{"id":1179,"date":"2013-12-22T15:31:11","date_gmt":"2013-12-22T15:31:11","guid":{"rendered":"http:\/\/ludwig-witzani.de\/?page_id=1179"},"modified":"2025-06-03T10:32:55","modified_gmt":"2025-06-03T10:32:55","slug":"ein-bett-im-fale-erhoeht-das-ansehen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ludwig-witzani.de\/zu-den-grossen-traeumen\/backpackers-welt\/ein-bett-im-fale-erhoeht-das-ansehen\/","title":{"rendered":"Ein Bett im Fale erh\u00f6ht das Ansehen"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-35.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1180\" alt=\"3-Samoa (35)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-35.jpg\" width=\"800\" height=\"531\" \/><\/a><\/h3>\n<h3>S\u00fcdsee f\u00fcr Einsteiger in Samoa<\/h3>\n<p>&#8220; Sobald der Tag zwischen den sanften, braunen D\u00e4chern d\u00e4mmert und die schlanken Palmen sich vom farblosen, glitzernden Meer abheben, schl\u00fcpfen Liebende vom Stelldichein unter Palmen im Schatten von Kanus nach Hause, damit das Licht jeden Schl\u00e4fer am richtigen Ort findet. Das eindringliche Tosen der Riffsee scheint pl\u00f6tzlich ged\u00e4mpft, nur noch Begleitmusik f\u00fcllt die Ger\u00e4usche \u00a0des erwachenden Dorfes.&#8220;<\/p>\n<p>Sch\u00f6ne S\u00e4tze, die man in kalten europ\u00e4ischen Wintern immer wieder gerne liest. \u00a0\u201eComing Age in Samoa\u201c, das Buch aus dem diese S\u00e4tze stammen, geh\u00f6rte zu den Lieblingsb\u00fcchern meiner Jugend. In diesem anthropologischen Klassiker \u00a0hatte die amerikanische Ethnologin Margret Mead einer fiebernden Studentenjugend die Kunde von der vollkommen freien Liebe verk\u00fcndet. \u00a0Dass dergleichen Freiheiten auch noch vor dem Hintergrund einer traumhaft sch\u00f6nen Natur \u00a0tats\u00e4chlich existierten, konnte einen glatt mit er Sch\u00f6pfung vers\u00f6hnen: das Paradies war m\u00f6glich , und es existierte im S\u00fcdpazifik<\/p>\n<div>\n<p>Aber dann war alles ganz anders.Mein erster Eindruck von Samoa war ein endloser Stau auf der Marktstra\u00dfe von Apia. \u00a0In Apia der Hauptstadt der Westsamoas, leben heute gut ein Viertel der rund 180.000 Einwohner, und an diesem linden Sommertag schienen sie alle zugleich unterwegs zu sein.\u00a0 \u00dcberall war Reageamusik zu h\u00f6ren, obwohl wir uns doch nicht in Jamaika sondern in der S\u00fcdsee befanden &#8211; grundiert von einem Ger\u00e4uschcocktail aus Bremsen, Quietschen, zerkrachenden Kokosn\u00fcssen, Flaschenscheppern und reichlichem Hupeinsatz. Gedr\u00e4nge auch am Busbahnhof,\u00a0 von dem aus die grellbunt bemalten und fensterlosen Samoa-Busse die Einheimischen zu jedem Winkel der Insel transportierten. F\u00e4hren aus Amerikanisch-Samoa oder der gro\u00dfen Nachbarinsel Savai liefen im Hafen ein, und \u00a0unglaublich kr\u00e4ftige gebaute Einheimische kamen an Land oder bestiegen das Schiff. Die m\u00e4nnlichen Samoaner trugen einen einfachen Umhang, der von der H\u00fcfte bis zu den Unterschenkeln reichte, dazu kurz\u00e4rmelige Baumwollhemden, die kraftvolle Arme sehen lie\u00dfen. Das Auftreten der Samoanerin unterschied sich von dem der M\u00e4nner nur \u00a0darin, dass sie noch eine Spur farbenfroher gekleidet waren und immer mindestens ein Kind auf dem Arm oder dem R\u00fccken mit sich herum trugen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1499\" alt=\"3-Samoa (08)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-08.jpg\" width=\"800\" height=\"529\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>All das war pittoresk, aber doch zugleich ein wenig entt\u00e4uschend, denn kaum eine Insel der S\u00fcdsee war mit so vielen Erwartungen befrachtet wie Samoa. Ganz in der N\u00e4he von von Apia schrieb\u00a0\u00a0Robert Louis Stevenson in seinen letzten Jahren am Schwanengesang des alten Ozeaniens, \u00a0die bereits erw\u00e4hnte Margret Mead hatte als Frucht ihres Samoaufenthaltes die Lehre von der repressionsfreien samoanischen Gesellschaft verk\u00fcndet, und noch in den fr\u00fchen Siebziger Jahren wusste uns der Papalani, ein imagin\u00e4rer Samoa-H\u00e4uptling, manch Kritisches zur westlichen Gesellschaft zu sagen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Inzwischen hat sich leider herausgestellt, dass Margret Meads Forschungen \u00fcberhaupt keine Forschungen waren. Sie verstand weder die Sprache der Samoaner, noch ihre Gebr\u00e4uche, und was sie auf den herrlichen Inseln zu finden glaubte und niederschrieb, hatte sie als utopischen Traum bereits mit nach Samoa gebracht. Wie einer ihrer Sch\u00fcler, der Anthropologe Derek Freemann eine Generation sp\u00e4ter in jahrelanger Forschungsarbeit herausfand, exisitiert auch in Samoa Druck Zwang, Gewalt, wenngleich in anderen Erscheinungsformen als in der westlichen Gesellschaft. Dem Ruhm Samoas hat dies keinen Abbruch getan. Noch immer werden in unseren P\u00e4dagogik-Leistungskursen die Margret Mead Texte gelesen, als w\u00e4ren es wissenschaftliche Erkenntnisse und keine Dichtung. Und da 99 % der Menschen niemals in die S\u00fcdsee kommen, h\u00e4lt man sich lieber an das Traumbild als an die Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Dabei kann sich auch die samoanische Wirklichkeit durchaus sehen lassen. Die \u00fcberbordende Natur, das wunderbare Klima und der gastfreundliche \u00a0Menschenschlag machen jeden Samoaaufenthalt auch ohne weltanschauliche \u00dcberh\u00f6hung zu einem Erlebnis. Sogar der Geschichtsintereessierte wird auf Samoa f\u00fcndig werden, wenngleich in einer Weise, die nicht jeden Spross der emanzipierten Gesellschaft erfreuen wird. In der Hafengegend von Apia ehrte zum Beispiel ein Gedenkstein in deutscher Sprache die &#8222;auf der australischen Station f\u00fcr das Vaterland gefallenen Kameraden&#8220;. \u00a0Der erste Weltkrieg l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Wenige Schritte entfernt f\u00fchrte das n\u00e4chste Denkmal in deutscher Sprache noch ein wenig weiter zur\u00fcck in die Geschichte. Ein fast v\u00f6llig verblichener Gedenkstein, an dem die Einheimischen zur Rast gerne einmal ihre Bananenstauden absetzen, erinnerte an das Hissen der deutschen Flagge im M\u00e4rz 1900. Eines der damals \u00fcblichen Kolonialabkornmen zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten hatte die ahnungslosen Bewohner West-Samoas an das deutsche Kaiserreich \u00fcberstellt, \u00a0die kleineren samoanischen Ostinseln kamen unter amerikanische Verwaltung, die bis heute andauert, und die Briten erhielten als Kompensation freie Hand auf den Salomonen . So lief das damals in der guten alten Zeit. \u00a0 Allerdings dauerte die deutsche Kolonialherrlichkeit in West\u00ad Samoa nur ganze vierzehn Jahre. Mit dem Ersten Weltkrieg war der Traum von einem deutschen S\u00fcdpazifik schnell ausgetr\u00e4umt, neuseel\u00e4ndisch-britische Truppen besetzten die Inseln ohne gro\u00dfe Gegenwehr. Geblieben vom deutschen Intermezzo sind nur k\u00fcmmerliche Denkm\u00e4ler und eine sinnreiche Erweiterung der samoanischen Speisekarte um den Rheinschen Sauerbraten.<\/p>\n<p>Seit 1962 ist Westsamoa ein unabh\u00e4ngiger Staat mit Regierung und Parlament.\u00a0Mit etwas Gl\u00fcck trifft man den Premierminister in seiner residenz an der Uferstra\u00dfe von Apia pers\u00f6nlich an seinem Schreibtisch an und erh\u00e4lt von ihm die Erlaubnis zum Besuch des Parlaments oder der Stevenson-\u00a0Ged\u00e4chtnisst\u00e4tte auf einem der Berge in der Umgebung von Apia. . Am \u00a0aktuell g\u00fcltigen Wahlrecht k\u00f6nnten \u00fcbrigens\u00a0\u00a0Junggesellen nicht die rechte Freude haben: Lediglich die 14.000 Oberh\u00e4upter der samoanischen Gro\u00dffamilien, die Matai, besitzen das passive Wahlrecht. Sie bewerben sich in einer freien und geheimen Wahl um 45 \u00a0der 47 \u00a0Parlamentssitze (zwei Vertreter werden durch die ans\u00e4ssigen Ausl\u00e4nder gew\u00e4hlt), und die so gew\u00e4hlten Familienoberh\u00e4upter k\u00fcren sodann ihrerseits den Landesvater .<\/p>\n<p>Das bedeutendste Erbe \u00a0aus der Kolonialzeit aber war lebendiger denn je. Jeden Sonntag ruhten \u00a0auf\u00a0 Samoa die Gesch\u00e4fte, schlossen\u00a0 die Buden, stoppten die Busse , und die Bev\u00f6lkerung str\u00f6mte im wei\u00dfen Sonntagsstaat in eine der zahlreichen protestantischen und katholischen Kirchen. F\u00fcr den laizistischen Besucher aus dem Westen war es\u00a0 fast befremdlich zu sehen,\u00a0wie fl\u00e4chendeckend die Samoaner\u00a0die \u00a0Kirchenb\u00e4nke f\u00fcllten. M\u00e4chtige \u00a0polynesische \u00a0Prediger geb\u00e4rdeten isch vom Altar herab wie S\u00fcdsee-Savanarolas, die der Gemeinde mit dem Zorn des Herrn drohten. Die Kirchg\u00e4nger senkten die K\u00f6pfe, memorierten ihre S\u00fcnden, um nachher in einem furiosen Kirchengesang \u00a0die \u00a0Gnade des Herrn zu preisen .<\/p>\n<p>Kein Zweifel, das Christentum in seinen verschiedenen Varianten hat die Mentalit\u00e4t der Samoaner nachhaltig beeinflusst, und die Kulturgeschichte ist dabei nicht frei von kuriosen Purzelb\u00e4umen geblieben: Indem die christlichen Missionare dem &#8222;tiki&#8220;, der Schambekleidung der mannbaren Polynesierin, ein busenverh\u00fcllendes Oberteil hinzuf\u00fcgten, entstand zuerst auf den samoanischen S\u00fcdseeinseln eine Vorform jenes Kleidungsst\u00fcckes, das bald als &#8222;Bikini&#8220; seinen Siegeslauf um die Welt antreten sollte. Dass die pr\u00fcde Heimat\u00a0\u00a0der Missionare, in der man zu dieser Zeit nur bis zum Hals bekleidet\u00a0 in die Wellen stieg, diesen Standard auch einmal erreichen und dann sogar in Richtung auf die barbusige Nat\u00fcrlichkeit weit \u00fcberbieten w\u00fcrde, war damals unvorstellbar. Wer heute \u00fcbrigens &#8222;oben ohne&#8220;\u00a0in Samoa badet, riskiert einen \u00b7Gef\u00e4ngnisaufenthalt wegen Erregung \u00f6ffentlichen \u00c4rgernisses.<\/p>\n<p>Ein anderes Gesicht Samoas \u00a0zeigte sich bei einem Rundgang durch den \u00fcberdachten Markt von Apia, dem nach Kennermeinung farbigsten Markt des gesamten S\u00fcdpazifik. Hier herrschte permanenter Hochbetrieb, und in der Nacht schliefen die Familienangeh\u00f6rige der Standbetreiber sogar neben ihren Auslagen, um den kostbaren Platz nicht\u00a0zu verlieren . Sie verkauften Papayas, Mangos, Bananen, die einheimische Brotfrucht, eine wahre Kalorienbombe, die ein wenig wie S\u00fc\u00dfkartoffel schmeckt, und die Knollen der Taro-Pflanze, die hier gerne als Brotersatz gegessen wird, dazu Unmengen von Schweinefleisch, Fisch , Gem\u00fcse und immer wieder Kokosn\u00fcsse &#8211; einzeln, gebunden, im Sack oder bereits zum Getr\u00e4nk oder zu Kokosnussbrei verarbeitet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-07.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1501\" alt=\"3-Samoa (07)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-07.jpg\" width=\"800\" height=\"527\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das lebhafte Wirtschaftsleben in Apia darf aber nicht da\u00fcberhinweg\u00ad t\u00e4uschen, dass Westsamoa wie viele Inseln des pazifischen Raumes unter einem starken Bev\u00f6lkerungszuwachs, schwankenden Rohstoffpreisen \u00a0und einer hohen Arbeitslosigkeit leidet. Viele junge Samoaner haben das Land auf der Suche nach Arbeit bereits in Richtung Australien, Neuseeland oder den USA verlassen, und auch\u00a0die Daheimgebliebenen haben im Zuge einer hohen Inflationsrate Einkommenseinbu\u00dfen hinnehmen m\u00fcssen. Der Tourist merkt davon wenig &#8211; im Gegenteil: die Wirtschaftsprobleme haben den einheimischen Tala gegen\u00fcber \u00a0den westlichen W\u00e4hrungen verbilligt, sodass ein Urlaub in Samoa heute &#8211; im Unterschied etwa zu Tahiti oder Hawaii \u2013 \u00a0die Reisekasse nur m\u00e4\u00dfig strapaziert. Im Unterschied zu Tahiti oder den Marquesas existiert in Apia sogar eine bescheidenes Angebot an kleinen Geusth\u00e4usern, die es ambitionierten Backpackern erlaubt, auf dem Sprung von Sydney nach Los Angeles auch ein paar Tage in Samoa zu verbringen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Scannen0089.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1511\" alt=\"Scannen0089\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Scannen0089.jpg\" width=\"802\" height=\"790\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber egal, ob Backpacker oder Studienrat &#8211; jeder Besucher Samoas ist gut beraten, die Hauptstadt Apia so oft wie m\u00f6glich zu zu kleineren oder gr\u00f6\u00dferen Ausfl\u00fcgen zu verlassen. Die unvergleichliche \u00dcppigkeit der samoanischen Flora erschlie\u00dft sich am ehesten auf Wanderungen durch die Hauptinsel Upolu, \u00fcber die Nachbarinsel Savai oder \u00fcber eine der kleineren Inseln. \u00dcberall bl\u00fchen Baougainvillea in ihren\u00a0 roten Farbschattierungen, \u00a0dazu Hibiscus, \u00a0die wei\u00dfe \u00a0Tiare, die man eben nicht nur in Tahiti findet, der gr\u00fcne Pandanus und der pr\u00e4chtige Poinciane-Baum. Umgeben von solch \u00fcppiger Flora befindet \u00a0sich das typische samoanische Dorf als eine Anzahl von \u00a0kleinen, nach allen Seiten hin offenen H\u00e4usern ( Fales ), die um ein gro\u00dfes offenes Haupthaus,das Dorf-Fale, herumgruppiert sind. Diese v\u00f6llige Unabgeschlossenheit des samoanischen \u00a0Privathauses, das im Prinzip nichts weiter ist als ein Dach auf Pfeilern, hat die Phantasie der Europ\u00e4er stark angeregt. So viel \u00d6ffentlichkeit\u00a0\u00a0schien manchem kulturkritischen Weltreisenden nur mit extremer Redlichkeit \u00a0vereinbar, und auch die von jedermann einsehbaren Sitzungen der Familienoberh\u00e4upter im Dorf-Fale besitzen eine gewisse Affinit\u00e4t zu basisdemokratischer Unverborgenheit. Auch den Unterricht kann der \u00a0Wanderer in den wandlosen offenen Dorfschulen von der Stra\u00dfe aus problemlos beobachten, was schnell zu der Frage f\u00fchrt, welche Konsequenzen sich wohl bei uns aus derartig transparenten Unterrichtsabl\u00e4ufen ergeben w\u00fcrden. Dass es bei so viel \u00a0\u00d6ffentlichkeit \u00a0das Allzumenschliche nicht zu kurz kommt, kann man daran erkennen, dass sich die etwas beg\u00fcterte Samoa-Famlie gerne schon einmal ein westliches Bett aus Prestige-Gr\u00fcnden ins offene Fale stellt , um dann aber doch auf dem mattengedeckten Fu\u00dfboden zu schlafen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1503\" alt=\"3-Samoa (13)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-13.jpg\" width=\"772\" height=\"518\" \/><\/a><\/p>\n<p>G\u00e4ste, die ein Dorf besuchen, werden fast immer \u00a0von den Einwohnern freundlich begr\u00fc\u00dft, oft auch zum \u00a0Besuch oder zur Rast ins eigene Haus eingeladen. Wer die Fales betritt und aus H\u00f6flichkeit die Schuhe \u00a0ausgezogen hat , bekommt sehr schnell eine Erfrischung und etwas Taro mit Corned Beef gereicht, das zwar keien Augenweide ist aber gut mundet.\u00a0<a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1512\" alt=\"3-Samoa (23)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-23.jpg\" width=\"800\" height=\"531\" \/><\/a><\/p>\n<p>De M\u00e4nner- und Frauen, die w\u00e4hrend solcher Besuche mit den G\u00e4sten zusammensitzen, besitzen allein schon durch ihre beeindruckende F\u00fclligkeit eine gewisse W\u00fcrde, ohne deswegen dr\u00f6ge zu sein. Wer jemals als Tourist die Dorfm\u00fctter und &#8211; v\u00e4ter im Fale hat Pokern sehen und so unvorsichtig war, in dieses Spiel mit einzusteigen, wei\u00df ein Lied davon zu singen .<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1504\" alt=\"3-Samoa (21)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-21.jpg\" width=\"800\" height=\"534\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt sich aber auch, dass die Besucher, die im Umkreis des Dorfes eine Sehensw\u00fcrdigkeit besuchen, ein Gastgeschenk mitbringen. Daf\u00fcr sind die Jugendlichen des Dorfes dann gerne \u00a0bereit, die Besucher zu verborgenen Wasserf\u00e4llen, Str\u00e4nden oder sehenswerten Felsformationen zu f\u00fchren, die man ohne sie nicht ohne Weiteres finden w\u00fcrde. Aus der Vielfalt solcher Erkundungen empfehle ich den Besuch der der Fuipisia-F\u00e4lle auf Upolu, deren Anblick wie ein zur Wirklichkeit gewordenes Traumbild alle Elemente der S\u00fcdseenatur vereinigte. \u00a0 Am Ende eines Dschungelpfades erblickten wir \u00a0jenseits eines Abgrundes auf der anderen Seite einer Schlucht einen etwa zwanzig Meter breiten Fluss, der aus einem malerisch gekr\u00fcmmten Dschungellauf hervortrat und mit gro\u00dfem Get\u00f6se gut f\u00fcnfzig Meter in die Tiefe st\u00fcrzte. Das Tosen des Wasserfalls wurde wie einer Natursinfonie durch den Gesang der V\u00f6gel begleitet und war umgeben von Palmen, Farnen und Gr\u00e4sern, deren Namen wir nicht kannten, die aber wie ein gr\u00fcner Rahmen zur Sch\u00f6nheit des Bildes beitrugen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-33.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1505\" alt=\"3-Samoa (33)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-33.jpg\" width=\"513\" height=\"800\" \/><\/a><\/p>\n<p>Etwas entt\u00e4uschender war der Besuch des sogenannten &#8222;Return to Paradies-Beaches &#8220;, einem palmenbewachsenen S\u00fcdseestrand, \u00a0an dem in den F\u00fcnfziger Jahren der gleichnamige Film mit Gary Cooper gedreht wurde. Trotz des geradezu puderwei\u00dfen Sandes und der bis zu drei\u00dfig Meter hohen Kokospalmen, die sich in fotogener Schr\u00e4glage der gr\u00fcnen Lagune entgegenstreckten, kam keine rechte Stimmung auf. Seitdem eine Stichstra\u00dfe an diesen Strand gebaut wurde, suchen vor allem die Besucher aus Amerikanisch-Samoa w\u00e4hrend ihrer Stippvisiten auf Upolu diesen Strand mit ganzen Leihwagen-Karawanen heim. Dann knarrt und rattert die Musik, und mach ein Besucher, der nach Samoa kam um sein Traumbild von der S\u00fcdsee zu finden, mag mit Sehnsucht im Herzen ein Buch von Robert Louis Stevenson aus der Tasche ziehen, und wenigstens dort noch etwas von den Sch\u00f6nheiten der S\u00fcdsee zu finden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-46.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1514\" alt=\"3-Samoa (46)\" src=\"http:\/\/ludwig-witzani.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-Samoa-46.jpg\" width=\"800\" height=\"533\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcdsee f\u00fcr Einsteiger in Samoa &#8220; Sobald der Tag zwischen den sanften, braunen D\u00e4chern d\u00e4mmert und die schlanken Palmen sich vom farblosen, glitzernden Meer abheben, schl\u00fcpfen Liebende vom Stelldichein unter Palmen im Schatten von Kanus nach Hause, damit das Licht jeden Schl\u00e4fer am richtigen Ort findet. 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