{"id":4209,"date":"2014-10-20T09:34:29","date_gmt":"2014-10-20T09:34:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=4209"},"modified":"2025-06-03T10:32:53","modified_gmt":"2025-06-03T10:32:53","slug":"usa-2014","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/autor\/kontakt\/aktuelle-reisen\/usa-2014\/","title":{"rendered":"USA 2014"},"content":{"rendered":"<h2>\u00a0\u00a0<a style=\"color: #ea9629;\" href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_1706.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3440\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_1706-554x800.jpg\" alt=\"IMG_1706\" width=\"382\" height=\"552\" \/><\/a><\/h2>\n<h2>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0EXPLORING \u00a0US 2014<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3513.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3610\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3513.jpg\" alt=\"IMG_3513\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Einleitung<\/h3>\n<p>In wenigen Tagen beginnt meine sechste Reise in die Vereinigten Staaten. So wie es im Augenblick aussieht, wird sie in New Orleans\/Louisiana \u00a0beginnen, dann geht es den Mississippi aufw\u00e4rts \u00fcber Baton\u00a0Rouge, Natchez\u00a0und Vickburg\u00a0nach Memphis und dann nach \u00a0Nashville. \u00dcber St. Louis und Hannibal am werden wir Chicago erreichen. Von dort aus wenden wir uns westlich &#8211; zu den Badlands, dem Yellowstone- und dem Tetonpark, ehe wir, dem Snake\u00a0River\u00a0folgend Oregon passieren. Im Umfeld der M\u00fcndung des Columbia, ungef\u00e4hr dort, wo auch Lewis und Clark\u00a01805 den Endpunkt ihrer Reise markierten, werden \u00a0wir den Pazifik erreichen. Ob dann noch Zeit sein wird f\u00fcr Seattle, Mount Reiner oder den Pudget Sound wird sich zeigen. Die ganze Reise wird f\u00fcnf Wochen dauern, am 29.6. werde ich wieder in Deutschland sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5787-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3621\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5787-11-900x675.jpg\" alt=\"IMG_5787  (11)\" width=\"297\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5787-11-900x675.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5787-11.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/><\/a>Da ich jetzt eine Homepage besitze, habe ich mir vorgenommen, meine Erlebnisse nicht nur in meinem Reisetagebuch festzuhalten sondern\u00a0dann und wann auch etwas \u00fcber die einzelnen Reise-Etappen\u00a0\u00a0auf dieser Seite zu schreiben. (Nachtrag: Das hat sich als schwierig herausgestellt, da sich mit dem Tablett doch nicht so gut schreibt und man au\u00dferdem die gerade erst geschossenen Fotografien nur komprimiert ins Netz stellen kann. Die miesten Texte sind also nachtr\u00e4glich bearbeitet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3622\" aria-describedby=\"caption-attachment-3622\" style=\"width: 563px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/USA-Seen-Fluesse-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3622\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/USA-Seen-Fluesse-2.jpg\" alt=\"USA-Seen-Fluesse (2)\" width=\"563\" height=\"440\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3622\" class=\"wp-caption-text\">Die Reiseroute von New Orleans nach Seattle (Mai\/Juni 2014)<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>New Orleans<\/h3>\n<p>Der Langflug \u00fcber den Atlantik war problemlos. Schlafen, tr\u00e4umen, lesen, essen. Obwohl wir 40 Minuten vor der avisierten Ankunftszeit in Washington ankamen, h\u00e4tten wir den Anschlussflug nach New Orleans beinahe verpasst, weil kein regul\u00e4res Transitverfahren existierte und weil die US-B\u00fcrger bei der Passkontrolle auf skandal\u00f6se Weise bevorzugt wurden. Erstaunlich der Fatalismus, mit dem die Leute diese Handhabung ertrugen. V\u00f6llig indolent die Angestellten, die jeden Vorschlag, doch die Leute mit einem knappen Anschlussflug vorzulassen, zur\u00fcckwiesen. <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1730.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4307\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1730-900x600.jpg\" alt=\"IMG_1730\" width=\"285\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1730-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1730.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><\/a>Dann noch einmal endlose Schlangen vor der Security-Control. Drei Minuten bevor das Boarding nach New Orleans geschlossen wurde, erreichten wir gerade noch unseren Anschlussflug. Er \u00a0war nicht ausgebucht und dauerte zweieinviertel Stunden. Von der amerikanischen Hauptstadt Washington war beim Start nichts zu sehen, alles verschwamm im Dunst eines sonnigen, schw\u00fclen Tages. Erster Eindruck von Louisiana w\u00e4hrend des Landeanfluges: ein Holland voller S\u00fcmpfe, flach wie eine\u00a0eine Flunder mit einem gro\u00dfen braunen Strom in seiner Mitte. Wasser und Sumpf soweit das Auge reichte, hier und da eine auf Steintrassen \u00fcber den S\u00fcmpfen errichtete Autobahn. Amerika wir kommen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1760.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4310\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1760-533x800.jpg\" alt=\"IMG_1760\" width=\"307\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1760-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1760-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1760.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 307px) 100vw, 307px\" \/><\/a>Cajunburger am Mississippi, linde Luft, ein hell erleuchteter Schaufelradbagger f\u00e4hrt in die anbrechende D\u00e4mmerung den Fluss hinunter. Jazztrompeten hallen \u00fcber den Strom. Wie eigenartig schnell man sich in eine fremde Welt versetzen kann. Als w\u00e4re man eine Pfanne, in der sich alles braten l\u00e4sst. Ein langer Tag, und wir sa\u00dfen auf einem anderen Kontinent, in einer anderen Luft, an einem anderen Strom, sahen Menschen mit einem anderen Gehabe, anderen K\u00f6rperformen, anderer Hautfarbe und anderem Essen. Nur wir waren noch die Gleichen. Ist das erfreulich oder bedauerlich? Bleiben wir auch in der Fremde die gleichen Tr\u00e4nentassen, oder kommt es zur jener eigent\u00fcmlichen \u201eVerj\u00fcngung\u201c von der Herder in seinem Reisejournal spricht? Als ich an diesem ersten Abend in den Spiegel blickte, kamen \u00a0mir allerdings Zweifel.<a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1768.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4311\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1768-900x696.jpg\" alt=\"IMG_1768\" width=\"264\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1768-900x696.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1768.jpg 1350w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Uferpromenade zwischen der gro\u00dfen Stahlbr\u00fccke und dem French Quarter ist als Promenade ausgebaut. Hotelhochh\u00e4user, ein Aquarium im Umbau, Palmen, kleine Skulpturen, ein Hauch von Florida, wenn nur nicht die h\u00e4sslichen Industrieanlagen auf der anderen Flussseite gewesen w\u00e4ren. Die Plaza de Armas, der st\u00e4dtische Zentralplatz mitsamt der <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1787.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4312\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1787-533x800.jpg\" alt=\"IMG_1787\" width=\"263\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1787-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1787-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1787.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/><\/a>Kathedrale gleich am Mississippi, geh\u00f6rt f\u00fcr mich zu den sch\u00f6nsten Pl\u00e4tzen Amerikas, auch weil durch den Uferdamm die andere Flussseite aus dem Blick verschwand. Hoch b\u00e4umte sich das steinerne Ross General Andrew Jacksons mitten im Park, auf ihm der zweifelhafte Held des S\u00fcdens, der New Orleans 1815 vor einer britischen Invasion bewahrte und sp\u00e4ter als Pr\u00e4sident zum Indianerm\u00f6rder wurde.<\/p>\n<p>Das eigentliche French Quarter war ein gepflegtes karibisch anmutendes Viertel mit Dutzenden schachbrettartig angelegter Stra\u00dfenblocks, die mit vorkamen wie eine Symphonie aus Balkonen, und zwar nicht irgendwelcher Balkone, sondern von Balkonen aus Blumen und Eisen, was die Spannweite der<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1844.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4313\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1844-900x600.jpg\" alt=\"IMG_1844\" width=\"418\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1844-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1844.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><\/a>Geschichte der Stadt ganz gut symbolisiert. Arkadenartige Vorbau-ten, kunstvolle Schmie-degitter und eine \u00fcber-schw\u00e4ngliche Begr\u00fc-nung verwandelten die ersten Stockwerke des French Quarters in ein Fest f\u00fcr die Augen. Ein Fest f\u00fcr die Ohren war die Stadt sowieso. Auf der Royal Street spielten die Jazzbands auf den Stra\u00dfen, die Besucher setzten sich auf die B\u00fcrgersteine und h\u00f6rten zu, manche tanzten zu der Musik und verhielten sich insgesamt genauso, wie man es von Touristen in New Orleans erwartete. \u00dcberhaupt <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1936.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4314\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1936-533x800.jpg\" alt=\"IMG_1936\" width=\"251\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1936-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1936-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1936.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><\/a>entsprach das Erlebnis der Stadt in den ersten Stunden unserer Begehung so vollst\u00e4ndig meinen Erwartungen, wie ich es noch nie erlebt habe. Es kam mir fast so vor, als t\u00e4ten die Besucher ihr Bestes um als enthusiasmierte Besucher ihren Teil zum Klischee dieser Stadt beizutragen. Aber es war ein Klischee, dass der Wirklichkeit recht nahe kam. Die Stimmung war tats\u00e4chlich so entspannt wie man es von \u201eBig Easy\u201c erwartete, nichts war davon zu erkennen, dass New Orleans unter einer der h\u00f6chsten Kriminalit\u00e4tsraten der USA leiden sollte. war. Die Verw\u00fcstungen des Hurricans \u201eKatrina\u201c schienen vergessen, das French Quarter war von dieser Katastrophe ohnehin kaum betroffen worden. In den Gesch\u00e4ften gab es alles M\u00f6gliche zu kaufen: Vodoo-Ausr\u00fcstung, Jugendstil-Imitate, kreolische Tomaten, Musik und K\u00e4ppis aber auch \u201eRecycelted Condoms for Cheapfucker.\u201c \u00a0Das Essen war deftig, ganze Teller voller Speck, R\u00fchrei und W\u00fcrsten standen auf den Tischen, aber auch mehr Obst und Gem\u00fcse , als man es sonst in den USA antraf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1889.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4315\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1889-900x600.jpg\" alt=\"IMG_1889\" width=\"280\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1889-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1889.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Die Canal Street von New Orleans, so sagt man, sei die Grenze zwischen dem franz\u00f6-sischen und dem englischen Amerika. Ein ansehnlicher, weitr\u00e4umiger Boulevard mit Palmen und einer begr\u00fcnten Mitte, mit schmucken Stra\u00dfenbahnen und stattlichen Hochh\u00e4usern auf beiden Seiten. Noch weiter zur\u00fcck in die englische Geschichte von New Orleans f\u00fchrte die Trambahnfahrt entlang der St. Charles Avenue, einer platanenges\u00e4umten Stra\u00dfe mit Hunderten\u00a0 alter S\u00fcdstaaten-h\u00e4user. Nicht alle waren Herrensitze, aber allen war der Wille zum Stil anzumerken. Umgeben von einem gepflegten Rasen f\u00fchrte meist eine kurze Treppe zu einem \u00fcberdachten Portikus, flankiert von Veranda oder Arkade, \u00fcber die sich wieder ein Balkon erhob. \u00dcberall war das Streben nach\u00a0 Absonderung und \u00a0Unverwechselbarkeit erkennbar, auch wenn hier und da der Zahn der Zeit an den Fassaden nagte. \u00a0Vielleicht w\u00e4re Friede in der Welt, wenn es allen Menschen verg\u00f6nnt w\u00e4re, in einer solchen Stra\u00dfe zu leben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4317\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2019-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2019\" width=\"317\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2019-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2019.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/><\/a>Es gibt Sehensw\u00fcrdigkeiten, die einfach dazugeh\u00f6ren, auch wenn man zu ihnen keine rechte Lust versp\u00fcrt. Die Riverboattour auf der &#8222;Natchez&#8220; war ein solcher Event. Seit Mark Twains \u201eLeben auf dem Mississippi\u201c repr\u00e4sentierten die malerischen Schaufelradbagger mehr als alles andere den Geist des S\u00fcdens, und wenn sie mit Dixieland Musik an der <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1993.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4319\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1993-533x800.jpg\" alt=\"IMG_1993\" width=\"322\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1993-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1993-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1993.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><\/a>Skyline der Stadt vor\u00fcberzogen- wer mochte da am Ufer abseits stehen? Wir nicht, weswegen wir uns f\u00fcr 28 USD auf der \u201eNatchez\u201c einschifften und genau das bekamen, was wir erwarteten.: Das Panorama der Stadt, das man nur auf diese Weise als Ganzes in den Blick bekommen kann, sodann Impressio-nen der Landschaft \u00a0zwischen der Stadt und dem Golf von Mexiko. Zwei alte Kriegsschiffe, eine Raffinerie, die aussah wie nach einem Atomschlag und reichlich durchrostete Frachtk\u00e4hne, die scheinbar f\u00fcr alle Zeiten an den Ufern herumd\u00fcmpelten, dazu fr\u00f6hliche Kinder, die auf dem Boot Nachlaufen spielten, br\u00e4sige Eltern, die sich am Buffet g\u00fctlich taten und die unvermeidliche Dixielandband, die wie eine Endlosplatte immer wieder den &#8222;St Louis Blues&#8220; spielte.<\/p>\n<p>So vergingen die Tage in dieser Stadt zwischen Flanieren, Herumsitzen, Essen, Nachdenken, Lesen und Schlafen. Was ist mein Res\u00fcme? Zuerst und vor allem: New Orleans ist eine Stadt, die von der absoluten Negation\u00a0des Landes lebt, zu dem sie geh\u00f6rt. Das mag man sympathisch finden oder nicht. \u00a0Sodann ist New Orleans\u00a0<a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1868.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4320\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1868-900x585.jpg\" alt=\"IMG_1868\" width=\"343\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1868-900x585.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1868.jpg 1315w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/a>auch bei weitem nicht so spektakul\u00e4r wie Chicago, San Francisco oder New York, und doch ist die Stadt faszinierend auf ihre ganz eigene Weise. Sie \u00a0besitzt mit dem French Quarter neben Quebec die sch\u00f6nste Altstadt Nordamerikas. Und sie liegt am Ol\u00b4Man River, an Amerikas gro\u00dfem <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1856.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4321\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1856-533x800.jpg\" alt=\"IMG_1856\" width=\"339\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1856-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1856-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_1856.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/a>Strom, der mitten durch die Stadt flie\u00dft und auf der Uferpromenade eine viel zu mickriges Denkmal besitzt. Schlie\u00dflich befindet sich New Orleans inmitten einer Welt der S\u00fcmpfe und der Reservate, in denen Krokodile, Schlangen und Moskitos auf den Besucher warten. Und die Musik. \u00a0Wie ich es bei einer Stadt noch nie erlebt hatte, \u201eklang\u201c New Orleans \u2013 nicht vor L\u00e4rm, sondern vor lauter Jazz- und Blues Combos, die an allen Ecken Proben ihres K\u00f6nnens zum Besten gaben. Wir haben zu F\u00fc\u00dfen der Louis Armstrong Statue \u201cWhat\u00a0a wonderful\u00a0World\u201d auf dem MP3 Player geh\u00f6rt\u00a0und w\u00e4hrend wir die die\u00a0Pirouetten beobachteten, die die\u00a0Kinder auf ihren Fahrr\u00e4dern\u00a0zu\u00a0F\u00fc\u00dfen der Statue drehten, erlebten wir einen magischen Moment, in dem das Wesen der Dinge und der Augenblick zusammenfielen. Allein das hat den Besuch in dieser Stadt gelohnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00a0Von New Orleans nach Memphis<\/h3>\n<p>Die erste Woche ist vorbei, und die Reise durch den Sueden\u00a0lief rund,\u00a0wenn man einmal vom Wetter absieht. Zwischen New Orleans und Baton\u00a0Rouge kamen wir in einen Tornado und mussten tiefe Wasserlachen\u00a0durchqueren. Die Feuchtigkeit hier\u00a0ist hier die zweite Haut der Natur, sie ist allgegenw\u00e4rtig, in Gestalt des gro\u00dfen Flusses, der S\u00fcmpfe, die von der Stra\u00dfe aus z sehen waren und des Regens &#8211; aber die Menschen scheinen gut damit klar zu kommen. Der Mississippi ist ohnehin eine Nummer f\u00fcr\u00a0sich &#8211;\u00a0ein derartig monumentales Flussbecken\u00a0in einer flachen Landschaft habe ich noch nie gesehen. Blickt\u00a0man von Natchez\u00a0oder Vicksburg \u00fcber\u00a0die Landschaft und den gro\u00dfen Strom, ist es, als flie\u00dfe\u00a0ein Meer vorbei.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3600\" aria-describedby=\"caption-attachment-3600\" style=\"width: 614px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2227.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3600 \" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2227-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2227\" width=\"614\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2227-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2227.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3600\" class=\"wp-caption-text\">Der Mississippi bei Natchez<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zweiter Eindruck &#8211; nicht nur die Feuchtigkeit ist allgegenwaertig, sondern auch die Musik. Die Reise den Mississippi entlang\u00a0zu den Urspruengen\u00a0von Jazz, Blues und Rock gleicht einer Reise in die eigene Vergangenheit. Die Musik dieser Region\u00a0geh\u00f6rt zur\u00a0Biographie meiner Generation, sie hat schon in mir gehallt\u00a0und Gefuehle\u00a0koloriert, als ich die St\u00e4tten, in denen sie entstanden\u00a0war, noch gar nicht gesehen hatte. Nun, wo ich in New Orleans, Memphis und Nashville diese Orte sehe, kommt es mir vor, als schliesse sich ein Kreis.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2538.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4323\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2538-900x400.jpg\" alt=\"IMG_2538\" width=\"900\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2538-900x400.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2538.jpg 1412w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2363.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4325\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2363-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2363\" width=\"314\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2363-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2363.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 314px) 100vw, 314px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gestern und heute haben die Residenzen zweier bekannter\u00a0Pers\u00f6nlichkeiten\u00a0besucht &#8211; das William Faulkner\u00a0House in Oxford\/Mississippi und Graceland, Elvis Residenz in Memphis\/Tennessee, und der Kontrast h\u00e4tte\u00a0kaum gr\u00f6sser\u00a0sein k\u00f6nnen. In Oxford liegt das kleine Anwesen von Faulkner\u00a0fast versteckt auf einem Huegel, und wir h\u00e4tten\u00a0es beinahe nicht gefunden. Wenige Besucher, intime Atmosphaere, keine Giftshops, eine Begegnung mit der Stimmung von &#8222;Licht im August&#8220; und anderen Buechern. In <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2537.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3601\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2537-533x800.jpg\" alt=\"IMG_2537\" width=\"255\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2537-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2537-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2537.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a>Graceland dagegen ein geradezu durchindustrialisier-tes\u00a0Massenprogramm\u00a0&#8211; abgestimmt auf die Instinkte des Massengeschmacks. Das soll jetzt nicht abgehoben klingen, aber im Vergleich zu Stimmung von Faulkner\u00a0Mansion\u00a0 war das Elvisprogramm in Graceland ein Schuss in den Ofen. Obwohl mir &#8222;In the Ghetto&#8220; ode &#8222;Suspicious Mind&#8220; noch immer nach gingen.<\/p>\n<p>In der Beale Street von Memphis entstand vor etwa knapp einhundert Jahren der Blues. Auch wenn diese Stra\u00dfe in den Reisef\u00fchrern als eine Art Reeperbahn verschrieen ist, geh\u00f6rt ein Besuch in der Beale Street zu den H\u00f6hepunkten jeder Reise in den S\u00fcden. In den Courtyards spielten Bluesgruppen, Western- und Country&#8217;Saenger und Rockpoeten, \u00a0genau wie es dem Klischee entsprach, und doch war es die Wirkichkeit. Ich habe gar nicht mehr gewusst, wie gut ein scharfes Guitarrensolo dem erschlafften Gem\u00fct tun kann. Eine unglaubliche Vitalit\u00e4t lag in der Luft, und obwohl reichlich gebechert wurde, blieb die Szene voellig frei von Aggressitvit\u00e4t. Viel haben die Afroamerikaner dem Land gegeben, und nicht das geringste war ihre Musik.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3602\" aria-describedby=\"caption-attachment-3602\" style=\"width: 588px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2504.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3602 \" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2504-900x539.jpg\" alt=\"IMG_2504\" width=\"588\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2504-900x539.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2504.jpg 1597w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3602\" class=\"wp-caption-text\">Beale Street in Memphis<\/figcaption><\/figure>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2157.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4326\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2157-900x545.jpg\" alt=\"IMG_2157\" width=\"395\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2157-900x545.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2157.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 395px) 100vw, 395px\" \/><\/a>Geschichte, \u00fcberall Geschichte. In Oak-Alley sahen wir Sklavenh\u00fctten und Herrenh\u00e4user, das Gelbfieber aber holte Herren und Geknechtete gleicher-ma\u00dfen.<\/p>\n<p>In Vicksburg\u00a0am Mississippi befuhren wir eine sechzehn\u00a0Meilen\u00a0lange Strasse \u00fcber das neben Gettysburg gr\u00f6sste Schlachtfeld des amerikanischen B\u00fcrgerkrieges. In extrem blutigen Kaempfen gelang des den Truppen des Nordens zwischen Mai und Juli 1863\u00a0 Vicksburg, das &#8222;Gibraltar des <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2290.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3604\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2290-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2290\" width=\"390\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2290-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2290.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/a>S\u00fcdens&#8220; zu erobern und \u00a0damit die S\u00fcdstaaten\u00a0zu spalten. General Shermans\u00a0Sturm\u00a0auf Altanta\u00a0und die Niederlage der S\u00fcdstaaten folgte. Red Buttler l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.\u00a0\u00dcber\u00a0vier-tausend\u00a0Artefakte, Kanonen, Statuen, B\u00fcsten, Gedenkhallen. Inschriften beschworen auf eine kuriose weise die Tapferkeit beider Seiten, und Gener\u00e4le\u00a0aus Stein blicken\u00a0stumpfsinnig \u00fcber\u00a0die Schlachtfelder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Gottesdienst in der New Gospel Tabernakel Church in Memphis-S\u00fcd<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2620.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4303\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2620-900x585.jpg\" alt=\"IMG_2620\" width=\"304\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2620-900x585.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2620.jpg 1401w\" sizes=\"auto, (max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die New Gospel Tabernakel Church wurde von von Bischof Al Green im Jahre 1976 in Memphis gegruendet. Ehe Bischof Al Green den Ruf dem Herrn folgte, war er mit mittelm\u00e4\u00dfigem Erfolg\u00a0 als Kellner, Stra\u00dfenbahnschaffner und Musiker in der Beale Street von Memphis t\u00e4tig. Als Kirchengr\u00fcnder aber hatte er entschieden mehr Fortune &#8211; mit seinem rhethorischen Talent, seiner ausgezeichneten Bluesstimme und dem von ihm gegr\u00fcndeten Tabernakel Gospel Chor wurde er schnell \u00fcberregional ber\u00fchmt &#8211; so ber\u00fchmt, dass seine Adresse schlie\u00dflich sogar im Lonely Planet Guide &#8222;USA&#8220; als Eventtip der besonderen Art erschien. Da wir das Gl\u00fcck hatten, uns an einem Sonntag in Memphis aufzuhalten, wollten wir uns seinen Gottesdienst nicht entgehen lassen.<\/p>\n<p>Das Zentrum der New Gospel Tabernakel Church befand sich in einer s\u00fcdlichen Vorstadt von Memphis. Von au\u00dfen ein unscheinbarer Bau mit dem Charme eines Jugendheimes, war es im Innern gediegen ausgestattet. Das\u00a0 Zentrum des Gebaeudes bildete eine mittelgro\u00dfe Halle mit einer Empore an der Stirnseite, auf der sich ein Schlagzeug, ein Klavier und ein Ledersessel mit der Aufschrift &#8222;Bischop Al Green&#8220; befand.\u00a0 Da wir sehr fr\u00fch eintrafen, wurden wir Zeuge der sonnt\u00e4glichen Bibelstunde, die von einem Assistenten des Bischofs abgehalten wurde. Anwesend waren etwa ein Dutzend afroamerikanischer M\u00e4nner und Frauen,\u00a0die den Ausf\u00fchrungen des Assistenten hingebungsvoll lauschten und ihn ab und an mit\u00a0 zustimmenden &#8222;Yeah, Yeah&#8220; Rufen unterst\u00fctzten. Inhaltlich liefen die Erl\u00e4uterungen des Assistenten darauf hinaus, dass Gott &#8222;alles wisse&#8220;,&#8220; &#8222;alles verstehe&#8220;\u00a0 und folglich auch &#8222;alles verzeihe.&#8220; Er varrierte diese Aussage immer aufs Neue und geb\u00e4rdete sich dabei so, als w\u00fcrde er ein Weltr\u00e4tsel nach dem n\u00e4chsten l\u00f6sen.\u00a0\u00a0 Alle Teilnehmer der Bibelstunde waren voll\u00a0 bei der Sache,\u00a0 bis auf zwei kleine Jungen, die unbeeindruckt neben ihrer jungen Mutter sa\u00dfen und mit ihren Smartphones spielten. Am Ende standen alle Gemeindemitglieder auf und lauschten einem improvisierten temperamentvollen Finalgebet. Dann wurde ausgiebig geklatscht, und die Bibelstunde war vor\u00fcber.<\/p>\n<p>Inzwischen hatte sich der Andachtsraum fast vollst\u00e4ndig gefuellt. Adrett angezogene afroamerikanische Familien waren ebenso erschienen wie G\u00e4ste aus Los Angeles und Denver. Sogar ein Motorradclub aus Paris war anwesend und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Es dauerte auch nicht lange, da betraten die Musiker die Empore, ein Klavierspieler, ein Schlagzeuger und ein Gitarrist, dazu ein Dutzend prachtvoll herausgeputzter afroamerikanischer Chordamen, die etwas erh\u00f6ht Platz nahmen. Dann war es endlich so weit: der Bischof erschien im pr\u00e4chtigen Ornat und hob unter dem Jubel seiner Gemeinde die Arme zu einer imagin\u00e4ren Umarmung. Ein stattlicher Mann, f\u00fcrwahr, eine Mischung aus James Brown und Denzel Washington, der jetzt beh\u00e4nde die Kanzel erkletterte, das Mikrophon zur Hand nahm und einen Willkommensgruss ins Mikrophon r\u00f6hrte, den auch BB King nicht rauchiger h\u00e4tte aussto\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2630.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3605\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2630-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2630\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2630-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2630.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obwohl er schon um die Siebzig Jahre alt sein musste, trug er seine Haare wie einen rabenschwarzen Helm, hatte grosse Z\u00e4hne und verf\u00fcgte \u00fcber eine\u00a0ausdrucksstarke Stimme, mit der er ohne Einleitung gleich loslegte. &#8222;One Day in Time, Sweet Jesus&#8220; hie\u00df die erste Nummer, die der Bischof mit gutturalem Bass anstimmte, woraufhin seine Musikercombo m\u00e4chtig in die Tasten griff und die Andachtshalle in Nullkommanichts in ein Rockauditorum verwandetle. Sofort sprangen die Zuh\u00f6rer von den Sitzen, begannen zu tanzen, zu klaschten und zu jubeln, w\u00e4hrend sich die Stimme des Bischofs bis ins Falset emporschraubte,\u00a0 ehe das Er\u00f6ffnungsstueck nach einem Klaviersolo abrupt abbrach.<\/p>\n<p>Die nun folgende Predigtpassage bestand im wesentlichen aus einem vielstimmigen &#8222;Amen&#8220; &#8222;Hallelujah&#8220;, &#8222;God bless you&#8220; and &#8222;Jesus will forgive us all&#8220; in immer neu variierter Reihenfolge, was die Gemeinde schier zur Raserei brachte. Schluchzen, Jubeln, Klatschen waren allenthalben\u00a0 zu h\u00f6ren, sogar die beiden Knaben hatte ihre Smartphones weg gelegt und begonnen,\u00a0 mitzutanzen. Nur die G\u00e4ste aus Los Angels und Paris waren etwas h\u00fcftsteif und kamen nur schlecht von ihren Sitzen hoch. Unvermittelt wechselte der Bischof von der beschw\u00f6renden Ansprache in Gesang, der Schlagzeuger fiel ein, dann der Pianist und schlie\u00dflich der Gitarrist.\u00a0 &#8222;Oh Lord, Oh Lord&#8220; war der Titel des zweiten St\u00fccks, das in\u00a0 seinen\u00a0 Rockqualit\u00e4ten das erste wom\u00f6glich noch \u00fcbertraf. Der Bischof wuchs \u00fcber sich hinaus und erwies sich als ein Entertainer von hohen Graden, wechselte vom Bass- in die Kopfstimme und taumelte auf der Empore derma\u00dfen hin und her, als sei der Heilige Geist in ihn gefahren. Als der Gitarrist zu einer verwegenen Rifffolge ansetzte, gab der Gospelchor richtig Gas verwandelte den Andachtsraum in einen religioesen Klangk\u00f6rper, an dem vom Bischof bis zum skeptischen Stationsleiter alle beteiligt waren.<br \/>\nDas zweite St\u00fcck endete wieder mit Klatschen und Jubeln, untermischt nunmehr von ersch\u00f6pftem Keuchen. Die Chrodamen im Hintergund sanken entweder ermattet auf ihre St\u00fchle oder hoben die Blicke zur Andachtsdecke, als sei dort die L\u00f6sung aller Fragen verzeichnet. Bischof Al Green br\u00fcllte nun laut auf, womit er\u00a0 sofort ein echoartiges Br\u00fcllen seiner Gemeinde hervorrief, was offenbar der Startpunkt f\u00fcr die zweite Predigtpassage sein sollte. Mal laut schreiend, mal appellativ insistierend, verk\u00fcndete der Bischof, dass Gott uns jede Stunde, jeden Tag immer wieder aufs Neue &#8222;rufe&#8220;, dass wir aber nicht &#8222;h\u00f6ren&#8220; wollten, wozu gut passte, dass sich pl\u00f6tzlich\u00a0der Schlagzeuger wieder mit Macht Geh\u00f6r verschaffte und die dritte und finale Musikpassage einleitete. Den Titel dieses St\u00fcckes habe ich nicht erfahren, aber musikalisch war es dichtester, kompaktester Rock, einge\u00fcbt und perfekt abgespielt von einer routinierten Band vor einer durchtrainierten Gemeinde und bewundert von den anwesenden Wei\u00dfen, die sich nicht h\u00e4tten tr\u00e4umen lassen, wie unterhaltsam ein Gottesdienst im 21. Jhdt. sein konnte. Wieder agierte Bischof Al Green wie ein perfekter Bandleader bei einem Popkonzert, wobei die Performance von Al Green stark an die Auftritte von Bob Geldorf und Bono erinnerte, nur dass der Bischof besser war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Nashville &#8211; oder: Der Folk des kleinen Mannes<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2770.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4392\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2770-900x521.jpg\" alt=\"IMG_2770\" width=\"900\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2770-900x521.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2770.jpg 1395w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nashville als Stadt ist alles andere als eine Sch\u00f6nheit. An einem kleinen h\u00e4sslichen Fluss gelegen, mit zugewachsenen Uferpassagen und unansehnlichen Br\u00fccken stimuliert die Stadt auf den ersten Blick genau jene Unwirtlichkeit, die zur Abfassung melancholischer Country-Songs motivieren mag. Nashvilles Zentrum beseht immerhin aus einigen respektablen Wolkenkratzern, einer Musikstra\u00dfe, dem sogenannten \u201eBroadway\u201c, dazu einer \u201eHall of Fame\u201c, die aussah wie der Tempel des Volkes in Chongking und einem l\u00e4cherlichen \u201eFort Nashborough\u201c, vor dem der Besucher sich daran erinnern soll wie hier die ersten Trapper vor \u00fcber 200 Jahren die erste Siedlung gr\u00fcndeten. Keine Besucher w\u00fcrde es l\u00e4nger als n\u00f6tig in der Stadt aushalten wenn nicht, ja wenn nicht Nashville die <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2810.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4393\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2810-900x477.jpg\" alt=\"IMG_2810\" width=\"389\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2810-900x477.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2810.jpg 1385w\" sizes=\"auto, (max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/a>Welthauptstadt der Country Musik w\u00e4re. Wobei es f\u00fcr den Europ\u00e4er nicht ganz einfach zu begreifen ist, was eigentlich unter Countrymusik verstanden werden soll. Die einen sagen, Country Musik sei der \u201eBlues der Wei\u00dfen\u201c, andere halten sie f\u00fcr die Folklore des kleinen Mannes &#8211; oder gar f\u00fcr das amerikanische \u00c4quivalent der europ\u00e4ischen Schnulze, ebenso verlogen und anspruchslos wie diese. Das erste d\u00fcrfte der Wahrheit dessen recht nahe kommen, was Countrymusik sein\u00a0 <em>soll,<\/em> das zweite aber d\u00fcrfte die kommerzialisierte Wirklichkeit der gegenw\u00e4rtigen Countrymusik ganz gut beschreiben.<\/p>\n<p>Auf dem Broadway war ganz Amerika unterwegs, die derben S\u00fcdstaatendialekte waren ebenso zu h\u00f6ren wie das nasale Nordwestamerikanisch der Pazifikk\u00fcste. Auch an den Nummernschildern der Fahrzeugen aus Kentucky, Florida, Maine und Texas war zu sehen, dass etwas Gro\u00dfes \u00dcberregionales anrollte, in unserem Fall der \u201eCountry Music Award 2014\u201c, der gr\u00f6\u00dfte Countrys\u00e4nger Wettbewerb des Landes. 70.000 G\u00e4ste und alle <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2817.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4394\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2817-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2817\" width=\"358\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2817-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2817.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/a>ber\u00fchmten Bands des der USA wurden \u00fcber Pfingsten zum CMA erwartet, aber auch schon w\u00e4hrend unserer Anwesenheit wurde auf gro\u00dfen B\u00fchnen kr\u00e4ftig gesungen und gefieldet. Ein Banjospieler, der aussah wie Brad Pitt, eine blonde Lady in Leggins und Hosentr\u00e4gern, ein Fiedler, der mit seinem Instrument gegen die elektrische Gitarre nicht ankam, wechselten sich nacheinander ab, w\u00e4hrend die Zuschauer kamen und gingen. <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2550.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4395\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2550-533x800.jpg\" alt=\"IMG_2550\" width=\"255\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2550-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2550-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2550.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a>Nirgendwo waren Afroamerikaner zu sehen, daf\u00fcr stapften herbe Altrocker mit Z-Z-Top-B\u00e4rten vor\u00fcber, fette Freuen und breite Kerle mit kahl geschorenen Glatzen tranken ihr Dosenbier, manche waren auch schon volltrunken und schwankten bedenklich im Rhythmus der Musik. In dieser Menschenmenge, die best\u00e4ndig fluktuierte, konsistenter und l\u00fcckenhafter wurde, wirkte der ordentlich angezogene und unbeweglich vor der B\u00fchne der Musik lauschende Frank wie eine Lichtgestalt aus einer anderen Welt.<\/p>\n<p>Auch jenseits der Live Acts gab es jede Menge Musik, vor allem in den Musikbars auf dem Broadway. Sie hatten ihre Fenster ge\u00f6ffnet, so dass die Life-Musik bis auf der Stra\u00dfe zuh\u00f6ren war, und die Schlepper vor ihren Eing\u00e4ngen taten ihr Bestes, die Flaneure f\u00fcr ihren Laden zu interessieren. \u00a0Wir a\u00dfen in einem Laden einen Hamburger und h\u00f6rten in einem anderen einem P\u00e4rchen zu, dass von Acker und Krume, Liebe und Leid sang und die Zuh\u00f6rer mit anbiedernden Moderationen nervte. Wie zu erfahren war, lebten die Musiker in den Musikbars auf dem Broadway von Nashville von nichts anderem als von den Trinkgeldern, die die G\u00e4ste ihnen in einen Beh\u00e4lter warfen, von Freibier und vielleicht einem Spare Rip, den ihnen der Wirt spendierte. Manche ihrer Zuh\u00f6rer waren selber arme Kerle, die wenig Geld \u00fcbrig hatten, die Kellnerinnen wirkten abgearbeitet, die Zurufe und Kommentare hatten etwas Aggressives. Die H\u00e4rte des Lebens kam eben nicht nur in den Liedtexten zum Ausdruck.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2732.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4396\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2732-588x800.jpg\" alt=\"IMG_2732\" width=\"319\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2732-588x800.jpg 588w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2732.jpg 772w\" sizes=\"auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><\/a>Den Ausflug nach Ophryland h\u00e4tten wir uns sparen k\u00f6nnen. Wir erreichten einen riesigen Parkplatz neben der Ophryhall, vor der Familien vor Riesengitarren im Country Look posierten. Falls sie ohne das passende Outfit angereist waren, h\u00e4tten sie sich in den Giftshops von Ophryland mit Johnny Cash-G\u00fcrteln, Hank Willliams- H\u00fcten und Woody Guthrie-T-Shirts einkleiden k\u00f6nnen. Die Atmosph\u00e4re der Kommerzialisierung lag wie eine Membrane \u00fcber Ophryland, nichts war authentisch, nichts war ergreifend an diesem Ort &#8211; alles schien wie zum Einmalbenutzen und Wegwerfen gemacht, genauso wie die uninspirierte Country-CD \u201eBest off\u201c, die wir in einem Anfall von Kauflaune erwarben.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he von Ophryland passierten wir \u00a0\u201eThe Hermitage\u201c, das Wohnhaus von \u201eSharp Knife\u201c Andrew Jackson, dem 7. Pr\u00e4sidenten der USA, der sich ab 1830 mit den Indianervertreibungsgesetzen einen \u00a0\u00fcblen Namen erworben hatte. Er war der Hauptverantwortliche daf\u00fcr, dass ab 1838 die f\u00fcnf zivilisierten Indianerst\u00e4mme, die zum Teil ein eigenes Schul- und Pressewesen besa\u00dfen, unter schrecklichen Opfern bis hinter den Mississippi vertrieben wurden. Dieses Haus zu besuchen hatte ich keine Lust \u2013 aus den gleichen Gr\u00fcnden, aus denen ich auch in Cordoba\/Argentinien das Ch\u00e9-Museum nicht betreten hatte. Von geschichtlichen Gestalten, die ich verachte, will ich nichts Privates wissen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2765.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4397\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2765-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2765\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2765-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2765.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum einhundertj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Gr\u00fcndung des Staates Tennessee errichteten die Stadtv\u00e4ter von Nashville im Jahr 1897 den Cennentarial Park und erbauten in ihre Mitte nicht mehr und nicht weniger als eine Kopie des Athener Parthenons im Verh\u00e4ltnis 1: 1. Was in Athen in Tr\u00fcmmern fiel, als ein t\u00fcrkisches Milit\u00e4rdepot explodierte, kann man also <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2764.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4398\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2764.jpg\" alt=\"IMG_2764\" width=\"294\" height=\"395\" \/><\/a>heute in Nashville als exzellentes Fake betrachten: die schwellenden S\u00e4ulen, die prachtvollen\u00a0 Giebel mit ihren Skulpturenschmuck, die Metopen und die Cella, die leider an diesem Tag (Montag!) geschlossen war, so dass wir die Staue der Athena im Innern der Cella nicht besuchen konnten. \u00a0Zu F\u00fc\u00dfen dieser Tempelkopie legte ich mich aufs Ohr uns d\u00f6ste eine Stunde. Ein k\u00fchler Wind strich durch den Park, Liebespaare bummelten \u00fcber die Wiese, ein kleiner Junge mit einer Brille stoppte mit seinen Roller neben mir und blickte mich fassungslos an. Warum, war mit schleierhaft, denn als ich mich erhob, fuhr er schnell weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Happy Birthday, St Louis<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2906.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-4327\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2906-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2906\" width=\"501\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2906-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2906.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8222;Die 27. Stadt&#8220; nennt der amerikanische Romancier Jonathan Franzen die amerikanische Stadt St. Louis. Einst war St. Louis am Zusammenfluss von Mississippi und Missouri die viertgr\u00f6\u00dfte Metropole\u00a0 der Vereinigten Staaten und galt manchen, was ihre geographische Lage und ihrer wirtschaftlichen Perspektiven betraf, als die nat\u00fcrliche Hauptstadt des Landes. Heute befindet sich \u00a0St. Louis, sowohl als Stadt wie als\u00a0 County, im freien Fall. Der stolze St. Louis Arch ragt \u00fcber einem Ort, der landesintern auf den Platz 27 auf damit auf den Rang einer amerikanischen Allerweltsstadt abgest\u00fcrzt ist.<\/p>\n<p>Nach einem langen Reisetag und der Passage von Schnellstra\u00dfen in Nord-Tennessee, Kentucky, Illinois und Missouri erreichten wir St. Louis von Osten kommend in den fr\u00fchen Abendstunden. Und das Beste, was es in dieser Stadt zu sehen gab, sahen wir gleich am Anfang, als wir auf der Autobahnbr\u00fccke in die Stadt einfuhren: Wie eine gigantische, gebogenen McDonalds-Fritte aus Stahl ragte ein einhundertsechzig Meter hoher, halb <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2875.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4328\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2875-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2875\" width=\"366\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2875-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2875.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/a>elliptischer Bogen in den Himmel. Aber das war es dann zun\u00e4chst auch. Sch\u00f6ner, eindrucksvoller und vor allen Dingen vollst\u00e4ndiger bekamen wir das riesenhafte Gebilde in der Stadt nicht mehr vor die Linse. Es war unm\u00f6glich, den Arch angemessen zu foto-grafieren, da konnte ich mich noch so lang auf den R\u00fccken legen oder eine distanzierte Perspektive vom Flussufer aus suchen. Das Ding war einfach zu gro\u00df f\u00fcr ein vern\u00fcnftiges Bild. Wenn man wollte, konnte man darin immerhin ein Gleichnis sehen: aus der N\u00e4he betrachtet bekommt man die USA einfach nicht auf ein Bild.<\/p>\n<p>Der Tag war schweinehei\u00df, und ich setzte mich unterhalb des Stahlgebildes in den Schatten und versuchte, zu verstehen, was ich sah. Der \u201eGateway to the West\u201c oder \u2013 wie er auch genannt wird-\u00a0 das \u201cJefferson Expansion Memorial\u201c wurde im Jahre 1960 erbaut, um an die von\u00a0 Pr\u00e4sident Jefferson veranlasste epochale Westreise von Meriwether Lewis und William Clarke zu erinnern. An der Spitze einer Expedition von 33 ausgew\u00e4hlten Leistungstr\u00e4gern hatten Lewis und Clarke zwischen 1804 bis 1806 den gesamten Nordwesen der heutigen Vereinigten Staaten bereist und damit das Tor f\u00fcr eine Ost-Westwanderung aufgesto\u00dfen, die die Grenzen der Vereinigten Staaten innerhalb von nur zwei Generationen bis zum Pazifik vorschieben sollte. Die Indianer werdend r\u00fcckblickend \u00fcber diese Reise nicht ganz so gl\u00fccklich sein. Heute dagegen erscheint der Gateway Arch wie ein Indikator f\u00fcr den Zustand des Landes. Blickt man von Osten nach Westen, also auf die Stadt und den Arch von der Autobahnbr\u00fccke aus, erschlie\u00dft sich das bekannte beeindruckende Bild. Blickt man aber von Westen nach Osten, in Richtung auf die Ursprungsgebiete der Vereinigten Staaten, sieht man nichts als h\u00e4ssliche <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2829.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4330\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2829-900x633.jpg\" alt=\"IMG_2829\" width=\"366\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2829-900x633.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2829.jpg 1224w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/a>Industrie-landschaften und ein k\u00fcmmerli-ches Kasino auf der anderen Uferseite. Mit kam der Gedanke, dass der Arch mit dem gleichen Recht auch den Mississippi in S\u00fcd-Nord-Richtung \u00fcberw\u00f6lben k\u00f6nnte, denn damit w\u00fcrde er an die zweite gro\u00dfe amerikanische Binnenwanderung erinnern, n\u00e4mlich an die \u201eGreat Migration\u201c, die Millionen Afroamerikaner im 20. Jhdt. aus den S\u00fcdstaaten an St. Louis vorbei in den Norden f\u00fchrte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2848.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4329\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2848-900x602.jpg\" alt=\"IMG_2848\" width=\"363\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2848-900x602.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2848.jpg 1288w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf die Fahrt zum obersten Aussichtspunkt des Arch verzich-tete ich. Was h\u00e4tt ich von oben auch anderes sehen k\u00f6nnen, als flaches Land? Daf\u00fcr besuchte ich das \u201eLewis and Clarke Westward Expansion Museum\u201c unterhalb des Arch, eine rotundenartige Bild- und Figurenausstellung, die den Besuchern den Ablauf der Entdeckungsreise verdeutlichen sollte. Wandf\u00fcllende Fotographien, jede Menge Karten, sprechende Trapper und Indianerfiguren aus Pappe, ausgestopfte Biber, B\u00fcffel und Pferde und ein Original-Indianer-Wigwam wurden durch chronologisch angeordnete Zitate aus den Reiseaufzeichnungen erg\u00e4nzt. Den Schlusspunkt bildete eine gro\u00dfe Fotoausstellung zum Pazifik, besonders vom\u00a0 Cannon Beach in Oregon, zu dem auch meine Reise am Ende f\u00fchren sollte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2891.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4331\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2891-900x600.jpg\" alt=\"IMG_2891\" width=\"339\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2891-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2891.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sonst war nichts los in der Stadt. Zweihundert Meter boulevardartige Washington Avenue, eine Touristenstra\u00dfe in Flussn\u00e4he, das war\u00b4s. Der Rest ist menschenleere Downtown oder prek\u00e4re Peripherie, in die man sich besser nicht verirrt. Wieder fiel mir Jonathan Franzens Roman \u201eDie 27. Stadt\u201c ein. Irgendwo in einer Vorortsiedlung von St. Louis war die Frau der Hauptperson entf\u00fchrt und erschossen worden. Da blieben wir doch lieber in Hoteln\u00e4he und a\u00dfen ein rotlackiertes Chlorh\u00fchnchen zum Abendessen,<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2909.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4332\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2909-533x800.jpg\" alt=\"IMG_2909\" width=\"290\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2909-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2909-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2909.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/a>Trotzdem fassten wir uns am n\u00e4chsten Morgen ein Herz und fuhren noch einmal \u00fcber die Br\u00fccke zur\u00fcck auf die andere Seite des Mississippi. Die Stadt\u00a0 auf der anderen Flussseite nannte sich &#8222;East St. Louis&#8220; und geh\u00f6rte schon zum Staat Illinois. \u00a0East St. Louis war noch trostloser als die Peripherien von St. Louis auf der anderen Seite.Lange kurvten wir auf schlagloch-\u00fcbers\u00e4ten isten herum, passierten verrottete Holzh\u00e4user, Abfallhaufen an den Kreuzungen und Zusammenrottungen von Eckenstehern, ehe wir mit einiger M\u00fche die Uferstra\u00dfe fanden, auf der sich neben einer Zementladestation unwahrscheinlicher-weise ein Veteranen-Memorial befand, das \u00fcber eine Aussichtsplattform verf\u00fcgte, von der <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2920.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4333\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2920-533x800.jpg\" alt=\"IMG_2920\" width=\"236\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2920-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2920-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_2920.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a>aus sich endlich der lange ersehnte K\u00f6nigsblick auf St. Louis ergab: Der Arch in seiner vollen Majest\u00e4t \u00fcber dem Capitol, der Uferpromenade und den Hochh\u00e4usern der Innenstadt. Wenn ich die diversen Inschriften auf dieser Aussichtsplattform richtig deutete, dann war dieser Lookout, von dem in keinem einzigen meiner Reisef\u00fchrer die Rede war, erst in diesem Jahr 2014 ganz aktuell zum 250. Geburtstag der Stadt aufgebaut worden. Jedenfalls befand sich ein steinerner Kuchen mit einer stilisierten Kerze auf der Aussichtsplattform, auf dem zu lesen war: \u201cHappy Birthday St. Louis\u201c. Auch von uns die besten W\u00fcnsche!<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Hannibal\/Missourie: Zu Gast bei Tom Saywer and Huckleberry \u00a0Finn<\/h3>\n<p>Die wirklich\u00a0 guten B\u00fccher kann man in jedem Alter lesen, hei\u00dft es. Auch wenn sich das wie eine Werbefloskel f\u00fcr \u201eHarry Potter\u201c anh\u00f6rt &#8211; \u00a0f\u00fcr \u201eTom Saywers Abenteuer\u201c trifft dieses Diktum tats\u00e4chlich zu. Ich hatte im Vorfeld der reise \u201eTom Saywers Abenteuer\u201c noch einmal gelesen, weil ich auf einer Amerikareise Hannibal\/Missourie auf der Agenda hatte, jene Stadt am Mississippi, in der der junge Samuel Clemens alias Mark Twain zwischen 1844 bis 1853 im Alter von 9 bis 18 Jahren seine Knaben- und Jugendzeit verbrachte. Hier lernte er Tom Blankenship kennen den verwahrlosten aber liebenswerten Sohn eines alten Trinkers (Huckleberry Finn l\u00e4\u00dft gr\u00fc\u00dfen), der sp\u00e4ter zu einem angesehenen Richter in Montana wurde\u00a0 &#8211; ebenso wie Laura Hawkins, die reale Blaupause der \u00a0zauberhaften Becky Thatcher, mit der sich Tom Sawyer indem vorliegenden Buch in der Unschuld seiner jungen Jahre verlobt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2941-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3637\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2941--533x800.jpg\" alt=\"IMG_2941\" width=\"331\" height=\"497\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2941--533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2941--800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2941-.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 331px) 100vw, 331px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein Bronzedenkmal im \u201eTwain Town\u201c von Hannibal \u00a0erinnerte an Tom und Huck, eine weitere Skulptur zeigte den jungen Samuel Clemens\/Mark Twain als Lotse auf dem Mississippi und auf der anderen Seite des gro\u00dfen Stroms war ein Insel zu erkennen, die gut und gerne der Ort gewesen sein k\u00f6nnte, auf der die Ausrei\u00dfer Tom, Huck und Joe als vermeintliche Seer\u00e4uber gegen das Heimweh k\u00e4mpften.<\/p>\n<p>In \u201eTom Saywers Abenteuer\u201c hei\u00dft Hannibal \u201eSt Petersburg\u201c. Es handelt sich um \u00a0eine kleine amerikanische Gemeinde, wo jeder jeden kennt und leben l\u00e4sst, mit Kirche, Schule und \u00f6ffentlichen Festen &#8211; und jeder Menge wilder Buben, die sich in der Schule furchtbar langweilen und in einem fort Bl\u00f6dsinn anstellen. Was sich in dieser Beschreibung wie das B\u00fchnenbild eines langweiligen Jugendbuches anh\u00f6rt, ist die Trib\u00fcne f\u00fcr einen der sch\u00f6nsten amerikanischen Romane, den man tats\u00e4chlich in jedem Alter neu lesen kann.\u00a0Aus der Perspektive eines nachsichtigen, weisen Erz\u00e4hlers berichtet der alte Mark Twain von den Tom Sawyers Abenteuern, seiner Tante Polly, dem strebsamen Bruder, seinen Erfahrung und seiner pittoresken Weltsicht, und was mir als Knabe wie eine kunterbunte und unterhaltsame Lebenswelt erschienen war, kam mir nun im reiferen Alter wie eine Utopie vor, wie die Utopie einer lichtdurchfluteten, liebevollen, unschuldigen Jugend mit all ihren Ideen, ihrer Tiefe und sogar der ersten Liebe, die\u00a0 \u2013 wie das in den meisten Utopien der Fall ist \u2013 ganz ohne Sex abgeht. Es kommt sogar zur Konfrontation mit dem B\u00f6sen, dargestellt in der Figur des Halbblutes \u201eIndianer Joe\u201c, das keineswegs weichgesp\u00fclt daherkommt, aber am Ende \u2013 auch das ein Kennzeichen der Utopie \u2013 seiner gerechten Strafe nicht entgeht. Alles, was geschieht, wird mit so viel Anschauungskraft und Poesie beschrieben, dass der Leser meint, mitten zwischen den Jungs zu sein. Das ganze Buch ist ein einziger Genuss, auch wenn der eine oder andere einige der Szenen und Geschichten ganz besonders liebt. Meine Lieblingspassagen: der K\u00e4fer und der Hund beim Sonntagsgottesdienst und die Abenteuer der Ausrei\u00dfer Tom, Huck und Joe auf der Insel im gro\u00dfen Strom.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3638\" aria-describedby=\"caption-attachment-3638\" style=\"width: 588px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2979.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3638\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2979-900x494.jpg\" alt=\"IMG_2979\" width=\"588\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2979-900x494.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_2979.jpg 1526w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3638\" class=\"wp-caption-text\">Mark Twain-Lotsendenkmal in Hannibal\/Missourie<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Chicago &#8211; Stadt der Vertikalen<\/h3>\n<p>Als ich in Downtown Chicago aus der Metro stieg, verschlug mir der Anblick der Straenschluchten schier den Atem. Der Chicago Novize wird in der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Amerikas zum \u201eHans-Gluck- in-die-Luft\u201c, der sich mit steifem Nacken \u00fcber die B\u00fcrgersteine bewegt. An der Daley Plaza wurde in einer H\u00f6he von 200Metern eine Kirche einfach aufgesetzt \u2013 wenn man will. die h\u00f6chste Kirche der Welt, Mies van der Rohes Stahlbau an der Madison Avenue &#8211;\u00a0 ein hunderte von Meter hohes Ausrufezeichen aus Stein. Dann in den Nischen der Betongiganten gro\u00dfe Kunst, die aus der N\u00e4he frappiert &#8211; Picassos \u00fcbverlebensgrosse Staue \u201eUntitled\u201c blickte wie das skelettierte Monster der Moderne auf Tausende von Angestellten, die tagaus tagein zu seinen F\u00fc\u00dfen ihren Mittagsnack herunterschlingen, um dann wieder zu ihrer Arbeit zu rennen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3214.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-3612\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3214-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3214\" width=\"581\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3214-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3214.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Milleniumspark und der Grantpark erm\u00f6glichen dann aus der Distanz ein erstes Aufatmen aus der bedr\u00e4ngenden Unmittelbarkeit der Vertikalen. Anders als die Vielzahl der Hochh\u00e4user in New York, die mitunter wie ein steinerne Horde wirken, ragen die Wolkenkratzer in Chicago wie die gut erkennbaren Mitglieder eines hochklassigen Ensembles in den Himmel \u2013 hier der Willis Tower, dort das Trump Building, daneben der neogotische Block der \u201eChicago Tribune\u201c, am Horizont das John Hancock Builing &#8211; lauter Unikate der Architektur.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt die Distanz \u2013 man muss den Stadtv\u00e4tern Chicagos auf immer dankbar sein, dass sie die Bebauung der Stadt bis an die Ufer des Michigansees verhinderten, so dass sich im Bezirk der gro\u00dfen Parks am Ufer des Sees ein urbaner Gesamteindruck ergibt, in dem sich H\u00f6he und Weite auf eine Weise erg\u00e4nzen, wie ich es noch nie gesehen habe. Der gro\u00dfe Platz am Buckinghambrunnen im Grantpark mit der Kulisse der gesamten Skylinie geh\u00f6rt f\u00fcr mich deswegen zu den gandiosesten Pl\u00e4tzen der Welt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3613\" aria-describedby=\"caption-attachment-3613\" style=\"width: 605px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3155.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3613\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3155-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3155\" width=\"605\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3155-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3155.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3613\" class=\"wp-caption-text\">Der Buckinghambrunnen im Grantpark, einer der sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze der Welt<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcber Chicago w\u00fcrde es sich lohnen, ein eigenes Buch zu schreiben, denn eine so vielf\u00e4ltige, lebensfrohe und faszinierende Stadt wird man lange suchen m\u00fcssen. Herrlich, der Anblick der Skyline von den Volleyballfeldern des Golden Beach im Norden, erhaben der Pfingstgottesdienst in der Rockefeller Kirche im Universit\u00e4tsviertel, eigentlich viel ergreifender als die \u201eBishop Al Green Show\u201c in Memphis. \u00a0Obamas Fris\u00f6r haben wir im S\u00fcden Chicagos vergeblich gesucht, doch das Stra\u00dfenleben im ukrainischen Viertel war klasse, ebenso unsere kleine Suite im \u201eHouse oft wo Urns\u201c, die ich nur w\u00e4rmstens weiterempfehlen kann. In Chicago hie\u00df es auch Abschied nehmen von Frank, der mir in den beiden ersten Wochen der Reise ein weit besserer Partner gewesen war, als ich es jemals erwartet h\u00e4tte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3230.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4409\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3230-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3230\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3230-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3230.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Frank flog mit der gleichen Lufthansa-Maschine nach D\u00fcsseldorf zur\u00fcck, mit der Lilia aus Deutschland kam, um mit mir den zweiten Teil der Reise, die gro\u00dfe Fahrt nach Westen, zu erleben. Fast w\u00e4re sie der amerikanischen Security zum Opfer gefallen und in D\u00fcsseldorf nicht mitgenommen worden. Aber das ist eine andere Geschichte. Nun war sie da!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Lilia-ist-da.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4410\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Lilia-ist-da-900x506.jpg\" alt=\"Lilia ist da!\" width=\"900\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Lilia-ist-da-900x506.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Lilia-ist-da.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Durch die Pr\u00e4rie zu den Badlands und den Black Hills<\/h3>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wisconsin, das Land<\/span><span style=\"color: #000000;\">\u00a0der Deutschen und des K\u00e4ses, hatte etwas abgeschrubbt Idyllisches. Es glich einer fetten und gesunden Speise, die niemand ohne Not ein zweites Mal i\u00dft. Unidyllisch waren allerdings die zahlreichen Rehe, Biber und Waschbaeren, die plattgefahren am Rande\u00a0<\/span><span style=\"color: #000000;\">des Highways lagen und um die sich niemand zu k\u00fcmmern schien. Madison, die Hauptstadt Wisconsins besa\u00df ein Capitol, so gro\u00df und pr\u00e4chtig, \u00a0als w\u00fcrde von hier aus ein Weltreich regiert.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/a-31-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-3606\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/a-31--900x675.jpg\" alt=\"a (31)\" width=\"495\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/a-31--900x675.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/a-31--1600x1200.jpg 1600w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/a-31-.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">La Crosse am Mississippi, an der Grenze von Wisconsin und Minnesota, war eine gesichtslose Stadt. Au\u00dfer dem Mississippi, der sich in der Umgebung des Ortes in unz\u00e4hlige Seitenarme aufteilte, gab es hier nichts zu sehen. Auf der Mississippibr\u00fccke nahm ich Abschied vom gro\u00dfen Fluss, der hier im Norden die Besonderheit, die ihn im S\u00fcden auszeichnet, verloren zu haben schien. Im Umkreis von La Crosse glich er einem gro\u00dfen See mit lauter kleinen Inseln, die so aussahen, als w\u00fcrden sie jeden Moment im Wasser verschwinden.\u00a0<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Minnesota roch selbst in der N\u00e4he des Highways nach Schwein und Schaf. Dann endlose Felder, Bewaesserungsanlagen, monstr\u00f6se Traktoren. \u00a0Hinter Albert Lea verwandelte sich die Landschaft in ein Meer aus Wiesen und Feldern, auf dem sich, Schiffen gleich, im weiten Abstand voneinander die Farmen erhoben. Wie Masten ragten die Getreidespeicher in den Himmel, weise Z\u00e4une umfriedeten die Wohnh\u00e4user. Teilnahmslos doesende K\u00fche auf den Weiden. \u00a0Hinter Sioux Falls wurde die Landschaft noch eint\u00f6niger. Daf\u00fcr erz\u00e4hlte der Himmel immer neue Geschichten. Breitwand-panoramen aus wei\u00dfer Watte vor hellem Blau. Der Kornpalast von Mitchell war eine Mischung aus Langeweile, Kitsch und Marketing, an dem die Leute nur anhielten, weil es im Umkreis von 500 Kilometern sonst nichts zu sehen gibt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dann pl\u00f6tzlich der Missourie- riesig, ein ganzes Tal erf\u00fcllend, floss der gewaltige Strom nach Suedosten, wo er sich bei St Louis mit dem Mississippi vereinigen wird. Blau das Wasser, mit einem Stich ins T\u00fcrkise. Satt und gruen die Ufer. Unmittelbar <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3401.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4382\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3401-628x800.jpg\" alt=\"IMG_3401\" width=\"250\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3401-628x800.jpg 628w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3401-942x1200.jpg 942w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_3401.jpg 1256w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>hinter dem Missourie huegeliges, begrastes Land. Indianerland. Nach einer weiteren Tagesetappe von 700 km waren und Rapid City, die Tore zu den Badlands, erreicht.<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">In der Nacht zog ein Wirbelsturm \u00fcber die Prairie. Das ganze Haus wackelte, und es sch\u00fcttete wie aus Eimern. Am Morgen spannte sich ein grauer Himmel ueber dem Land, es war schneidend kalt und windig. Im &#8222;Wounded Knie&#8220; Museum von Wall wurde das letzte grosse Indianermassaker aus dem Jahre 1890 dokumentiert. Besch\u00e4mend die Kopien der Tapferkeitsurkunden f\u00fcr die Soldaten, die mit Hotchkiss Gesch\u00fctzen Frauen und Kinder niedergemacht hatten.<\/span><\/p>\n<p>Das Wetter erz\u00e4hlt in der Pr\u00e4rie jeden Tag eine andere Geschichte, gottlob \u00e4ndert es auch st\u00fcndlich seine Meinung. Zu unserer Freude verschwanden am Mittag die grauen Wolken, und ein strahlender Himmel entstand \u00fcber den\u00a0<a title=\"Badlands (South Dakota)\" href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/badlands-south-dakota-4\/\">Badlands<\/a>. Die Badlands, nach einem Wort von Frank Lloyd Wright, der Ort, an dem die Natur selbst zum Architekten wurde, sind eine Ansammlung geheimnisvoll geformter kalkwei\u00dfer Berge und Schluchten, eingebettet in ein Meer aus Gras.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3459.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3581\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3459-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3459\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3459-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3459.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Und wieder eine R\u00fcckkehr in die eigene Biographie. War es im S\u00fcden die eigene Jugend, die anhand der Musik wieder lebendig wurde, so revitalisierte das Erlebnis der Badlands die Phase der imaginierten Indianer- und Cowboylekt\u00fcre aus der Kindheit. Dass es Winnetou und Old Shatterhand niemals gegeben hatte, hatte mich in jungen Jahren schwer entt\u00e4uscht, aber wenigstens gab es in Gestalt der Badlands die B\u00fchne, auf der der Wilde Westen wild gewesen war.\u00a0<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Durch eine Galerie aller 50 Staatsflaggen der Vereinigten Staaten erreicht man in Mount Rushmore die gro\u00dfe Aussichtsterrasse, \u00a0von der aus man \u00a0die weltber\u00fchmten \u00a0Pr\u00e4sidenten-k\u00f6pfe sehen kann. Alles Amerikanische muss gro\u00df und monumental sein, meinten die Initiatoren des Projektes, als sie 1927 damit begannen, zuerst George Washington und sp\u00e4ter Jefferson, Theodore Roosevelt und Lincoln in den Granitberg zu sprengen. Eine Idee aus der Glanzzeit der USA, die heute merkw\u00fcrdig unzeitgem\u00e4\u00df wirkt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3610.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3583\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3610-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3610\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3610-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3610.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">An die dunkle Gr\u00fcnderzeit der USA erinnerte nur eine Autostunde s\u00fcdlich das im Bau befindliche Crazy Horse Monument, eine Monumentalstatue, deren Konzeption nicht nur alle Ma\u00dfst\u00e4be sprengte, sondern die auch durch und durch unindianisch \u00a0ist. Bisher ist nur der hochhaushohe Kopf des Indianerhelden Crazy Horse aus dem Fels herausgesprengt- fertiggestellt soll die Riesenskulptur des Helden von Little Big Horn 200 Meter \u00fcber die Black Hills herausragen. Bis es so weit ist, tanzen die Lakota Sioux zur Freude der Touristen ihre T\u00e4nz<\/span><span style=\"color: #000000;\">e zu F\u00fc\u00dfen des Berges und lassen sich ihre Ges\u00e4nge gut bezahlen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3657.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3580\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3657-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3657\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3657-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3657.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><em>\u00a0<\/em><\/h3>\n<h3><strong>Rodeo in Cody oder: Das Geheimnis der Hodenklammer<\/strong><\/h3>\n<p>Ich habe mich immer schon gewundert, warum die Pferde und die Bullen beim Rodeo derartige Bockspr\u00fcnge vollf\u00fchren. So schlimm kann es doch nicht sein, dachte ich, wenn sich ein Reiter auf ihren R\u00fccken setzt. Au\u00dferdem staunte ich dar\u00fcber, dass die Tiere auch dann weiter herumbockten, \u00a0wenn der Reiter l\u00e4ngst abgeworfen war. In Wahrheit verh\u00e4lt es sich so, dass die Hoden der Tiere mit Klemmvorrichtungen versehen werden, die sie so schmerzen, dass sie wie panisch hin und herspringen und selbstverst\u00e4ndlich in ihrer Not mir der Hopserei auch nicht aufh\u00f6ren, wenn der Reiter im Staub liegt.<\/p>\n<p>Das wie einen Tropfen Essig in den Wein vorneweg geschickt, war der \u00a0Besuch des Cody Rodeos trotzdem eine interessante Erfahrung \u2013 vielleicht weniger als ein artistisches denn als ein kulturelles Ereignis. Dazu muss man wissen, dass sich die Stadt Cody in Wyoming zwischen Rapid City in South Dakota und dem Eingang des Yellowstone-Nationalparks an der Grenze von Wyoming und Montana befindet und ber\u00fchmt daf\u00fcr ist, ihren Besuchern zwischen Juni und September eine allabendliche Rodeo Veranstaltung f\u00fcr einen Eintrittspreis von 20 Dollar anzubieten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3818.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3624\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3818-900x574.jpg\" alt=\"IMG_3818\" width=\"900\" height=\"574\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3818-900x574.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3818.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Rodeo, das wir am Freitag, dem 13.6., in Cody besuchten, begann auch typisch amerikanisch mit dem Aufmarsch von f\u00fcnf Reiterinnen, die zur Musik von \u201eLegenden der Leidenschaft\u201c f\u00fcnf gro\u00dfe amerikanische Fahnen trugen. \u00a0Dann erhoben sich \u00a0alle Besucher von ihren Sitzen, falteten die H\u00e4nde und folgten dem Gebt des Moderators, das \u00fcber Lautsprecher verst\u00e4rkt \u00fcbe den Platz klang. Oh Lord, vergib unsere S\u00fcnden, oh Lord bewahre uns Deine Gnade, Oh Lord, sch\u00fctze unsere Truppen und erleuchte unsere politischen F\u00fchrer. Anschlie\u00dfend blieben alle Stehen, legten die rechte Hand auf ihr Herz und sangen die Nationalhymne.<\/p>\n<p>Nach diesem obligatorischen Einleitung begann das eigentliche Rodeo-Programm. Zuerst wurde ein Zeitrennen veranstaltet, bei dem junge Frauen und M\u00e4dchen auf ihren Pferden quer durch die Arena um zwei Tonnen rasten. Beim \u201eCattle Catching\u201c versuchten zwei Cowboys von ihren Pferden aus, ein davonlaufendes Rind gleichzeitig das Lasso \u00fcber den Kopf und die Hinterbeine zu werfen, was nur drei Teams gelang. Bei der Mehrzahl der Versuche raste das Rind einfach geradeaus durch die Arena, und die Cowboys galoppierten unter dem Hohngel\u00e4chter des Publikums lassoschwingend aber erfolglos hinterher. Das Pferderodeo konnte ich nur begrenzt genie\u00dfen, weil ich wusste, wie schmerzhaft sich die Prozedur f\u00fcr die Pferde darstellte. Immerhin geb\u00e4rdeten isch die Pferde \u00a0so rasend, dass sie bis auf einen Reiter s\u00e4mtliche Cowboys in hohen Bogen von den Schultern warfen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_38191.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3625\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_38191-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3819\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_38191-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_38191.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die K\u00f6nigsdisziplin des Rodeos aber ist das \u201eBull Ridung\u201c. Dabei muss der Cowboy versuchen, ohne Sattel mindestens sechs oder sieben Sekunden auf dem R\u00fccken des m\u00e4chtigen Tieres zu bleiben, was nur einem einzigen Reiter gelang. Bull Riding geht auf die Knochen, denn die Cowboys flogen nicht nur meterweit durch die Gegend, sondern bekamen mitunter auch noch einen Tritt oder eine Sto\u00df mit den H\u00f6rnern ab. Alle Reitversuche wurden von einem Moderator ausgiebig kommentiert, im Erfolgsfall\u00a0 vom Publikum bejubelt und \u00fcber gro\u00dfen Lautsprechern musikalisch untermalt. So beeindruckend aber die Reitk\u00fcnste mancher Cowboys auch waren, am besten gefiel mit die Kindernummer ganz am Ende des Abends. Durch einen Clown wurden alle anwesenden Kinder\u00a0 in die Arena gerufen und aufgefordert, mit blo\u00dfen H\u00e4nden zwei kleine K\u00e4lbchen zu fangen, die in die Arena hereingetrieben wurden. Sofort rasten sechzig oder siebzig Knirpse auf die kleinen \u00a0K\u00e4lbchen los, die erst verbl\u00fcfft und dann erschrocken Rei\u00dfaus nahmen. So klang das Rodeo unter gro\u00dfem Gel\u00e4chter aller Erwachsenen aus, die mit wachsender Begeisterung zusahen, wie ihre Spr\u00f6sslinge den kleinen Rindern hinterherjagten. Dieser liebenswerte Abschluss des Cody-Rodeos h\u00e4tte einen fast mit der Unsitte der Hodenklemmerei vers\u00f6hnen k\u00f6nnen, wenngleich ich trotzdem der Ansicht bin, es w\u00e4re vielleicht ganz gut, nicht nur die Rinder sondern auch die Reiter mit einer Hodenklemme zu versehen, weil dann das allgemein Gezappel von Tier und Mensch ganzheitlicher und ganz gewiss gerechter w\u00fcrde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3780-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3626\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3780-3-900x448.jpg\" alt=\"IMG_3780  (3)\" width=\"900\" height=\"448\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3780-3-900x448.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3780-3.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00a0Wyoming<\/h3>\n<p>Wer durch Wyoming reist, insbesondere durch die Region von Big Horn und Cody oder wer das Gl\u00fcck hat, die gro\u00dfen Parks zu besuchen und die Natur in ihrer Pracht und Weite zu erleben, kann leicht zu der Auffassung kommen, hier w\u00e4re endlich eine Landschaft gefunden, die dem Menschen ein ihm gem\u00e4\u00dfes Leben erlaubt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3905.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3630\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3905-900x600.jpg\" alt=\"IMG_3905\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3905-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3905.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Selten habe so stark empfunden, wie notwendig es ist, zus\u00e4tzlich zu diesen Impressionen die Literatur von Menschen vor Ort zu lesen, um die oberfl\u00e4chlichen Reiseeindr\u00fccke zu erg\u00e4nzen. Denn in Annie Prouxl\u00b4 \u201eHinterlandgeschichten\u201c begegnet dem Leser ein ganz anderes Wyoming: \u201cDie Trockenheit wurde immer schlimmer\u201c, hei\u00dft es etwa in der Geschichte \u201eWas f\u00fcr M\u00f6bel Jesus aussuchen w\u00fcrde\u201c, \u201eHeuschrecken tauchten bereits im April auf, was eine Plage im August verhie\u00df. Das Gras knackte unter seinen F\u00fc\u00dfen wie Eierschalen. Die Landschaft war farblos, der alkalische Staub entf\u00e4rbte Gras, Steine und sogar den Erdboden. Wenn ein Fahrzeug auf der Stra\u00dfe vor\u00fcberfuhr, breitete sich eine feine Staubwolke aus, die sich nur langsam legte. Die Hitze hatte jeden Geruch in der Luft erstickt bis auf die schwache Ausd\u00fcnstung alten Pappkartons, die der Kalkstaub absonderte.\u201c(S. 79f)<\/p>\n<p>Der Rancher Gilbert Wolfscale, die Hauptfigur dieser Geschichte, wird durch diese Natur in die Knie gezwungen. Zugleich erlebt er die verh\u00e4ngnisvollen Zeichen einer neuen Zeit: Methangasbohrungen, Grundwasservergiftung, Scheidung, verweichlichte, anspruchsvolle Kinder, die das Rancherleben hassen und sich kaum gerade auf den Pferden halten k\u00f6nnen, verbittern ihm den Alltag. Am Ende ist er ein Relikt, ein alter, verlassener Mann, von dem die Zivilisation abf\u00e4llt \u201ewie Federn von einem gerupften Huhn.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3378-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3631\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3378-3-900x675.jpg\" alt=\"IMG_3378  (3)\" width=\"900\" height=\"675\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3378-3-900x675.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3378-3.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/a-41-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3615\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/a-41-.jpg\" alt=\"a (41)\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/a><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3>Ausflug nach \u00a0Urerde: Yellowstone<\/h3>\n<p>Wenn ich aus dem Abstand einiger Wochen an den\u00a0<a title=\"Yellowstone\" href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/fotogalerien\/yellowstone\/\">Yellowstone<\/a>-Park zur\u00fcckdenke, erinnere ich mich an Viererlei. Zuerst denke ich an den grandiosen Yellowstone-River, der breit und majest\u00e4tisch zwischen Cody und dem Parkeingang dahinfloss. Zu beiden Seiten des gro\u00dfen Flusses ragten die Berge amphiteatralisch in den Himmel, jeder von ihnen ein Unikat, begr\u00fcnt, zackig, von pr\u00e4chtigen \u00a0Wolken wie mit einer Aura wei\u00dfer Watte umgeben, ein Fluss wie ein K\u00f6nig, an dessen Ufern Menschen und Tier nichts anderes waren als G\u00e4ste der Natur.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3886b-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3640\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3886b--900x600.jpg\" alt=\"IMG_3886b\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3886b--900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3886b-.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann f\u00fchrte die Stra\u00dfe h\u00f6her. Eine Welt aus Eis und Schnee ist meine zweite Erinnerung an Yellowstone. \u00a0Tiefschwarze Wolken lagen \u00fcber dem Yellowstone-Lake. \u00a0Im S\u00fcden waren, von einem verirrten Sonnenstahl illuminiert, die Ausl\u00e4ufer der Grand Teton Range zu sehen. Dann begann es zu schneien, denn wir befanden uns schon auf einer Meeresh\u00f6he weit \u00fcber 2000 Metern. Den Bisons und Antilopen am Wegesrand schien der wei\u00dfe Vorhang, der sie vor den Blicken der Menschen verbarg, willkommen. Auf der Continental Divide war die Stra\u00dfe vereist, die Douglastannen waren mit Rauhreif bedeckt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3986.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3641\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3986-900x496.jpg\" alt=\"IMG_3986\" width=\"900\" height=\"496\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3986-900x496.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3986.jpg 1310w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Meine dritte Erinnerung an Yellowstone sind die Geysire, die kleinen Kocht\u00f6pfe des Erdinnern, die \u00fcberall im Park Dampf und Schwefel ausstie\u00dfen. Gelb, gr\u00fcn, wei\u00df und braun waren die R\u00e4nder der blubbernden Wasser, wei\u00dfer Dampf nebelte die Besucher ein. Abgestorbene Baumskelette standen \u00fcber der Schwefelerde, die wei\u00df und rissig war wie eine Decke aus Eierschalen. Alle drei\u00dfig Minuten stie\u00df der gr\u00f6\u00dfte aller Geysire, der Old Faithful m\u00e4chtige Dampffont\u00e4nen in die Luft, ein Uhrwerk der Sch\u00f6pfung, zu dessen Betrachtung lange Sitzb\u00e4nke am Rande des Geysires einluden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4378.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3642\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4378-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4378\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4378-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4378.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Meine vierte und pr\u00e4gendste Erinnerung an Yellowstone ist die Landschaft im Norden des Parks, die weiten T\u00e4ler, die wir vom Rande des Mount Washborne aus sehen konnten, die endlosen W\u00e4lder, die sich im konturlosen Gr\u00fcn des Horizontes verloren, und das Gef\u00fchl einer urweltlicher Weite, in der ich mir vorkam wie ein Hobbit in einem \u00fcberdimensionierten Auenlanld. Als ich in der N\u00e4he der Tower Falls \u00fcber die T\u00e4ler und Berge sah, erblickte ich ein B\u00fchnenbild der Sch\u00f6pfung, wie es nur noch in diesem Teil Nordamerikas existiert: sich selbst gen\u00fcgend in seiner Pracht, so gro\u00df,\u00a0 um hunderttausend Pflanzen und Tieren Raum zur Entfaltung zu bieten und so ewig, dass es alles Leben \u00fcberdauern wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4238.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3643\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4238-900x564.jpg\" alt=\"IMG_4238\" width=\"900\" height=\"564\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4238-900x564.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4238.jpg 1486w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_4411\" aria-describedby=\"caption-attachment-4411\" style=\"width: 306px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4220.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4411\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4220-533x800.jpg\" alt=\"IMG_4220\" width=\"306\" height=\"459\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4220-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4220-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4220.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4411\" class=\"wp-caption-text\">Yellowstone-Schlucht<\/figcaption><\/figure>\n<p>Soweit die Naturpoesie. Aber auch geografisch ist der Yellowstonepark eine der Achsen Nordamerikas, genauer gesagt: eines seiner wichtigsten Quellgebiete. Hier entspringen der Madison und der Jefferson, die \u00a0sich im Norden bei Great Falls in Montana zum Missouri vereinigen. Der Yellwostone-River entspringt dem Yellowstone Lake, flie\u00dft breit und majet\u00e4tisch nach Osten, vorbei an Cody, um 1000 Kilometer weiter nord\u00f6stlich sich in Nord-Dakota mit dem Missouri zu\u00a0 vereinigen, wobei es ihm ironischerweise genauso ergeht wie dem Missourie mit dem Mississippi bei St. Louis. Obwohl der Yellowstone-River am Ort des Zusammenflusses weit m\u00e4chtiger ist als de Misssouri, verliert er seinen Namen.\u00a0Der Snake River verl\u00e4sst den Yellowstone Park s\u00fcdlich, durchlie\u00dft den Tetonpark, um nach einem bizarren Verlauf mit kuriosen Flussschleifen sich nach 1600 km in den Columbia zu ergie\u00dfen, der seinerseits in den Pazifik entw\u00e4ssert. Soweit die Theorie. In der Praxis aber gab es so viele Quellen, Seen, B\u00e4che oder Fl\u00fcsse in diesem durchfeuchteten Hochland, dass man nie genau wissen konnte, ob dieses oder jenes Gew\u00e4sser in den Atlantik oder in den Pahzifik entw\u00e4ssert. Auf dem Weg in die Ozeane aber waren sie alle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wo die Elche \u00fcberwintern: Der Grand Teton Nationapark<\/h3>\n<p>Als wir Yellowstone verlie\u00dfen, schneite es. \u00a0Auf der Continental Divide zwischen dem Yellowstone Lake und Great Faithful tobte ein regelrechter Schneesturm. Am Parkausgang war der Schnee in Dauerregen \u00fcbergegangen, und eine dicke Suppe lag vor uns, als wir, \u00a0in Richtung Jackson Hole fuhren. Erst in Colter Bay am Jackson Lake endete der Niederschlag, der Himmel zeigte schon wieder die ersten Konturen, hier und da waren auf der anderen Seite des Snake Rivers sogar dei Berge zu erkennen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4392.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4413\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4392-900x583.jpg\" alt=\"IMG_4392\" width=\"900\" height=\"583\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4392-900x583.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4392.jpg 1381w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der kleine Ort Colter Bay am Jackson Lake tr\u00e4gt seinen Namen nach John Colter, einem Teilnehmer der Lewis und Clarke Expedition, der ab 1806 als erster Wei\u00dfer die Gebiete des heutigen Yellowstone- und Tetonparks bereiste. Amerikaweit ber\u00fchmt ist John Colter\u00a0 f\u00fcr \u201eColters Run\u201c, seine Flucht vor den Blackfoot Indianern, denen er mit beachtlicher Ausdauer einfach so schnell davonlief, dass ihn kein Blackfoot Indianer mehr erreichen konnte.\u00a0Von den Blackfoot war am Ufer des Jackson Lakes nichts mehr zu sehen, daf\u00fcr tummelten sich selbst bei diesem durchwachsenen Wetter Touristen aus den gesamten Vereinigten Staaten im Visitor Center von Colter Bay. Auf gro\u00dfen Fotografien und Texttafeln wurde die Geschichte des Parks entfaltet, zuerst das Leben der Indianer, dann seine Erschlie\u00dfung durch Trapper und J\u00e4ger \u00a0und schlie\u00dflich die Gr\u00fcndung des Grand Teton Nationalparks durch die Landgeschenke des Milliard\u00e4rs John D. Rockefeller II \u2013 \u00fcbrigens der gleiche Rockerfeller, der in Chicago aus den Ertr\u00e4gen seiner Unternehmungen den Bau der Rockefeller-Kirche und der Universit\u00e4t finanziert hatte. Komisch, dachte ich, in meiner linken Studentenzeit hatten wir Figuren wie Rockefeller, Vanderbilt oder Carnegie immer als Schufte gesehen, w\u00e4hrend uns Lenin und Ho als Helden erschienen waren. Sollten wir da etwas grundlegend missverstanden haben?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4412\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4400-900x547.jpg\" alt=\"IMG_4400\" width=\"900\" height=\"547\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4400-900x547.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4400.jpg 1532w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als wir das Ufer des \u00a0Jackson Lake erreichten, hatte sich die Wolkendecke gehoben. \u00a0Nun sahen wir sie doch noch: die Teton-Range, eine Galerie von eisbedeckten Drei- und Viertausendern, die die Grenze zwischen Wyoming und Idaho markierten und mit den Ebenen und Seen zu ihren F\u00fc\u00dfen zu den sch\u00f6nsten Landschaften der USA z\u00e4hlen. Die Teton-Range erinnerte mich an die Banff-Jasper Stra\u00dfe in Britisch Columbia, sie war kompakter, eine auf wenige <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4451.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4414\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4451-900x619.jpg\" alt=\"IMG_4451\" width=\"370\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4451-900x619.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4451.jpg 1513w\" sizes=\"auto, (max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/a>Quadratkilometer konzentrierte Natursch\u00f6nheit, in der sich Seen und Berge, Horizontale und Vertikale wie bei einer beabsichtigten Naturkomposition vereinigten. Nicht weniger ber\u00fcckender war die Anblicke der weiten Ebenen, deren Wiesen sich, trunken vor Bew\u00e4sserung, in einen einzigen \u00a0gelben Butterblumenteppich verwandelt hatten. Am Jenny Lake st\u00fcrzten die Berge wom\u00f6glich noch eine Spur dramatischer in die See als am Jackson Lake. Unbek\u00fcmmert und ganz im Augenblick verfangen, spazierten wir die Uferpfade entlang und organisierten ein Picknick direkt am See, wobei mir erst sp\u00e4ter einfiel, dass sich gerade deswegen am Jenny Lake des \u00f6fters Braunb\u00e4ren und Grizzlys herumtreiben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4483.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4415\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4483-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4483\" width=\"294\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4483-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4483.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Da das Wetter aber schon wieder umschlug, blieben die B\u00e4ren, wo sie waren, und wir kamen ungeschoren davon. Weiter ging die Reise den Snake River entlang in Richtung Jackson Hole, in dessen Umgebung sich jeden Winter eines der bemerkenswertesten Naturschauspiele der Welt ereignet. Da den Winter in den h\u00f6heren Lagen der Tetons kaum ein Tier \u00fcberleben kann, ziehen sich Tausende von Elchen ab Oktober in das sogenannte \u201eElk Refuge\u201c nord\u00f6stlich von Jackson Hole zur\u00fcck, wo sie \u2013 beobachtet und betreut von Rangern und Tiersch\u00fctzern \u2013 in der kalten Jahreszeit ganz gut \u00fcber die Runden kommen. \u00a0Als wir jetzt, im Juni, am Eingang des Elk Refuges vor\u00fcberkamen, mussten wir uns mit dem Bronzestandbild drei Elche begn\u00fcgen, lebendig war nur ein kleiner Maulwurf, der uns von der Basis der Skulpturengruppe aus aufmerksam be\u00e4ugte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4514.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4416\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4514-900x602.jpg\" alt=\"IMG_4514\" width=\"900\" height=\"602\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4514-900x602.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4514.jpg 1308w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wer kennt schon IDAHO?<\/h3>\n<p>Wer kennt schon Idaho? Den 43.Staat der USA, eingeklemmt zwischen Montana, Wyoming, Utah, Washington State und Kanada, in dem auf einer Fl\u00e4che von knapp 215.000 qkm qkm nur 1,5 Millionen Menschen leben? Idaho, das unbekannte Land des Snake River, in dessen Namen die Anmutung von Exotik und Fremde mitschwingt und dessen NickName \u201eGem State\u201c auf die reichlich vorhandenen Bodensch\u00e4tze hiweist. Idaho war zuerst von Lewis und Clark auf ihrer transkontinentalen Westreise im Jahr 1805 entdeckt worden, dann war es vorwiegend Transferland f\u00fcr die Siedler gewesen, die in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jhdts auf dem Oregon Trail zum Pazifik wollten. Im 20. Jahrhundert wurde der bis dahin eher b\u00e4uerliche Staat durch die Ansiedlung neuer Industrien wohlhabend.<\/p>\n<p>Wir erreichten Idaho auf der Gebirgsstra\u00dfe zwischen Jackson Hole\/Wyoming und Idaho Falls, einer imposanten Strecke, die den Reisenden \u00fcber zwei Stunden hinweg in eine alpine Welt entf\u00fchrt. Schnee soweit das Auge reichte, wei\u00df bepuderte Tannenw\u00e4lder, einsame Adler am Himmel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4540.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3645\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4540-900x462.jpg\" alt=\"IMG_4540\" width=\"900\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4540-900x462.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4540.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann senkte sich die Stra\u00dfenf\u00fchrung,\u00a0 und schon wieder \u00e4nderte sich das Klima.\u00a0 M\u00e4chtig rauschte der Snake River Stromschnellen \u00fcber die regulierten Wasserf\u00e4lle unterhalb der gro\u00dfen Mormonenkirche von Idaho Falls.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4561.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3646\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4561-900x519.jpg\" alt=\"IMG_4561\" width=\"900\" height=\"519\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4561-900x519.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4561.jpg 1597w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann der n\u00e4chste Klimawechsel. Nur eine Autostunde nordwestlich von Idaho Falls durchfuhren wir eine topfebene W\u00fcstenlandschaft. Links und rechts nichts zu sehen au\u00dfer einsamen H\u00fcgeln am Horizont.\u00a0 Kaum sichtbar am Horizont die Bergz\u00fcge der Rocky Mountains, knackige Sonne brannte auf staubigen Grund. Keine Fliege k\u00f6nnte hier \u00fcberleben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4610.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3647\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4610-900x439.jpg\" alt=\"IMG_4610\" width=\"900\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4610-900x439.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4610.jpg 1597w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mitten in dieser W\u00fcste befand sich der Nationalpark \u201eCrater of the Moon\u201c, in dem die ersten Astronauten vor der Mondlandung die Fortbewegung auf unserem Trabanten trainiert haben sollen. Nichts ist langweiliger als der Anblick schwarzen Gesteins unter sengender Sonne, dachte ich, war aber \u00fcberrascht \u00fcber die bezaubernden Ansichten, die es Im Vulkanpark zu sehen gab. Die extrem mineralienhaltige Vulkanasche hatte die Landschaft trotz der Trockenheit wieder zum Leben erweckt und ein Naturbild in seltener Farbkombination entstehen lassen. Das Gr\u00fcn der \u00fcppig sprie\u00dfenden Pflanzen, das Schwarz der Vulkanerde und das makellose Blau des W\u00fcstenhimmels wirkten wie eine ins Gigantische \u00fcbertragene Chagallkomposition.<\/p>\n<p>In Twinfalls trafen wir wieder auf den Snake River, den wir in Idaho Falls verlassen hatten.\u00a0 Auf einer Strecke von \u00fcber 1600km durchquert der Snake River Idaho in einem weit geschwungenen s\u00fcdlichen Bogen, ehe er sich im Hells Canyon, der tiefsten Schlucht Nordamerikas, den Durchbruch nach Norden erk\u00e4mpft, wo er sich mit dem Missourie vereinigt.\u00a0 Kurz vor Twin Falls st\u00fcrzte der Snake River sechzig Meter in die Tiefe und bildete eine Riesenschlucht, \u00fcber die sich eine der gr\u00f6\u00dften Stahlbr\u00fccken der USA w\u00f6lbte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4644.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3648\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4644-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4644\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4644-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4644.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>An Boise, die Hauptstadt Idahos, werde ich mich nur noch wegen des schlechten Wetters <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4693.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3649\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4693-533x800.jpg\" alt=\"IMG_4693\" width=\"255\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4693-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4693-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4693.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a>und wegen des Unfalls erinnern, den ich in der Innenstadt gebaut habe ( vgl. Crash in Boise), vielleicht noch an das gro\u00dfe Kapitol und das Gef\u00e4ngnismuseum, in dem gezeigt wurde, wie man in den aldvorderen Zeiten die ganz schweren Jungs in d\u00fcsteren Blocks verrotten lie\u00df.<\/p>\n<p>Meine urspr\u00fcngliche Idee, von Boise aus in einem gro\u00dfen Bogen \u00a0nach Ketchum und Sun Valley zu fahren und dort dem Grab von Ernest Hemmingway die letzte Ehre zu erweisen, musste ich wegen des schlechten Wetters aufgeben. Auch aus dem Abstecher nach Idaho City, einer ehemaligen Goldgr\u00e4berstadt w\u00fcrde nichts werden. bei katastrophalem Wetter ohne ede Aussicht in den bergen herumzukurven, hatte ich keine Lust.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4581.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3650\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4581-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4581\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4581-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4581.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Crash in Boise<\/h3>\n<p>Ich hatte mich schon den ganzen Tag schlecht gef\u00fchlt. Durch die langen Tagestouren der letzten Tage war ich doch ersch\u00f6pfter als ich dachte, au\u00dferdem ging mir das Wetter auf den Wecker. Ein brutaler Landregen hatte unsere Reisepl\u00e4ne durchkreuzt, so dass wir anstatt in die Berge nach Stanley zu fahren, \u00a0gleich nach Boise, der Hauptstadt von Idaho, weiterreisten.<\/p>\n<p>Dort ist es dann passiert. Wir hatten gerade das Capitol besichtigt, ich \u00a0suchte in der Innenstadt den Weg zum Fluss und bog pl\u00f6tzlich und unvorschriftsm\u00e4\u00dfig rechts ab. Da rauschte mir ein Van in die Seite. Es gab einen h\u00e4sslichen Bums, und die schockartige Empfindung: jetzt ist die Reise zu Ende.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3652\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-6-900x675.jpg\" alt=\"IMG_4714  (6)\" width=\"294\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-6-900x675.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-6.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es ist aber dann doch ganz anders gekommen &#8211; derartig anders, dass der Unfall sich fast zu einer sozialen Erfahrung auswuchs. Drei junge Afroamerikaner stiegen aus dem anderen Fahrzeug, blickten etwas \u00fcberrascht auf die Beulen an ihrem Van, waren aber keinesfalls unfreundlich oder gestresst. \u201eKeep cool Man\u201c, sagte einer der drei und klopfte mir auf die Schulter. \u201eIf you want, we can organise it without Police.\u201c Dieses Angebot konnte ich nat\u00fcrlich nicht annehmen, auch und gerade, weil ich den Unfall verursacht hatte und f\u00fcr die Abwicklung mit der Mietwagenfirma einen Polizeibericht brauchte. Wie aus dem Boden gewachsen stand pl\u00f6tzlich ein Mann mit einem Fahrrad neben uns, eine freundlich-pyknische Erscheinung in kurzer Hose mit Fahrradhelm und einer gelben Weste, die ihn als st\u00e4dtischen Parkw\u00e4chter auswies.<\/p>\n<p>Er erledigte f\u00fcr mich alle Anrufe, informierte die Polizei und schaffte es\u00a0 sogar, \u00fcber die Stadtverwaltung von Boise das Mietwagenb\u00fcro von Alamo zu erreichen, wo man mich anwies, mit dem verbeulten Wagen einfach die Reise fortzusetzen. In Seattle w\u00fcrde man schon sehen. Anschlie\u00dfend warteten wir eine Viertelstunde auf die Ankunft der Polizei, was vollkommen entspannt ablief. Die drei Afroamerikaner schienen alle Zeit der Welt zu haben, sie scherzten miteinander, setzten sich auf den B\u00fcrgersteig, tranken einen Saft und fragten mich, woher ich komme und wohin ich wolle. Eine junge Schwarzafrikanerin kam in einem Cabrio vorbei und winkte den dreien zu, die lachend zur\u00fcckgr\u00fc\u00dften. Inzwischen hatte der Parkw\u00e4chter meine Wagenunterlagen eingehend studiert. \u201eDont worry Man,\u201c sagte er, als er mir die Papiere zur\u00fcckgab. \u201eYou have an extended Protection. Be happy.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3653\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-5-900x675.jpg\" alt=\"IMG_4714  (5)\" width=\"394\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-5-900x675.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4714-5.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kurz darauf erschien der Cop in seinem Wagen, ein bulliger Mensch mit schwellenden Oberarmen, eng sitzender Hose \u00a0und ungesund rotem Gesicht. Er nahm den Unfall auf, sprach zuerst mit dem jugendlichen Warenhalter, dann mit mir, \u00fcberpr\u00fcfte Ausweise und F\u00fchrerscheine und schrieb sodann seinen Bericht, von dem er mit eine Kopie samt Fallnummer \u00fcbergab. Wie es sich herausstellte, hatte er drei Jahre in Augsburg gelebt und hegte seit dieser Zeit f\u00fcr Deutschland nur die freundlichsten Empfindungen, so dass er sogar darauf verzichtete, mir die verdiente Knolle wegen verbotenem Abbiegens zu verpassen. Daf\u00fcr erkl\u00e4rte er mir sehr eingehend den Weg zum Fluss, w\u00fcnschte mir alles Gute und entschwand.<\/p>\n<p>Soweit, so gut. Wie aber w\u00fcrde der Schaden reguliert werden? Nach Studium meiner <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4715.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4355\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4715-533x800.jpg\" alt=\"IMG_4715\" width=\"277\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4715-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4715-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4715.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/a>Unterlagen stellte sich heraus, dass ich einen so genannten CDW, einen \u201eCollateral Dammage Weaver-Schutz\u201c besa\u00df, nach dem ich gegen Blechsch\u00e4den prinzipiell versichert war. Zur Abdeckung m\u00f6glicher Sch\u00e4den an anderen Fahrzeugen oder Personen hatte ich vor Beginn der Fahrt sogar eine aufw\u00e4ndige Zusatzversicherung abgeschlossen, so dass ich eigentlich davon ausgehen konnte, dass mich die Kosten, die mit diesem Unfall verbunden sein w\u00fcrden, nicht umhauen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Trotzdem lag der Unfall wie ein Schatten \u00fcber dem Rest der Reise. Zwar\u00a0\u00a0gew\u00f6hnten wir uns an die Beule in der rechten Fahrert\u00fcre und sahen auch jetzt erst so richtig, wie viele Autos mit derartigen Sch\u00e4den durch die Gegend fuhren, doch die Ungewissheit blieb. Im Internet war nichts Genaues zu erfahren &#8211; nur soviel, dass drei verschiedene Arten von Haftungsschutz mit drei unterschiedlichen Selbstbeteiligungen existierten. Welche f\u00fcr mich in Frage kam, konnte ich nicht <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_47851.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4419\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_47851-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4785\" width=\"291\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_47851-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_47851.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/a>herausfinden. So f\u00fchrte mich mein erster Weg gleich nach unserer Ankunft in Seattle zum Flughafenb\u00fcro von Alamo. Dort war ich den Wagen innerhalb von zwei Minuten quitt, ein Angestellter nahm ihn entgegen, schrieb beim Anblick des Schadens einen Code auf die Scheibe und sagte nur \u201eThey will call you, if you have to pay\u201c.<\/p>\n<p>Bis heute habe ich keinen Pfennig f\u00fcr den Schaden bezahlt. Als ich nachhause kam und mein Kreditkartenkonto \u00fcberpr\u00fcfte, sah ich, dass nur der vereinbarte Mietbetrag abge-bucht worden war. Kein Cent mehr. Ein Experte in Deutschland erkl\u00e4rte mir, dass Alamo prinzipiell bei Vermietungen an Ausl\u00e4nder nur Pakete ohne jede Selbstbeteiligung ver-kauft. Alamo sei Dank. Diese Firma werde ich immer wieder buchen. \u00a0Und Dank auch an die drei fr\u00f6hlichen Fahrer des gegnerischen Fahrzeuges. Mein Dank auch an den Park- w\u00e4chter und den deutschfreundlichen Polizisten. Und die Moral von der Geschicht\u00b4: Sei freundlich zu Ausl\u00e4ndern, denn Du wei\u00dft nicht, wann Du einmal einen Unfall im Ausland baust.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4668.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4339\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4668-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4668\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4668-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4668.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Columbia oder: Der unbekannte Riesenstrom<\/h3>\n<p>Bald hinter Boise wurde die Landschaft w\u00fcsten\u00e4hnlicher. Nackte rotbraune H\u00fcgel von betr\u00e4chtlichen Dimensionen erstreckten sich zu beiden Seiten der Stra\u00dfen &#8211; wie von Ewigkeit zu Ewigkeit gemei\u00dfelt lagen sie unter der prallen Sonne und w\u00fcrden noch ein paar Millionen Jahre brauchen, ehe sie zu Staub zerbr\u00f6selt w\u00e4ren. \u00a0Den Plan, im <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4356\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4723\" width=\"345\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/a>Nordwesten von Boise dem Lauf des Snake Rivers durch den Hells Canyon zu folgen, mussten wir aus Zeitmangel aufgeben. Die tiefste Schlucht der USA w\u00fcrde ich wohl in diesem Leben nicht mehr sehen, aber so ist das mit jeder Reise. Erst am Ende wei\u00df man, was man verpasst hat. Bald \u00a0weitere sich die Landschaft, wir durchfuhren eine staubtrockene Ebene, an deren R\u00e4ndern die Ausl\u00e4ufer der Berge nur noch als dunkle Barrieren zu erkennen waren. Oregon, einer der j\u00fcngsten Bundesstaaten der USA, war erreicht. Vor uns lag Baker City, eine der zentralen Etappen des Oregon-Trails, \u00fcber den sich im 19. Jhdt. ein Gro\u00dfteil der Besiedlung des pazifischen Nordostens vollzogen hatte. Entstanden war der Oregon Trail im Jahre 1846, als sich die USA und Kanada im sogenannten Oregon-Kompromiss auf eine verbindliche Grenzziehung\u00a0 am Pazifik \u00a0Westen geeinigt hatten. Der Trail f\u00fchrte von Wyoming aus die Rocky Mountains und folgte im Wesentlichen dem Verlauf der heutigen Interstate 84. N\u00f6rdlich von Utah zweigte der \u00a0Mormonen Trail ab und noch weiter s\u00fcdlich entstand kurz darauf der \u00a0California Trail, der nach San Franzisco f\u00fchrte. Jahr f\u00fcr Jahr str\u00f6mten auf diese Weise Zehntausende Menschen nach Westen \u2013 35.000 Personen auf 700 voll beladenen Planwagen waren zum Beispiel alleine im Jahre 1853 unterwegs. Das Ende des Oregon Trails kam \u00fcbrigens schlagartig mit der Fertigstellung der transamerikanischen Eisenbahnlinie im Jahre 1869. \u201eOnce upon a Time in the West\u201c l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Heute ist aber auch die Glanzzeit der Eisenbahn l\u00e4ngst vor\u00fcber, mehr als k\u00fcmmerliche Schienentrassen, auf denen ein- oder zweimal am Tag endlose Eisenbahnz\u00fcge im Zeitlupentempo vorbeirollten, waren von der Stra\u00dfe aus nicht zu sehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723a-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4340\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723a-5-900x468.jpg\" alt=\"IMG_4723a  (5)\" width=\"316\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723a-5-900x468.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4723a-5.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a>\u00a0Jenseits von Baker City fuhren wir im Norden auf m\u00e4chtige Eisriesen zu, deren Ausl\u00e4ufer jene\u00a0 idyllischen Ansichten zeigten, die die europ\u00e4ischen Trailer im 19. Jhdt. an ihre europ\u00e4ische Heimat erinnert haben mochten. Westlich des Interstate 84 begann der sogenannte \u201eScenic Byway through Time\u201c, eine 460 km lange Route, deren verschiedene Sehensw\u00fcrdigkeiten den Reisenden das pr\u00e4historische Oregon n\u00e4her bringen sollten. Vorbei an farbenfrohen \u201epainted Hills\u201c f\u00fchrt die Stra\u00dfe zum John Day Saurier Park, so benannt, nach John Day, einem Begleiter der Lewis und Clarke Expedition, der nach 1810 Oregon bis zum Pazifik bereiste. Wir aber gaben Gas, und auf der fast schnurgeraden Interstate flogen die Entfernungen nur so dahin.<\/p>\n<p>Da wir in Oregon schon wieder eine neue Zeitzone erreicht hatten (f\u00fcr mich die vierte seit Washington), erreichten wir nach Oregon-Ortszeit schon fr\u00fchen Nachmittag den Umkreis des Columbia Rivers. Und da war er pl\u00f6tzlich, der gro\u00dfe Strom. Rechts von der Autobahn er\u00f6ffnete sich unvermittelt eine gigantische Aussicht auf ein blaues Riesengew\u00e4sser, das kilometerbreit zwischen rotbraunen Granitbergen dahinfloss.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4726.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4341\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4726-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4726\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4726-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4726.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Columbia ist mit knapp 2000 km L\u00e4nge der gr\u00f6\u00dfte Strom des amerikanischen Nordwestens. Er entspringt in Kanada, nimmt den Spokane, den Snake und Yakima in sich auf und entw\u00e4ssert ein Territorium von \u00fcber 700.000 qkm. Als einer von nur drei gro\u00dfen nordamerikanischen Str\u00f6men ( die anderen beiden sind der Fraser in Kanada und der Colorado in Kalifornien) durchst\u00f6\u00dft der Colorado die K\u00fcstengebirge und m\u00fcndet nach der Passage einer etwa einhundert Meilen langen Schlucht bei Astoria in den Pazifik, ein geographisches Alleinstellungsmerkmal, das es dem Besucher erlaubt, \u00a0auf einer lagen Tagesreise s\u00e4mtliche Vegetationszonen der Erde nacheinander abzufahren. Wenn man den Columbia zum ersten Mal, von Osten kommend, erblickt, befindet man sich noch in der W\u00fcste, schon einige Stunden sp\u00e4ter wird es gr\u00fcner &#8211; Getreide- und Gem\u00fcseanbau ern\u00e4hren das Land, ehe der Columbia \u00a0in seinem M\u00fcndungsgebiet in die Zone des feuchten, <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4802a-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4342\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4802a--533x800.jpg\" alt=\"IMG_4802a\" width=\"277\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4802a--533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4802a--800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4802a-.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/a>moderaten Regenwaldes eintritt. Wir hatten die hyperaride Zone noch gar nicht verlassen, da erhob sich pl\u00f6tzlich im Westen wie ein Spuk der\u00a0 3.400 Meter\u00a0 hohe schneebedeckte Mount Hood am Horizont, eine gewaltige Pyramide, die den Anblick der ohnehin schon spektakul\u00e4ren Landschaft in Bizarre steigerte. Dabei\u00a0 ist der Mount Hood nur einer von zahlreichen Vulkanen, die von der kanadischen Grenze bis nach Norkalifornien die K\u00fcstengebirge, die so genannten <em>Cascade Moutains<\/em>, wie eine Galerie von Eispyramiden schm\u00fccken. Der h\u00f6chste von ihnen ist mit 4.300 m der Mount Rainier,\u00a0 der K\u00f6nig der Kaskaden, gleich s\u00fcdlich des Mount Hood befindet sich der Mount Jefferson.<\/p>\n<p>Je weiter wir der Coloradoschlucht nach Westen folgten, desto \u00f6fter passierten wir gewaltige Staud\u00e4mme, mit deren Hilfe die Gew\u00e4sser des Columbia zur Stromerzeugung genutzt wurden. Zuletzt erreichten wir die gewaltigen Dammanlagen von The Dallas, wo wir in einem urigen Bikerhotel \u00fcbernachten. S\u00fcdlich von The Dallas auf dem Hochplateau stie\u00dfen wir zu unserer \u00dcberraschung auf \u00a0intensiv genutztes\u00a0 Kulturland. Gelbe Weizenfelder bis zum Horizont, Kornspeicher, blitzblanke Farmen, Pferde- und Rinderweiden auf sanft geschwungenen H\u00fcgeln erweckten den Eindruck, als sei ein Teil Frankreichs am Rande des Pazifiks <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4745.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4343\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4745-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4745\" width=\"279\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4745-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4745.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 279px) 100vw, 279px\" \/><\/a>wiedererstanden. Drei\u00dfig, vierzig Kilometer weiter s\u00fcdlich ver\u00e4nderte sich das Land ins Steppenartige. Sandfelder, Beifussgew\u00e4chse, Creeks, weitl\u00e4ufige T\u00e4ler vor der Kulisse des Mount Jefferson: So hatte ich mir den Wilden Westen vorgestellt, vielleicht ohne die Vulkane und mit mehr malerisch gezackten Monolithen wie man sie in Utah bewundern kann. In dem kleinen Ort Shaniko, neunzig Kilometer s\u00fcdlich der Columbiaschlucht, schien die Zeit seit dem Wilden Westen stehen geblieben zu sein. In der am besten erhaltenen Ghost Town ganz Nordamerikas, so die Eigenwerbung, befanden sich ganze Stra\u00dfenz\u00fcge in einem Zustand, als w\u00fcrden die Cowboys und Cowgirls nur gerade ein Schl\u00e4fchen halten und gleich auf die Stra\u00dfen treten. Ein Hotel mit einer wackeligen Veranda, eine Bank und ein Gef\u00e4ngnis, beide aus Holz und so bauf\u00e4llig, dass sie zu \u00dcberf\u00e4llen und Ausbr\u00fcchen geradezu einzuladen schienen, ein Kramladen, eine Kirche und was das sch\u00f6nste war: \u00fcberhaupt kein Rummel: das war das geisterhafte Widerschein der\u00a0 wilden Zeiten in Zentraloregon. Gerade einmal vier Touristen streifen im Licht des sp\u00e4ten Nachmittags durch die verlassene Stadt.<\/p>\n<p>Hinter The Dallas f\u00fchrte der Highway 84 auf der Oregonseite des Columbia schnurstracks nach Westen. Lastwagen, lang wie Schlachtschiffe, rasten an uns vor\u00fcber. Kein Blick f\u00fcr die Sch\u00f6nheiten der Natur. Leider war auch f\u00fcr uns vom Columbia von der Autobahn aus nur wenig zu sehen, so dass wir ab und zu vom Highway abfuhren und die K\u00fcstenstra\u00dfen benutzten. Kleine, unabgeschlossene \u00a0Holzh\u00e4user am Ufer des riesigen Gew\u00e4ssers, das menschliche Ma\u00dfe zu sprengen schien, dunkle Tannenw\u00e4lder, uralte Traktoren und weit und breit kein Mensch zu sehen: Alaska-Feeling am Ufer des Columbia.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst hatten wir die Grenze zwischen der hyperariden und der feuchten Zone \u00fcberquert. Die Abh\u00e4nge der Berge auf beiden Seien des Columbia waren mit dunklen Nadelw\u00e4ldern dicht bewachsen &#8211; der wahre Norden, das Imperium der Tanne, war erreicht. Wolken verdeckten nun den Ausblick auf Washington State auf der anderen Flussseite. Wie schmutziges Lametta hing der \u00a0Nebel \u00fcber den Abh\u00e4ngen. Prasselnder Regen, nieselige Schauer und praller Sonnenschein wechselten sich so schnell nacheinander ab, als w\u00e4re die Natur erpicht darauf, sich dem Reisenden in allen nur denkbaren Lichtszenarien zu zeigen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4902.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4344\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4902-900x600.jpg\" alt=\"IMG_4902\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4902-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4902.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wo so viel Feuchtigkeit vom Himmel kommt, st\u00fcrzen unz\u00e4hlige Rinnsale die Berge herab, die gr\u00f6\u00dferen von ihnen besitzen als stattliche Wasserf\u00e4lle eigene Namen und Geschichten, allen voran die Multnomah Falls, die in zwei Etappen \u00fcber einhundertneunzig Meter in die Tiefe st\u00fcrzen. Hatten wir uns gestern nach Frankreich versetzt gef\u00fchlt, so kam es uns beim <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4920.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4345\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4920-533x800.jpg\" alt=\"IMG_4920\" width=\"193\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4920-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4920-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4920.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/a>Anblick der Multnommah Falls so vor, als bef\u00e4nden wir uns auf einer S\u00fcdseeinseln: feucht die Luft, l\u00fcckenlos bemoost die B\u00e4ume, \u00a0morastig der Untergrund \u2013 der Regen regierte jeden Winkel dieses Landes. Als wir auf der Multnomahbr\u00fccke auf halber H\u00f6he des Wasserfalls standen, umgaben uns die feuchten Schaden wie eine zweite Atmosph\u00e4re, hinter der alle Konturen in einem nassen Dunst verschwanden.<\/p>\n<p>An einem der wenigen Aussichtspunkte in der Columbiaschlucht war ein gro\u00dfes Holzschild angebracht, das an die Expedition William Broughtons erinnerte, der im Oktober 1792 von Cptn. Vancouver vom Pazifik aus ausgesandt worden war, den Columbia zu erkunden. Broughton war genau bis zu dieser Stelle gekommen, hatte eine Nachricht vergraben und war dann m Pazifik \u00a0zur\u00fcckgekehrt.\u00a0 Leider war er damit in der Entdeckungsgeschichte des Columbia nur zweiter Sieger, denn schon im Mai 1792 hatte der amerikanische Seefahrer Robert Gray den Columbia River vom Pazifik aus entdeckt und kurzerhand nach seinem Schiff benannt. Cptn Vancouver war peinlicherweise bereits vorher an der Columbiam\u00fcndung vorbeigesegelt, ohne sie zu bemerken, ein peinliches Missgeschick, das ihm bei der M\u00fcndung des Fraser Rivers in Kanada noch einmal wiederfuhr, so dass er in der Geschichte der nordamerikanischen Entdeckungen insgesamt\u00a0 eine ungl\u00fcckliche Figur macht und historisch als Namensgeber der wunderbaren Stadt Vancouver noch ganz gut weggekommen ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4346\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5004-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5004\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5004-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5004.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Name der Stadt Portland, der Hauptstadt von Oregon,\u00a0 war das Resultat eines M\u00fcnzwurfes. Die ersten Siedler, die am Willamette River am Ende des Oregon Trails eine Ortschaft gr\u00fcndeten, hatten \u201eBoston\u201c und \u201ePortland\u201c zur Auswahl, und Portland gewann. Die Skyline von Portland lag im satten Nachmittagslicht, als wir nach einer komplizierten Anfahrt auf einer der zahlreichen Br\u00fccken in die Stadt einfuhren. Wie viele St\u00e4dte des pazifischen Nordwestens ist auch Portland ein Kind der Goldrausch-Euphorien des 19. Jhdts. Die Stadtgeschichte verzeichnete gute und schlechte Zeiten und hat heute, nach einer dunklen Periode in den Achtziger Jahren des 20. Jhdt, einen recht wohlhabenden Level erreicht. Spazierte man durch die Parks, die Ufer, Gesch\u00e4fte und Caf\u00e9s in der Innenstadt entlang, empfand man das Gef\u00fchl einer gehobenen Unstimmigkeit, gerade so, <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4994.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4347\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4994-533x800.jpg\" alt=\"IMG_4994\" width=\"332\" height=\"498\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4994-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4994-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_4994.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a>als besuche man ein leicht unordentliches aber hochklassiges Jugendlichenzimmer, wobei der Papa in Gestalt der Polizei \u00fcberall sichtbar war. Am meisten Leben herrschte im Umkreis des Pioneer Squares, \u00a0einem gro\u00dfz\u00fcgig gestalteten Atrium mit liebevoll angelegten Stufen und Sitzgelegenheiten, auf denen die Portl\u00e4nder ihnen Mittagssnack einnahmen oder einfach ihre Pause verbrachten. Der Platz war durch antikisierende S\u00e4ulen und eine ganze Galerie Hochh\u00e4user umgeben, sein Wahrzeichen war der gusseiserne lebensgro\u00dfe \u201eMann mit dem Regenschirm\u201c, der das schlechte Wetter in Portland karikierte. Die Leute, die auf den Stufen herumsa\u00dfen, \u00a0waren bei weitem nicht so fett wie ihre Landsleute in Louisiana oder Mississippi, sie trugen legere Kleidung und bewegten sich locker und cool durchs Gel\u00e4nde. Viele Asiaten waren unter ihnen, kein Wunder, denn Portland liegt ohnehin n\u00e4her an Peking, Tokyo oder Seoul als an Berlin oder London.<\/p>\n<h3>Der Traumstrand des Nordens: Cannon Beach<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5050.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3660\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5050-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5050\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5050-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_5050.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Cannon Beach, einhundert Kilometer von Portland entfernt, ist Oregons sch\u00f6nster Strand. Er ist das, was alle Welt von Oregon sieht, wenn der Staat f\u00fcr sich Tourismuswerbung macht: eine prachtvolle kilometerweite, breite Sandbucht mit pittoresken Felsen vor der K\u00fcste, an denen sich die Wellen brechen und auf denen die V\u00f6gel br\u00fcten. Eine derart perfekte Bucht hatte ich in meinem Leben bisher nur einmal in Manuel Antonia in Costa Rica gesehen. Im Unterschied zu Manuel Antonio war die Bucht von Cannon Beach durch<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5062-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4350\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5062-2-900x536.jpg\" alt=\"IMG_5062 (2)\" width=\"292\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5062-2-900x536.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5062-2.jpg 1466w\" sizes=\"auto, (max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><\/a>sanft geschwungene Berge und Laubw\u00e4lder umschlossen und durchsprenkelt von kleinen Stelzenh\u00e4usern und Hotels in unmittelbarer Nachbarschaft des Ozeans. Diese Wohlgestalt ist das eine, die Geographie und das\u00a0 Wetter aber ist das andere.\u00a0 Ganz Oregon gilt als <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5236-001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4349\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5236-001-900x475.jpg\" alt=\"IMG_5236-001\" width=\"309\" height=\"163\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5236-001-900x475.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5236-001.jpg 1489w\" sizes=\"auto, (max-width: 309px) 100vw, 309px\" \/><\/a>Tsunamik\u00fcste, das hei\u00dft: die Bodengestalt des Meeres steigt vor der K\u00fcste so abrupt an, das ein heran-rollender Tsunamis katastrophale Folgen h\u00e4tte. Auch wenn es bisher noch keine gro\u00dfen Tsunamis in Oregon gegeben hat \u2013 auf das schlechte Wetter kann man sich voll verlassen.\u00a0 Mitunter fegt selbst im Hochsommer ein eisiger Wind \u00fcber die Str\u00e4nde des Nordpazifik, im Herbst und Winter toben be\u00e4ngstigende St\u00fcrme vor den K\u00fcsten, ganze Tannenw\u00e4lder werden umgeweht, st\u00fcrzen in die Fluten und werden von der entfesselten Natur wie Rammb\u00f6cke\u00a0 gegen die K\u00fcste geschleudert. Und selbst im Sommer ist gutes Wetter Mangelware &#8211; wenn es zwischen Juni bis August drei oder vier sonnige Wochenenden gibt, dann danken die Bewohner von Oregon dem Wettergott. Kaum zu glauben, aber wir hatten ein solches Gl\u00fcck bei unserem Aufenthalt am Cannon Beach. Es war zwar frisch und windig, doch die Luft war makellos, und drei Tage lang war keine Wolke war am Himmel zu sehen. Womit hatten wir das verdient?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5147.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4352\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5147-533x800.jpg\" alt=\"IMG_5147\" width=\"243\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5147-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5147-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5147.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 243px) 100vw, 243px\" \/><\/a>Unter diesen Traumbedingungen fand w\u00e4hrend unseres Aufenthaltes am Strand von Cannon Beach der gr\u00f6\u00dfte Strandburgenwettbewerb der USA statt \u2013 und das zum 25.mal. Schon am Morgen str\u00f6mten Tausende Besucher und Aktivisten aus ganz Oregon, Washington und Kalifornien nach Cannon Beach,\u00a0 um zwischen 11 und 16 Uhr gegen ein bescheidenes Startgeld zu versuchen, mit einer selbstgebauten Burg den Sieg zu erringen. Die offensichtliche Lust an der Teilnahme bei geringen Siegeschancen, der Teamgeist, die Werktreue und die ungebremste Freude an der \u00f6ffentlichen Zurschaustellung und der starke Familienzusammenhalt der Burgenbauer hatten etwas ungemein Amerikanisches, was allen bewusst war, so dass die Veranstaltung wie ein <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5208.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4353\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5208-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5208\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5208-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5208.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a>gro\u00dfes Gemeinschaftsfest wirkte. \u00a0Als wir gegen 16 Uhr die fertigen Resultate betrachteten, sahen wir allerdings, dass es sich mit dem Sandburgenbau \u00e4hnlich verh\u00e4lt wie mit den Pl\u00e4nen des Lebens: die meisten werden aufgegeben und nur die wenigsten erwachsen zu respektablen Werken. Um 17 Uhr war dann alles vor\u00fcber. Tausende stiegen wieder in ihre Autos und verschwanden, wir sahen es vom Balkon unseres Hotels, w\u00e4hrend wir ein Glas Rotwein als Pr\u00e4ludium zum Sundowner tranken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5344.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4354\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5344-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5344\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5344-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5344.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Wiedersehen mit Lewis und Clarke in Fort Clatsup<\/h3>\n<p>Keine Reise in den amerikanischen Westen ohne Lewis und Clarke. Schon in St. Louis hatte ich unter dem Gateway Arch eine Dokumentation dieser Reise gesehen, aber es war doch etwas anderes, auf unserer eigenen Westreise immer wieder mit den geschichtlichen Zeugnissen dieser Tour in Kontakt zu kommen. Lewis und Clarke waren 1804 dem\u00a0Missourie bis zu den Great Falls gefolgt, wo es ihnen gelang, mit Hilfe eines <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5371.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4357\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5371-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5371\" width=\"301\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5371-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5371.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/a>indianischen F\u00fchrers\u00a0 die Rocky Mountains zu \u00fcberqueren. Mit Ausnahme der Sioux gestalteten sich die Beziehungen zu den Indianer \u00fcberwiegend friedlich. Dem Lauf des Snake Rivers folgend gelangte die Expedition durch das heutige Montana und das n\u00f6rdliche Idaho bis zum Columbia, auf dem man schlie\u00dflich im November 1805 den Pazifik erreichte. Wie unwirtlich diese Ankunft im feuchtkalten Nordwesten ohne jede zivilisatorischen Hilfsmittel gewesen sein mochte, wollte ich mir \u00fcberhaupt nicht vorstellen. Zur \u00dcberwinterung errichtete die Truppe Ende 1805 ein kleines Fort, das Fort Clatsup, das nach dem Abmarsch der <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5389.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4358\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5389-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5389\" width=\"295\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5389-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5389.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/a>Expedition im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr spurlos verschwand, dass man aber in j\u00fcngster Zeit so originalgetreu wie m\u00f6glich in der N\u00e4he der Columbiam\u00fcndung wieder aufgebaut hatte. F\u00fcr drei Dollar Eintritt konnte man \u00a0eine kleine Palisadensiedlung besuchen, \u00fcber die die amerikanische Flagge wehte und in deren engen R\u00e4umen man sich probeweise in die \u00a0rustikalen Schlafkojen legen konnte. Fest angestellte Parkranger erkl\u00e4rten, wie man aus Talg Wachs herstellte, das Pulver trocken hielt und wie eine der urt\u00fcmlichen Flinten geladen und abgefeuert werden konnte. Zusammen mit uns folgten etwa ein Dutzend Amerikaner und Kanadier diesen Vorf\u00fchrungen mit Begeisterung und Aufnahmef\u00e4higkeit. Alles jubelte, als herauskam, dass mit uns auch zwei Europ\u00e4er anwesend waren. Welcome Folks. So sind sie eben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Mount Rainier oder: Ein Schuss in den Ofen<\/h3>\n<p>Astoria, die \u00e4lteste nordwestamerikanische Siedlung jenseits der Rockies, wird \u00fcber die l\u00e4ngste Br\u00fccke der Welt mit der anderen Seite des Columbia, d.h. mit Washington State, <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5398a-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4359\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5398a-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5398a  (1)\" width=\"390\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5398a-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5398a-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/a>verbunden. Ob es sich wirklich um die l\u00e4ngste Br\u00fccke der Welt handelte, konnte ich nicht beurteilen, aber wir fuhren fast eine Viertelstunde \u00fcber endlose Wasserfl\u00e4chen, bis wir am anderen Ufer ankamen. Washington State war erreicht, der nordwest- lichste Staat von Mainland US, zugleich auch einer der regenreichsten und wohlhabendsten. Wie passt denn das zusammen?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5441.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4360\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5441-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5441\" width=\"324\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5441-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5441.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 324px) 100vw, 324px\" \/><\/a>Wie zur Begr\u00fc\u00dfung zog eine m\u00e4chtige Regenwolke zog von Pazifik her ins Land, dunkel und schwarz hing sie eine Zeitlang \u00fcber uns, um sich dann wie ein gewaltiger Eimer Wasser \u00fcber uns auszuergie\u00dfen. Unter diesen Umst\u00e4nden fuhren wir weiter und weiter, verzichteten auf den Abstecher zum Mout Helen, weil es kaum etwas unfotogeneres gibt als einen Vulkan im Regen und fuhren gleich weiter zum Boss, zum Mount Rainier, dem prachtvollsten und h\u00f6chsten Berg der Kaskaden. \u00a0Bei klarem Wetter ist der 4.300 Meter hohe Mount Reinier \u00fcber Hundert von Kilometern hinweg als wei\u00dfe Eispyramide selbst von Seattle aus zu sehen. Leider war das Wetter bei unserer Ankunft in der Nisqually Lodge bew\u00f6lkt, aber noch so vertretbar, dass wir noch am sp\u00e4ten Nachmittag eine Rundfahrt durch den Mt. Rainier Nationalpark unternahmen. Es war eine Fahrt durch d\u00fcstere W\u00e4lder voller Douglastannen, die so hoch waren, dass kaum Licht auf die Stra\u00dfe fiel. Aber auch wenn wir freie Fl\u00e4chen befuhren, waren die Gipfelgrate des Mount Rainier hinter dem Nebeldunst kaum zu erkennen. Immer h\u00f6her schraubte sich die Parkstra\u00dfe, bis wir nach einer Stunde Fahrt den Paradise-Lookout erreichten, ein Plateau, von dem aus an guten Tagen halb Washington State zu \u00fcberblicken ist. Wir aber befanden<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5469.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4361\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5469-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5469\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5469-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5469.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>uns in einem nebelverhangenen Nirgendwo, von dem aus wir nur die Schl\u00fcnde und Abst\u00fcrze in unserer n\u00e4heren Umgebung \u00fcberblicken konnten. Nur manchmal wehte ein scharfer Windzug die Wolken f\u00fcr einen Moment auseinander und offenbarte einen Blick auf eine ganze Truppe wunderlich geformter Berge, die den Mount Rainier wie eine gesehen, auch hier werde ich bis zu meinem n\u00e4chsten Leben warten m\u00fcssen, ehe ich diesen Ausblick bei klarem Sonnenschein werde genie\u00dfen k\u00f6nnen. Vielleicht sollte ich mal eine Liste der Sehensw\u00fcrdigkeiten erstellen, die mir in meinem Reiseleben entgangen sind, weil die F\u00e4hren ausfielen, die Busse streikten oder das Wetter verr\u00fccktspielte. Da k\u00e4me Manches zusammen: Die Insel Flores in Indonesien, der Mount Kenia in \u00a0 \u00a0 Ostafrika, Kap Horn in Patagonien, die Tepuis in Venezuela, die Marquesas in Polynesien, Palawan auf den Philippinen &#8211; und jetzt auch der Mount Rainier.<\/p>\n<p>Aber nein, wieder zuhause angekommen, erhielt ich von meinem Freund Hubert Weyers, der zusammen mit seiner Frau Beatrix Washington State nur zwei Wochen nach uns bereiste und viel besseres Wetter hatte, diese Luftaufnahmen. Sie zeigen den Mount\u00a0Rainier vom Fenster eines Kleinflugzeuges aus. Am Steuer dieses Flugzeuges sa\u00df Lucius Fleuchaus, fotografiert hat Hubert Weyers.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4424\" aria-describedby=\"caption-attachment-4424\" style=\"width: 608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_7837-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4424 \" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_7837-1-900x600.jpg\" alt=\"IMG_7837 (1)\" width=\"608\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_7837-1-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_7837-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4424\" class=\"wp-caption-text\">Anflug auf den Mount Reinier (Im Vordergrund links auf dem H\u00fcgel befindet sich der \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Paradise Lookout (Copyright Hubert Weyers)<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>So richtig sch\u00f6n ist es im Regenwald erst dann, wenn es gerade mal nicht regnet: Die Halbinsel Olympia<\/h3>\n<p>Die Halbinsel Olympia ist die kleine und unbekannte, aber nicht minder reizvolle <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5553.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4362\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5553-533x800.jpg\" alt=\"IMG_5553\" width=\"290\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5553-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5553-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5553.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/a>Schwester der gro\u00dfen kanadischen Insel Vancouver Island. Die Halbinsel liegt westlichvom Mt. Reinier Nationalpark \u00a0und Seattle und ist von diesen Standorten aus in zwei oder drei Fahrstunden bequem zu erreichen. Das Zentrum der Halbinsel wird durch einen m\u00e4chtigen H\u00f6henzug gebildet, der aus der Ferne einen imponierenden Anblick bietet, zugleich aber auch daf\u00fcr sorgt, dass selbst in diesem regenreichen Teil der Welt der Niederschlag auf der Halbinsel Olympia noch einmal um einiges ausgepr\u00e4gter ist. Kein Wunder, dass es ohne Unterlass goss, als wir von Nisqually nach Quinault fuhren. Die Reise ging durch fettes, gr\u00fcnes Land mit bunt angestrichenen H\u00e4usern, \u00fcber denen die windzerzausten Nationalflaggen der USA im kalten Nordwestwind wehten. K\u00fche und Pferde, an die N\u00e4sse lebenslang gewohnt, standen stoisch auf den Feldern, und hoch spritzte das Wasser, wenn die Pickups durch die Riesenpf\u00fctzen fuhren. Merkw\u00fcrdig war nur, dass trotz des Dauerregens die Bew\u00e4sserungsanlagen auf den Feldern unabl\u00e4ssig in Betrieb waren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5787-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4363\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5787-6-900x387.jpg\" alt=\"IMG_5787  (6)\" width=\"900\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5787-6-900x387.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5787-6.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Quinault war ein kleiner Ferienort im S\u00fcden der Halbinsel Olympia,\u00a0 ges\u00e4umt von Hotels und Pensionen der unterschiedlichsten Art, deren Preise sich danach bema\u00dfen, wie weit sie vom \u00a0Quinaultsee entfernt waren. Der ganze Ort gl\u00e4nzte vor Feuchtigkeit, die Gr\u00e4ser, die Bl\u00e4tter, die Karosserien \u2013 alles putzte der Regen, und wohin wir auch kamen, \u00fcberall <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5576.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4365\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5576-900x555.jpg\" alt=\"IMG_5576\" width=\"309\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5576-900x555.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5576.jpg 1542w\" sizes=\"auto, (max-width: 309px) 100vw, 309px\" \/><\/a>herrschte das erdverbundene Ferienambiente der hintersten amerikanischen Provinz: Dicke Ranger, die sachte schwankend wie Bierkutscher langsam \u00fcber die Stra\u00dfe liefen, kreischende Kinder am Seeufer, Paddler, die zwischen den Landungsstegen der Hotels hin- und herfuhren und kleine Restaurants, in denen jeder aufschreiben musste, wie gut oder wie schlecht einem der Hamburger geschmeckt hatte, um diese Info dann auf einer gro\u00dfen zettel\u00fcbers\u00e4en Pinnwand anzuheften. Auenland im Dauerregen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5564.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4364\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5564-900x507.jpg\" alt=\"IMG_5564\" width=\"900\" height=\"507\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5564-900x507.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5564.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag brach dann endlich die Sonne durch, und die satt durchfeuchtete Landschaft erstrahlte in einem irisierenden Glanz. Im Unterschied zu den Tropen, in denen nach Regeng\u00fcssen alles dampft, so dass man die Umgebung kaum erkennen kann, bleibt in den gem\u00e4\u00dfigten Zonen die Feuchtigkeit auf den Bl\u00e4ttern noch eine Weile erhalten und erzeugt ein tausendfaches Glitzern, als sei der ganze Wald mit Millionen Spiegeln versehen. Merke: So richtig sch\u00f6n ist es im Regenwald erst dann, wenn es nicht mehr regnet. \u00a0Die Tannen waren \u00fcber und \u00fcber\u00a0 mit Moos bedeckt, und manche waren so hoch, wie ich es noch niemals gesehen hatte. Grotesk geformte, gr\u00fcn bepelzte \u00c4ste schienen wie die Arme von Trollen nach unserem kleinen Wagen zu greifen, die Holzbr\u00fccke knirschten, und in den Mulden am Wegesrand verwandelte sich das Holz der umgest\u00fcrzten B\u00e4ume in Moder und Moss.<\/p>\n<p>Noch fremdartiger wurde das Naturerlebnis, als wir von Quinault aus die lange Reise zum Kap Flatterly im \u00e4u\u00dfersten Nordwesten der Halbinsel Olympia antraten. Der Regenwald mit all seinen bizarren Ausw\u00fcchsen, seinen giftigen, aber doch so eindringlichen Farben, <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5669.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4366\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5669-533x800.jpg\" alt=\"IMG_5669\" width=\"270\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5669-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5669-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5669.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a>seinen Knorpel und Kr\u00fcmmungen, Buckeln und S\u00fcmpfen reichte nun bis an den Rand des Ozeans. Dieses Ufer bestand \u00fcber einhundert Kilometern hinweg aus nichts anderem als aus einem endlosen Kies- und Sandstrand, der von der Brandung so lange untersp\u00fclt wird, bis immer neue Riesentannen ins Meer st\u00fcrzen. \u00a0Wo immer wir im Westen der Halbinsel Olympia auch hielten, \u00fcberall erblickten wir einen Friedhof der B\u00e4ume, ein Schlachtfeld der Natur, auf dem unz\u00e4hlige knochenbleiche Baumst\u00e4mme im kalten Wind verwitterten. Am Ruby Beach, wo sich diese Szenerie in besonders bedr\u00fcckender Eindringlichkeit pr\u00e4sentierte, verschluckte der graue Himmel alle Farben au\u00dfer dem Giftgr\u00fcn des Regenwaldes, der nach und nach ins Meer st\u00fcrzen werden.<\/p>\n<p>Gerne h\u00e4tte ich im Norden der Halbinsel Olympia \u00fcber die Juan de Fuca Stra\u00dfe hinweg die Insel Vancouver am Horizont wieder gesehen, doch daraus sollte nichts werden. Ja n\u00e4her wir der K\u00fcste kamen desto mehr verbarg sie sich. Ein dichter grauer Eisnebel waberte vom <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5642.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4367\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5642-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5642\" width=\"386\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5642-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5642.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 386px) 100vw, 386px\" \/><\/a>Meer heran,\u00a0 verschluckte D\u00f6rfer und Str\u00e4nde und zwang uns, am helllichten Tag mit Abblendlicht durch diese\u00a0 feuchtkalte Suppe zu fahren. Neah Bay, an der Nordspitze Olympias, ist wahrscheinlich selbst bei Sonnenschein ein tristes Nest, im Eisnebel sah der Ort aus wie das Ende der Welt. Kap Flatterly, vor dem selbst Cptn. Cook 1778 beinahe auf Grund gelaufen w\u00e4re, war ein so dunkler Platz im Wald, als <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5736.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4368\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5736-533x800.jpg\" alt=\"IMG_5736\" width=\"194\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5736-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5736-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5736.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a>w\u00fcrden sich in ihm die Gespenster verstecken. Von der Aussichtsplattform des Kaps hoch \u00fcber dem Meer sah man die Umrisse gezackter Riffe und die eine oder andere\u00a0 verkr\u00fcppelte Pflanze, die sich an den Abst\u00fcrzen festgesetzt hatte. Hier und da kreiste ein Papageientaucher \u00fcber der Plattform ehe er sich ins Meer st\u00fcrzte, und jede Menge M\u00f6wen, die nicht zu sehen sondern nur zu h\u00f6ren waren, kontrastierten mit ihrem schrillen Gekreische die dumpf tosende Brandungsmusik. \u00a0Ich blickte in den bodenlosen Nebel und dachte: Hier ist die Reise zu Ende. Jetzt geht es nur noch nach Hause.<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5594.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4403\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5594-900x522.jpg\" alt=\"IMG_5594\" width=\"900\" height=\"522\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5594-900x522.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5594.jpg 1455w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Seattle, Mekka der Nerds<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6071.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4370\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6071-900x427.jpg\" alt=\"IMG_6071\" width=\"900\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6071-900x427.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6071.jpg 1157w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seattle war die letzte Station unserer Reise. Nach 10.000 km gaben wir den Wagen bei der Alamo-Station am Flughafen ab und fuhren mit der Monorail in die Stadt.\u00a0 \u00dcber weite Strecken f\u00fchrte der Zug als Hochbahn \u00fcber H\u00e4user und Lagerhallen hinweg, vorbei an Werbefl\u00e4chen und Autobahnzubringern <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5954.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4371\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5954-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5954\" width=\"345\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5954-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5954.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/a>und gab den Blick frei auf eine entfesselte Gesch\u00e4ftigkeit. Seattle und das s\u00fcdliche Tacoma waren l\u00e4ngst zu einer einzigen urbanen Agglomera- tion zusammengewachsen, in der eines der Kraftzentren der ameri- kanischen Wirtschaft pulsierte. Boeing, Microsoft, Starbucks und andere Weltfirmen haben in Seattle und Umgebung ihre Zentralen. Hier besitzen noch immer Hundert-tausende Hochqualifizierter anspruchsvolle und gut bezahlte Jobs, und jedes Jahr\u00a0 werden Tausende neuer Arbeitspl\u00e4tze geschaffen. Dicht besiedelten Industrie- und\u00a0 Dienstleistungsviertel wurden von zehnspurigen Autobahnen durchschnitten, auf denen die Autos wie Raketen von Portland \u00fcber Seattle nach Vancouver und zur\u00fcckrasten. Von dem Niedergang der industriellen Struktur, die im\u00a0 Osten der USA un\u00fcbersehbar ist, war hier nichts zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5814.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4372\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5814-533x800.jpg\" alt=\"IMG_5814\" width=\"320\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5814-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5814-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5814.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a>Seattles Wahrzeichen ist der Space Needle, ein fernsehturmartiges Gebilde, \u00fcber dessen \u00c4sthetik man streiten kann. Der Space Needle war war 158 Meter hoch und besa\u00df ein Observationdeck, das man f\u00fcr 22 USD besuchen konnte. Rund um den Space Needle war jede Menge los, ein \u00a0immerw\u00e4hrender gehobener Karneval der Einheimischen und Zugereisten vor der Kulisse zahlreicher Skulpturen und Kunstwerke, deren gemeinsamer Nenner ihre Unverbundenheit war.\u00a0 In schillernden Farben gl\u00e4nzte Paul Allens \u201eRock n\u00b4 Roll Museum\u201c, gleich nebenan befand sich ein System gro\u00dfer roter R\u00f6hren in Baumh\u00f6he, ein indianischer Totempfahl erinnerte an den Indianerh\u00e4uptling Seathl, von dem die Stadt ihren Namen hatte und vier artifizielle Bl\u00fcmchen ragten in Haush\u00f6he in den Himmel. Die Abfalleimer waren je nach Abfallsorte dreigeteilt, und selbst die herumschleichenden Drogens\u00fcchtigen bem\u00fchten sich redlich, ihren M\u00fcll in die richtigen Schl\u00fcnde zu stecken. Da sage noch einer, die Zivilisierung des Prekariats sei hoffnungslos. Direkt am Ufer des Pudget Sounds stie\u00dfen wir \u00a0am Pier 70 ( eine Anspielung <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5873.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4373\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5873-533x800.jpg\" alt=\"IMG_5873\" width=\"352\" height=\"529\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5873-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5873-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5873.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 352px) 100vw, 352px\" \/><\/a>auf Pier 42 von San Francisco) auf \u00a0die \u00fcberlebensgro\u00dfe\u00a0 Gipsskulptur \u201eHeads up\u201c, das Denkmal den langk\u00f6pfigen Nerds, der mit geschlossenen Augen auf so dargestellt wurde, wie er wahrscheinlich auch war: alles vollzog sich in seinem Kopf, die Au\u00dfenwelt interessiere ihn nicht und doch ver\u00e4nderte er sie so, wie wenige Menschengruppen vor ihm. \u00a0Auf dem Pudget Sound, der von den Emporen der Hafengegend aus wie ein gro\u00dfer Binnensee wirkte, kreuzten die Segelschiffe im Nordwind, F\u00e4hren legten ab oder kamen von der anderen Seite der Bucht her\u00fcber. Im Bus kamen wir mit einem Amerikaner ins Gespr\u00e4ch, der stolz berichtete, dass er eine deutsche Frau geheiratet hatte. Das konnte ich von mir nicht sagen. Ein Journalist mit Parkinson Syndrom mischte sich ein und erz\u00e4hlte mit zittriger Stimme, dass er deutsche Literatur \u00fcbersetze. Als er aus dem Bus ausstieg, verlor er einen vollgekritzelten Notizzettel, wollte ihn aber nicht mehr annehmen, als ich ihm hinterherlief. Vor dem Public Market spielte eine Banjoband Bayoumusik aus Louisiana, was mir vorkam wie eine musikalische Reminiszenz an den Beginn meiner langen, langen Reise. Und auch die weltbekannten Fischverk\u00e4ufer waren da, jubelnd und gr\u00f6lend spielten <a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5889.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4374\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5889-900x600.jpg\" alt=\"IMG_5889\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5889-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5889.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a>sie den Besuchern des Public Markets Lebensfreude und Arbeitslust vor, indem sie sich gegenseitig dicke, glitschige Fische \u00fcber die K\u00f6pfe der Touristen hinweg zuwarfen. Eine Fortbildung aus meinem Berufsleben fiel mir ein, bei der ein Moderator Videoaufnahmen dieser Fischwerfer vorgef\u00fchrt und uns als Quintessenz seines Anliegens aufgefordert hatte, uns an der Arbeitsauffassung dieser Fischverk\u00e4ufer ein Beispiel zu nehmen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5989.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4377\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5989-533x800.jpg\" alt=\"IMG_5989\" width=\"346\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5989-533x800.jpg 533w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5989-800x1200.jpg 800w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_5989.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a>Im Aufzug, der uns auf den 73. Stock des Columbia Towers brachte, trafen wir eine Frau, die in K\u00f6ln Bergheim aufgewachsen war. W\u00e4re sie in Deutschland geblieben, h\u00e4tte sie wahrscheinlich eine hinreichende Figur behalten, so aber hatte sie sich durch das amerikanische Essen zu betr\u00e4chtlicher Korpulenz entwickelt, was sie aber nicht daran hinderte, uns beh\u00e4nde und schnell zur Aussichtplattform des Columbia Towers zu f\u00fchren. Der Rundblick vom Columbia Tower umfasste die gesamte Umgebung Seattles, von den Umrissen der Olympiahalbinsel bis zum Mount Reinier Nationalpark im S\u00fcden, der allerdings noch immer unter dichten Wolken verbogen lag. Erst jetzt erkannte man den wahren Umfang der gigantischen Industrie- und Dienstleistungszone im S\u00fcden Seattles, die sich bis zum 20 Kilometer entfernten Internationalen Flughafen hinzog.<\/p>\n<p>Unser Rundgang durch Seattle endete am Pioneer Square, dem\u00a0 historischen Ursprung der Stadt. Viel war von diesen historischen Urspr\u00fcngen nichts mehr zu sehen, wenn man davon absah, dass immer neue Stadtf\u00fchrer gestikulierend im F\u00fcnfminutentakt mit ihren Gruppen vor\u00fcberzogen. Endlich war die Sonne herausgekommen, und ein frischer Wind wehte \u00fcber die Uferpromenade. Schiffe legten ab, Riesenr\u00e4der drehten sich, Familien zelebrierten auf den Rasenfl\u00e4chen des Pike Place Market ihre Picknicks, und\u00a0 die Obdachlosen pennten den Schlaf derer, die keine Termine mehr haben. Ein\u00a0<span style=\"line-height: 1.5;\">vietname- sischer Zauberk\u00fcnstler, die seine Schn\u00fcre auf magische Weise band und l\u00f6ste und jede\u00a0<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6037.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4378\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6037-900x600.jpg\" alt=\"IMG_6037\" width=\"281\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6037-900x600.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/IMG_6037.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Menge M\u00fcnzen verschwinden und wieder auftauchen lie\u00df, scharte eine Zuschauermange um sich, gleich nebenan konnte man sich die Sterne deuten oder die Haare schneiden lassen. Eine heruntergekommene Gestalt, die sich von Gruppe zu Gruppe bewegte und Drogen anbot, verschwand in der Menge als berittene Polizisten auftauchten. Jedermann schien im freundlichen Gewusel eines Juninachmittags sein eigenes Ding zu drehen, was mir vorkam, wie das Motto dieser jugendlichen Stadt, in der jeder nach seiner Fasson selig werden konnte \u2013 wenn er nur das n\u00f6tige Kleingeld besa\u00df. \u00a0\u00a0Das war unser letzter Abend in Amerika. \u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/000-Bilder-USA-2014-Selection-16001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4404\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/000-Bilder-USA-2014-Selection-16001-900x506.jpg\" alt=\"000 Bilder USA 2014 Selection  (1600)1\" width=\"900\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/000-Bilder-USA-2014-Selection-16001-900x506.jpg 900w, https:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/000-Bilder-USA-2014-Selection-16001.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<dl id=\"attachment_4379\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 586px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Danke an meine Reisepartner Lilia und Frank<\/dd>\n<\/dl>\n<h2 style=\"text-align: center;\">\u00a0<strong>Ende<\/strong><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Anhang: Reiseitenear<\/h5>\n<p>So 25-5\u00a0\u00a0\u00a0 Flug Washington\/New Orleans<\/p>\n<p>Mo 26-5- New Orleans<\/p>\n<p>Di 27-5 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 New Orleans<\/p>\n<p>Mi 28-5-\u00a0\u00a0 New Orleans \u2013 Natchez\u00a0 (300km)<\/p>\n<p>Do 29-5\u00a0\u00a0 Natchez- Vicksburg\u00a0\u00a0 (200km)<\/p>\n<p>Fr-30-5\u00a0\u00a0\u00a0 Vicksburg \u2013 Memphis (400 km)<\/p>\n<p>Sa 31-5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Memphis<\/p>\n<p>So 1-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Memphis \u2013 Nashville (500km)<\/p>\n<p>Mo 2-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nashville<\/p>\n<p>Di 3-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nashville -St. Louis (500km)<\/p>\n<p>Mi 4-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 St.-Louis\u00a0 &#8211; Hannibal\u00a0 (200km)<\/p>\n<p>Do 5-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 St. Louis- Chicago\u00a0 (450 km)<\/p>\n<p>Fr 6-6-\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Chicago<\/p>\n<p>Sa 7-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Chicago<\/p>\n<p>So 8-6 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Chicago<\/p>\n<p>Mo 9-6\u00a0\u00a0\u00a0 Chicago<\/p>\n<p>Di 10-6\u00a0\u00a0\u00a0 Albert Lea\u00a0 (700km)<\/p>\n<p>Di 10-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Albert Lea Crosse- Wall (750km<\/p>\n<p>Mi 11-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wall s \u2013 Badlands Rapid City\u00a0\u00a0 (100km)<\/p>\n<p>Do 12-6\u00a0\u00a0\u00a0 Black Hills Mount Rushmore (200km)<\/p>\n<p>Fr 13-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rapid City \u2013 CODY (550 km)<\/p>\n<p>Sa 14-6 \u00a0\u00a0\u00a0 CODY Yellowstone\u00a0 (200km)<\/p>\n<p>So 15-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Yellowstone Circuit (300km)<\/p>\n<p>Mo 16-6\u00a0\u00a0 Yellowstone . Tetonpark (250km)<\/p>\n<p>Di 17-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Tetonpark\u00a0 &#8211; Twin Falls (650km)<\/p>\n<p>Mi 18-6\u00a0\u00a0\u00a0 Twin Falls \u2013Stanley\u00a0 Boise (200km)<\/p>\n<p>Do 19-6\u00a0\u00a0\u00a0 Boise \u2013 The Dallas \u00a0\u00a0 (650 km)<\/p>\n<p>Fr 20-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 The Dallas- Portland Cannon Beach (350km)<\/p>\n<p>Sa 21-6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Cannon Beach<\/p>\n<p>So 22-6\u00a0\u00a0\u00a0 Cannon Beach<\/p>\n<p>Mi 23-6\u00a0\u00a0 Cannon Beach \u2013 Mount Reiner (250km)<\/p>\n<p>Di 24-6 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mount Reiner &#8211; Olympia Halbinsel (250km)<\/p>\n<p>Mi 25-6\u00a0\u00a0\u00a0 Amanda Park Olympia Halbinsel\u00a0\u00a0 (300km)<\/p>\n<p>Do 26-6\u00a0\u00a0\u00a0 Amanda Park &#8211; Port Angeles- Seattle (300km)<\/p>\n<p>Fr\u00a0 27-6\u00a0\u00a0\u00a0 Seattle<\/p>\n<p>Sa 28-6\u00a0\u00a0\u00a0 Seattle\u00a0 13.35\u00a0 Heimflug<\/p>\n<p>So 29-6\u00a0\u00a0\u00a0 Ankunft Frankfurt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0EXPLORING \u00a0US 2014 Einleitung In wenigen Tagen beginnt meine sechste Reise in die Vereinigten Staaten. 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