{"id":6323,"date":"2017-12-16T06:40:23","date_gmt":"2017-12-16T06:40:23","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=6323"},"modified":"2025-08-12T08:17:12","modified_gmt":"2025-08-12T08:17:12","slug":"senegal","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/autor\/kontakt\/aktuelle-reisen\/senegal\/","title":{"rendered":"Senegal"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6325\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-177-900x485.jpg\" alt=\"2001 (177)\" width=\"900\" height=\"485\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-177-900x485.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-177-768x414.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-177.jpg 1111w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/>Der Senegal ist \u00a0nicht irgendein Staat Afrikas, sondern er stand lange Zeit \u2013 zumindest was den franz\u00f6sischen Kulturraum betrifft \u2013 f\u00fcr \u201eAfrika\u201c schlechthin. Denn die Franzosen waren es, die im Jahre 1659 mit Saint Louis am Senegal die zweit\u00e4lteste europ\u00e4ische Niederlassung in Afrika gr\u00fcndeten (nur sieben Jahre nach Kapstadt). Genau hier, an der Grenze von Maghreb und Schwarzafrika befand sich der Nukleus des franz\u00f6sischen Kolonialreiches, das im 19. Jahrhundert ganz Westafrika umfassen sollte. Kein Wunder, der Senegal heute ein tief franz\u00f6sisch gepr\u00e4gtes Land ist\u00a0 &#8211; und das nicht zu seinem Nachteil. Sodann ist der Senegal ein Staat an der Grenze \u2013 an der Grenze zwischen dem arabisch-berberischen Maghreb und \u00a0Schwarzafrika, das sich in Kultur und Geschichte ganz anders darstellt als der Norden. Wer also Westafrika, eine ganz eigene Nuance der Welt, kennenlernen m\u00f6chte,\u00a0 findet im Senegal einen idealen Ausgangspunkt. Bereisen kann man den Senegal nat\u00fcrlich am bequemsten im Rahmen einer organisierten Rundreise. Die sind zwar sehr teuer, aber sicher ihr Geld wert. Wer aber mit Gruppenreisen seine Probleme hat und liebere das Land selbstorganisiert \u00a0erkunden m\u00f6chte, der lese den folgenden Text.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6327\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/17-Westafrika-900x396.jpg\" alt=\"17 Westafrika\" width=\"900\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/17-Westafrika-900x396.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/17-Westafrika-768x338.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/17-Westafrika.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p><strong>FLUG<\/strong>: Die beiden gebr\u00e4uchlichsten Flugverbindungen nach Dakar starten von Br\u00fcssel und Lissabon aus. Der Vorteil der belgischen Verbindung liegt darin, dass es einen Direktflug von Br\u00fcssel nach Dakar gibt. Der Vorteil der Lissabon-Verbindung besteht in der M\u00f6glichkeit von K\u00f6ln aus den Zubringer nach Lissabon zu nehmen. Preislich liegen die Fl\u00fcge zwischen 600 bis 700 Euro pro Person. Aber Achtung: Mache scheinbar extrem g\u00fcnstige Tickets beinhalten keine Koffer, f\u00fcr die man dann pro Gep\u00e4ckst\u00fcck 70 Euro extra berappen muss. Au\u00dferdem sind die Flugzeiten von Air Portugal etwas herbe. Die Maschinen landen in Dakar um 2.00 Uhr in der Nacht, und der R\u00fcckflug beginnt schon eine Stunde sp\u00e4ter. Gebucht werden k\u00f6nnen solche Fl\u00fcge <a href=\"https:\/\/www.distinctravel.de\/\"><strong>hier.<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>ANKUNFT<\/strong>: \u00a0Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass es jedem etwas mulmig werden kann, wenn er eine unbekannte afrikanische Millionenstadt ansteuert. Ich nenne das das \u201eJohannesburg-Syndrom\u201c und halte das keineswegs f\u00fcr \u00fcbertriebene \u00c4ngstlichkeit \u00a0sondern f\u00fcr einen berechtigten Vorbehalt. So ging es mir auch bei Dakar, \u00fcber das man durchaus Unterschiedliches h\u00f6rt und <strong><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/lienemann-weisheit-im-buschtaxi\/\">liest<\/a>.<\/strong> Deswegen habe ich \u00fcber booking-com vorab ein kleines Hotel in Dakar gebucht, das einen hoteleigenen <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6328 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/vlcsnap-2017-12-07-07h43m21s541-900x675.png\" alt=\"vlcsnap-2017-12-07-07h43m21s541\" width=\"254\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/vlcsnap-2017-12-07-07h43m21s541-900x675.png 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/vlcsnap-2017-12-07-07h43m21s541-768x576.png 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/vlcsnap-2017-12-07-07h43m21s541.png 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/>Hoteltransfer anbot, der tadellos funktionierte und nur umgerechnet 15 Euro kostete. Es war schon ein Hammer, als ein riesiger Senegalese mit meinem Namenschild um 2.00 Uhr in der Nacht am Flughafen von Dakar auf uns wartete. Die Schlepper hatten das Nachsehen. Die Einreiseprozedur unterschied sich \u00fcbrigens wohltuend von der anderer afrikanischer Staaten und ging in Nullkommanichts \u00fcber die B\u00fchne.<\/p>\n<p>Ein <strong>Einreisevisum <\/strong>war nicht erforderlich. Als <strong>Prophylaxe<\/strong> haben wir Malariatabletten genommen, beginnend drei Tage vor der Reise und endend eine Woche nach unserer R\u00fcckkehr <strong>Geldwechseln <\/strong>kann man sofort nach der Ankunft in der Eingangshalle des Flughafens von Dakar am Geldautomaten. \u00a0Die W\u00e4hrung im Segal ist der sogenannte CFX, der westafrikanische France. F\u00fcr 100 Euro erh\u00e4lt man ca. 66.000 CFX. \u00a0Das hei\u00dft, man teilt die Zahl der CFX durch 1000 und schl\u00e4gt noch mal 50 % drauf. F\u00fcr Leute meiner Generation (Studienabschluss um 1980) ist das kopfrechnerisch kein Problem. Sp\u00e4ter geborene m\u00fcssen die Rechenmaschine nehmen (Das war jetzt nat\u00fcrlich ein Witz).<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.booking.com\/hotel\/sn\/la-villa-blanche.de.html?aid=304142;label=gen173nr-1FCAEoggJCAlhYSDNiBW5vcmVmaDuIAQGYAQe4AQjIAQ_YAQHoAQH4AQuoAgM;sid=c7e19d21af55dfa882ffafcf05cc47ec;dest_id=-2266494;dest_type=city;dist=0;group_adults=2;hapos=1;hpos=1;room1=A%2CA;sb_price_type=total;srepoch=1513417214;srfid=74cecefd10894f506cbd2444bb694b5d2d19224eX1;srpvid=3efc43fe6e2a00b9;type=total;ucfs=1&amp;#tab-reviews\"><strong>Hotel \u201eVille Blanche<\/strong>\u201c<\/a> kostet knapp 50 Euro pro Nacht f\u00fcr zwei Personen, worin auch ein gutes Fr\u00fchst\u00fcck enthalten war. Das Zimmer hatte \u00a0ein eigenes Bad, eine Klimaanlage und eine Terrasse, auf der wir morgens unseren ersten Kaffee tanken. Meinen <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6330 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/1001-2-580x800.jpg\" alt=\"1001 (2)\" width=\"355\" height=\"490\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/1001-2-580x800.jpg 580w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/1001-2.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/>Hei\u00dfwasserboiler hatte ich samt Kaffeevorr\u00e4ten wie immer dabei, die Steckeranschl\u00fcsse entsprachen den deutschen Normen. Der Manager des Hotels war auf Zack und jederzeit in der Lage, den Weitertransport zu organisieren oder entsprechende Ausk\u00fcnfte zu geben. Ein weiterer Vorteil des Ville Blanche bestand darin, dass es sich in fu\u00dfl\u00e4ufiger Entfernung zum\u00a0 \u201eMonument de la Renaissance Africaine\u201c befand. Man ging einfach die Corniche rechts zehn Minuten nach Norden und stand pl\u00f6tzlich vor dem Riesenoschi. Kulturkritikern meckern \u00fcber dieses gewaltige Bauwerk, mir hat es gefallen, nicht zuletzt, weil es jeden postmodernen Schickschnack vermeidet, ausdr\u00fcckt, was es ausdr\u00fccken will und au\u00dferdem seinen Besuchern einen\u00a0 sch\u00f6nen Blick auf Dakar bietet. Dabei gibt es zwar nicht viel zu sehen, weil Dakar sehr flach ist, aber man erkennt immerhin, dass man in der Nacht auf einem Flughafen gelandet ist, der inzwischen fast v\u00f6llig von der Stadt umgeben war.<\/p>\n<p>So begann unsere Erkundung der Millionenstadt\u00a0 <strong>Dakar<\/strong> gleich am ersten Tag mit einem Augen\u00f6ffner. \u00a0Mindestens ebenso interessant waren aber die Senegalesen selbst. Es handelte sich um hochgewachsene, fast immer sehr gut gebaute und ausgesprochen gut aussehende M\u00e4nner und Frauen, die sich in bunten Gew\u00e4ndern durch die Stra\u00dfen <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6331\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1764-900x506.jpg\" alt=\"IMG_1764\" width=\"900\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1764-900x506.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1764-768x432.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1764.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/>bewegten. Sie haben eine sehr dunkle Haut,\u00a0 herrliche Raubtierz\u00e4hne, gro\u00dfe Augen und zeigten ein Verhalten zwischen H\u00f6flichkeit und Heiterkeit. Bedenkt man die H\u00e4rten und die Enge, in denen diese Menschen leben m\u00fcssen, erstaunte ihr properes Auftreten und ihre vornehme Contenance. Nat\u00fcrlich gab es auch Abweichungen von dieser Regel, aber sie waren wirklich selten, und es war kein Problem ihnen auszuweichen. Etwa die H\u00e4lfte der Senegalesen geh\u00f6rt zum Volk Wolof, im S\u00fcden gab es aber auch Mandingas, dem Publikum aus dem Leben Kunta Kintes \u00a0bekannt. Verkehrssprache ist Franz\u00f6sisch, mit dem man gut durchs Land kommt. Inzwischen klappt es sogar mit Englisch.<\/p>\n<p>Ebenfalls in der N\u00e4he der Ville Blanche befand sich die Moschee de la Divinite unterhalb <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6333 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1739-900x675.jpg\" alt=\"IMG_1739\" width=\"372\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1739-900x675.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1739-768x576.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_1739.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/>der K\u00fcstenstra\u00dfe in einer kleinen Bucht. Das hatte etwas Malerisches, und noch malerischer wurde es, als wir heruntergingen und das kleine Dorf neben der Moschee besichtigten. Jeden Abend fand hier \u00a0eine Art \u00f6ffentliche Volksert\u00fcchtigung statt, das hei\u00dft hunderte junger M\u00e4nner (und auch Frauen) joggten die Treppe herauf und herunter, <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6334 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-126-900x460.jpg\" alt=\"2001 (126)\" width=\"373\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-126-900x460.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-126-768x392.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-126.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 373px) 100vw, 373px\" \/>liefen den Strand entlang und vollf\u00fchrten Liegest\u00fctzen, als h\u00e4tten sie den Gottseibeiuns im Leib. K\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung als Vademecum gegen die Tristesse des t\u00e4glichen Lebens?\u00a0 Bunte Boote waren an das Ufer gezogen worden, Kinder holten Wasser aus einem Brunnen, und die \u00e4lteren Anwohner sa\u00dfen in einem kleinen Caf\u00e9\u00b4 in der N\u00e4he des Ufers und beobachten den Sonnenuntergang. Ein Beauftragter der Gemeinde trat an mich herantrat und berechnete mit f\u00fcr meine Fotos eine Geb\u00fchr von \u00a01000 CFX (1,50 Euro). Das fand ich in Ordnung.<\/p>\n<p>Um vom der Ville Blanche in das Zentrum zu kommen, ben\u00f6tigt man allerdings ein Taxi. In Dakar ein Taxi zu bekommen ist die einfachste Sache der Welt, weil von drei Autos in Dakar <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6357 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/1001-0-Dakar-Ind\u00e9pendance-900x599.jpg\" alt=\"1001 (0)) Dakar-Ind\u00e9pendance\" width=\"415\" height=\"276\" \/>zwei Taxen sind. Man h\u00e4lt die Taxen an, vereinbart den Preis (das allerdings sollte man unbedingt vorher tun) und f\u00e4hrt los. Der Fahrtpreis von der Ville Blanche zum \u201ePlace de la Independance\u201c betrug 3.000 CFX und das war wahrscheinlich noch zu viel. Unser Taxifahrer war gut gelaunt und lie\u00df volles Rohr das Radio laufen. \u00a0Zu meiner \u00dcberraschung h\u00f6rte ich Yussuf N`Dour und realisierte zum ersten Mal, dass er Senegalese ist. Manchmal hielt unser Fahrer auch ein Schw\u00e4tzchen mit einem Taxifahrer, der auf der Nebenspur fuhr \u00a0In der <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6335 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-115-900x600.jpg\" alt=\"2001 (115)\" width=\"319\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-115-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-115-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-115.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/>Innenstadt allerdings h\u00f6rte der Spa\u00df auf. Zweimal sind wir derart in Staus geraten, dass wir das Taxi verlassen mussten (allerdings sollte man dann einen angemessenen Preis bezahlen), \u00a0um zu Fu\u00df weiterzulaufen. R\u00fcckblickend w\u00fcrde ich sagen, dass die Stadtdurchquerung mit dem Taxi auf dem Weg zur Anlagestelle der F\u00e4hre nach\u00a0 Goree vollkommen gen\u00fcgt. Durch die Stadt und ihre Abgase zu Fu\u00df unterwegs zu sein, ist nur was f\u00fcr Masochisten. Wer sich f\u00fcr die Geschichte Westafrikas interessiert, sollte sich aber f\u00fcr das\u00a0 <em>IFAN Museum of African Arts<\/em> einen gesonderten Tag Zeit nehmen.<\/p>\n<p>Absolutes Highlight eines Dakaraufenthaltes ist der Ausflug auf die Insel <strong>Goree im Golf von Dakar. <\/strong>Etwa sechs oder sieben Mal am Tag bedienen F\u00e4hren in beiden Richtungen die halbst\u00fcndige \u00dcberfahrt. Seit dem Welterfolg \u201eRoots von Alex Haley steht die Insel Goree in dem Ruf einer der gro\u00dfen Hauptumschlagpl\u00e4tze des atlantischen Sklavenhandels gewesen <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6336\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-40-900x382.jpg\" alt=\"2001 (40)\" width=\"900\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-40-900x382.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-40-768x326.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-40.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/>zu sein. Wer auch nur einmal einen Fu\u00df auf die Insel gesetzt hat, wei\u00df, dass das nicht stimmten kann. Daf\u00fcr waren die Schiffsanlagestellen in Goree viel zu ung\u00fcnstig. Es gab zwar Sklavenhandel auf Goree, aber keineswegs in dem Umfang, wie es die bisherige Geschichtsschreibung unterstellte. Trotzdem waren die \u00dcberreste dieser dunklen Tage bedr\u00fcckend genug: das Gef\u00e4ngnis mit seinen Sklavenzellen, die sogenannte \u201eTreppe ohne Wiederkehr\u201c erz\u00e4hlten die Geschichte einer jahrhundertelangen Verschleppung, an der durchaus auch die Afrikaner als T\u00e4ter aktiv waren. Kriegerische Eingeborenenv\u00f6lker wie die Aschanti im Landesinnern jagten ihre Nachbarn, raubten M\u00e4nner, Frauen und Kinder, und brachten sie an die Sammelstellen an der K\u00fcste, um sie \u00a0Portugiesen, Franzosen, Holl\u00e4ndern und Engl\u00e4ndern gegen Feuerwaffen zu verkaufen. Die Reise ohne Wiederkehr ging dann unter unvorstellbaren Bedingungen nach Nordostbrasilien und in die Karibik, wo dementsprechend heute der gr\u00f6\u00dfte Teil der Bev\u00f6lkerung westafrikanischen Ursprungs ist. Erst im 19. Jahrhundert, als die Briten den Sklavenhandel auf dem Atlantik verboten, <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6338 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-58-900x600.jpg\" alt=\"2001 (58)\" width=\"280\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-58-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-58-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/2001-58.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/>lief dieser Menschentransfer langsam aus. Die Insel Gore, eine der zahllosen Zwischenstationen dieses Menschentransfers, fiel in eine Art kolonialem Dornr\u00f6schenschlaf. Nur noch das stilisierte steinerne Segel am h\u00f6chsten Punkt der Insel erinnert an die Epoche des Sklavenhandels. Der Rest waren bunte H\u00e4user, Blumen in den Seitengassen, Kolonialambiente, ein winziger Hafen und nicht zuletzt die Aussicht auf die Skylinie von Dakar. \u00a0Eine Idylle an der K\u00fcste Westafrikas, die von ihrem Mythos lebte.<\/p>\n<p>Zwischen Dakar und der Grenze nach Gambia \u00a0befindet sich die sogenannte \u201e<strong>Petite Cote<\/strong>\u201c, das Zentrum des Fernreisetourismus. Hier reihen ganz \u00e4hnlich wie am Kombo Beach im benachbarten Gambia die Ressorts aneinander wie die Perlen der vielzitierten Schnur, ohne dass es deswegen so \u00fcberlaufen und sextouristenverseucht w\u00e4re wie im S\u00fcden. \u00a0Wir fuhren nach Saly Portudal, dem Zentrum der Petite Cote in das <strong>Hotel Royam<\/strong>, das neben <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6339 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-4-900x600.jpg\" alt=\"b (4)\" width=\"390\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-4-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-4-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-4.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/>dem Hotel Lamartine und dem Baobab Hotel beste Haus weit und breit. Die Anlage war zum Verlieben, aber auch nicht billig. Es gab drei Bungalowkategorien: (15, 20, 25 qm): die ersten in der Parterre mit einer etwas k\u00fcmmerlichen Terrasse, die zweite im ersten Stock mit einer riesigen Veranda und die dritte unmittelbar in Meeresn\u00e4he. Ein Doppelzimmer f\u00fcr zwei Personen mit Halbpension in der zweiten Kategoire kostete 150 Euro am Tag, was f\u00fcr Afrika ganz sch\u00f6n happig war. Aber dieses Zimmer war es wert, man war vollkommen f\u00fcr sich, es war ruhig und ger\u00e4umig und mit jenem Quantum Luxus versehen, der zur Tiefenentspannung einfach dazugeh\u00f6rt. \u00a0Leider fiel w\u00e4hrend unserer Anwesenheit in allen Zimmern in der ersten Etage drei Tage lang das Wasser aus, so dass ich mich an der leidlich funktionierenden Stranddusche waschen musste. Daf\u00fcr wurde uns der letzte Tag, wo wir erst gegen 22.00 Uhr in der Nacht das Hotel verlie\u00dfen samt Halbpension praktisch geschenkt. Allerdings auch erst, nachdem ich kr\u00e4ftig auf den Putz gehauen hatte.<\/p>\n<p>Nachdem wir uns einige Tage im Hotel Royam erholt hatten, juckte es uns, mehr vom Land zu sehen. Ich wollte,\u00a0 koste es, was es wolle, unbedingt <strong>Saint Louis<\/strong> besuchen, die alte Hauptstadt Franz\u00f6sisch- Westafrikas, die direkt an der Grenze zu Mauretanien liegt. \u00a0Von Saint Louis aus war Saint Exupery zu seinen Atlantikfl\u00fcgen aufgebrochen, von Saint Louis aus waren die Entdecker den Senegal hochgefahren und in das Innere Westafrikas <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6340 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/001-72-900x690.jpg\" alt=\"001 (72)\" width=\"337\" height=\"258\" \/>eingedrungen. Am Ende war Saint Louis die stolze Hauptstadt ganz \u00a0Franz\u00f6sisch Westafrikas gewesen, ehe ihm das erheblich g\u00fcnstiger gelegene Dakar den Rang abgelaufen hatte.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hatte ich vorgehabt, von Dakar aus mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln \u00a0nach Saint Louis zu fahren. Das w\u00e4re verkehrstechnisch kein Problem gewesen, denn es existierte im Norden von Dakar ein Busbahnhof, von dem aus Fuhren nach Saint Louis im Viertelstundenrhythmus starteten. Au\u00dferdem verkehren regelm\u00e4\u00dfige Sammeltaxen zwischen Dakar und Saint Louis, die Platz f\u00fcr sieben Personen boten und f\u00fcr die vierst\u00fcndige Fahrt nur 10.000 CFX (15 Euro) berechneten. Da ich aber mit Lilia unterwegs war, verzichte ich auf diese Variante \u00a0und beschloss, Saint Louis von der Petite Cote aus zu besuchen. Wir buchten im Hotel Royam eine \u00a0organisierte Tour mit F\u00fchrung und Verpflegung, die uns \u00a0f\u00fcr 100 Euro pro Person im Rahmen eines sehr langen Tages von Saly Portudal nach Saint Louis und Zur\u00fcck brachte. Nachtr\u00e4glich w\u00fcrde ich sagen, dass diese Tagestour tats\u00e4chlich sehr, sehr lange gewesen ist. Sie begann um 6.30 Uhr in der Fr\u00fche,<\/p>\n<div style=\"width: 576px;\" class=\"wp-video\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('video');<\/script><![endif]-->\n<video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-6323-1\" width=\"576\" height=\"320\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/STRASSENSEZNE-BR\u00dcCKE-.mp4?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/STRASSENSEZNE-BR\u00dcCKE-.mp4\">http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/STRASSENSEZNE-BR\u00dcCKE-.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p>nach viereinhalb Stunden gegen \u00a011 Uhr trafen wir in dem 260 km entfernten Saint Louis ein. Die R\u00fcckreise startete gegen 15.00 Uhr und erst gegen 21.00 Uhr waren wir wieder im Hotel. Auf der Hinreise durchquerten wir Thies und Tivaouane (letzteres ein religi\u00f6ses Zentrum der Tijanidenbruderschaft) und kamen wegen der fr\u00fchen Tageszeit noch ganz gut durch. Dann endete die bev\u00f6lkerungsreiche Zone, und die n\u00f6rdliche Savanne begann, eine endlose Stra\u00dfe, die weit \u00fcber Saint Louis hinaus, durch Mauretanien und Marokko bis nach Gibraltar f\u00fchrte. <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/von-jerusalem-nach-marrakesch\/\">Diese Stra\u00dfe habe ich in meinem Nordafrikabuch kurz skizziert, wen es interessiert, der lese hier.<\/a><\/p>\n<p>Saint Louis liegt auf einer Insel im M\u00fcndungsgebiet des Senegal.\u00a0 Seit \u00fcber einem Jahrhundert ist die Insel durch die ber\u00fchmte Stahlbr\u00fccke von Gustave Eiffel mit dem <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6342 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-65-900x600.jpg\" alt=\"3001 (65)\" width=\"316\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-65-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-65-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-65.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/>Festland verbunden. Die Eisenbahn, die fr\u00fcher Saint Louis mit Dakar verband, ist allerdings nicht mehr in\u00a0 Betrieb. Auf den ersten Blick \u00e4hnelt die Stadt mit ihren rechtwinkligen Gassen einem (allerdings m\u00e4chtig heruntergekommenen) New Orleans, wenn nicht die schiere Masse der Menschen, die in dieser Stadt lebten, die Bausubstanz weit \u00fcber Geb\u00fchr beansprucht h\u00e4tte. Von den meisten Geb\u00e4uden br\u00f6ckelte der Putz von den W\u00e4nden, die Farben waren verblichen, und die Begr\u00fcnung auf dem Rathausplatz war verdorrt. Die edle <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6343 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-76-900x600.jpg\" alt=\"3001 (76)\" width=\"432\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-76-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-76-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-76.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/>Metropole Gouverneurs Faidherbes war auf den Hund gekommen, aber noch immer auf eine recht malerische Weise, wie wir bei unserer Rundfahrt mit einer Pferdedroschke feststellen konnten. Es handelte sich \u00fcbrigens um die erste touristische Pferdedroschkenfahrt meines Lebens, und ich musste mir eingestehen, dass ich nun das Alter erreicht hatte, in dem diese Art der Stadterkundung nicht mehr vollkommen ausgeschlossen war. Bald verlie\u00dfen wir das malerisch verfallende Zentrum der Kolonialstadt und erreichten \u00fcber eine weitere Br\u00fccke die lange Halbinsel hinter der Stadt, die Saint Louis gegen den Atlantik abschirmt. Was man hier in den Vierteln Goxu Mbathie und Santhiaba zu sehen bekam, war nichts f\u00fcr schwache Nerven. Wir durchquerten mit <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6344 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-120-900x467.jpg\" alt=\"3001 (120)\" width=\"363\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-120-900x467.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-120-768x398.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-120.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/>unseren l\u00e4cherlichen Pferdedroschken einen so ungeschminkten Teil Afrikas, wie ich es selbst in Madagaskar oder Sansibar nicht gesehen hatte. In einem unbeschreiblichen Chaos liefen Zehntausende M\u00e4nner, Frauen und Kinder zwischen bunt bemalten Booten, <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6345 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-133-900x455.jpg\" alt=\"3001 (133)\" width=\"358\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-133-900x455.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-133-768x388.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-133.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/>Baustellen, Fahrzeugwracks und M\u00fcllkippen hin und her, bewegten sich nach der Regie der Not und Knappheit wie in einem \u00a0immerw\u00e4hrenden Hamsterrad des Lebens. Der seltene Fall eines Ortes, in dem das reine Elend das Pittoreske \u00fcberdeckte. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6346 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-142-900x600.jpg\" alt=\"3001 (142)\" width=\"356\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-142-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-142-768x512.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-142.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 356px) 100vw, 356px\" \/>Nirgendwo habe ich eindringlicher begriffen, dass \u00a0\u00a0Afrikas Problem nicht der Klimawandel oder die Arbeitsmoral, nicht die Korruption der Eliten oder die mangelnde Infrastruktur sondern die Bev\u00f6lkerungsexplosion ist. Die Menschen k\u00f6nnen sich den Hintern wund arbeiten wie sie wollen. Gegen\u00fcber den Folgen ihrer rasenden Vermehrung werden alle zaghaften Produktivit\u00e4tsfortschritte zu Makulatur. Afrika erstickt an den viel zu vielen und jeder dieser Vielzuvielen lebt als ein eigenes Universum mit Streben nach einem menschenw\u00fcrdigen Leben. Wer soll das begreifen?<\/p>\n<p>Die R\u00fcckreise wurde zu einer sechsst\u00fcndigen Agonie mit mehreren schier endlosen Staus. In Tivaouane, etwa auf halber Strecke, fand genau am Tag unserer Reise eine gro\u00dfe Wallfahrt der Tijaniden statt. Die <strong>Tijaniden<\/strong> sind neben den <strong>Mouriden<\/strong> eine der beiden gro\u00dfen islamischen Bruderschaften des Senegal, die das gesamte religi\u00f6se und \u00f6ffentliche Leben pr\u00e4gen. \u00dcberall hingen Bilder frommer Scheichs, die im 19. Jahrhundert den Senegal im Kampf gegen die franz\u00f6sische Kolonialherrschaft f\u00fcr den Islam missioniert hatten. Heute bilden \u00fcbrigens diese <strong>moslemischen Bruderschaften<\/strong> die beste Sicherung gegen das Vordringen des\u00a0 islamistischen Terrorismus. Tijaniden und Mouriden sind im <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6348 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/300px-Touba_moschee.jpg\" alt=\"300px-Touba_moschee\" width=\"300\" height=\"225\" \/>Land verwurzelt, besitzen enge Netzwerke in allen St\u00e4dten, so dass die von au\u00dfen ins Land einsickernden Anh\u00e4nger von Al Qaida, Boko Haram oder des islamischen Staates wenig Resonanz finden. \u00a0Der innere Aufbau dieser islamischen Bruderschaften w\u00e4re \u00fcbrigens ein Thema f\u00fcr sich. Die Mouriden etwa, die ihre gro\u00dfe Moschee in der heiligen Stadt Touba im Landesinnern haben, beherrschen die senegalesische Erdnussindustrie, und f\u00fcr einen frommen Mouriden geh\u00f6rt es zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit, regelm\u00e4\u00dfig der einer Erdnussfarm eines Mouridenscheichs zum Nulltarif zu arbeiten. Die religi\u00f6sen Tr\u00e4ume der V\u00f6lker sind mitunter so r\u00e4tselhaft, dass ich sie niemals ganz verstehen werde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6349\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-28-900x500.jpg\" alt=\"d (28)\" width=\"900\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-28-900x500.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-28-768x426.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-28.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Besuch von Saint Louis war erst einmal wieder Erholung im Hotel Royam angesagt Wir waren wegen des Wassermangels von unserem wunderbaren Zimmer mit der Riesenveranda im ersten Stock in einen Bungalow direkt ans Meer gezogen. Nun war zwar die Terrasse kleiner, aber daf\u00fcr\u00a0 war das Zimmer gr\u00f6\u00dfer, und wir h\u00f6rten Tag und Nacht das <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6355 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-46-900x458.jpg\" alt=\"d (46)\" width=\"412\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-46-900x458.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-46-768x391.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/d-46.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 412px) 100vw, 412px\" \/>Rauschen des Ozeans. Kaum mehr als zehn Schritte vom Bett bis zur Strandliege, das war neben der Droschkenfahrt von Saint Louis mein zweiter pers\u00f6nlicher Minusrekord. So verflogen die Tage zwischen einem sp\u00e4ten Fr\u00fchst\u00fcck, Sonnen, Lesen und Baden, einem Mittagsschlaf, dem Sundowner und dem Abendessen am Pool. Da wir gerade beim lesen sind: Als Strandlekt\u00fcre uneingeshr\u00e4nkt empfehlen kann ich den <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/conde-segu\/\">Roman &#8222;Segu&#8220; von Maryse Conde. <\/a>Das Hotel war durch und durch frankophil, das hei\u00dft, neunzig Prozent der G\u00e4ste waren Franzosen und Wallonen, dann und wann gab es auch ein paar Holl\u00e4nder und ganz wenige Engl\u00e4nder. Wir waren die einzigen Deutschen. An jedem zweiten Tag gab es a la <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6350 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-28-900x675.jpg\" alt=\"b (28)\" width=\"325\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-28-900x675.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-28-768x576.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/b-28.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/>Carte zum Abendessen mit drei G\u00e4ngen, was ganz ausgezeichnet schmeckte. Das alternative Buffet \u00a0das es einen auf den anderen Tag gab, war dagegen, was die Breite der Auswahl \u00a0betraf, steigerungsf\u00e4hig.\u00a0 Nicht ganz einfach war es, sich auf die Kellner einzustellen, lauter\u00a0 pr\u00e4chtige Kerle, die in ihrer Spontaneit\u00e4t und Kontaktfreude mitunter \u00a0die rechte Distanz zum Gast vermissen lie\u00dfen. Viele, die das das ganz sicher nicht b\u00f6se meinten, gew\u00f6hnten sich an, die G\u00e4ste am Abend mit Handschlag und K\u00fcsschen zu begr\u00fc\u00dfen. Professionelle Distanzierung als Verhaltensstil wartete im Hotel Royam noch auf ihren Durchbruch. \u00a0Wovon ich im Hotel Royam nur abraten kann, ist der Genuss von Rotwein zum Abendessen. Er wurde immer eiskalt an den Tisch gebracht. Und wenn ich ihn zur\u00fcckgehen lie\u00df und stattdessen einen Wei\u00dfwein bestellte, warnte mich der Kellner, <em>der w\u00e4re auch eiskalt.<\/em><\/p>\n<p>Unser letzter Ausflug f\u00fchrte uns zum <strong>Bandia Reserve<\/strong>, einem Wildgehege auf halbem Weg <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6351 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-290-900x430.jpg\" alt=\"3001 (290)\" width=\"291\" height=\"139\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-290-900x430.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-290-768x367.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-290.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/>zwischen Saly Portudal und Dakar. Eine Rundfahrt im offenen Truck durch das Bandia Reserve war zwar nicht mit einer Serengeti- oder Ngorongorotour vergleichbar, sie erm\u00f6glichte es aber recht zuverl\u00e4ssig, Giraffen, Affen, Flusspferde, <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6352 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-313-900x679.jpg\" alt=\"3001 (313)\" width=\"188\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-313-900x679.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-313-768x579.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-313.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/>Zebras Strau\u00dfe, Krokodile und allerlei Kleingetier zu sehen. Und so etwas darf schlie\u00dflich nicht fehlen, wenn man in Afrika ist, oder?<\/p>\n<p>Nach anderthalb Wochen hie\u00df es schon wieder Abschied zu nehmen. Weil die \u00f6rtlichen Agenten von TUI oder Thomas Cook unversch\u00e4mte Preise f\u00fcr den Flughafentransfer nach Dakar verlangten ( 80 Euro f\u00fcr zwei Personen) heuerte ich einen Taxifahrer von der Stra\u00dfe an, dessen Wagen zwar aussah wie frisch vom Schottplatz geklaut, \u00a0der den Transfer aber ohne Schwierigkeiten f\u00fcr 20.000 CFX (30 Euro) abwickelte.\u00a0 Da es schon fast Mitternacht war, als wir das Hotel verlie\u00dfen, blieben uns gro\u00dfe Staus erspart. Um 3 Uhr in der Nacht startete der Flieger der Air Portugal seinen dreieinhalbst\u00fcndigen Flug nach Lissabon. In Bonn erwartete uns der Wintereinbruch bei null Grad.<\/p>\n<p><strong>Wie teuer war die Reise in den Senegal?<\/strong> Vorweg: Ganz Billig war es nicht. die Reise nach <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/autor\/kontakt\/aktuelle-reisen\/gambia\/\">Gambia<\/a> oder auf die <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/autor\/kontakt\/aktuelle-reisen\/kapverdische-inseln\/\">Kapverdischen Inseln<\/a> war preiswerter, daf\u00fcr war die geballte Ladung Afrika, die man im Senegal mitbekam, um Klassen intensiver. <strong>Hier sind die Kosten dieser Reise f\u00fcr zwei Personen:<\/strong><\/p>\n<p>Flug K\u00f6ln Lissabon Dakar und zur\u00fcck \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1200 Euro<\/p>\n<p>Hotel mit Fr\u00fchst\u00fcck Dakar\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 100 Euro<\/p>\n<p>Hotel Royam mit Halbpension \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0900 Euro<\/p>\n<p>Ausflug Saint Louis \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 200 Euro<\/p>\n<p>Ausflug Bandia Reserve \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 80 Euro<\/p>\n<p>Taxitransfers \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 100 Euro<\/p>\n<p>Sonstiges \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 110 Euro<\/p>\n<p>SUMME \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2740 Euro<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pro Person kostete die Reise also 1.370 Euro f\u00fcr anderthalb Wochen. <\/strong>Zum Vergleich: Eine Studiosus-Rundreise durch den Senegal, die nur drei Tage l\u00e4nger dauert und nicht viel mehr bietet, kostet pro Person 4.695 Euro. Da sage ich nur: Gute Reise!<\/p>\n<figure id=\"attachment_6353\" aria-describedby=\"caption-attachment-6353\" style=\"width: 900px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6353\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-374-900x706.jpg\" alt=\"e\" width=\"900\" height=\"706\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-374-900x706.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-374-768x602.jpg 768w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/3001-374.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6353\" class=\"wp-caption-text\">e<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Senegal ist \u00a0nicht irgendein Staat Afrikas, sondern er stand lange Zeit \u2013 zumindest was den franz\u00f6sischen Kulturraum betrifft \u2013 f\u00fcr \u201eAfrika\u201c schlechthin. 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