{"id":6383,"date":"2017-12-16T10:34:22","date_gmt":"2017-12-16T10:34:22","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=6383"},"modified":"2025-06-03T10:32:52","modified_gmt":"2025-06-03T10:32:52","slug":"sandsturm-auf-dem-satansplateau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/sandsturm-auf-dem-satansplateau\/","title":{"rendered":"Sandsturm auf dem Satansplateau"},"content":{"rendered":"<p><em>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6384\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-94-900x521.jpg\" alt=\"2 (94)\" width=\"900\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-94-900x521.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-94-768x444.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-94.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/em><\/p>\n<p>Eine knappe Stunde hinter Tamanrasset stie\u00dfen wir am Rand der Stra\u00dfe auf einen Markierungsstein, der uns dar\u00fcber informierte, wo wir uns befanden: immerhin schon 44 Kilometer n\u00f6rdlich von Tamanrasset, aber noch 645 Kilometer von In Salah entfernt &#8211; s\u00fcdlich nach Agadez im Niger waren es noch 940 Kilometer, n\u00f6rdlich\u00a0 zur Oase El Golea betrug die Entfernung noch 1117 Kilometer, und nach Algier sogar 2017 Kilometer.<\/p>\n<p>Nach dem heruntergekommenen Rastplatz In Ecker, der aus nichts anderem bestand als aus einer Tankstelle und einigen Bretterbuden, hielten wir uns links. Wir passierten in der\u00a0 n\u00e4chsten Stunde das Teffedest Gebirge zu unserer Rechten, ein unzul\u00e4ngliches und f\u00fcr alle Touristen streng gesperrtes Milit\u00e4rgebiet, \u00fcber das die unterschiedlichsten Ger\u00fcchte kursierten. Sicher war nur, dass in diesem Gebirge die Autowracks der Sahara verrotteten und dass hier die Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Atombombenversuchen begonnen hatten.<\/p>\n<p>Je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr Sandzungen versperrten die <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6385 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-92.jpg\" alt=\"2 (92)\" width=\"393\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-92.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-92-768x502.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/>Stra\u00dfendurchfahrt. Bald wurden die Stra\u00dfend\u00fcnen so hoch, dass das \u00dcberfahren nicht mehr m\u00f6glich war, und wir in weitem Bogen um die D\u00fcnen herumkurven mussten. Dabei waren mitunter so weitr\u00e4umige Umfahrungen notwendig, dass der Kontakt zur Stra\u00dfe verloren zu gehen drohte, ganz abgesehen davon, dass wir auf diese Weise nur langsam vorankamen.\u00a0 Gottseidank war das Wetter klar, und wir besa\u00dfen gute Sicht.<\/p>\n<p>Dann verschwanden pl\u00f6tzlich Zungend\u00fcnen und Stra\u00dfenreste, und flaches Gel\u00e4nde erstreckte sich bis zum Horizont. Eine der ber\u00fcchtigten Wellblechpisten war erreicht, ein Untergrund, den der Reisende nach den Weichsandpartien nur in der ersten halben Stunde begeistert begr\u00fc\u00dft, um ihn dann zu verfluchen. Denn das sogenannte \u201eWellblech\u201c bestand aus Hunderttausenden fest in den Untergrund gepressten Rillen, auf denen das Fahrzeug schon bei mittleren Geschwindigkeiten derart zu vibrieren begann, dass man f\u00fcrchtete, es w\u00fcrde im n\u00e4chsten Augenblick auseinander fliegen. Alle Vibrationen und Ersch\u00fctterungen \u00fcbertrugen sich in ein perfekt synchronisiertes Bewegungsstakkato, das man sich am ehesten so vorstellen konnte, als w\u00fcrde jeder einzelne Knochen und jede Autostange im gleichen Rhythmus durchgewalkt. K\u00f6rper und Material unterlagen auf diese Weise einer\u00a0 m\u00f6rderischen Durchr\u00fcttelungstour, die nur intervallweise und mit gro\u00dfen Pausen auszuhalten war.<\/p>\n<p>So verging der Tag zwischen Weichsandfeldern, Schlagl\u00f6chern und Wellblechpisten voller Ungemach, aber ohne wirkliche Panne. Vater Helmut schien mit dem Fahrzeug zu einer Mensch-Maschinen-Einheit verschmolzen zu sein und steuerte seinen Wagen ohne Murren <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6387 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-4.jpg\" alt=\"2 (4)\" width=\"312\" height=\"449\" \/>und Knurren \u00fcber alle Hindernisse hinweg. Hin und wieder reichte ihm seine Ehefrau Ellen einen Tee, dann und wann las Sohn Titus eine Information aus der Karte vor, nicht ohne sie anschlie\u00dfend eingehend zu interpretieren. Wir beide auf dem R\u00fccksitz hielten ganz einfach die Klappe und blickten durch die staubigen Seitenfenster. Riesenhafte Felsen lagen wie weggeworfen am Wegesrand, angez\u00fcngelt von rotem Sand, als wolle er den Stein verschlingen. Felsenfragmente wie Zinnen, T\u00fcrme oder Pyramiden zogen vor\u00fcber, dann sahen wir schwarzgebrannte Erdvertiefungen, in denen Blechteile in der Sonne bleichten. Aus der N\u00e4he betrachtet, erhielten alle Dinge der W\u00fcste eine schockierende Plastizit\u00e4t, nur am Horizont verschwammen die Konturen &#8211;\u00a0 immer neue Luftspiegelungen tauchten vor uns ein, um sich wieder aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Am Nachmittag erreichten wir das Grabmal des Marabut Sidi Moulay Hassan, ein wei\u00dfgekalktes Geb\u00e4ude, mit einem abgestorbenen Ast neben seiner T\u00fcrbe. Wie alle Saharafahrer umkreiste auch die Familie Bach mit ihrem Fahrzeug in gottergebenem Aberglauben dreimal das Grabmal, um sich den Segen des Marabuts nicht zu verscherzen. Niemand wusste im Wagen, wer dieser Marabut gewesen war, was er getan oder gesagt hatte. Vielleicht war er einfach nur an dieser Stelle mitten in der Sahara vom Hitzschlag getroffen worden, und die Fantasie der Reisenden hatte aus seiner Begr\u00e4bnisst\u00e4tte \u00a0ein Heiligtum gemacht.<\/p>\n<p>Hinter dem Grabmal des Marabut, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Tamanrasset und In Salah, begann die Einfahrt in die Arak Schlucht. Es handelte sich dabei um einen lang gezogenen Schlauch zweier paralleler Bergketten, zwischen den die Saharastra\u00dfe eine Zeit lang nach Norden f\u00fchrte. Wieder hatte die Natur ein perfektes Bild geschaffen: jenseits der Stra\u00dfe, deren Asphalt nun wieder besser zu erkennen war, erstreckten sich links und rechts wei\u00dfpudrige Felder, um am Rande steiler, schwarzer Felsabst\u00fcrze zu enden. Die horizontalen Weiten, an die man sich in der W\u00fcste so schnell gew\u00f6hnt, waren verschwunden, und von den zu beiden Seiten der Stra\u00dfe ungewohnt nahe\u00a0 heranr\u00fcckenden Bergen ging etwas Bedrohliches aus. Der Ort Arak selbst war nichts weiter als eine Ansammlung von Bretterbuden, Nomaden sa\u00dfen mit ihren Kamelen unter den B\u00e4umen und bettelten um Wasser, ein algerischer Lastkraftwagen brauste nach S\u00fcden.<\/p>\n<p>Am Ausgang der Arak Schlucht bedeckten goldgelbe D\u00fcnen die Flanken der Berge. Im <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6388 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-90.jpg\" alt=\"2 (90)\" width=\"349\" height=\"234\" \/>Licht der niedersinkenden Sonne tendierten ihre Farben ins Dunkelrote, ehe sie kurz vor der D\u00e4mmerung noch einmal aufglommen wie eine Glut, ehe sie wie erstarrte schwarze Wellen in der Dunkelheit verschwanden. \u00dcbergangslos war es stockdunkel geworden, als Titus den Wagen am Rande der D\u00fcnen parkte. Erst als der Mond hinter den Bergen hervorkam, ergoss sich ein fahles Licht \u00fcber Berge und D\u00fcnen &#8211; die Umrisse der W\u00fcstenakazien, die unser Lager umstanden,\u00a0 sch\u00e4lten sich aus der Dunkelheit heraus wie <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6389 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-91.jpg\" alt=\"2 (91)\" width=\"243\" height=\"374\" \/>eine Gruppe erstarrter Geister. Eine Petroleumlampe wurde entz\u00fcndet, auf einem Gaskocher wurde eine Suppe gekocht, es wurde nicht viel gesprochen, und bald legten wir uns einfach neben das Auto aufs Ohr.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen war das Wetter umgeschlagen. Schon als wir unser Lager abbauten und den Wagen packten, war die Luft schw\u00fcl, auch die Sicht war schlecht, als wir die Arak Schlucht verlie\u00dfen. Helmut und Titus fuhren abwechselnd, jeder von ihnen so schnell er konnte, denn niemand hatte sonderliche Lust, noch vor In Salah in einen Sandsturm zu geraten. Sandzungen, Kies, Steinfelder, Wellblechpisten, Schotter, Weichsandfelder, Schlagl\u00f6cher definierten die Herausforderungen dieses Tages, und die einzig gute Nachricht war, dass der Sandsturm, der sich \u00fcber der\u00a0 rak Schlucht gebildet hatte, offenbar nach Osten weitergezogen war. Kurz vor In Salah hatte sich noch eine letzte Riesend\u00fcne aufget\u00fcrmt, deren Umfahrung uns eine ganze Stunde kostete, dann wurden die Umrisse der Oase endlich in der Ferne sichtbar.<\/p>\n<p>Im Saharacaf\u00e9 war es diesmal leer, nur die Bachs und wir sa\u00dfen am Tisch und a\u00dfen unser Abschiedsmahl. Wir bedankten uns mit warmen Worten bei unseren Rettern und sch\u00e4mten uns doch noch immer daf\u00fcr, uns so bedenkenlos auf die Hilfe Fremder verlassen zu haben. \u00a0Ellen, Helmut und Titus winkten ab, sie machten aus ihrer Hilfe am Ende keine gro\u00dfe Sache und w\u00fcnschten uns f\u00fcr die Weiterreise mit unserem Kleinwagen alles Gute.<\/p>\n<p>Unser Wagen stand unversehrt in der Baracke, doch als wir ihn wieder sahen, bekamen wir einen Schreck. Der Citroen war vollkommen verdreckt, und die Spuren der Anreise hatten sich in eine Lackierung aus Sand und Staub verwandelt. Aber was das Schlimmste war: er sprang nicht an. Erst als Wolfgang mit dem Schraubenzieher alle \u00f6rtlichen Marabuts anrief und den Anlasser neu einjustierte, konnten wir starten. Wir entsandeten die Sitze, putzten die Scheiben, tankten, f\u00fcllten alle Wasserkanister auf und verlie\u00dfen In Salah so schnell wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Vielleicht weil wir durch die beiden letzten Reisetage mit den Bachs ein wenig mehr Erfahrung hatten, kamen wir zun\u00e4chst relativ schnell voran. \u00dcber kleinere Weichsandpassagen, die mich bei der Hinreise noch geschockt hatten, peste ich nun einfach hinweg. Wir umkurvten die gro\u00dfen Kegelberge, erkannten diese und jene Stelle wieder und sahen schon nach einer guten Stunde, wie sich am Horizont die Umrisse des\u00a0 Satansplateaus erhoben. Dort mussten wir r\u00fcber, so schnell es ging, am besten noch vor\u00a0 Einbruch der Nacht, dann waren wir wieder im asphaltsicheren Norden.<\/p>\n<p>Leider war das Wetter seit unserer Abreise aus In Salah wieder umgeschlagen. Der Himmel <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6390\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3634_17_1.jpg\" alt=\"3634_17_1\" width=\"549\" height=\"376\" \/>hatte sich mit Schlieren bedeckt, und als wir die Stra\u00dfe zum Plateau hochfuhren, war die Luft stickig und schw\u00fcl. Auf der Hochebene waren die R\u00e4nder des Horizontes \u00fcberhaupt nicht mehr zusehen, die Weite zerfloss in eine milchige Unendlichkeit ohne Kontur, und das Schlimmste war, dass wir genau in diese Suppe hineinfahren mussten.<\/p>\n<p>Wir waren gerade eine halbe Stunde unterwegs, da erblickten wir eine hochhaushohe Staubwolke, die sich von Osten her dem Plateau n\u00e4herte. Innerhalb weniger Minuten hatte uns die Staubwolke erreicht, und unser Gesichtsfeld schrumpfte abrupt auf wenige Meter zusammen, sodass wir die Fahrtgeschwindigkeit reduzieren mussten. Wir durften aber nicht zu langsam werden, sonst drohten wir im Sand zu versinken &#8211; zu schnell durften wir aber auch nicht fahren, weil sonst die Gefahr bestand, mit voller Wucht in ein Schlagloch zu steuern und die Wagenachsen zu brechen. Wolfgang schlug vor, einfach anzuhalten, und das Ende des Sandsturms abzuwarten, doch mir erschien das zu gef\u00e4hrlich, denn bei diesen schlechten Wetterverh\u00e4ltnissen h\u00e4tte uns einer der \u00fcber das Plateau rasenden Schwertransporter glatt \u00fcberrollen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als wir weiter fuhren, wurde die Sicht noch schlechter, die Scheibenwischer knirschten bedenklich, und die Ger\u00e4usche au\u00dferhalb des Fahrzeuges h\u00f6rten sich an, als w\u00fcrde der Sturm den Lack von der Karosserie fr\u00e4sen. Manchmal ver\u00e4nderten sich auch die Ger\u00e4usche <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6391\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-99.jpg\" alt=\"2 (99)\" width=\"800\" height=\"528\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-99.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-99-768x507.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/>des Sturmes, sie verwandelten sich in ein regelrechtes Kreischen, dann wurden sie tiefer, brummiger, gerade so, als k\u00e4me einer der alles niederwalzenden algerischen Schwertransporter frontal genau auf uns zu. Inzwischen waren wir l\u00e4ngst von der Stra\u00dfe abgekommen und kurvten nur noch auf der Suche nach festem Untergrund \u00fcber das Plateau. Wolfgang k\u00e4mpfte mit der Panik, ich merkte an den lauten Fl\u00fcchen, mit denen er jede Ersch\u00fctterung des Wagens quittierte, die Knochen seiner Faust waren wei\u00df, so fest hielt er das Lenkrad\u00a0 umklammert. Meine Kehle war vollkommen ausged\u00f6rrt, doch merkw\u00fcrdigerweise versp\u00fcrte ich keinen Durst. Stattdessen waren alle meine Sinne bis zum Zerrei\u00dfen gespannt, denn ich erkannte: wir reisten am Rande des Todes \u00fcber kaum erkennbare Pisten, und ein Ende war \u00fcberhaupt nicht abzusehen. Sandst\u00fcrme k\u00f6nnen in der Sahara tagelang dauern, sie k\u00f6nnen ganze Fahrzeuge zuwehen oder den Motor ruinieren.\u00a0 Sollten wir verungl\u00fccken, w\u00fcrden sie zuhause nur den Kopf \u00fcber die beiden Idioten sch\u00fctteln, die sich ohne jede Ausr\u00fcstung in die Tiefen der W\u00fcste gewagt hatten.<\/p>\n<p>Mit einem lauten Krach landete der Wagen in einem karrengro\u00dfen Schlagloch, Wolfgang fluchte erneut, gab Gas und kam nach einigem Knirschen heraus. Schon kam das n\u00e4chste Bodenloch in Sicht, in ihm w\u00e4ren wir fast verschwunden, wenn Wolfgang nicht geistesgegenw\u00e4rtig den Wagen nach rechts gerissen h\u00e4tte \u2013 mitten hinein in eine Weichsandpassage, die wir langsamer werdend durchpfl\u00fcgten, bis wir, kurz bevor die Reifen ganz durchdrehten, wieder Wellblechuntergrund erreichten.\u00a0 In dieser Situation sprang ich aus dem Wagen und lief einfach wie ein Staffettenl\u00e4ufer vorneweg, um Wolfgang <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6392 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-12a-001.jpg\" alt=\"2 (12)a-001\" width=\"297\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-12a-001.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2-12a-001-768x508.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/>vor pl\u00f6tzlich auftauchenden Weichsandfeldern zu warnen. In Wahrheit lief ich vorneweg, weil mir in dieser Situation nichts Besseres einfiel, ich lief vorneweg, weil mir der Geruch der Angst im Wagen den Magen umdrehte, ich lief vorneweg, weil ich mich sch\u00e4mte, diese Tour \u00fcberhaupt gewagt zu haben und weil ich mich bewegen und ungeh\u00f6rt in den Sturm hinausschreien wollte. Vielleicht lief ich auch vorneweg, um zu verhindern, dass wir bei den schlechten Sichtverh\u00e4ltnissen des Sandsturmes einfach \u00fcber die R\u00e4nder des Satansplateaus fahren und zerschellen w\u00fcrden. W\u00e4hrend des Vorneweglaufens erkundete ich das Gel\u00e4nde, schlug Haken wie ein Hase &#8211; und es funktionierte. Wolfgang folgte mir mit dem Wagen und pl\u00f6tzlich war wieder die Stra\u00dfe erreicht. Ich sprang in das Auto, und Wolfgang gab Gas. Wie oft ich dieses Spiel in den n\u00e4chsten Stunden wiederholte, wei\u00df ich nicht mehr. Ich wei\u00df nur noch, dass sich am sp\u00e4ten Nachmittag pl\u00f6tzlich der Staub lichtete und die Sicht besser wurde. So pl\u00f6tzlich, wie er gekommen war, so pl\u00f6tzlich war der Sandsturm weitergezogen. Vor uns erstreckte sich die Stra\u00dfe als gut sichtbares Asphaltfragment bis zum Horizont. Wir waren durchgekommen.<\/p>\n<p>Eine dreiviertel Stunde sp\u00e4ter hatten wir die n\u00f6rdlichen Ausl\u00e4ufer des Tademait erreicht. Wir h\u00e4tten schreien k\u00f6nnen vor Erleichterung als wir abw\u00e4rts fuhren und in der Ferne die Ausl\u00e4ufer des Grand Ergs Occitental erkannten. Kurz vor der Kreuzung, an der wir uns vor einer Woche zu unserem Ausflug in den S\u00fcden entschlossen hatten, verwandelte sich die Stra\u00dfe wieder in eine tadellose Fahrbahn, auf der wir Gas gaben, um noch am gleichen Tag in der Dunkelheit die Oase El Golea zu erreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Eine knappe Stunde hinter Tamanrasset stie\u00dfen wir am Rand der Stra\u00dfe auf einen Markierungsstein, der uns dar\u00fcber informierte, wo wir uns befanden: immerhin schon 44 Kilometer n\u00f6rdlich von Tamanrasset, aber noch 645 Kilometer von In Salah entfernt &#8211; s\u00fcdlich nach Agadez im Niger waren es noch 940 Kilometer, n\u00f6rdlich\u00a0 zur Oase El Golea betrug &hellip; <a href=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/sandsturm-auf-dem-satansplateau\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Sandsturm auf dem Satansplateau<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"class_list":["post-6383","page","type-page","status-publish","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Sandsturm auf dem Satansplateau - Ludwig Witzani<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/sandsturm-auf-dem-satansplateau\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Sandsturm auf dem Satansplateau - Ludwig Witzani\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u00a0 Eine knappe Stunde hinter Tamanrasset stie\u00dfen wir am Rand der Stra\u00dfe auf einen Markierungsstein, der uns dar\u00fcber informierte, wo wir uns befanden: immerhin schon 44 Kilometer n\u00f6rdlich von Tamanrasset, aber noch 645 Kilometer von In Salah entfernt &#8211; 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