{"id":6548,"date":"2018-05-29T09:59:29","date_gmt":"2018-05-29T09:59:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=6548"},"modified":"2025-06-03T10:32:52","modified_gmt":"2025-06-03T10:32:52","slug":"ural-wolga-kaukasus-russland-im-schweinsgalopp","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/ural-wolga-kaukasus-russland-im-schweinsgalopp\/","title":{"rendered":"Ural &#8211; Wolga- Kaukasus &#8211; Russland im Schweinsgalopp"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6520\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3443-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3443\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3443-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3443-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3443.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p>Warum in zehn Tagen? mag man fragen. Antwort: Mehr Zeit ist nat\u00fcrlich&nbsp; besser, aber wenn man nur anderthalb Wochen Zeit hat, geht es auch. Bei uns verhielt es sich eben so. Ein Zeitfenster war entstanden und verlangte nach F\u00fcllung. Also fuhren wir nach Russland. Das komplizierteste dieser Russland Reise war die Beschaffung der Visa, die man immer mit mindestens drei Wochen Vorlauf beantragen sollte. Leider war mein alter Reisepass so zerfleddert, dass er mir von der Visa-Agentur zur\u00fcckgeschickt wurde. Ich musste mir also erst einen neuen Reisepass per Expressbearbeitung (96 Euro) beschaffen, ehe ich das Visum im zweiten Anlauf beantragen konnte. &nbsp;Gute Dienste leistete mir in diese Hinsicht der auf russische Visa spezialisierte&nbsp; Anbieter <a href=\"http:\/\/www.visumcenter.de\/visum-laender\/russland\">http:\/\/www.visumcenter.de\/visum-laender\/russland<\/a>&nbsp; den ich nur weiterempfehlen kann (Preis alles in allem ca. 80-100 Euro).<\/p>\n<p>Gebucht haben wir die ganze Reise \u00fcber das Reiseb\u00fcro <a href=\"https:\/\/www.distinctravel.de\/\">Distinctravel in K\u00f6ln<\/a>, das <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6531 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3808-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3808\" width=\"363\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3808-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3808-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3808-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/>dergleichen Auftr\u00e4ge schnell, g\u00fcnstig und professionell&nbsp; abwickelt.&nbsp; Danke, Frau Bonifer. Distinct Travel besorgte uns auch die drei Zugtickets f\u00fcr die Strecken zwischen Jekatarinburg und Sotschi. Die Hotels habe ich selbst \u00fcber booking.com gebucht. Das dort vermerkte Ranking erwies sich wieder einmal als zuverl\u00e4ssig, das hei\u00dft, dass man Hotels mit einem Pr\u00e4dikat \u00fcber 8.5 unbesorgt buchen kann.<\/p>\n<p>Ich war schon vorher mehrfach in Russland gewesen, einmal im fernen Osten in Wladiwostok und Kamtschakta, ein andermal <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/buecher\/die-kleine-posaune-der-freiheit\/\">im Kaliningrad Oblast und St. Petersburg<\/a> . Im Jahre 2002 war ich<a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/backpackers-welt\/miahkiy-kupeyny-platskartny\/\"> mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis Chabarowsk <\/a>gefahren. .Auch die Krim habe ich bereist, allerdings zu einer Zeit, als sie noch zur Ukraine geh\u00f6rte. Was ich nicht kannte, waren die Wolga und&nbsp; die Schwarzmeerk\u00fcste um Sotschi. Auch Jekaterinburg, die viertgr\u00f6\u00dfte Stadt Russlands, interessierte mich als Geburtsort Jelzins und als der Ort, in dem die Kommunisten die Zarenfamilie ermordet hatten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6549\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/OzeroShitovskoye-NagornyDistrict.jpg\" alt=\"OzeroShitovskoye-NagornyDistrict\" width=\"871\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/OzeroShitovskoye-NagornyDistrict.jpg 871w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/OzeroShitovskoye-NagornyDistrict-768x527.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 871px) 100vw, 871px\" \/><\/p>\n<p>Die Route war also klar. Wir flogen mit dem t\u00e4glichen Frankfurt Moskau-Flug von Frankfurt nach Moskau (Flughafen Sheremetvejo \u2013 3 Stunden Flugzeit) und stiegen gleich um nach Jekaterinburg (Flugzeit zwei Stunden). Von Jekaterinburg fuhren wir in drei Etappen mit der Eisenbahn zuerst nach Kazan, dann nach Wolgograd und schlie\u00dflich ach Sotschi. \u00dcber Moskau flogen wir nach Frankfurt zur\u00fcck. Man sieht, ein enger Plan, aber wie sich zeigen sollte absolut hinreichend. Hier der Bericht im Einzelnen:<\/p>\n<p><strong>Jekaterinburg<\/strong>. Wir erreichten die Stadt an der Grenze Europas und Asiens (eigentlich liegt sie schon in Asien) am Abend des <strong>1. Tages<\/strong> gegen 22.00 Uhr. Am Flughafen von Jektarerinburg zogen wir an einem ATM Automaten Rubel zu einem vertretbaren Kurs (etwa 72 Rubel f\u00fcr 1 Euro, inzwischen liegt der Kurs bei 74 : 1) . Interessant war, dass die Stadt w\u00e4hrend unseres n\u00e4chtlichen Hoteltransfers in Festbeleuchtung erstrahlte, denn wir schrieben den 9. Mai, und im ganzen Land wurde der Sieg \u00fcber Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gefeiert. Zehntausende waren auf den Stra\u00dfen unterwegs, russische Fahnen wurden geschwenkt, und manch einer hatte seinem Patriotismus mit reichlich Wodka nachgeholfen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6515 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3314-534x800.jpg\" alt=\"IMG_3314\" width=\"171\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3314-534x800.jpg 534w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3314-768x1152.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3314-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3314.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/><\/p>\n<p>Unser <a href=\"https:\/\/www.booking.com\/searchresults.de.html?aid=311092;label=voznesensky-PieAzlNkHVJmQDK41BlrYQS267492813760%3Apl%3Ata%3Ap1%3Ap2%3Aac%3Aap1t1%3Aneg%3Afi%3Atiaud-146342138230%3Akwd-16339608830%3Alp9044672%3Ali%3Adec%3Adm;sid=3e21487db7961be04e9127ac98adee10;city=-3040171;expand_sb=1;highlighted_hotels=179227;hlrd=no_dates;keep_landing=1;redirected=1;source=hotel&amp;gclid=Cj0KCQjw9LPYBRDSARIsAHL7J5nbXLDXsXS1QbRlXC3tX4ZJkKDDUj5t3nhkFhJEjMW4z3kv1cibrBQaAsrmEALw_wcB&amp;\">Hotel Voznesenzky <\/a>erwies sich als gl\u00fcckliche Wahl (Doppelzimmer 5.800 Rubel mit einem sehr guten Fr\u00fchst\u00fcck und einem exzellenten Staff).&nbsp; Es befand sich im 5. bis 8. Stock eines Hochhauses mitten in der Innenstadt von Jekaterinburg und war als Standort der Stadterkundung geradezu ideal. Vom Hotel aus erreichte man nach einem kurzen Spaziergang durch einen Park die \u201eKathedrale \u00fcber dem Blut\u201c, die an der Stelle steht, an der die Kommunisten (mit ausdr\u00fccklichem Einverst\u00e4ndnis Lenins) am 16. Juli 1918 <em>Z<a href=\"http:\/\/adrian-ambrer.de\/heresch-nikolaus-ii\/\">ar Nikolaus II<\/a><\/em> und seine Familie ermordet hatten.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite des Stadtsees, ebenfalls fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar, befand sich das neu erbaute <a href=\"http:\/\/adrian-ambrer.de\/jelzin-aufzeichnungen-eines-unbequemen\/\"><em>Jelzin<\/em><\/a> Museum, ein imposanter Museumsbau, der an den ersten Pr\u00e4sidenten der russischen F\u00f6deration erinnert. Bemerkenswert an diesem Museum war die multimediale Gestaltung der Ausstellungsr\u00e4ume, besonders die musikalische Animation zur russischen Geschichte, die gleich am Eingang <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6512 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3288-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3288\" width=\"330\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3288-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3288-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3288.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/>gezeigt wurde. Mit dem bedauerlichen Verfall des gro\u00dfen Mannes nach 1994 besch\u00e4ftigte sich das Museum nicht, aber Jelzins Aufstieg und seine weltgeschichtliche Stunde w\u00e4hrend des Augustputsches 1991 wurde anschaulich nachgezeichnet. Nat\u00fcrlich lie\u00dfen wir es uns auch nicht nehmen, mit dem Taxi 17 km aus der Stadt herauszufahren, um einen kleinen Pylon am Rande der Autobahn zu erreichen, der die Grenze zwischen Europa und Asien markieren soll. Ob es dabei sich wirklich &nbsp;um die Grenze handelt, ist allerdings umstritten. Landschaftstopografie und <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6600 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3253-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3253\" width=\"355\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3253-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3253-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3253.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/>Entw\u00e4sserungsscheide verlaufen im s\u00fcdlichen Ural nicht ganz&nbsp; parallel, so dass noch eine zweite Kontinentalgrenze ca. 40 km von Jekaterinburg gleich an der Gleisstrecke der Transsibirischen Eisenbahn entfernt existiert. Dass selbst weltbekannte&nbsp; geografischen Markierungen umstritten sind, ist \u00fcbrigens nichs Besonderes. Am <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/backpackers-welt\/der-aequator-liegt-nicht-an-seinem-denkmal\/\">\u00c4quator in Equador<\/a> verh\u00e4lt es sich genauso<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist Sibirien im Fr\u00fchjahr nichts f\u00fcr Melancholiker. Wir kamen aus dem deutschen Fr\u00fchjahr und waren geschockt \u00fcber die winterliche Atmosph\u00e4re der Stadt. Die B\u00e4ume waren kahl, die Wiesen grau, und \u00fcber der Stadt erstreckte sich der Himmel wie ein Leichentuch. Aber das machte im Grunde nichts, denn schon am Abend des <strong>2. Tages<\/strong> ging es mit dem russischen Expresszug&nbsp; 105 EA weiter nach Kazan. &nbsp;Auf unseren Tickets war als Abfahrtzeit 20.25 Uhr Moskauer Zeit vermerkt, &nbsp;so dass wir in Wahrheit erst um 22.25 Uhr Ortszeit in den Zug nach Kazan stiegen (Zwei Stunden Zeitverschiebung). &nbsp;Auf unseren schon zuhause ausgedruckten Tickets war der Waggon verzeichnet, in den wir einsteigen mussten, auch unsere Bettennummern waren bereits festgelegt worden. Die Provodnitza (Waggonschaffnerin) kontrollierte kurz unsere P\u00e4sse und lie\u00df uns mit einem leisen Knurren einsteigen. Erst sp\u00e4ter sollte mir klar werden, dass dieses leise Knurren die russische Variante eines \u201eHerzlichen Willkommens\u201c darstellt, wie man es von den Angestellten <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6552 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3339-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3339\" width=\"306\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3339-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3339-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3339-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/>unserer Deutschen Bahn gew\u00f6hnt ist.<\/p>\n<p>Unser Abteil war ein Kupeyny, d. h. es bestand aus vier Betten, je zwei unten und zwei oben, und einem allerdings begrenzten Stauraum. &nbsp;Mit uns zusammen schlief Alexeji, ein junger russischer Boxer im Abteil, der sich kurz vorstellte, danach aber sofort in seinem Oberbett verwand und bis zum n\u00e4chsten Morgen durchschlief. Auch wir richteten mit dem bereitliegenden Bettzeug unsere Betten her, machten das Licht \u00fcber unserem Kopfkissen an, lasen noch ein wenig und schliefen ein. Am n\u00e4chsten Morgen, dem <strong>3. Tag<\/strong>, &nbsp;begr\u00fc\u00dfte uns die sp\u00e4twinterliche Landschaft Sibiriens. Der Zug fuhr an grauen Wiesen, halb vereisten Fl\u00fcssen und &nbsp;Millionen Birken vor\u00fcber. &nbsp;Jenseits des Kama-Flusses, der Ural und Wolga verbindet, wurde es gr\u00fcner, die Besiedlung nahm zu, und kurz nach Mittag fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein, aber k\u00fchlen Temperaturen in den Bahnhof von Kazan ein.<\/p>\n<p>Kazan ist die Hauptstadt der autonomen russischen Republik Tatarstan, eine Millionenstadt am Zusammenfluss von Kasanka und Wolga gelegen und zu gleichen Teilen von Russen und Tataren bewohnt. Mit der Eroberung des Mongolenreiches von Kazan durch Iwan den Schrecklichen im Jahre&nbsp; 1552 hatte der Aufstieg des Moskowiter Reiches zur Gro\u00dfmacht und die Erschlie\u00dfung des Wolgagebietes durch Russland begonnen. Innerhalb der russischen F\u00f6deration besitzt die autonome Republik Tatarstan heute ein hohes Ma\u00df an innerer Selbstverwaltung.<\/p>\n<p>Zu unserer \u00dcberraschung war Kazan ein absoluter Kn\u00fcller. Das Stadtbild ist gepr\u00e4gt durch <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6591 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3391-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3391\" width=\"324\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3391-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3391-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3391-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 324px) 100vw, 324px\" \/>breite, gepflegte Stra\u00dfen, renovierte, fast gro\u00dfb\u00fcrgerliche&nbsp; Fassaden, prachtvolle Kirchen und Moscheen und vor allem durch den Kazaner Kreml. Der Kazaner Kreml liegt als eine ummauertes Gel\u00e4nde mit Zinnen und T\u00fcrmen auf einem H\u00fcgel oberhalb der Stadt. Ihr auffallenstes Bauwerk war die im Jahre 2005 neu errrichtete Khul Sharif Moschee, ein herrlicher Bau in Wei\u00df-Rot mit vier wunderbaren safavidischen Minaretten. Dass die Moschee nach Khul Sharif, einem der moslemischen Verteidiger Kazans gegen die russischen Eroberer, benannt worden war, galt&nbsp; als Zeichen tatarische Eigenst\u00e4ndigkeit innerhalb der russischen F\u00f6deration.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6553\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3746-1-900x327.jpg\" alt=\"IMG_3746\" width=\"900\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3746-1-900x327.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3746-1-768x279.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3746-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p>Auch in Kazan war unser Hotel eine Wucht. Das <a href=\"https:\/\/www.booking.com\/searchresults.de.html?aid=311092;label=giuseppe-nT2ymVA4owoK70%2AXet5sBAS253748261488%3Apl%3Ata%3Ap1%3Ap2%3Aac%3Aap1t1%3Aneg%3Afi%3Atiaud-146342138230%3Akwd-13357834487%3Alp9044672%3Ali%3Adec%3Adm;sid=3e21487db7961be04e9127ac98adee10;city=-2923066;expand_sb=1;highlighted_hotels=179783;hlrd=no_dates;keep_landing=1;redirected=1;source=hotel&amp;gclid=Cj0KCQjw9LPYBRDSARIsAHL7J5l9ZRG2Kqo4sn4uRUYHlyNUGIBfKyyax2SgOHTJ3XUBr8FkVIr2rlcaAsh5EALw_wcB&amp;\">Hotel \u201eGuiseppe\u201c<\/a> war vom Bahnhof aus zu Fu\u00df erreichbar und nicht mehr als einen Katzensprung von Kreml und der Innenstadt entfernt. &nbsp;(Preis f\u00fcr ein Doppelzimmer 6.800 Rubel) Hier in Kazan kam ich \u00fcbrigens auch hinter die Geheimnisse des freien russischen Hotel W-Lans. Das funktionierte n\u00e4mlich nur, wenn man sich vom Hotel aus an einen bestimmen zentralen Server anmeldete, eine Antwort mit einem Code abwartete, um sich anschlie\u00dfend mit diesem Code im Netz anzumelden zu k\u00f6nnen. Warum das Ganze? Damit alle Mitteilungen von den zust\u00e4ndigen Stellen mitgelesen werden k\u00f6nnen? Die Geheimpolizei l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Am <strong>4. Tag<\/strong>, dem zweiten Tag unseres Aufenthalts in Kazan, nahmen wir um 8.20 Uhr die <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6554 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3622-1-900x487.jpg\" alt=\"IMG_3622\" width=\"351\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3622-1-900x487.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3622-1-768x415.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3622-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/>t\u00e4gliche F\u00e4hre zur Wolgainsel <strong>Svijashzk<\/strong>. Dabei handelte es sich um eine normale Personenf\u00e4hre, die jeden Tag ihren Fahrplan wolgaaufw\u00e4rts und wolgaabw\u00e4rts abf\u00e4hrt und dabei die Insel Svijashzk nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt ansteuert (Ticket 220 Rubel). Dass die Wolga mit etwa 3500 km L\u00e4nge der l\u00e4ngste Fluss Europas war, wussten wir schon, nur dass sie zwischen zwei und sechs Kilometer breit war, verbl\u00fcffte. Die Ufer waren flach, von schmucklosen Siedlungen ges\u00e4umt, einsame Angler sa\u00dfen auf den Steinen und blickten den Schiffen hinterher.<\/p>\n<p>Svijashzk, eine Insel am Zusammenfluss des Svijashzk-Flusses und der Wolga, galt als ein <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6555 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3671-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3671\" width=\"283\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3671-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3671-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3671-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/>Kleinod der russischen Geschichte. Sie war so winzig, dass man sie an einem halben Tag bequem erwandern konnte und doch gespickt mit erstrangigen Zeugnissen der russischen Kultur. Hier hatte Iwan der Schreckliche um 1550 seinen Angriff auf Kazan geplant, hier hatte 1919 Trotzki die K\u00e4mpfe gegen die B\u00fcrgerkriegsarmee der Wei\u00dfen an der mittleren Wolga koordiniert. Die Kirchen und Kl\u00f6ster der Insel wirkten vor der Weite der Wolga wie Elemente einer historischen Freiluftausstellung.<\/p>\n<p>Am Mittag des <strong>5. Tages<\/strong> stiegen wir wieder in den Zug 105EA Richtung &nbsp;Wolgograd. Die Entfernung zwischen Kazan und Wolgograd betrug etwa 1000 km, f\u00fcr die der Zug 23 Stunden ben\u00f6tigte. Diesmal war das Vier-Bett-Kupeyny bereits mit zwei Personen belegt, einem freundlichen gro\u00dfen Russen, der sich als Michael &nbsp;vorstellte, und &nbsp;Zinji, einem schweigsamen Kalm\u00fccken aus Saratov. &nbsp;Als Kalm\u00fccken bezeichnet man die Angeh\u00f6rigen eines tatarischen Volksstammes, der im 17 und 18. Jhdt. in die Gebiete n\u00f6rdlich des Kaspischen Meeres eingewandert war&nbsp; und sich dort und an der Wolga&nbsp; jahrhundertlang mit &nbsp;Russen und Wolgadeutschen auseinandergesetzt hatten. Besonders warm geworden war man dabei nicht miteinander, denn Zinji zog sich sofort auf sein Oberbett zur\u00fcck, von wo aus er uns mit anhaltender Skepsis betrachtete.<\/p>\n<p>Die mittlere Wolga erwies sich als ein dicht besiedeltes Gebiet mit zahlreichen D\u00f6rfern und <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6557 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3791-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3791\" width=\"365\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3791-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3791-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3791-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/>einigen gro\u00dfen St\u00e4dten. Alles prangte in gr\u00fcn, das Obst reifte, und \u00fcberall sahen wir die Russen auf ihren&nbsp; Hinterhoffeldern ackern. Die meisten der gro\u00dfen St\u00e4dte, die wir passierten, hatten nach 1991 ihre alten Namen zur\u00fcckerhalten. Saratow hie\u00df wieder Saratow, Samana wieder Samana, nur das alte Simbirsk, der Geburtsort&nbsp; <em>Gontscharows<\/em>, Kerenskis und Lenins hie\u00df noch immer Ulyanowsk nach Lenins Familiennamen. Irgendwie hat Lenin, den Alexander &nbsp;<a href=\"http:\/\/adrian-ambrer.de\/solschenizyn-der-archipel-gulag\/\">Solschenyzin<\/a> mit Recht als den Ahnvater des kommunistischen M\u00f6rderregiments bezeichnete, sich wie ein h\u00e4sslicher \u00dcberrest im \u00f6ffentlichen Leben der russischen St\u00e4dte behauptet. Mehr noch: wie man h\u00f6rte, war geplant, Ulyanowsk als Geburtsort Lenins in einen \u201eBethlehem der <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6592 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3885-593x800.jpg\" alt=\"IMG_3885\" width=\"160\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3885-593x800.jpg 593w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3885-768x1036.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3885-890x1200.jpg 890w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3885.jpg 1186w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/>kommunistischen Welt\u201c (Lonely Planet Guide) &nbsp;umzuwandeln.<\/p>\n<p>Wir ereichten Wolgograd am Mittag des <strong>6. Tages<\/strong>. Der Bahnhof war ein pr\u00e4chtiger palastartiger Bau, wirkte aber im Innern wie eine \u00fcberf\u00fcllte Bienenwabe. In unserem bahnhofsnahen Hotel, dem Radisson <a href=\"https:\/\/www.parkinn.ru\/hotel-volgograd\">Park Inn<\/a>, &nbsp;erwartete uns jedoch eine b\u00f6se \u00dcberraschung. Es stellte sich heraus, dass ich meine Migrationskarte verloren hatte, einen kleinen, unscheinbaren Zettel, den mir der Zollbeamte bei der Einreise in Moskau in den Pass gelegt hatte und der offenbar herausgefallen war. Sofort verkrampften sich die Hotel-Managerin <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6558 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG-20180514-WA0018-600x800.jpg\" alt=\"IMG-20180514-WA0018\" width=\"188\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG-20180514-WA0018-600x800.jpg 600w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG-20180514-WA0018.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/>und die Rezeptionistin,&nbsp; nur mein Reisebegleiter Bernhard&nbsp; bewahrte eine bewundernswerte Ruhe. Doch die Krise war da, denn ohne &nbsp;eine&nbsp; Migrationskarte konnte man in kein russisches Hotel einchecken,&nbsp; aber eine neue Migrationskarte gab es nur gegen den Nachweis einer&nbsp; festen Unterkunft, mit der ich wegen der fehlenden Migrationskarte nicht dienen konnte. An diesem Paradoxon arbeiten wir uns in den folgenden vier Stunden und endlosen Taxifahrten&nbsp; zwischen den beiden Migrations\u00e4mtern der Stadt ab, und mehr als einmal sah es so aus, als w\u00fcrden wir scheitern. Es war geradezu ein Erlebnis, welches monumentale Desinteresse der&nbsp; durchschnittliche russische Beamte gegen\u00fcber dem Geschick eines Wald- und Wiesen-Touristen an den Tag legte. Dass es am <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6559 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG-20180514-WA0029-600x800.jpg\" alt=\"IMG-20180514-WA0029\" width=\"205\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG-20180514-WA0029-600x800.jpg 600w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG-20180514-WA0029.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/>Schluss dennoch zu einem happy-end kam, ist der tatkr\u00e4ftigen Hilfe von <strong>Jaroslaw Arbuznikow<\/strong> zu verdanken, des Rezeptionisten des Radisson Park Inns, dem es mit Ausdauer und Charme gelang, eine der vollkommen arbeitsunwilligen Beamtinnen dazu zu bewegen, mir eine neue Migrationskarte auszustellen. Selbstverst\u00e4ndlich aber erst, nachdem ich nach allen Regeln der forensischen Kriminalistik daktyloskopisch behandelt worden war.<\/p>\n<p>Wolgograd als Stadt war auch nach dem Ende der UdSSR eine Hochburg der Kommunisten gebleiben und hatte im <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6570 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3851-534x800.jpg\" alt=\"IMG_3851\" width=\"240\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3851-534x800.jpg 534w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3851-768x1152.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3851-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3851.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/>Jahre 2000 kurz davor gestanden, ihren alten Namen Stalingrad wieder anzunehmen. Nur die Entmachtung der Provinzgouverneure durch <a href=\"http:\/\/adrian-ambrer.de\/lee-myers-putin\/\">Putin <\/a>im Jahre 2001 hatte diesen Rollback verhindert. Auf der anderen Seite waren die Passanten, die man nach dem Weg fragte, die Gark\u00fcchenbetreiber und die Stra\u00dfenbahnschaffnerinnen von liebensw\u00fcrdigster Freundlichkeit. Viel zu sehen aber gab es trotzdem nicht wenn man einmal von der gigantischen&nbsp; 87 Meter hohen Kolossalstatue \u201eMutter Russland\u201c auf dem Marmarjew H\u00fcgel am Stadtrand absah. Die zweite Sehensw\u00fcrdigkeit&nbsp; Stadt war das \u201eStalingrad Museum\u201c, das die Schlacht um Stalingrad in allen nur denkbaren Details dokumentierte. Da gab es einen mit 187 Kugeln zersiebten Uniformrock eines russischen Helden, f\u00fcnfzig Meter lange Kolossalgem\u00e4lde, jede Menge Orden, Waffen und Kartenskizzen \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Schlacht <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6561 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3952-1-900x514.jpg\" alt=\"IMG_3952\" width=\"256\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3952-1-900x514.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3952-1-768x438.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3952-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/>der Weltgeschichte, an der zwei Millionen Soldaten, 2000 Panzer und 2000 Flugzeuge teilgenommen hatten (Eintritt 150 Rubel). Vor die Wahl gestellt, das Museum zu besuchen oder <a href=\"http:\/\/adrian-ambrer.de\/aus-der-buecherkiste\/romane\/grossmann-leben-und-schicksal\/\">das gro\u00dfe Stalingrad Buch &#8222;Leben und Schicksal&#8220; von Wassili Grossmann <\/a>zu lesen, w\u00fcrde ich mich dennoch f\u00fcr das Buch entscheiden.<\/p>\n<p>F\u00fcr&nbsp; Mutter Russland und Die Schlacht von Stalingrad reichte der Vormittag und Mittag des <strong>7. Tages<\/strong>. Gegen 15.30 Uhr fuhren wir mit dem Zug 013KA, der aus Moskau kam, nach Sotschi weiter. &nbsp;Diesmal besa\u00dfen wir ein Abteil ganz f\u00fcr uns allein, konnten uns so richtig breit machen, Tee und Kaffee trinken, lesen schreiben und die Ver\u00e4nderungen des &nbsp;der Landschaftsbildes auf uns wirken lassen. Nachtr\u00e4glich kann ich allen Reisenden die Fortbewegung per Zug in Russland nur empfehlen. Man erlebt w\u00e4hrend der langen Fahrten &nbsp;wohltuende Stunden der Entschleunigung. Man sieht viel von der Landschaft, lernt Menschen kennen und kann sich endlos in seiner Reselekt\u00fcre verlieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6562 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3975-900x415.jpg\" alt=\"IMG_3975\" width=\"314\" height=\"145\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3975-900x415.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3975-768x354.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3975.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 314px) 100vw, 314px\" \/><\/p>\n<p>Zuerst fuhr der Zug an der Kalm\u00fcckensteppe \u00f6stlich der Wolga vorbei. Ihr schloss sich sp\u00e4ter die Ebene der Kuban-Kosaken zwischen dem Kaspischen und Schwarzen Meer an. Nach etwa 15 Stunden Fahrt erschienen schlie\u00dflich am Morgen des <strong>8. Tages<\/strong> die Ausl\u00e4ufer des Kaukasus am Horizont M\u00e4chtige, gr\u00fcn bepelzte Berge erhoben &nbsp;sich links und rechts der Gleise, Bergd\u00f6rfer zogen am Fenster vor\u00fcber, Tunnel folgte auf Tunnel und schlie\u00dflich erreichten wir das Schwarze Meer. an dessen Ufer der Zug die letzte Strecke bis Sotschi entlangfuhr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6563 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1-900x470.jpg\" alt=\"IMG_4073\" width=\"364\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1-900x470.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1-768x401.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/>Sotschi, seit der Putin-Olympiade von 2014, weltbekannt, entpuppte sich als ein gehobener &nbsp;Badeort der russischen Mittelkasse. Trotzdem konnten die aufw\u00e4ndigen Hotelanlagen nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Str\u00e4nde von Sotschi so ziemlich das Mickrigste waren, was es in Europa zu sehen gab: Lauter Kiesmulden ohne einen Hauch von Schatten, in denen die Russen ihre Winterhaut br\u00e4umen lie\u00dfen. Sch\u00f6n war Sotschi <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6564 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4091-1-900x464.jpg\" alt=\"IMG_4091\" width=\"353\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4091-1-900x464.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4091-1-768x396.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4091-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/>nur in seinen Gr\u00fcnanalgen und aus der Distanz. Auf einer Bootsfahrt (anderthalb Stunden 450 Rubel) konnte man aus einiger Entfernung die K\u00fcste des Schwarzen Meeres wie ein Panoramafoto bewundern, eine endlose Kette gro\u00dfer, zum Teil k\u00fchner Hotelneubauten, \u00fcber denen sich im Landesinnern die Berge des Kaukasus erhoben. Da der Himmel wolkenlos war, sahen wir sogar \u00fcber dem Nachbarort Adler die Eisgipfel des Elbrus am Horizont.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6563 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1-900x470.jpg\" alt=\"IMG_4073\" width=\"207\" height=\"108\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1-900x470.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1-768x401.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4073-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/>Etwas Besonderes zu sehen gab es in Sotschi ansonsten nicht, wenn man einmal von den Shoppingmeilen &nbsp;absah. Der Rivera Park war ein besserer Rummelplatz, im Yachthafen lagen die Boote der Reichen und der Sch\u00f6nen, die auf Abstand zum Volk hielten. Unser Hotel, das <a href=\"https:\/\/www.booking.com\/searchresults.de.html?aid=311092;label=marins-park-88sCjXOn_nwf6EpeJuQRCQS258613146944%3Apl%3Ata%3Ap1%3Ap2%3Aac%3Aap1t1%3Aneg%3Afi%3Atiaud-146342138230%3Akwd-11003918422%3Alp9044672%3Ali%3Adec%3Adm;sid=3e21487db7961be04e9127ac98adee10;city=-3006514;expand_sb=1;highlighted_hotels=179985;hlrd=no_dates;keep_landing=1;redirected=1;source=hotel&amp;gclid=Cj0KCQjw9LPYBRDSARIsAHL7J5nAjUHwO0wu4oq0hjfoFhF07kc-hBqkf4QWzDQTXEurSGlWhdFHvYcaAtNAEALw_wcB&amp;\">Marins&nbsp; Park Hotel <\/a>in Ufern\u00e4he kann ich allerdings empfehlen, nicht nur wegen des unschlagbaren Preises (4000 Rubel f\u00fcr zwei Personen mit Fr\u00fchst\u00fcck) sondern auch wegen des reichhaltigen Mittagsbuffets inklusive Wein f\u00fcr schlappe 400 Rubel.<\/p>\n<p>Damit war unsere Reisen fast schon zu Ende. Am n\u00e4chsten Morgen, dem <strong>9. Tag<\/strong>,&nbsp; spazierten wir noch einmal durch die Parks der Stadt und lie\u00dfen uns anschlie\u00dfend &nbsp;zum Flughafen in <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7181 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_4193-900x600.jpg\" alt=\"\" width=\"304\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_4193-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_4193-1800x1200.jpg 1800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_4193-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_4193-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_4193-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/>den Nachbarort &nbsp;Adler fahren. Ein letzter Blick aus dem Flugzeugfenster &nbsp;auf den Kaukasus, dann verschwanden die Berge und unter uns erstreckten sich wieder die endlosen Ebenen Russlands. &nbsp;Wir h\u00e4tten von Moskau aus auch gleich nach Frankfurt weiter fliegen k\u00f6nnen, doch ich hatte Moskau 2002 zum letzten Mal gesehen und wollte meine Eindr\u00fccke ein wenig auffrischen.<\/p>\n<p>Schlecht an unserem Kurzbesuch in Moskau waren die Preise. Hatte man Pech, zahlte man 3000 Rubel f\u00fcr den Taxitransfer, hatte man Gl\u00fcck, waren es 2000 Rubel, was immer noch <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6566 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4275-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4275\" width=\"301\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4275-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4275-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4275-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/>eine Menge war. Unser Hotel \u201e<a href=\"https:\/\/www.booking.com\/searchresults.de.html?aid=318615;label=New_German_DE_DE_21481143985-TAc6IQuqhJ2KJVFCwGBZTgS217288829950%3Apl%3Ata%3Ap1%3Ap2%3Aac%3Aap1t1%3Aneg%3Afi2656902952%3Atiaud-146342138230%3Adsa-166246053385%3Alp9044672%3Ali%3Adec%3Adm;sid=3e21487db7961be04e9127ac98adee10;city=-2960561;expand_sb=1;highlighted_hotels=676731;hlrd=no_dates;keep_landing=1;redirected=1;source=hotel&amp;gclid=Cj0KCQjw9LPYBRDSARIsAHL7J5kJqYgiNZYx8U_Wh2zmQ3bbjyrwO-XWdm_HFM7cykNcLEoqahORAgMaAj3dEALw_wcB&amp;\">Mokhovaya Moscow\u201c<\/a> kostete das Doppelte wie die Hotels in Kazan oder Sotschi, lag aber extrem zentral in Kremln\u00e4he. So endete unsere Reise am <strong>10. Tag<\/strong> mit einem vormitt\u00e4glichen Rundgang \u00fcber den Roten Platz, einem Spaziergang die Moskwa entlang zur Erl\u00f6serkathedrale und schlie\u00dflich zum Kreml, der mir erheblich voller vorkam als bei meinem letzten Besuch. Viel Neues im Vergleich zum letzten Mal habe <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6567\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4289-1-900x453.jpg\" alt=\"IMG_4289\" width=\"900\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4289-1-900x453.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4289-1-768x387.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4289-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/>ich nicht gesehen, allerdings brachen der Stra\u00dfenverkehr und der Touristenansturm der Ostasiaten alle Rekorde.&nbsp; Schon am Nachmittag fuhren wir wieder zum Flughafen. Um 21.15 Uhr landeten wir mit Aeroflot in Frankfurt, um 22.20 Uhr sa\u00df ich im Intercity nach Siegburg\/Bonn, um Mitternacht erreichte ich die Nordstra\u00dfe in Bonn.<\/p>\n<pre><strong>\u00dcberblick \u00fcber die Finanzen &nbsp;&nbsp;pro Person<\/strong>\r\n\r\nFL\u00dcGE &nbsp;&nbsp;&nbsp; Frankfurt-Moskau moskau-Jekaterinburg&nbsp; Sotschi-Moskau Moskau Frankfurt &nbsp;inklusive Rail and Fly&nbsp;&nbsp;             <strong>505,60 Euro\r\n <\/strong>\r\nZ\u00dcGE &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jekaterinburg \u2013 Kazan - Kazan \u2013 Wolgograd -&nbsp; Wolgograd \u2013 Sotschi&nbsp;                                   <strong>325,00 E.<\/strong>\r\n\r\nLEBEN Hotels, Essen, Trinken, Eintritte f\u00fcr 10 Tage&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong>365,00 Euro\r\n <\/strong>\r\nVisum&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;                                              <strong>85,00 Euro &nbsp; <\/strong>\r\n\r\n<strong>SUMME &nbsp;<\/strong><strong>                                                1275,00  <\/strong><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/pre>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6568\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4292-1-900x611.jpg\" alt=\"IMG_4292\" width=\"900\" height=\"611\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4292-1-900x611.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4292-1-768x522.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_4292-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Das war\u00b4s<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum in zehn Tagen? mag man fragen. Antwort: Mehr Zeit ist nat\u00fcrlich&nbsp; besser, aber wenn man nur anderthalb Wochen Zeit hat, geht es auch. Bei uns verhielt es sich eben so. Ein Zeitfenster war entstanden und verlangte nach F\u00fcllung. Also fuhren wir nach Russland. 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