{"id":6014,"date":"2017-05-16T06:19:02","date_gmt":"2017-05-16T06:19:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=6014"},"modified":"2025-06-03T10:32:52","modified_gmt":"2025-06-03T10:32:52","slug":"leseprobe-1-alaska","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/leseprobe-1-alaska\/","title":{"rendered":"Leseprobe 1 : ALASKA"},"content":{"rendered":"<h4><strong>D<\/strong><strong>a<\/strong><strong>s ungeliebte Tor nach Alaska&nbsp; &nbsp; <\/strong><em>Anchorage<\/em><\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6806\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Alaska-2001-neu-PP7-900x633.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"633\"\/><\/p>\n<p>Kalte Polarwinde, die aus dem Norden eingebrochen waren, ergriffen die Maschine und sch\u00fcttelten sie durch wie einen nassen Hund. Stunde um Stunde flogen wir nach Westen<strong>, <\/strong>der Sonne hinterher, und es wollte einfach nicht dunkel werden. Wolkengebirge &#8211; so sch\u00f6n wie der Abglanz des Paradieses \u2013 verwandelten sich in Wolkendecken, die fahlen Leichent\u00fcchern glichen.<\/p>\n<p>Endlich wurden im Licht der Polarnacht die gro\u00dfen Schneeriesen Alaskas sichtbar. Seen wie zerbrochene Spiegel, &nbsp;Mor\u00e4nenlandschaften, Gletscherzungen&nbsp;&nbsp; &nbsp;und &nbsp;eine zerkl\u00fcftete &nbsp;Gipfelwelt &nbsp;aus &nbsp;Eis.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Der &nbsp;Kluane &nbsp;Nationalpark wurde \u00fcberflogen, der Mount Logan <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6808 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/a-16.jpg\" alt=\"\" width=\"463\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/a-16.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/a-16-768x495.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/>tauchte tief unter uns zur &nbsp;Linken &nbsp;auf &nbsp;&#8211; &nbsp;und &nbsp;schlie\u00dflich &nbsp;in &nbsp;der &nbsp;Ferne &nbsp;sogar &nbsp;der Denali\/Mount &nbsp;McKindley, &nbsp;der &nbsp;K\u00f6nig &nbsp;der &nbsp;amerikanischen Berge, von einem schwarz dunklen Wolkenschweif wie von einer &nbsp;Aureole &nbsp;umgeben. &nbsp;Schleierwolken zogen &nbsp;unter &nbsp;uns vor\u00fcber und gaben der Landschaft einen doppelten Boden. Dann begann der Landeanflug. Die Wolkenw\u00e4nde wurden dunkler &nbsp;und &nbsp;dichter, &nbsp;und &nbsp;kurz &nbsp;bevor &nbsp;die&nbsp;&nbsp; &nbsp;Maschine &nbsp;im Wolkenmeer verschwand, glichen die Gipfel der Berge links und &nbsp;rechts&nbsp;&nbsp; &nbsp;einer &nbsp;Ansammlung &nbsp;von &nbsp;Eisbergen &nbsp;in &nbsp;einem Urmeer. &nbsp;Eine &nbsp;Viertelstunde lang &nbsp;war &nbsp;nichts &nbsp;zu &nbsp;sehen &nbsp;als milchig wei\u00dfer Nebel; dann unterschritt der Flieger, gerade mal einige hundert Meter \u00fcber dem Meer, die Wolkengrenze und nahm Kurs auf das Festland. Wie ein einziger gr\u00fcner Sumpf erstreckte sich&nbsp;&nbsp; &nbsp;die Landschaft der Kenai Halbinsel unter uns. Ein&nbsp;&nbsp; Boden, der seit &nbsp;undenklichen&nbsp; Zeiten &nbsp;im &nbsp;Rhythmus &nbsp;der &nbsp;Jahreszeiten taute und fror.&nbsp;&nbsp; Die Maschine flog einen Bogen \u00fcber dem schwarzen Wasser und landete auf dem Internationalen Flughafen von Anchorage.<\/p>\n<p>Es regnete, als wir eine Stunde vor Mitternacht \u00fcber das Rollfeld zum Abfertigungsgel\u00e4nde liefen. Die Temperaturen entsprachen denen von Deutschland an einem k\u00fchlen Fr\u00fchlingstag. In der Eingangshalle des Flughafens von Anchorage liefen Angeh\u00f6rige aller amerikanischen Ethnien wild durcheinander, Rau war der Umgangston, wenn man sich etwa am Gep\u00e4ckausgabeband unbeabsichtigt vor einen anderen&nbsp; &nbsp;Reisenden&nbsp;&nbsp; stellte.&nbsp; &nbsp;Unser&nbsp; &nbsp;Taxi&nbsp; &nbsp;war&nbsp; &nbsp;ein&nbsp; &nbsp;alter Schlitten, die Taxifahrerin eine herbe Dame mit Tatoos an den kr\u00e4ftigen Unterarmen.&nbsp;&nbsp; Was wir auf der Anreise zum Hotel von der Stadt erblickten, waren breite, schnurgerade Stra\u00dfen&nbsp;&nbsp; im&nbsp; &nbsp;D\u00e4mmerlicht.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Einige&nbsp;&nbsp; L\u00e4den&nbsp; &nbsp;hatten&nbsp; &nbsp;noch ge\u00f6ffnet, Musik schallte \u00fcber die Stra\u00dfen, nur Menschen waren&nbsp; &nbsp;nicht&nbsp; &nbsp;zu&nbsp; &nbsp;sehen.&nbsp; &nbsp;Dann&nbsp; &nbsp;hielten&nbsp; &nbsp;wir&nbsp; &nbsp;von&nbsp; &nbsp;dem \u201eDowntown Hotel\u201c, das von innen besser aussah als&nbsp; &nbsp;von au\u00dfen und in dessen Betten wir sofort&nbsp;&nbsp; &nbsp;todm\u00fcde einschliefen.<\/p>\n<p>Irene, die Chefin des Uptwon Hotels, hatte es&nbsp; &nbsp;als Hessin vor Jahrzehnten nach Amerika verschlagen. Dem ersten Mann war sie nach Kalifornien gefolgt, dem zweiten nach Alaska, was mit in dieser Reihenfolge ung\u00fcnstig vorkam. Es gefiel ihr auch nicht in Alaska, in Anchorage schon gar nicht, wie sie freim\u00fctig bekannte: zu kalt, zu teuer und \u201e<em>No Gentlemen&#8217;s at all\u201c. <\/em>Das einzig Gute an Alaska sei, dass man hier kaum Steuern zahlte, weil der Staat jedem gemeldeten Einwohner pro Jahr einen Anteil der Steuereinnahmen aus dem \u00d6lgesch\u00e4ft \u00fcberwies. Obwohl Irene auch auf Ausl\u00e4nder nicht gut zu sprechen war, betrachte sie uns als Abgesandte&nbsp;&nbsp; der Heimat..Wir verk\u00f6rperten einen zarteren Menschenschlag, dessen Existenz&nbsp; &nbsp;sie fast vergessen hatte, so dass wir am Morgen zum spartanischen Fr\u00fchst\u00fcck auch noch eine Extraportion Streichk\u00e4se erhielten. \u201eHoney, is anything ok with the Breakfast?\u201c fragte sie mich, und ich nickte wie ein braver Schuljunge.<\/p>\n<p>Anchorage war das Tor zu Alaska hie\u00df es, aber es war ein Tor, das mit dem, wohin es f\u00fchrte, nur wenig zu tun hatte. F\u00fcr viele war es ein subarktisches Babylon, in dem sich die Rohheit&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;der&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Peripherie&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;mit&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;der&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Dekadenz&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;einer heruntergekommenen Stadt <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6809 alignleft\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/g-16.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/g-16.jpg 799w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/g-16-768x489.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/>verband. F\u00fcr andere war es das wirtschaftliche Herz Alaskas, von dem aus das \u00d6lgesch\u00e4ft organisiert &nbsp;und &nbsp;ausgebaut &nbsp;wurde. &nbsp;F\u00fcr &nbsp;den &nbsp;Gro\u00dfteil &nbsp;der Touristen, die Alaska besuchten, war es der unvermeidbare Startpunkt ihrer Reise in die Welt des Nordens. So auch f\u00fcr uns,&nbsp; &nbsp;die&nbsp; &nbsp;wir&nbsp; &nbsp;in&nbsp; &nbsp;Anchorage &nbsp;unseren&nbsp; &nbsp;Camper&nbsp; &nbsp;Home&nbsp; &nbsp;in Empfang nehmen w\u00fcrden. Bis dahin aber war noch etwas Zeit,&nbsp; &nbsp;die&nbsp; &nbsp;wir&nbsp; &nbsp;f\u00fcr&nbsp; &nbsp;eine&nbsp; &nbsp;Besichtigung&nbsp; &nbsp;nutzen&nbsp; &nbsp;wollten, unvoreingenommen und mit der Anteilnahme, die jede Stadt verdient, die sich am Rande der Wildnis behauptet. Allerdings waren die ersten Eindr\u00fccke wenig dazu angetan, Begeisterung zu wecken. Als wir das Hotel zu einem ersten Spaziergang verlie\u00dfen, lag \u00fcber der&nbsp;&nbsp; &nbsp;Stadt ein bleigrauer Himmel ohne jede Kontur. Kein &nbsp;Wind, keine W\u00e4rme, keine K\u00e4lte, wenig Licht &#8211; die Stadt begr\u00fc\u00dfte uns im reduzierten Modus eines verwaschenen Morgens. Unrat und M\u00fcll waren \u00fcber&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;die&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Stra\u00dfenr\u00e4nder&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;verteilt,&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;zwei&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;betrunkene Halbindianer torkelten auf dem B\u00fcrgersteig an uns vor\u00fcber. Auf einem Parkplatz lagen zwei M\u00e4nner auf dem Asphalt und&nbsp; &nbsp;schliefen&nbsp; &nbsp;ihren&nbsp; &nbsp;Rausch&nbsp; &nbsp;aus.&nbsp; &nbsp;Eine&nbsp; &nbsp;Stimmung&nbsp; &nbsp;von <strong><u>s<\/u><\/strong>chei\u00dfegal lag \u00fcber diesem Vormittag, angef\u00fcllt mit einer Spur&nbsp; &nbsp;Bedrohlichkeit,&nbsp; &nbsp;die&nbsp; &nbsp;von&nbsp; &nbsp;der&nbsp; &nbsp;ungewohnten &nbsp;Gr\u00f6\u00dfe herr\u00fchrte, mit der in Anchorage alles daherkam. Die Autos waren gr\u00f6\u00dfer, die M\u00e4nner volumin\u00f6ser, die Stra\u00dfen breiter und &nbsp;nur die H\u00e4user waren meist flach, als f\u00fcrchte man eine Wiederholung des &nbsp;Erdbebens von &nbsp;1964, &nbsp;das &nbsp;die &nbsp;Stadt &nbsp;in Schutt&nbsp; &nbsp;und&nbsp; &nbsp;Asche&nbsp; &nbsp;gelegt&nbsp; &nbsp;hatte.&nbsp; &nbsp;Auch&nbsp; &nbsp;das&nbsp; &nbsp;McDonalds Geb\u00e4ude, in dem wir einen zweiten Morgenkaffee trinken wollten, &nbsp;war &nbsp;gro\u00df &nbsp;&#8211; &nbsp;laut &nbsp;Reisef\u00fchrer &nbsp;sogar &nbsp;der &nbsp;gr\u00f6\u00dfte McDonalds &nbsp;der &nbsp;USA, &nbsp;wahrscheinlich aber &nbsp;auch &nbsp;eines &nbsp;der leersten, denn als wir den Laden betraten, sa\u00df nur noch ein junges&nbsp; &nbsp;P\u00e4rchen an einem Fenstertisch. Die Haare standen ihnen zu Berge, sie waren leichenblass und sahen aus, als&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6811 alignright\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/c-1-001.jpg\" alt=\"\" width=\"371\" height=\"560\"\/>w\u00e4re ihnen der Stoff ausgegangen. Der Tisch vor ihnen war leer, und sie starrten sich gegenseitig an, als k\u00f6nnten sie gar nicht&nbsp; &nbsp;glauben,&nbsp; &nbsp;in&nbsp; &nbsp;welche&nbsp; &nbsp;Gesellschaft&nbsp; &nbsp;sie&nbsp; &nbsp;das&nbsp; &nbsp;Leben verschlagen hatte. Zwei neue Kunden betraten das Lokal. Es waren zwei &nbsp;junge Amerikaner, nachl\u00e4ssig angezogen und mit&nbsp; &nbsp;Turnschuhen&nbsp; &nbsp;an&nbsp; &nbsp;den&nbsp; &nbsp;F\u00fc\u00dfen,&nbsp; &nbsp;deren&nbsp; &nbsp;Senkel&nbsp; &nbsp;nicht zugebunden waren. Beide waren angetrunken und wurden von einem bulligen Security-Man aus dem Laden gedr\u00e4ngt. Er war so breit wie die beiden Jugendlichen zusammen. Er packte jeden von ihnen mit einem Arm und schob sie wie Sperrm\u00fcll einfach vor die T\u00fcre. Der Alkoholismus war in Alaska offenbar keineswegs nur auf die Natives beschr\u00e4nkt. Am Visitor &nbsp;Center in der 4th Street on Downtown waren wir die ersten Klienten, enthusiastisch begr\u00fc\u00dft von einer Rangerin in einer olivgr\u00fcnen Uniform. \u201eSo nice to see you\u201c, fl\u00f6tete sie, als wir eintraten. &nbsp;Sie strahlte die Gesundheit der dicken Menschen im Norden aus, deren Fett durch die K\u00e4lte im Zaum gehalten wird. \u201eOh you came from Germany, that\u00b4s great!\u201c jubelte sie und \u00fcberreichte uns einen ganzen Packen Pl\u00e4ne und Prospekte. \u201eYou will <u>have<\/u> a wonderful Time in Anchorage\u201c, versprach sie, als wir das Geb\u00e4ude verlie\u00dfen. Drau\u00dfen &nbsp;sah &nbsp;es &nbsp;aber &nbsp;nicht &nbsp;danach &nbsp;aus. &nbsp;Auf &nbsp;der &nbsp;andern Stra\u00dfenseite stoppte ein Van. Die T\u00fcre \u00f6ffnete sich, und eine kreischende&nbsp; &nbsp;Prostituierte&nbsp; &nbsp;wurde&nbsp; &nbsp;grob&nbsp; &nbsp;auf&nbsp; &nbsp;die&nbsp; &nbsp;Stra\u00dfe gesto\u00dfen. Es war eine grell geschminkte Farbige, aggressiv und gew\u00f6hnlich. Sie rappelte sich auf und kreischte \u201eFuck you\u201c, ehe sie auf&nbsp; ihren High Heels davon &nbsp;schwankte. Ein Feuerwehrwagen hielt vor einem kleinen Park und begann zwei Inuits abzutransportieren, die vollkommen zugedr\u00f6hnt im Geb\u00fcsch gelegen hatten. All das vollzog sich in einem merkw\u00fcrdigen Zwielicht, das die schnurgeraden Stra\u00dfenfluchten in bizarre Schluchten verwandelte, die immer geradeaus in ein verwaschenes Halbdunkel f\u00fchrten. Immerhin nahm die Polizeipr\u00e4senz zu, je weiter wir nach Downtown kamen, allerdings handelte es sich vorwiegend um Fahrradpolizei, um Zweiergruppen, die mit Fahrradhelmen und in bunter Fahrradkleidung neben ihren Rennr\u00e4dern an den Ecken standen und die Umgebung beobachteten. Architektonisch Bemerkenswertes gab es nicht zu sehen, eine Stra\u00dfe glich der anderen und viele Gesch\u00e4fte hatten noch geschlossen. Als wir Downtown im Umkreis &nbsp;der &nbsp;4th &nbsp;and &nbsp;5th &nbsp;Street &nbsp;erreichten,&nbsp; setzte &nbsp;ein leichter Nieselregen ein, so dass wir in das&nbsp; &nbsp;\u201e<em>Anchorage Museum of History and Art<\/em>\u201c fl\u00fcchteten. Bildung als letztes Refugium&nbsp; vor &nbsp;dem &nbsp;Ansturm &nbsp;der &nbsp;Tristesse &nbsp;&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;das funktionierte fast immer.<\/p>\n<p>Das Museum war der Geschichte Alaskas gewidmet \u2013 pr\u00e4sentiert wurden eine Sammlung von&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Karten, lebensgro\u00dfe Puppen und \u00dcberreste&nbsp;&nbsp; aller Art, die wir an diesem Vormittag in Ruhe studieren konnten, denn wir waren fast allein im Museum. Im Mittelpunkt der Exponate stand die Geschichte der Ureinwohner&nbsp;&nbsp; &nbsp;Alaskas, ihre Wanderungen, Zelte, Bekleidung, Waffen und Baustoffe, die in einem eigenen Raum ausgestellt waren.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die Indianerst\u00e4mme des Nordpazifiks &nbsp;waren wie alle Indianer vor gerade mal vierzigtausend Jahren aus Asien nach Alaska gekommen, als wegen des tieferen Meeresspiegels zwischen Ostsibirien und Nordamerika eine Landverbindung bestand.&nbsp; Doch w\u00e4hrend die meisten Proto-Indianer weiterzogen, in den S\u00fcden, in die Pr\u00e4rie, nach Mittelamerika oder in die T\u00e4ler der peruanischen Anden bis hinunter nach Feuerland, waren die Vorfahren der heutigen Tlingit, Haisa oder Atha- basca&nbsp;&nbsp; &nbsp;geblieben,&nbsp;&nbsp; &nbsp;hatten&nbsp;&nbsp; &nbsp;autonome&nbsp;&nbsp; &nbsp;St\u00e4mme&nbsp;&nbsp; &nbsp;gebildet, Holzh\u00e4user erbaut und Kulturen entwickelt, die ihnen das \u00dcberleben &nbsp;in &nbsp;einer &nbsp;fruchtbaren &nbsp;Umgebung &nbsp;sicherten. &nbsp;Sie ern\u00e4hrten sich von Wurzeln und Beeren, jagten die B\u00e4ren mit &nbsp;blo\u00dfen &nbsp;Speeren &nbsp;und &nbsp;trugen &nbsp;im &nbsp;Winter &nbsp;Jacken &nbsp;aus zusammengen\u00e4hten Tiereingeweiden, damit die Tiere gleich wussten, was ihnen bl\u00fchte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6812\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/b0-1-900x564.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"564\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ungeliebte Tor nach Alaska&nbsp; &nbsp; Anchorage Kalte Polarwinde, die aus dem Norden eingebrochen waren, ergriffen die Maschine und sch\u00fcttelten sie durch wie einen nassen Hund. 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