora zu erobern. Nach dem Sieg \u00fcber die Schweden wurde die Madonna vom polnischen K\u00f6nig zur immerw\u00e4hrenden K\u00f6nigin Polens gekr\u00f6nt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eWann war denn das?\u201c fragte Adam.<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eDas ist sehr lange her. Wenn du es genau wissen willst, es war im Jahre des Herrn 1657. Im Jahre 1957, also ein oder zwei Jahre nachdem ihr geboren worden seid, begingen die Polen das dreihundertste Jubil\u00e4um der Kr\u00f6ning der Jungfrau.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Der Priester holte ein kleines Bild aus seinem Umhang. Er hielt es in den H\u00e4nden wie einen unendlich kostbaren Schmuck.&nbsp; Das Bild zeigte ein Brustportrait der Madonna wie sie den kleinen Herrn Jesu auf dem Arm tr\u00e4gt. Wie traurig sie dreinschaut, dachte Lilia.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eDie Madonna weint ja\u201c, meinte Adam.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eNein\u201c widersprach Selenski. \u201eDas, was du f\u00fcr Tr\u00e4nen h\u00e4ltst, sind die Spuren eines S\u00e4belhiebes, den ein Heide eines Tages der Madonna mitten ins Gesicht versetzte. \u201eAber wahrscheinlich hat sie tats\u00e4chlich regelm\u00e4\u00dfig geweint\u201c, f\u00fcgte Selenski hinzu, \u201egeweint \u00fcber die Schlechtigkeit der Welt und die verlorene Seelen der \u00dcbelt\u00e4ter.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Die Kinder beugten sich \u00fcber das Bild und ber\u00fchrten es scheu mit ihren Fingern. \u201eWie weit ist Czenstochau von Zakepie entfernt?\u201c fragte Adam.<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eEin bis zwei Wochen Pilgerweg,\u201c erwiderte Selenski. \u201eJedes Jahr zu einem bestimmten Zeitpunkt, brechen viele Leute aus den D\u00f6rfern rund um Lukow zu einer Wallfahrt nach Czenstochau auf.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eD\u00fcrfen da auch Kinder mitgehen?\u201c fragte Julia.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eIm Prinzip ja, aber ihr seid noch zu jung\u201c, erwiderte Selenski, um sich anschlie\u00dfend bedeutungsvoll vorzubeugen. \u201eAber was w\u00fcrdet ihr sagen, wenn die Madonna <em>euch<\/em> besuchen kommt?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Die Kinder blickten erstaunt. \u201eUns besuchen? Scherzt ihr, Vater?\u201c fragte Adam.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eNein\u201c, gab Selenski zur\u00fcck. Ich scherze nicht. Fragt eure Eltern. Bald wird die Madonna unser Dorf besuchen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Ungl\u00e4ubig blickten sich die Kinder an. Selenski erkl\u00e4rte nichts weiter, schloss die Stunde mit einem Gebet und entlie\u00df die Kinder.<\/p>\n<p>&nbsp; Lilia hatte zuhause noch nicht ihre Jacke abgelegt, da rief sie bereits: \u201eHabt ihr schon geh\u00f6rt? Die Madonna kommt zu Besuch.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Die Mutter stand am Herd und w\u00fcrzte eine Suppe aus Rinderinnereien. Halka, die am Tisch sa\u00df und den Salat wusch,&nbsp; schmunzelte bei Lilias Worten und umarmte das Kind. \u201eJa, es stimmt, sagte sie, die Madonna kommt demn\u00e4chst in unser Haus. Hast du auch dein Bett ordentlich gemacht?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; Lila entwand sich Halkas Umarmung, obwohl sie den Geruch der Tante liebte. \u201eNoch nicht, aber das mache ich noch, wenn die Madonna kommt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Beim Abendessen erkl\u00e4rte&nbsp; Jozef was es mit dem Besuch der Madonna auf sich hatte.&nbsp; Seit einigen Jahren wandert eine Kopie des heiligen Madonnenbildes, die selbst auch heilig ist, durch Polen das hei\u00dft, sie wird &nbsp;von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf gebracht, damit die Madonna am Leben der einfache Leute teilnehmen kann.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eKommt das Bild der Madonna auch in unser Haus?\u201c fragte Lilia.<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eDas kann durchaus sein\u201c, antwortete Jozef und schnitt sich eine Scheibe Brot ab.<\/p>\n<p>&nbsp;Lilia schwieg und war beklommen. Dass sich die Madonna ihr Zimmer ansehen w\u00fcrde, war ihr auch nicht recht.<\/p>\n<p>&nbsp; \u201eAber das wird noch etwas dauern\u201c, schloss Jozef. \u201eEhe sie kommt, wird der Herr Pfarrer einen gro\u00dfen Gottesdienst abhalten. Wir werden das ganze Dorf schm\u00fccken, um die Madonna geb\u00fchrend zu empfangen\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/stammtafel-der-familien-kaminski-wolek-brosz-und-gontasch\/\">Stammtafel<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/das-dorf-zakepie\/\">Zur\u00fcck zum Seitenanfang<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Auch der 1. Mai war ein strahlender Fr\u00fchlingstag, und ganz Zakepie war auf den Beinen. Kaum jemand fehlte beim Maifest, nicht nur, weil es W\u00fcrste und Wodka gab, sondern auch, weil die Abwesenheit bei solchen Veranstaltungen aufmerksam registriert wurde. 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