{"id":1202,"date":"2013-12-22T15:53:18","date_gmt":"2013-12-22T15:53:18","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=1202"},"modified":"2025-06-03T10:32:55","modified_gmt":"2025-06-03T10:32:55","slug":"der-erste-sextourist-in-nder-suedsee","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/backpackers-welt\/der-erste-sextourist-in-nder-suedsee\/","title":{"rendered":"Der erste Sextourist in der S\u00fcdsee"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/8-bora-15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1203\" alt=\"8-bora (15)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/8-bora-15.jpg\" width=\"800\" height=\"536\" \/><\/a><\/h3>\n<h3>Spurensuche in Tahiti<\/h3>\n<p>Wie eine Schildkr\u00f6te, die ihren Kopf weit aus dem Panzer streckt, liegt die Insel Tahiti im S\u00fcdpazifik. Tahiti Iti ist der nach S\u00fcden geneigte Kopf des Tieres, das gr\u00f6\u00dfere und fast runde Tahiti Nui der Leib, und Sp\u00f6tter w\u00fcrden hinzuf\u00fcgen, da\u00df genau da, wo sich das Hinterteil der Schildkr\u00f6te befindet, die Stadt Papeete liegt, das unruhige Zentrum der franz\u00f6sischen Gesellschaftsinseln, die nach landl\u00e4ufiger Ansicht nichts als T\u00e4nze, Kokospalmen und malerische Wei\u00dfsandstr\u00e4nde bieten. Und doch gibt es, versteckt in Vegetation, genug Spuren einer wechselvollen Vergangenheit, die die Phantasie befl\u00fcgeln,\u00a0sich auf \u00a0eine\u00a0Reise durch die Geschichte zu begeben.<\/p>\n<p>Eine erste Station f\u00fcr eine solche Spurensuche ist, etwa f\u00fcnfzehn Kilometer von Papeete entfernt, ein unscheinbarer Bau am Rande einer un\u00fcbersichtlichen Stra\u00dfe &#8211; das Tahiti-Museum, das sich mit der Naturgeschichte der S\u00fcdsee besch\u00e4ftigt. Auf gro\u00dfen Karten erf\u00e4hrt der Besucher hier von der tektonischen Verschiebung gewaltiger Erdplatten auf dem Grunde des Pazifischen Ozeans. Unterwasservulkane wachsen in Jahrhunderttausenden vom Meeresboden der Wasseroberfl\u00e4che entgegen, durchbrechen sie schlie\u00dflich und werden zu jungen, dampfenden Inseln, den formenden Kr\u00e4ften von Regen, Wind und Sonne preisgegeben. Da sich die pazifische Platte etwa zehn Zentimeter j\u00e4hrlich in nordwestlicher Richtung weiterbewegt, verlieren diese jungen Inseln irgendwann einmal den Kontakt zu ihrer unterirdisch-vulkanischen Geburtsst\u00e4tte, sie erkalten, erodieren, verfallen und versinken unter der Last ihres eigenen Gewichtes wieder ins Meer zur\u00fcck, nichts zur\u00fccklassend als eines jener zehntausend Atolle, deren riffartiger, flacher Rand das gro\u00dfe Wassergrab eines ehemaligen Vulkans ums\u00e4umt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/5-Cook-3-002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1885\" alt=\"5-Cook (3)-002\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/5-Cook-3-002.jpg\" width=\"784\" height=\"457\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcnfzig, hundert oder dreihundert Kilometer weiter erzeugt dann der gleiche &#8222;hei\u00dfe Fleck&#8220;, der vulkanisch aktive Durchla\u00df auf dem Meeresboden, eine neue Insel, so da\u00df sich im Laufe der Jahrmillionen kettenartig angeordnete Landfl\u00e4chen im Ozean bilden, geologische Geschwister mit einem unterschiedlich hohen erdgeschichtlichen Alter. Bora Bora hat in diesem Proze\u00df das Stadium der vollkommenen Sch\u00f6nheit erreicht: Der urspr\u00fcngliche Vulkan mit seinen gezackten Spitzen ist noch nicht im Meer versunken, und schon hat sich ein Saumriff gebildet. Tahiti dagegen ist erdgeschichtlich j\u00fcnger und vom Stadium des Atolls noch Jahrmillionen entfernt.<br \/>\nFast jeder, der den pazifischen Gro\u00dfraum\u00a0bequem in einem D\u00fcsenjet \u00fcberfliegt, fragt sich, wie es m\u00f6glich war, den ozeanischen Wasserkontinent zwischen Asien und S\u00fcdamerika nicht nur auf winzigen Schiffen zu \u00fcberqueren, sondern auch noch die in unendlichen Wassermassen verstreuten Inseln und Atolle zu entdecken. Es gibt heute keine Zweifel mehr, da\u00df die Menschen, denen diese erstaunlichste Leistung in der Entdeckungsgeschichte gelang, aus dem Westen kamen. Im Strudel der beiden gro\u00dfen malaiischen Wanderungen, als die indonesische und die philippinische Inselwelt von S\u00fcdchina aus besiedelt wurden, wandten sich die Vorfahren der heutigen Polynesier immer weiter nach Osten, passierten Neuguinea, die Salomonen und Vanuatu, um schlie\u00dflich am Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends das pazifische Dreieck, die Inselgruppen Fidschi, Tonga und Samoa, zu erreichen. Immer kleiner werden nun die pazifischen Inseln in \u00f6stlicher Richtung, immer waghalsiger mu\u00dften die Fahrten dieser &#8222;Wikinger des Pazifiks&#8220; in ihren Auslegerkanus werden, und trotz der ausgekl\u00fcgelten Sternennavigation, die die polynesischen Seefahrer im Kampf mit dem Ozean entwickelten, werden sicher Abertausende dieser Kanuexpeditionen in den endlosen Weiten des S\u00fcdpazifiks gescheitert sein. Eine Kombination traditioneller Erfahrungen \u00fcber Windrichtungen, Wassertemperatur und Meeresstr\u00f6mungen, das Wissen um die Distanzen, die unterschiedliche Arten von V\u00f6geln zur\u00fccklegen, die Deutung bestimmter Wolkenstreifen am Horizont, die sich immer nur \u00fcber einer Insel bilden, und die Kenntnis der geheimnisvollen Te lapa, sogenannter Unterwasserblitze, die im Umkreis von bis zu einhundert Kilometer um manche Inseln sichtbar sind, f\u00fchrten zusammen mit der Nutzung des s\u00fcdpazifischen Sternenhimmels als Navigationshilfe die Kanuflotten in einer Mischung aus Berechnung, Zufall und Gl\u00fcck sp\u00e4testens etwa im siebten oder achten Jahrhundert vor Christus nach Tahiti &#8211; und im Verlauf des folgenden Jahrtausends bis in jeden weiteren besiedlungsf\u00e4higen Winkel zwischen den Osterinseln, Hawaii und Neuseeland.<\/p>\n<p>\u00dcber die zweieinhalbtausend Jahre alte vorchristliche Kultur Tahitis sind wir nur sehr unvollkommen unterrichtet. Wie in der ganzen Welt hat der missionarische Eifer der christlichen Kirchen alles Heidnisch-Unkeusche getilgt, und die enthusiastischen Weltumsegler des achtzehnten Jahrhunderts haben schon vorher das Ihre dazu getan, das Tahiti-Bild nach dem Muster europ\u00e4ischer Tr\u00e4ume vom irdischen Paradies zu kolorieren. Die wirklichen Lebensumst\u00e4nde d\u00fcrften prosaischer gewesen sein: Die Polynesier lernten die einfachen Formen des Ackerbaus, pflanzten und ernteten Taro und Brotfrucht, betrieben Fischerei und Haustierhaltung, und &#8211; auch wenn das heute gerne den dunkelh\u00e4utigen Melanesiern in die Schuhe geschoben wird &#8211; sie waren Gelegenheitskannibalen und wu\u00dften mitunter den mentalen und proteinhaltigen Wert eines verspeisten Feindes durchaus zu sch\u00e4tzen. Robert Louis Stevenson, der einf\u00fchlsame, aber scharfsichtige Chronist Altpolynesiens, vermutet sogar, da\u00df &#8222;in knappen Zeiten alle, die nicht durch ihre Familienbeziehungen gesch\u00fctzt waren, um ihr Leben zittern mu\u00dften. Jeder Widerstand war vergeblich, jede Flucht nutzlos. Auf allen Seiten war man von Kannibalen umgeben. Das Feuer war bereit, der Ofen rauchte, sei es in Feindesland, sei es im Tale der V\u00e4ter.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/1-Hawai-27-001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1886\" alt=\"1- Hawai (27)-001\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/1-Hawai-27-001.jpg\" width=\"800\" height=\"536\" \/><\/a><br \/>\nDementsprechend waren die altpolynesischen G\u00f6tter mehr strafende R\u00e4cher als hilfreiche Geister, objektiviert in grob stilisierten Steinkolossen, den sogenannten tikis, denen als leibhaftige Verk\u00f6rperung eine \u00e4ngstliche Verehrung zuteil wurde. Eine solche altpolynesische Kultst\u00e4tte, der Marae Arahurahu, der Tempel der Asche, wurde in den f\u00fcnfziger Jahren an der Westk\u00fcste von Tahiti restauriert &#8211; eine Art Mini-Tikal mit Steinterrassen und weitr\u00e4umigen Versammlungsplattformen, flankiert von zahlreichen Tikis, deren undeutlich ausgef\u00fchrte Physiognomien ein wenig an die mexikanischen Olmeken-Gesichter erinnern. H\u00f6lzerne Totems am Eingang des Hains, ein kleiner Wasserfall hinter der Tempelanlage und zahlreiche Pflasterpfade, die einige Meter in den Wald hineinf\u00fchren und die an kleinen kreisrunden Versammlungsst\u00e4tten enden, stimulieren fantastische Vorstellungen von heidnischen Saturnalien. Schon Stevenson wu\u00dfte nicht mehr genau, was sich hier abgespielt hatte. Nur aus den Erz\u00e4hlungen der Einheimischen lie\u00df er sich zu Schilderungen voller Blut und Menschenopfer inspirieren: &#8222;In den Festzeiten str\u00f6mte der Stamm zu Scharen zu dem Heiligtume, und jeder hatte seinen bestimmten Platz. Es gab Sitze f\u00fcr die H\u00e4uptlinge, T\u00e4nzer, Trommler, Frauen und Priester. Die Trommeln &#8211; vielleicht zwanzig an der Zahl und manche von ihnen zw\u00f6lf Fu\u00df hoch &#8211; dr\u00f6hnten fortgesetzt im Takt. Im Takt lie\u00dfen die S\u00e4nger ihren langgezogenen, schaurigen, heulenden Gesang ert\u00f6nen, im Takt und mit ihrem kostbaren Putz bekleidet, schritten, sprangen, schaukelten die T\u00e4nzer mit ihren federgeschm\u00fcckten Fingern durch die Luft. Barbarisch m\u00fc\u00dften diese Menschen dem Europ\u00e4er erschienen sein, der sie h\u00e4tte belauschen d\u00fcrfen, wie sie dort in gl\u00fchender Sonne und im Schatten des Bayan hockten, eingeschmiert mit Safran, um den Arabesken der T\u00e4towierung ein noch st\u00e4rkeres Relief zu geben.&#8220;<\/p>\n<p>Im Schatten des Mount Ivirairai, etwa f\u00fcnfzig Kilometer von Papeete entfernt, erreicht man den kleinen Ort Mataiea am S\u00fcdrand von Tahiti Nui. In dieser abgelegenen Enklave bezog der Maler Paul Gauguin zusammen mit einer einheimischen Sch\u00f6nheit im Jahre 1891 sein provisorisches Tropenatelier, ein Experimentierfeld f\u00fcr neue Farben und Formen, dessen Produkte das westliche S\u00fcdseebild entscheidend ver\u00e4ndern sollten.<br \/>\nAus der Verdrossenheit, die den K\u00fcnstler sein ganzes Leben lang plagte, seinem bis zum Ekel reichenden Abscheu gegen die westliche Zivilisation und aus dem fast manischen Wunsch, in dieser paradiesischen Enklave des Planeten alle Gegens\u00e4tze des Lebens in einer h\u00f6heren Harmonie zu vereinen, entstanden die ersten Tahiti-Bilder, ungewohnte Darstellungen massiger polynesischer Figuren, eingebettet in eine verschwenderisch wuchernde Natur und gemalt in den gl\u00fchenden Farben des europ\u00e4ischen Expressionismus. Deswegen sind die Bilder Gauguins auch nicht in erster Linie Abbildungen des alttahitianischen Alltagslebens sondern Entw\u00fcrfe anthropologischer Hoffnungen, in denen sich die europ\u00e4ischen Gegens\u00e4tze von Transzendenz und Immanenz, Natur und Mensch, Leib und Seele, Mann und Frau im Zusammenspiel neuartiger Farben und Formen vers\u00f6hnen. Es entstanden allerdings auch einige Gauguain-Gem\u00e4lde mit eindringlichen ethnographischen Aussagen, etwa das Manao-tupapau-Bild, das ein tahitianisches M\u00e4dchen in der Nacht zeigt, verkrampft, die Augen ge\u00f6ffnet und voller Angst vor Tupapau, dem Geist der Toten, der als eine schwarze Gestalt mit wei\u00dfen Augen vom Kopfende des Bettes her das Laken ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Besucher des Gauguin-Museums allerdings wird entt\u00e4uscht. Nat\u00fcrlich sind die Werke des K\u00fcnstlers aus dieser Epoche seines Schaffens auf die gro\u00dfen Museen der Welt verteilt, aber man h\u00e4tte sie hier wenigstens als Reproduktion erwartet. Statt dessen sieht man sich einer geradezu verwirrenden Aneinanderreihung von Werkkopien in Postkartengr\u00f6\u00dfe auf meterlangen W\u00e4nden gegen\u00fcber, und wer sich nicht gerade f\u00fcr Holzschnitzereien und Drucke interessiert, wird nach der Besichtigung etwas unbefriedigt durch den gepflegten Garten des Museums wandeln. Hier hat man in einer etwas r\u00e4tselhaften Dramaturgie einen fast drei Meter hohen und zwei Tonnen schweren dunklen Basalt-Tiki aufgestellt, einen Monolithen, der noch immer beachtliche \u00c4ngste der Einheimischen mobilisierte, als man ihn im Jahre 1965 von einer kleineren Insel hierher verfrachtete. Stumm und rostbraun steht er auf dem sorgsam gepflegten Rasen, Desiderat einer letztlich nicht mehr entzifferbaren altpolynesischen Kultur, deren Widerschein in einem franz\u00f6sischen K\u00fcnstlergem\u00fct eine ma\u00dfgebliche Epoche der abendl\u00e4ndischen Malerei beeinflu\u00dfte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/6-Tahiti-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1887\" alt=\"6-Tahiti (5)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/6-Tahiti-5.jpg\" width=\"524\" height=\"800\" \/><\/a><br \/>\nUm den Eklektizismus dieses Ortes auf die Spitze zu treiben, ist dem Museum und dem Tiki-Garten ein botanischer Park angef\u00fcgt, in dem sich die exotischen B\u00e4ume und Pflanzen aus aller Welt zu einem universalen floristischen Konvent vereinen. Wie Dome wirken die m\u00e4chtigen Bayan-B\u00e4ume, deren lianenartige Zweige von der beachtlichen H\u00f6he des Baumes nach unten wachsen und sich als neue Wurzeln in die Erde graben. Der f\u00e4cherartige travellers tree steht neben dem harmlos wirkenden Durian-Baum, an dem die stinkendste aller Fr\u00fcchte w\u00e4chst, efeuartige Gew\u00e4chse in H\u00e4usergr\u00f6\u00dfe \u00fcberw\u00f6lben ganze Baumgruppen, und der Seerosenteich mit seinem Palmenspalier wirkt vor der Kulisse des pazifischen Horizontes wie der Titelbildentwurf f\u00fcr einen S\u00fcdseereisef\u00fchrer. Und wer denkt unter dem Spalier der Brotfruchtb\u00e4ume im S\u00fcden von Tahiti Nui nicht an Kapit\u00e4n Bligh und die Bounty-Expedition, die im Jahre 1789 im Auftrage der britischen Admiralit\u00e4t die Ableger ebendieser nahrhaften Frucht nach Jamaika bringen und damit die Verk\u00f6stigung der Plantagensklaven sichern sollte? Bekannterma\u00dfen kam es auf der R\u00fcckreise noch in der N\u00e4he von Tahiti zu der ber\u00fchmten Meuterei, die Brotfruchtb\u00e4ume flogen ins Meer, Fletcher Christian floh mit seinen Getreuen nach Pitcairn, und Kapit\u00e4n Bligh, der wider Erwarten mit seinen Getreuen seine &#8222;Verbannung&#8220; in ein winziges Beiboot \u00fcberlebt hatte, begann seine rachs\u00fcchtige Jagd nach den Meuterern durch die Inselwelt des \u00f6stlichen Polynesiens.<\/p>\n<p>Gleich hinter dem Gauguin-Museum erreicht die Uferstra\u00dfe die Landenge von Taravao. Wer will, kann auf der recht holprigen Stra\u00dfe \u00fcber Pueu bis nach Tautira auf Tahiti Iti fahren, einer jener Stellen, von der der kr\u00e4nkelnde Stevenson gegen\u00a0Ende seines Lebens meinte, da\u00df der Anblick ihrer Sch\u00f6nheit auf geheimnisvolle Weise auch das zur Neige gehende Leben verl\u00e4ngere. &#8222;Fast zehn Jahre war es mit meiner Gesundheit st\u00e4ndig bergab gegangen, l\u00e4ngere Zeit vor Antritt meiner Reise glaubte ich, da\u00df es zum letzten Abschnitt meines Lebens gekommen w\u00e4re und da\u00df nur noch Krankenschwester und Leichenbetatter meiner harrten&#8220;, so beginnt Stevenson seine S\u00fcdseegeschichten, in denen er im Bewu\u00dftsein ihres herannahenden Untergangs der Kultur Ozeaniens ein unsterbliches literarisches Denkmal schuf. &#8222;Man schlug mir vor, ich solle es mit der S\u00fcdsee versuchen, und ich war nicht abgeneigt, gespenstergleich und unheilverk\u00fcndend, die St\u00e4tten aufzusuchen, die mich schon in Jugendkraft und Gesundheit gelockt hatten.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1888\" alt=\"3-Samoa\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa.jpg\" width=\"800\" height=\"528\" \/><\/a><em>Stevensons Grab auf\u00a0in der N\u00e4he von Apia auf Samoa<\/em><\/p>\n<p>Von Tautira aus erfa\u00dft der Blick die s\u00fcd\u00f6stliche Silhouette von Tahiti Nui und die immer ein wenig wolkenverhangenen Gipfel des zentralen Orohena-Tetufera-Massivs. Schroff und wie zu einem gigantischen Faltenwurf drapiert, fallen die Bergr\u00fccken in die T\u00e4ler, den ganzen Tag \u00fcber ausgemalt vom wechselnden Spiel von Sonne, Schatten und Wolken, laufen aus in schmale Str\u00e4nde, umgeben von dunklen Felsen, Palmenbl\u00e4ttern und dem helleren Wasser junger Lagunen. Entlang dieser K\u00fcste wendet sich nun die Stra\u00dfe wieder nach Norden. Die kleinen Siedlungen am Stra\u00dfenrand oder in der N\u00e4he der zahlreichen Wasserf\u00e4lle und Bergseen liegen wie in einem Garten der Natur: Tiere, Hibiskus und Bougainvillea erg\u00e4nzen das allgegenw\u00e4rtige saftige Gr\u00fcn, hellblau gl\u00e4nzt der nachmitt\u00e4gliche Himmel \u00fcber Tahiti, und das tiefe Blau des Pazifiks umgibt die Insel wie eine unsichtbare Grenze. Aber die Natur entwirft sich nicht nur selbst als ein vielfarbiges Bild landschaftlicher Vollkommenheit, sie spielt auch mit den R\u00e4ndern des Ozeans, hat zahlreiche blowholes entstehen lassen, durchl\u00f6cherte Uferfelsen, durch die die Meeresgischt wie ein immerw\u00e4hrender Springbrunnen in die L\u00fcfte schie\u00dft.<\/p>\n<p>Niemand wird es wundern, da\u00df es den drei Weltumseglern und ihren Begleitern, die im 18. Jahrhundert die Insel kurz nacheinander an diesem K\u00fcstenabschnitt erreichten, so erschien, als h\u00e4tte man das langgesuchte irdische Paradies gefunden. Der erste Europ\u00e4er, der in der Matavai Bay, nur etwa zehn Kilometer vom heutigen Papeete entfernt, am 18. Juni 1767 den Boden Tahitis betrat, war der englische Kapit\u00e4n Samuel Wallis, der im Auftrage der britischen Admiralit\u00e4t auf der Suche nach dem sagenumwobenen gro\u00dfen S\u00fcdkontinent war. Wallis, selbst mit einer eher kr\u00e4nklichen Konstitution geschlagen, vermerkt voller Anerkennung, wie stattlich und gesund die Inselbewohner den Europ\u00e4ern gegen\u00fcbertraten, und gerne nahm er die sch\u00f6ne Insel, die ihre so gut aussehende Einwohnerschaft &#8222;Otheiheita&#8220; nannten, unter dem allerdings etwas prosaischen Namen &#8222;King George III-Land&#8220; in Besitz. Nach einigen anf\u00e4nglichen Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen hatte man sogar viel Freude aneinander: Die Tahitianer konnten sich k\u00f6stlich dar\u00fcber am\u00fcsieren, wenn die Offiziere der &#8222;Dolphin&#8220; ihre Puderper\u00fccken in der Hitze abnahmen und neu justierten, und die Mannschaften entdeckten zu ihrer ungl\u00e4ubigen Freude, da\u00df sich die einheimische Damenwelt alles andere als pr\u00fcde verhielt. F\u00fcr ein paar rostige Schiffsn\u00e4gel gab es schon f\u00fcr den j\u00fcngsten Maat weitreichende Liebesdienste, so da\u00df Wallis schlie\u00dflich um die Seet\u00fcchtigkeit der &#8222;Dolphin&#8220; f\u00fcrchten mu\u00dfte und befahl: &#8222;Um das Schiff davor zu beh\u00fcten, in Einzelteile zerlegt zu werden, bestimme ich, da\u00df keinem der M\u00e4nner mehr ohne besonderen Befehl erlaubt wird, an Land zu gehen.&#8220;<\/p>\n<p>Es war noch kein Jahr vergangen, da erschien am 3. April 1768 die franz\u00f6sische Fregatte &#8222;La Bodeuse&#8220; (Schmollendes Weib) am Horizont. Ohne voneinander zu wissen, hatten die beiden gro\u00dfen europ\u00e4ischen Seem\u00e4chte kurz nacheinander Tahiti entdeckt. Auch der franz\u00f6sische Kapit\u00e4n Louis Antoine de Bougainville war begeistert von der Stattlichkeit der Einwohner und der Sch\u00f6nheit der Insel, und als gebildeter Mann seiner Zeit nannte er die vermeintlich neuentdeckte Insel La Nouvelle Cyth\u00e8re. Wie es scheint, gingen die Franzosen viel unbefangener als die Engl\u00e4nder mit der freiz\u00fcgigen Art der Einheimischen um, und Prinz Charles von Nassau-Siegen, an das lockere Leben von Versailles gew\u00f6hnt, fand sich in den H\u00fctten auf Anhieb so gut zurecht, da\u00df er wahrscheinlich f\u00fcr sich den zweifelhaften Ruhm in Anspruch nehmen kann, der erste europ\u00e4ische Sextourist in der S\u00fcdsee gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Bougainville selbst, der in zur\u00fcckhaltender Bescheidenheit nur dem auf der Insel wachsenden Rotbuschgestr\u00e4uch seinen Namen gab, bemerkt nach der ersten Begeisterung durchaus die absto\u00dfenden Z\u00fcge des tahitianischen Lebens: &#8222;Der Unterschied zwischen den St\u00e4nden ist stark ausgepr\u00e4gt und das Mi\u00dfverh\u00e4ltnis grausam. Die K\u00f6nige und die Vornehmen haben \u00fcber das Leben ihrer Sklaven und Vornehmen v\u00f6llige Gewalt. Ich vermute sogar, da\u00df sie dieses barbarische Recht selbst \u00fcber den Mann des einfachen Volkes haben, wenigstens ist es gewi\u00df, da\u00df man zu den Menschenopfern allzeit welche aus jener ungl\u00fccklichen Klasse nimmt.&#8220; Auch mit der paradiesischen Unschuld war es nicht so weit her, wie man dachte: Diebst\u00e4hle und Schl\u00e4gereien nahmen schlie\u00dflich ein solches Ausma\u00df an, da\u00df er fr\u00fcher als geplant schon am Morgen des 15. April 1768 Tahiti wieder verlie\u00df.<\/p>\n<p>Vielleicht in dem melancholischen Enthusiasmus, der allem Abschied eigen ist, verfa\u00dfte er, schon auf hoher See, seine ber\u00fchmte Beschreibung, die den Tahiti-Mythos in Europa etablierte: &#8222;Die Natur hat Tahiti einen Platz unter einem der sch\u00f6nsten Klimate der Erde zugewiesen, sie hat ihr ein herrliches Aussehen verliehen, sie mit allen ihren Gaben geschm\u00fcckt und sie mit sch\u00f6nen, gro\u00dfen, kr\u00e4ftigen Einwohnern versehen. Sie befolgen die Gesetze, die ihnen die Natur diktiert, in Friedfertigkeit und bilden die gl\u00fccklichste Gesellschaft auf diesem Erdball. Gesetzgeber und Philosophen, kommt her, und seht hier die Verwirklichung dessen, was selbst eure Phantasie sich nicht h\u00e4tte ertr\u00e4umen lassen. Ein zahlreiches Volk, das aus sch\u00f6nen M\u00e4nnern und h\u00fcbschen Frauen besteht, das in \u00dcberflu\u00df und Gesundheit lebt!&#8220; Es blieb dem Enzyklop\u00e4disten Diderot vorbehalten, aus diesen Sentenzen Bougainvilles und in strikter Mi\u00dfachtung aller seiner kritischen Beobachtungen den Mythos des guten Wilden aus Tahiti popul\u00e4r zu machen.<\/p>\n<p>Lange brauchten die Tahitianer nun nicht mehr auf den n\u00e4chsten Besuch zu warten. Schon am 13. April 1769 erschien James Cook mit seinem ber\u00fchmten Kohlenschiff &#8222;Endeavour&#8220; in der Matavai Bay. Aus den Berichten des Kapit\u00e4ns Wallis klug geworden, verbot der n\u00fcchterne Engl\u00e4nder von Anfang an jede Art von Tauschhandel gegen Liebesdienste. Statt dessen lie\u00df er w\u00e4hrend seines dreimonatigen Aufenthaltes die K\u00fcsten kartographieren und beobachtete vom heute so genannten Point Venus aus am 3. Juni 1769 im Auftrag der britischen Royal Society einen vorausgesagten Venusdurchgang.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/6-Tahiti-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1889\" alt=\"6-Tahiti (8)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/6-Tahiti-8.jpg\" width=\"800\" height=\"536\" \/><\/a><em>Matavai Bay auf\u00a0Tahiti<\/em><\/p>\n<p>Der Point Venus, in dessen Umkreis Wallis, Bougainville und Cook gelandet waren, ist heute ein bescheiden aufgemachter Gedenkplatz, flankiert von einer franz\u00f6sischen Milit\u00e4rstation im Osten und einem Luxushotel im S\u00fcdwesten. Genau hier, wo die gestrengen Missionare der London Missionary Society im Jahre 1797 den Boden Tahitis betraten, baden heute junge Franz\u00f6sinnen neben gut gen\u00e4hrten Polynesiern, und vor der Kulisse der Insel Moorea am Horizont trinken die multikulturellen Schwarzsandbenutzer zur Nacht Cola mit Rum. Seltsame Purzelb\u00e4ume schl\u00e4gt die Geschichte mitunter, denn jene Nacktheit, die die protestantischen wie katholischen Missionare den Einheimischen, so gut es ging, verboten, bringen die touristischen Nachfahren jener Missionare als &#8222;oben ohne&#8220; wieder wie selbstverst\u00e4ndlich an die Str\u00e4nde Tahitis zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am Wirken der christlichen Missionare scheiden sich die Geister bis heute. Sie brachten den Einheimischen die Kunde vom gn\u00e4digen Gott und konnten ihnen zugleich mit der ewigen Verdammnis drohen. Durch sie verschwanden Kannibalismus und Menschenopfer, es kamen die Baumwollhose und die Bigotterie in Mode. Alles in allem aber, so urteilt der keineswegs kirchenfreundliche Stevenson, waren sie &#8222;trotz ihrer ungeheuerlichen Fehler, trotz ihres Mangels an Aufrichtigkeit, gesundem Menschenverstand und Humor noch immer die besten und n\u00fctzlichsten Wei\u00dfen im Pazifik&#8220;.<\/p>\n<p>M\u00f6glich, da\u00df die Missionare humorlos und unaufrichtig waren, an gesundem Menschenverstand hat es ihnen aber bestimmt nicht gemangelt. Jedenfalls erkannten sie recht schnell, da\u00df eine vollst\u00e4ndige Missionierung der Insel nur auf der Grundlage einer politischen Einigung m\u00f6glich sein w\u00fcrde, und so verlief die Christianisierung Tahitis nach dem gleichen Drehbuch, das die Spanier auf den Philippinen, die Engl\u00e4nder auf den Fidschii-Inseln und die Amerikaner auf Hawaii in die politische Wirklichkeit umsetzten: Ein Stammesh\u00e4uptling in der Umgebung der Ankerpl\u00e4tze wurde dazu ausersehen, mit europ\u00e4ischer Hilfe sein kleines Heimatland zu einigen, um es dann, frisch missioniert und geordnet, als ein weiteres Puzzle in die weltweiten Kolonialreiche der westlichen Industrienationen zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Im Falle Tahitis f\u00fchrte diese Variante der Kolonialgeschichte zum Aufstieg und Fall der Pomare-Dynastie, einer bemerkenswerten Mischung aus R\u00fchrst\u00fcck und Farce, mit der die Geschichte des freien Tahiti endet. Der im Umkreis des Point Venus herrschende und oberfl\u00e4chlich bekehrte Stammesh\u00e4uptling Pomare stieg mit Hilfe der von den Missionaren verschafften Feuerwaffen schnell zum m\u00e4chtigsten Mann des n\u00f6rdlichen Tahiti auf. Zwar mu\u00dfte 1808 sein Sohn Pomare II. vor einer feindlichen Koalition nach Moorea fl\u00fcchten, doch 1815 gelangen ihm &#8211; wieder mit durchaus weltlicher Hilfe der frommen M\u00e4nner aus London &#8211; die siegreiche R\u00fcckkehr nach Tahiti und die Einigung der Insel als K\u00f6nigreich. Dessen Sohn, der dritte dieses Namens, starb bereits nach wenigen Jahren. Von 1827 an regierte die K\u00f6nigin Pomare IV. recht friedlich, als pl\u00f6tzlich 1842 die Franzosen auf Tahiti erschienen und das Inselreich zun\u00e4chst zum Protektorat und dann zur Kolonie degradierten. Die Briten, die gerade in diesem Jahr sich erfolgreich in Hongkong etabliert und ihrerseits soeben die Franzosen aus Neuseeland vertrieben hatten, wollten es wegen einer abgelegenen Insel nicht zu einem Krieg kommen lassen, und so wurden die dringenden Hilfegesuche der K\u00f6nigin Pomare an die K\u00f6nigin Victoria von England abschl\u00e4gig beschieden.<\/p>\n<p>An den letzten dekadenten Spr\u00f6\u00dfling der Pomare-Dynastie, den asthmatischen Alkoholiker Pomare V., erinnert ein merkw\u00fcrdiges Grab an der Seeseite der Uferstra\u00dfe, nur wenige Kilometer von der \u00f6stlichen Stadteinfahrt Papeetes entfernt. Er hatte bereits drei Jahre nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1880 gegen die Zahlung einer guten Pension auf sein K\u00f6nigreich zugunsten der Franz\u00f6sischen Republik verzichtet und dann noch immerhin elf Jahre ben\u00f6tigt, bis er als gebrochener Mann an den Folgen \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Alkoholgenusses 1891 verschied. Sein trapezf\u00f6rmig gebautes unscheinbares Grab, das mehr an eine Stromleitungsstation als an die letzte Ruhest\u00e4tte eines K\u00f6nigs erinnert, wird denn auch nur auf den ersten Blick von der Nachbildung einer griechischen Urne gekr\u00f6nt, nach Meinung der Einheimischen handelt es sich um eine \u00fcberdimensionale Flasche Benediktiner-Lik\u00f6rs, des Lieblingsgetr\u00e4nks des letzten K\u00f6nigs von Tahiti.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/6-Tahiti-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1890\" alt=\"6-Tahiti (2)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/6-Tahiti-2.jpg\" width=\"514\" height=\"800\" \/><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Hier liegt ein Schlucker begraben: Grab K\u00f6nig Pomares V von Tahiti<\/em><\/p>\n<p>Am Grab dieses ungl\u00fccklichen Trinkers ist denn auch die geschichtliche Rundreise durch Tahiti zu Ende. Wer am fr\u00fchen Morgen Papeete in westlicher Richtung verlie\u00df, erreicht nun am Abend wieder die Gegenwart, in der mehr als 70000 Menschen &#8211; fast die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung Franz\u00f6sisch-Polynesiens &#8211; ein f\u00fcr s\u00fcdpazifische Verh\u00e4ltnisse recht hektisches Leben f\u00fchren. Die Strandpromenade hier k\u00f6nnte auch am Mittelmeer liegen: Restaurants s\u00e4umen die Uferstra\u00dfe, in Kiosken, Cr\u00eaperien, Konditoreien t\u00fcrmen sich die Gaben Frankreichs an die Welt: Croissants, Baguette, Caf\u00e9 au lait, K\u00e4se und Rotwein. Man w\u00fcrde sich daf\u00fcr gern von Herzen dankbar zeigen, wenn im Gegenzug die franz\u00f6sische Milit\u00e4rpr\u00e4senz und damit auch das permanente Mirakel franz\u00f6sischer Atombombentests in Ostpolynesien f\u00fcr immer verschwinden w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spurensuche in Tahiti Wie eine Schildkr\u00f6te, die ihren Kopf weit aus dem Panzer streckt, liegt die Insel Tahiti im S\u00fcdpazifik. 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