Eine Übersicht über den Roman in 28 Kapiteln

Kapitel 1: Das Dorf – Im ersten Kapitel wird das Dorf Nowolipie beschrieben, ein kleines Nest im Bezirk  Ruków irgendwo im polnischen Osten. Die Haupt- und Nebenpersonen des Romans werden vorgestellt, zunächst die Bauern Feliks Kaliński und Seweryn Kołek inklusive des Werdegangs ihrer Familien vor und während des ersten Weltkrieges (LESEPROBE 1). Ihre Eheschließungen fallen zusammen mit der Neugründung Polens unter dem Regiment Józef Piłsudskis.  Feliks Kaliński und Jósefa Rewki wird die Tochter Maria Kalińska geboren, eine der Hauptfiguren des Romans, gleichzeitig erblickt ihr späterer Ehemann Józef als Sohn von Seweryn und Marianna Kołek das Licht der Welt. Marek Rewki, der umtriebige Schwager von Feliks Kaliński taucht auf, ebenso wie die Górskis,  die ewigen Antagonisten der Kołeks und Kalinkski. Kurzbeschreibungen des Priesters, des Dorfschullehrers, des Spelunkenwirts und der alten Górski runden die Einleitung ab. In der Dorfschule von Nowolipie wird aus der Perspektive der kleinen Maria Kalińska  die soziale Zerrissenheit der  ländlichen Gesellschaft fassbar: es gibt die polnischen Schüler, die volksdeutschen Schüler, die sich für etwas Besseres halten und die jüdischen Schüler, die gegen Stigmatisierungen zu kämpfen haben. Unter den jüdischen Schülern ragen die begabte Sura Bieloch und der gleichmütige Baruch Meyer heraus, der in seinem Anderssein seine Umwelt befremdet. Die Górskibrüder Henryk und Boris werden aus zwei Perspektiven als üble Schläger vorgestellt. 

 Kapitel 2: Die Dürre Die wirtschaftliche Lage in ganz Polen verschlechtert sich vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise. Die Familie Kaliński verliert durch einen Bankenzusammenbruch ihren Wohlstand, die Kołeks können sich durch Kooperation mit den volksdeutschen Bauern Radler und Reinertz behaupten. Die kleine Maria Kalińska muss bereits in früher Kindheit hart arbeiten, weil ihre Mutter Józefa kränkelt. Ihre Brüder Ryszard und Tomek werden geboren. Dem Ehepaar Kołek, das bereits zwei Söhne hat (Józef und Edmund) werden in kurzen Abständen die Töchter Hanna und Janka geboren.n verschiedenen Beispielen wird die Sonderstellung der volksdeutschen Bauern einerseits und der Juden andererseits dargestellt. Im Zuge der Verschlechterung der Lebensverhältnisse kommt es zu antijüdischen Pogromen, aber auch zu Spannungen zwischen Volksdeutschen und Polen in Nowolipie und Umgebung. Im Hintergrund wird der Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland angedeutet. Am Ende rückt ein Krieg zwischen Deutschland und Polen immer näher

Kapitel 3: Der Krieg Nach dem Ausbruch des Krieges bricht der polnische Staat schnell zusammen. Die Deutschen besetzen unter der Leitung Hauptmann Ballers den Bezirk von Ruków. Verhaftungen, Erschießungen und Pogrome setzen ein. Neu gegründete volksdeutsche Selbstschutzverbände sollen die Herrschaft der Deutschen festigen, auch wenn  zwischen ihren Mitgliedern (Radler und Bek) starke Gegensätze bestehen. Kollaborierende Polen werden in den deutschen Herrschaftsapparat mit einbezogen. Die Entrechtung der Juden beginnt. Auf dem Land grassiert das Räuberunwesen. 

 Kapitel 4: Das Massaker Die Mazureks, eine Bande polnischer  Krimineller, überfallen den Hof des volksdeutschen Bauern Adolf Radler und ermorden die ganze Familie auf bestialische Weise. Ein Pole meldet den Überfall der Gestapo, die daraufhin ohne weitere Recherchen an der polnischen Bevölkerung summarisch Rache nimmt. (LESEPROBE 2) Erwachsene polnische Männer und Jugendliche werden aus  den umliegenden Dörfern zusammengetrieben und auf dem Blutfeld von Rodonowa erschossen. Diesem Massaker fallen auch die Familienoberhäupter Seweryn Kołek und Feliks Kaliński zum Opfer, während der Bauer Alfred Brosz entkommen kann. Nach dem Massaker sind die überlebenden Familien ohne Väter wie gelähmt. Erst der neu eingetroffene Priester Antek Konklowski vermittelt der Gemeinde neuen Zusammenhalt. Unter seiner Regie gelingt auch die Aufspürung und Bestrafung der Radler-Mörder. Im Zusammenhang mit der Fahndung der Polen nach den wahren Radler-Mördern wird der junge Józef Kołek von einem ehemaligen Mitschüler verraten und von den Deutschen verhaftet.

Kapitel 5: Das Ghetto Im Mittelpunkt dieses Kapitels steht Maria Kalińskas Onkel Marek Rewki, der in der Textilindustrie der Kreisstadt Ruków Karriere macht. Zunächst gefördert durch den jüdischen Textilfabrikanten Seligmann, übernimmt Marek Rewki nach dessen Enteignung die Firma und versteht es, sich dem deutschen Herrschaftsapparat anzupassen. Insgeheim sympathisiert er jedoch mit dem polnischen Widerstand und schützt seine jüdische Geliebte Jolanta Seligmann, für die er ein Versteck im Keller seines Hauses anlegen lässt. Jolanta weigert sich, dieses Versteck zu beziehen und wird in das neu errichtet Ghetto von Ruków verschleppt. Um Jolanta zu finden, verlagert Marek seine wirtschaftlichen Aktivitäten ins Ghetto von Ruków, wobei ihm seine Nichte Maria Kaliński zur Seite steht. Maria wird Zeuge der Übergriffe polnischer Krimineller  (u.a. von Henryk und Boris Górski)  und trifft im Ghetto ihre Schulfreundin Sura Bieloch wieder,  die sie vergeblich zu retten versucht. Mit Szmul Goldstyn, einem ehemaligen jüdischen Mitschüler, dessen Eltern ermordet worden sind, kommt es in Ghetto zu einem Zusammentreffen. Bei der Räumung des Ghettos von Ruków sucht Marek Rewki vergeblich nach seiner inzwischen umgekommenen Geliebten. Stattdessen läuft ihm Szmul Goldtsyn zu, der das Versteck unter Mareks Haus bezieht. Im Hintergrund  tobt der inzwischen ausgebrochene Krieg zwischen Deutschland und Russland, der mit Siegen der Deutschen beginnt. 

Kapitel 6: Das Konzentrationslager Der im Zusammenhang mit der Aufdeckung der Radler-Morde verhaftete Józef Kołek wird zuerst in das Zwangsarbeitslager von Lublin, dann nach Majdanek weitertransportiert, wo er bei der Errichtung eines neuen Vernichtungslagers eingesetzt wird. Die Lebenswirklichkeit der Lager wird anhand einzelner Charaktere wie Barackenälteste, Wachmannschaften, Diebe, Lagerleiter und Juden dargestellt. Józef trifft seinen ehemaligen Mitschüler Baruch Meyer wieder und wird Zeuge seines Todes. Als Augenzeuge erlebt er aus der Ferne die in Majdanek anlaufende Massenermordung von Russen und Juden. Als Józef und seine Mithäftlinge in ein anderes Zwangsarbeitslager abtransportiert werden, gelingt ihnen bei einem Anschlag der Armia Krajowa die Flucht. Wochenlang wandert Józef mit einem Gefährten über das Land, ehe er wieder Nowolipie  erreicht.  Inzwischen hat sich das Kriegsglück an der Ostfront gewendet. Die Deutschen ziehen aus Ruków ab, der Jude Szmul Goldtsyn verlässt sein Kellerversteck und wandert nach Lublin, das inzwischen von den Russen besetzt wurde. Józef Kołeks Bruder Edmund geht noch in dieser späten Phase des Krieges mit seinem Freund Piotr Brosz zur Armia  Krajowa in den Süden.

Kapitel 7:  Der Kommunismus schreitet voran Im Mittelpunkt dieses Kapitels steht die Machtergreifung der Kommunisten in Polen. Die Russen besetzen unter dem Kommando von Major Medrewzow den Bezirk Ruków und lassen alle „Kapitalisten“ verhaften. Auf der anderen Seite versuchen sie, Arbeiter und Bauern für sich zu gewinnen, was aber aufgrund ihrer Abgaben- und Wirtschaftspolitik fehlschlägt. Maßgeblicher Handlungsträger dieses Kapitels ist der Jude Szmul Goldstyn,  der im Keller von Ruków überlebte und als Offizier im Dienst der Russen nach Nowolipie zurückkehrt. Er sorgt dafür, dass Marek Rewki, der als „Kapitalist“ verhaftet wurde, wieder freikommt und versucht, ihn als Spitzel anzuwerben. Marek kehrt nach Nowolipie zurück und schließt sich der Widerstandzelle des Priesters Antek Konklowski an, zu der auch Józef und der Bauer Alfred Brosz aus Kolonka gehören. Diese Zelle, die über Kontakte zur Armia Krajowa in Südpolen verfügt, unterstützt die Bauernpartei im gesamtpolnischen Wahlkampf. Dieser zunächst erfolgreiche Wahlkampf der Bauernpartei wird durch ein brutales Massaker beendet.  Als der Priester Antek Konklowski die Kommunisten öffentlich des Mordes anklagt, wird er verhaftet. Inzwischen ist es der Roten Armee gelungen, die Reste der Armia Krajowa in Südpolen zu zerschlagen. Dabei findet Józefs Bruder Edmund den Tod, sein Freund Piotr Brosz wird bei seiner Rückkehr nach Nowolipie von den  Kommunisten gefangengenommen. Um seinen Sohn zu retten, verrät Alfred Brosz die Kollaboration des Priesters mit der Armia Krajowa. Der Priester wird verhaftet und erschossen, Marek Rewki wird in die Sowjetunion deportiert. Die gesamtpolnischen Wahlen werden gefälscht, die kommunistische Herrschaft ist etabliert.

Kapitel 8: Der gute Ortsvorsteher Die Russen sind abgezogen und der neue polnische Parteisekretär Dariusz Cyrankawicz tritt seinen Dienst an. Er hasst die „Speckkommunisten“ und die Korruption und ernennt Alfred Brosz zum Ortsvorsteher. Alfred Brosz, der unter dem Tod seines Sohnes Gustaw und seinem Verrat an dem Priester Antek Konklowski leidet, organisiert  eine gerechte Verteilung des brachliegenden Landes der volksdeutschen Siedler und sorgt dafür, dass die Toten von Rodonowa ein würdiges Grab  erhalten.  Über das Erbe der alten Górski zerstreiten sich die  Henryk und Boris Górski. Boris Górski verschwindet spurlos, Henryk Górski bleibt mit dem Erbe im Dorf und heiratet Grażyna Polak aus Warschau.  August Kosolski, ein neuer Lehrer und überzeugter Kommunist, eröffnet die Grundschule und leiht der jungen Maria Kalińska einen Roman („Nächte und Tage“), der ihre Sicht der Welt verändert. Der neue Priester Kamil Somorowski trifft im Dorf ein und stört sich an den wilden Ehen, die nach dem Massaker von Rodonowa von den überlebenden Frauen geschlossen wurden. Er verordnet die Legalisierung der wilden Ehen in Gestalt einer Massenhochzeit, die in der neuen Tanzscheune des Dorfes  gefeiert wird. Dabei kommt es zu einer Keilerei zwischen Piotr Brosz, dem zweitältesten Sohn des Ortsvorstehers, und dem Lehrer August Kosolski, an deren Ende sich Maria und Józef spontan verloben. Der Lehrer denunziert Piotr Brosz bei der Partei, was Piotr fünf Jahre Zuchthaus einbringt. An diesem erneuten Verlust zerbricht der Ortsvorsteher Alfred Brosz und begeht Selbstmord. Am Ende des Kapitels heiraten Maria und Józef, Józef schicksalsergeben, Maria zweifelnd

Kapitel 9: Gulag Marek Rewki wird mit anderen Gefangenen in einem Häftlingswaggon nach Moskau transportiert. Während der Fahrt lernt er seine Mithäftlinge und deren Schicksale kennen. In Moskau sitzt er eine Weile in der Butryka, erhält Einzelhaft und wird zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt. In einem verplombten Waggon mit Angehörigen aller sowjetischen Völkerschaften beginnt die lange Reise nach Osten. Unterwegs trifft er einen  ehemaligen polnischen Soldaten, der schon eine Odyssee durch die sowjetischen Lager hinter sich hat. In Gesprächen werden Vermutungen über das spurlose Verschwinden der polnischen Offiziere  geäußert. Der Zug fährt immer weiter nach Osten Richtung Ural bis nach Jekaterinburg.

Kapitel 10: Die Stadt der Zukunft Marias jüngerer Bruder Ryszard Kaliński ist herangewachsen und verliebt sich unglücklich in Wioletta Polak, die Schwester von Henryk Górskis Ehefrau Grażyna.  Da er sich gleichzeitig mit seinem Schwager Józef Kołek über die Aufteilung der Höfe zerstreitet, verlässt er Nowolipie und verpflichtet sich als Arbeiter nach Nowa Huta, dem Vorzeigeprojekt des kommunistischen Staates. In Nowa Huta erlebt Ryszard den Baualltag, den Schlendrian, einen  Besuch von Staatspräsident Bierut und den Tod Stalins. (LESEPROBE 3) Der Kontakt zum Vorarbeiter Bartek sensibilisiert Ryszard für die Vorzüge des Kommunismus.  Parteisekretär Cyranakwicz wird durch einen Bericht des Vorabreiters Bartek auf Ryszard aufmerksam und vermittelt Ryszard nach seiner Rückkehr  eine Ausbildung an der neu gegründeten Parteischule für Nachwuchskader in Poznań.  Anlässlich des Todes von Marianna Kołek, Józefs Mutter, besucht Ryszard die Familie und berichtet von dem Reformkurs Chruschtschows. Bei seiner Rückkehr nach Poznań erlebt Ryszard den Aufstand von Poznań und seine Niederschlagung.  Das Jahr 1956 endet mit der Machtergreifung Gomulkas, seinen Reformversprechungen und einem vorläufigen Akkord mit der katholischen Kirche.

Kapitel 11: Die wunderlichen Kinder (1) Maria und Józef wird endlich eine Tochter geboren. Sie wird Teresa getauft, wächst auf und entdeckt schrittweise die Welt der Familie, der Tiere und der Menschen. Die erste Wanderung der kleinen Teresa über die Felder zum arbeitenden Vater führt über einige Umwege zur beschleunigten Heirat ihrer Tanta Janka mit dem Knecht Florian Knyp. Die kleine Elzbieta Buruwska wird Teresas erste Freundin. Mit ihr zusammen und dem gleichaltrigen Adam Brosz weidet Teresa die Kühe an der Grabuffka. Kurz darauf gerät sie mit den Waldeck und Andrzej Górski, den Söhnen von Henryk Górski, aneinander.     In der Grundschule von Nowolipie ist Teresa eine gute Schülerin und liebt im Unterschied zu ihren Mitschülern den Religionsunterricht, der von Igor Selenski, dem Vikar und  Assistenten des alten Priesters, erteilt wird. Igor Selenski erzählt die Geschichte der Schwarzen Madonna und verspricht, dass die durch Polen „wandernde“ Madonna (das gesegnete Bildnis der Schwarzen Madonna)  bald nach Nowolipie kommen wird. Teresas Klassenlehrer Pan Hiernow verfällt aus Liebeskummer dem Alkohol, seine Nachfolgerin wird die schöne Lehrerin Renata Welaszek, die allen den Kopf verdreht. In langen  kalten Wintern beginnt Maria Kołek ihrer Familie aus ihren Lieblingsbüchern vorzulesen. Schließlich ist es soweit: das Bildnis der  Madonna besucht das Dorf, wird in der Kirche willkommen geheißen und „wandert“ von Haus zu Haus und so auch zu den Kołeks. Die Kalińskis und Kołeks unterbreiten der Madonna ihre Wünsche, die auf unterschiedliche Weise in Erfüllung gehen sollen.

 Kapitel 12: Die wunderlichen Kinder (2) Maria und Józef wird Agata, eine zweite Tochter, geboren, ein kränkliches und schwieriges Kind, das sich schlecht mit ihrer älteren Schwester Teresa versteht. Ein Jahr vor Agatas Einschulung   wird Agata so schwer krank, dass sie nur durch eine Krankenhausbehandlung in Lublin gerettet werden kann, für die sich Józef beim Geldverleiher Adamczek stark verschulden muss. Józefs Schwester Hanna lernt den Landarbeiter Benedyk Nomosc kennen und beginnt mit ihm eine Liebesbeziehung.   In der Schule wird Jola, die Tochter des Geldverleihers immer auffälliger, ohne dass man den Grund kennt. Die schöne Klassenlehrerin Renata Welaszek macht sich Sorgen um Jola, gleichzeitig lernt sie Benedykt Nomocz kennen, der in ihrem Haus Handwerkerarbeiten ausführt.  Weil die Ernte schlecht ausfällt, muss Józef beim Geldverleiher um Zahlungsaufschub bitten.  Unter ungeklärten Umständen verbrennt kurz darauf der Geldverleiher in seinem Haus, seine Tochter Jola bleibt verschwunden. Am Ende werden die Ermittlungen eingestellt, aber alle Schuldscheine sind verbrannt.

Kapitel 13. Die verhaftete Madonna Gegenstand dieses Kapitels ist die Geschichte des Dorfes vor dem Hintergrund der polnischen Millenniumsfeier des Jahres 1966, dargestellt als Gegensatz von Parteisekretär Cyrankawicz und dem katholischen Priester Igor Selenski.  Ein Seitenstrang der Handlung spiegelt die Probleme von Familienmoral und Schwangerschaftsunterbrechung am Beispiel der unglücklichen Liebe der Hanna Kołek.  Benedykt Nomocz verlässt Hanna Kołek für die Lehrerin Renata Welaszek, weiß aber nicht, dass Hanna von ihm schwanger ist. Von Scham zerfressen, wagt Hanna es nicht, ihre Schwangerschaft der Familie mitzuteilen. Tomek Kaliński, der jüngste Bruder von Maria, der Hanna schon lange liebt, verhilft ihr zum Umzug nach Warschau, wo sie  in einer  Einkaufsgenossenschaft Arbeit findet. Zusammen mit Tomek entschließt sich Hanna schweren Herzens, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, flieht jedoch kurz vor dem Eingriff in panischer Angst aus der Praxis.  Überraschend wird der alte Priester Kamil Somorowski versetzt, und sein Assistent Igor Selenski zu seinem Nachfolger ernannt. Selenski reorganisiert die Pfarrei,  intensiviert den Religionsunterricht und erzählt die Geschichten polnischer Heiliger (u.a. vom heiligen Stanisław).    Grundschuldirektor Zetzek wandert aus Anlass der  polnischen Tausendjahrfeier durch die Klassen, um die  Schüler über die polnische Geschichte aufzuklären. Dieser Rundgang scheitert in kurioser Weise an den konkreten Fragen der Schüler.  In der Zwischenzeit kommt es zu einem Treffen zwischen dem Parteisekretär und dem neuen Priester, bei dem es keine Einigung über die anstehende Feier des polnischen Millenniums gibt. Die schon seit Jahren durch Polen „wandernde“ Madonna ist derweil in Warschau eingetroffen, wo Primas Wyszyński eine aufsehenerregende Predigt hält. Bei der staatlichen Millenniumsfeier in Nowolipie hält der Parteisekretär eine Rede, als der Priester Igor Selenski auftaucht und verkündet, die Madonna sei „verhaftet“ und in Jasna Gora eingesperrt worden. Empörung bricht aus, und ein Teil der Dorfbewohner verlässt spontan die Parteifeier, um in der Kirche für die verhaftete Madonna zu beten.

Kapitel 14: Das Lyzeum Dieses Kapitel beschreibt die Geschichte der Familien Kołek, Kaliński, Brosz und Górski  in den späten 1960er Jahren. Nach dem Eklat bei den Millenniumsfeiern wird der  alte Parteisekretär Cyrankawicz durch seinen Stellvertreter David Baumann ersetzt. Teresa Kołek, Adam Brosz und Andrzej Górski wechseln nach dem Ende ihrer regulären Schulzeit von Nowolipie auf das Lyzeum von Ruków, um das  Abitur abzulegen. Einzelne Figuren wie die Schulleiterin, der Politiklehrer und der  jüdische Schüler Chaim Horowecz verdeutlichen individuelle Eigenheiten und institutionelle Strukturen. Die verhärteten innenpolitischen Kontroversen, die landesweiten Antisemitismuskampagnen und die Vorgänge in der benachbarten CSSR werfen ihre Schatten bis ins Klassenzimmer. Zugleich beginnen  Innovationen wie Fernsehen, Kino, Waschmaschine, Telefon und Automobile das Alltagsleben zu verändern. Teresa entdeckt ihre Musikalität, ihre Mutter Maria im Dorf Nowolipie ihre Geschäftstüchtigkeit bei der Betreibung eines Dorfladens. Zugleich vollendet sich im Dorf der Niedergang der Familie Brosz.  Pawel Brosz, den letzten Sohn des guten Ortsvorstehers, verlässt der Lebensmut, als seine Tochter und seine Frau sterben, und er wirft sich vor einen Zug.  Sein Sohn Adam Brosz, der nun Waise ist, wechselt unter dem Protektorat der Kirche auf das katholische Gymnasium in Warschau.  Überraschend  kehren Hanna Kołek und Tomek Kaliński mit einem vermeintlich eigenen Kleinkind nach Nowolipie zurück und heiraten, womit Hanna sich ihrem Schicksal fügt und ihre Träume begräbt.

Kapitel 15: Blutiger Donnerstag  Dieses Kapitel beschreibt das Leben von Ryszard Kaliński am Ende der 1960er Jahre in Danzig. Ryszard hat russisch gelernt und ist nach mehreren Stationen zum stellvertretenden Leiter der Exportabteilung der Danziger Lenin-Werft mit beträchtlichen Privilegien aufgestiegen. Als solcher ist er Teil einer Delegation, die nach Moskau reist, um bessere Handelskonditionen zu erreichen. Dabei versucht Ryszard vergeblich  vor Ort Informationen über den Verbleib seines Onkels Marek Rewki zu erhalten, von dem man seit einem Vierteljahrhundert nichts mehr gehört hat. Nach Danzig zurückgekehrt, eskalieren die Ereignisse im Zusammenhang mit der Erhöhung der Fleischpreise zum Danziger Blutdonnerstag. Ryszard wird Augenzeuge, wie Arbeiter auf Befehl der Parteiführung niedergeschossen werden. Wegen dieser Massaker wird Gomulka als Parteichef durch Edward Gierek ersetzt.  Das Kapitel endet mit einem Brief aus Moskau, in dem Ryszard Einzelheiten über das weitere Schicksal und das Verschwinden seines Onkels Marek Rewki erfährt.  

Kapitel 16: Die goldenen Jahre  Im Mittelpunkt dieses Kapitels stehen die frühen 1970erJahre, die sogenannten „goldenen Jahre“ des Bigos-Kommunismus. Der neue Parteichef Edward Gierek öffnet die Schleusen der Staatsverschuldung und stimuliert einen wirtschaftlichen Aufschwung, der auch auf das Dorf Nowolipie durchschlägt und einen bescheidenen Wohlstand schafft. Am besten versteht es Hendryk Górski als staatlich lizensierter Brennstoffverteiler die wirtschaftlichen Chancen auf halblegale Weise zu nutzen.  Unersättlich, wie er ist, simuliert er einen Überfall auf das von ihm verwaltete staatliche Brennstoffdepot, um Extragewinne einzufahren. Außerdem schreibt er Spitzelberichte zu Ungunsten des Parteisekretärs David Baumann, den er gerne ablösen möchte. Bei der Suche nach den gestohlenen Brennstoffen wird ein Kopf gefunden, den manche für den Kopf des bereits vor langer Zeit spurlos verschwundenen Boris Górski halten. Zur gleichen Zeit geraten sich Henryk Górskis Söhne André und Waldeck über die Magd Dana Koletzki in die Haare. In den Schmuckstücken, die Waldeck der Dana zur Erlangung von Gefälligkeiten schenkte, erkennt Grażyna Górski das Eigentum ihrer ebenfalls bereits vor Jahren spurlos verschwundenen Schwester Wioletta Polak.  Ohne dass sie es beweisen kann, verdächtigt sie ihren Mann Henryk Górski, seinen Bruder und ihre Schwester ermordet zu haben und bricht mit ihm. Die Aufdeckung des simulierten Brennstoffdiebstahls durch Inspektor Racknik führt zu Górskis Verhaftung und Verurteilung. Sein Sohn Andrzej Górski muss als Sohn eines Kriminellen im letzten Jahr vor dem Abitur das Lyzeum in Ruków verlassen. Teresa hat inzwischen an der Seite ihrer Freundin Evelina Sopocki ihre Musikausbildung  fortgesetzt und bereits ihre ersten Auftritte als Sängerin absolviert. Teresa besteht  ihr Abitur und beschließt, in Krakau Musik zu studieren.  

Kapitel 17: Schule des Lebens  Das Kapitel beschreibt drei Ausbildungsgänge: zunächst Teresas Eintritt in die Musikakademie, von Krakau, den Beginn ihres Studiums  und ihr Leben im Studentenwohnheim von Krakau-Kazimierz, sodann Adam Brosz´ Aufnahme in das Priesterseminar von Krakau und seine praktische Bewährung im Waisenhaus – und schließlich Andrzej Górskis Schnellausbildung zum Polizisten in Gliwice.  

 Kapitel 18: Cafe Matopolska  Aufgrund der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage kommt es ab der Mitte der 1970er Jahre zu politischen Verwerfungen. Teresa wird aus der Distanz heraus Zeuge, wie die „Gruppe der Fünf“, eine Studentengruppe aus dem Wohnheim von Krakau-Kazimierz, sich politisch engagiert. Adam Brosz erlebt als Priesterseminarist die letzten Kämpfe um die Fertigstellung der katholischen Kirche vonNowa Huta. Andrzej Górski ist nach dem Ende seiner Polizeiausbildung in die Spezialabteilung von Major Boranzeff eingetreten, die als Schlägertruppe gegen oppositionelle Demonstranten eingesetzt wird. Teresa absolviert ihr Studium nicht ohne Selbstzweifel und leidet darunter, dass der Kontakt zu Adam Brosz lockerer wird. Wie die anderen Studenten verkehrt sie im Cafe Matopolksa und kann sich nicht entscheiden, ob sie den Werbungen von Kasimir Rolanski oder Wadym Jabłoński  nachgeben

OLYMPUS DIGITAL CAMERAsoll. Anlässlich einer Exkursion des Priesterseminaristen nach Nowa Huta werden Adam Brosz und drei seiner Freunde von einer kommunistischen Schlägertruppe unter der Leitung von Andrzej Górski krankenhausreif geschlagen. Der Erzbischof von Krakau verurteilt öffentlich die Übergriffe und besucht die verletzten Seminaristen im Krankenhaus. Anders als Adam macht sein Freund, der Priesterseminarist Roman Tadzik, eine schlechte Figur. Er wird bei einer nächtlichen Polizeirazzia im Zimmer der Musikern Ewelina Sopocki entdeckt und wegen Unwürdigkeit vom Seminar verwiesen. Nach einigen Monaten taucht Roman Tadzik verwahrlost wieder auf, dringt in Ewelinas Wohnung ein, vergewaltigt sie und taucht unter. Derweil wird Nowa Huta feierlich eingeweiht. Kurz darauf wird die Gruppe der Fünf, von denen einer ein staatlicher Spitzel ist,  vom Geheimdienst zerschlagen. Kasimir Rolanski wird am Ufer der Weichsel von Andrzej Górski ermordet. Auch Roman Tadzik, der  vor der Polizei in sein Heimatdorf in der Tatra geflüchtet ist, wird von Andrzej Górski aufgespürt und verhaftet. Im Gefängnis von Kalotiki  wird er auf Betreiben des Vaters von Ewelina Sopocki  umgebracht. Am gleichen Tag wird der Erzbischof von Krakau in Rom zum Papst gewählt. Adam und drei Mitseminaristen begleiten den neu gewählten Papst nach Rom, um dort ihre Priesterausbildung abzuschließen.

Kapitel 19: Misza Kolicki  Die kurze Affäre zwischen André Górski und der Magd Dana Kolicki führt zur unehelichen  Geburt von Misza Kolicki, der auf dem Hof seines Großvaters Paul Kolicki aufwächst. Misza ist von Anfang an ein ungebärdiger, gewalttätiger Junge, der die Schule schwänzt und zum Schrecken seine Altersgenossen wird. Er kommt zum Górskihof und lernt seine Großmutter Grażyna Górski kennen. Sie hat mit ihrem Mann gebrochen und lebt allein mit ihrem trunksüchtigen Sohn Waldeck auf  ihrem ehemaligen Hof zur Miete. Als sie kurz darauf einen Schlaganfall erleidet, schaut Misza Kolicki ihr beim Sterben zu. Henryk Górski wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und stellt sich bedarfsweise in den Dienst der Unterweltbosse von Łódź. Nach Nowolipie zurückgekehrt, lernt er seinen Enkel Misza kennen.   Inzwischen gerät Teresa in Krakau aufgrund der Abreise von Adam und dem Tod von Kasimir in eine Krise, aus der heraus sie sich in die Verlobung mit Wadym Jabłoński flüchtet. Diese Verlobung steht mangels Liebe von Anfang an unter einem schlechten Stern, obwohl die beiden bei der sommerlichen Familienfeier in Nowolipie als neuverlobtes Paar auftreten. Der Priester Igor Selenski und Ryszard Kaliński halten bei diesem Familienfest in Nowolipie zwei Lobreden auf Maria und Józef, die seit  25 Jahren verheiratet sind und diskutieren anschließend über wirtschaftliche Lage im Land.  Misza Kolicki streift weiter unkontrolliert durch das Dorf und seine Umgebung. Dabei entdeckt er ein  Techtelmechtel seiner Mutter Dana mit Waldeck Górski. Beide werden von der Familie Kolicki bei einem Stelldichein überrascht und  schwer misshandelt. Mit Hilfe des Priesters verlassen sie am nächsten Morgen das Dorf Nowolipie und gehen nach Warschau, nicht ohne Henryk Górskis Kasse mitgehen zu lassen. Als Henryk Górski von einem Mafiaeinsatz nach Nowolipie zurückkehrt, findet er seine Kasse ausgeraubt vor und besäuft sich. Er verbrennt in einem Feuer, das sein Enkel Misza anlegte, um ein Vogelnest auszuräuchern.  

Kapitel 20: Solidarność  Der zeitgeschichtliche Hintergrund dieses Kapitels ist der Danziger Werftarbeiterstreik und die Gründung der Gewerkschaft Solidarność. Das Kapitel beginnt mit einem Besuch von André Górski in Nowolipie. Er besucht die Trümmer seines Elternhauses und lernt Misza Kolicki kennenlernt, ohne dass sich beide als Vater und Sohn erkennen. Andrzej Górski reist weiter nach Danzig, wo er als Teil einer Spitzelbrigade von Major Boranzeff auf der Lenin-Werft eingesetzt wird. Ryszard Kaliński arbeitet noch immer auf der Lenin-Werft und hat sich inzwischen mit der Ärztin Bogumila Wronz liiert, deren Sohn Maksymilian als studentischer Aktivist auf der Lenin-Werft Flugblätter verteilt. Infolge neuer Preiserhöhungen und allgemeiner wirtschaftlicher Not beginnt im August 1980 ein Streik auf der Lenin-Werft, der von dem Elektriker Lech Wałęsa geführt wird. Trotz Entgegenkommen der Werftdirektion brechen die Arbeiter der Lenin-Werft ihren Streik nicht ab, sondern  rufen ein überbetriebliches Streikkomitee aus, das  zur Keimzelle der Solidarność wird. Aus der Perspektive von Ryszard und Andrzej, die sich nicht erkennen, wird der Verlauf des Streiks bis zu dem Punkt beschrieben als eine Regierungsdelegation die Werft besucht, um das Danziger Abkommen auszuhandeln.

Kapitel 21: Der kurze Karneval der Freiheit  Inzwischen haben Teresa Kołek und Wadym Jabłoński ihr Musikerexamen abgelegt. Sie verlassen Krakau getrennt, nachdem sie sich entlobt haben. In  Danzig absolviert Teresa mit Ryszard Hilfe ein erfolgreiches Vorsingen an der Baltischen Oper und erhält eine Festanstellung. Sie bezieht  eine Unterkunft bei der „Gräfin“, einer ehemaligen Adligen, und lernt Bogoumilas Sohn Maksymilian Wronz kennen.  Chorleitung Solisten, Korrepetitor und die Details einer  Operninszenierung werden am Beispiel von Moniuzkos Oper „Das Gespensterschloss“ beschrieben. Lech Wałęsa  besucht eine Opernaufführung und schläft ein.  Währenddessen ist die Regierung gezwungen, das Danziger Abkommen zu unterzeichnen, das unabhängige Gewerkschaften legalisiert. Eine Streikwelle rollt durch das Land und legt die Wirtschaft lahm. Der hinhaltende Widerstand der Partei verschlechtert die Zustände weiter. Andrzej Górski und seine Kollegen werden von den Werften abgezogen und für die punktuelle Terrorisierung der Solidarnośćanhänger eingesetzt. Während die Verhältnisse immer katastrophaler werden, kommt es zu Konflikten zwischen der Studentenschaft und der Hochschulleitung an der Danziger Universität, wobei Maksymilian Wronz sich zum führenden Agitator der Studentenschaft entwickelt. Im Schatten dieser Auseinandersetzungen kommen sich die Musikerin Teresa Kołek und der Aktivist Maksymilian Wronz näher und verlieben sich heftig.  Die überraschende Ausrufung des Kriegsrechts am 13. Dezember 1981 wird aus zwei Perspektiven beschrieben: aus der Perspektive Maksymilians, der sich einer Menschenkette anschließt, die ein Polizeidepot blockiert, und aus der  Perspektive Andrzej Górskis, der am Morgen des 13. Dezember eine Soldateneinheit in der Innenstadt von Danzig befehligt und als  Fahrer eines Lastwagens Maksymilian Wronz überfährt und tötet.  Zum Zeitpunkt von Maksymilians Tod ist Teresa schwanger.

Kapitel 22: Der Kaplan Thema des Kapitels ist das Kriegsrecht und der Mord an Jerzey Popieluszo, dem Kaplan der Kirche St. Stanisław Kostka in Warschau- Żoliborz.  Das Kapitel beginnt mit der Beschreibung des Kriegsrechts und der Besetzung der Lenin-Werft. Kurz darauf wird Andrzej Górski nach  Warschau versetzt, wo er im Dunstkreis der „Jagiello“ Bar Dariusz Wenzel und Zygmunt Rolkowicz kennenlernt.  Sein Chef Major Boranzeff, gründet auf höchsten Befehl hin eine Spezialeinheit zur Zersetzung politisch auffälliger Priester, der auch Andrzej Górski zugeteilt wird. Im konspirativen Auftrag besucht Andrzej Górski  die „Messen für die Heimat“ des Priesters Jerzy Popiełuszko in Warschau-Żoliborz.  Dabei trifft er seine ehemalige Geliebte Dana Kolicki wieder, die sich inzwischen von Waldeck getrennt hat und nun wieder seine Geliebte wird.   Der Priester Jerzy Popiełuszko wird wegen seiner „Messen für die Heimat“ mehrfach verwarnt, verhört und bedroht, fährt aber mit seinen Predigten fort und findet immer größeren Anklang. Der Sohn einer politischen Aktivistin wird von der Polizei ermordet, was große Empörung hervorruft und zum Thema einer Popiełuszko-Messe wird. Der Papstbesuch in Polen macht den Menschen Hoffnung, das Kriegsrecht wird aufgehoben, eine Amnestie wird erlassen, trotzdem geht die Kampagne gegen Kaplan Popiełuszko weiter. Mojor Boranzeff befiehlt, von höchster Stelle gedeckt, die Ermordung des Priesters und bestimmt Andrzej Górski, Darius Wenzel und Zygmunt Rolkowicz zu Exekutoren.  Das Mörder-Trio lauert dem Priester auf einer Straße in der Nacht auf, schlägt ihn halbtot und wirft ihn noch lebend mit einem Sack voller Steine in einen Staudamm (LESEPROBE 4).

 Kapitel 23: Der Wettkampf der Schweine  Nach Maximilians Tod bringt Teresa in Nowolipie einen Sohn  zur Welt, der kurz darauf im Alter von fünf Monaten stirbt. Teresa stürzt in Verzweiflung und überlebt den Kummer nur knapp. Sie kehrt nach Danzig zurück, während Ryszards Lebensgefährtin Bogumila Wronz, die Mutter des getöteten Maksymilian, Polen verlässt. Inzwischen hat Teresas jüngere Schwester Agata Kołek ihr Studium der Agrarwissenschaften in Lublin begonnen und den begabten Marian Potzak kennengelernt. Die beiden verloben sich und  besuchen Nowolipie, wobei es zu einer Kontroverse über die Qualität der Böden kommt.  Hannas Tochter Ewa Kaliński ist inzwischen zu einer kleinen Schönheit herangewachsen, ihre Cousine Wiesia  Knyp ist ein geistig lebendiges und schlagfertiges Mädchen geworden. Beide besuchen das neue Lyzeum von Adamow. Die neue Schulleiterin des Lyzeums ist Renata Leszinski, die bereits früher unter ihren Mädchennamen Renata Welaszek in Nowolipie unterrichtet hatte.    Parallel zu diesen Ereignissen wird das Dorf durch den Wiederhall des Popiełuszkomordes in Zeitung und Funk in Wallung gehalten. Aus Protest gegen die Mordvertuschung verteitl der Gymnasiast Ludwik Opolcyn und verteilt Flugblätter in der Schule, was zu einem Skandal führt. Im Verlauf dieses Skandals wird die junge Ewa Kalinksi von ihrem Klassenlehrer geohrfeigt. Ludwik und Wiesia werden im Zuge dieser Ereignisse ein Paar.   Nach dem Examen und der Heirat von Agata Kaliński und Marian Potzak ziehen beide auf dem Kołekhof.  Allerdings vertragen sich der Altbauer Józef und sein Schwiegersohn Marian schlecht und zerstreiten über Detailfragen der Schweinezucht.   Das Kapitel endet mit einem Anruf von Teresa und der Nachricht von einem Atomunfall in der Ukraine.

Kapitel 24: Reisen durch ein unbekanntes Land Im Zentrum dieses Kapitels stehen zwei Auslandstourneen der Danziger Oper nach Deutschland.   Nach den abschreckenden Eindrücken der DDR Grenze macht der kapitalistische Westen in den Augen der Tourneeteilnehmer einen verlockenden Eindruck Einige Aufführungen und Anekdoten werden beschrieben, unter anderem die Flucht der Sopranistin Judita Alatzki und das Liebesleben des zweiten Reiseführers Claudius Detlewski. Anderthalb Jahre später kommt es zur zweiten Deutschlandtournee der Baltischen Oper. Inzwischen hat Bogoumila Wronz, die während des Kriegsrechts ins Ausland geflohen war, im Westen Fuß gefasst und Ryszard geschrieben. Dieser bittet Teresa, einen Brief für Bogoumila mitzunehmen.  In Koblenz trifft Teresa Bogoumila Wronz, die sie vergeblich auffordert in Deutschland zu bleiben. Zugleich erfährt Teresa von Bogoumila, dass es in der Ukraine einen Atomunfall gegeben hat. Obwohl die Reiseleitung versucht, das Ausmaß der Katastrophe zu verheimlichen, ruft Teresa im Dorf an und warnt ihre Mutter. 

Kapitel 25: Tschernobyl Die Explosion des Atomkraftwerkes von Tschernobyl wird beschrieben, ebenso wie die Vertuschungsversuche auf sowjetischer und polnischer Seite. Teresa, die sich in dieser Zeit auf Tournee in Deutschland befindet, erfährt davon und warnt ihre Familie telefonisch. Marian Potzak fährt nach Lublin und besorgt Jodtabletten.  Auf einer Parteiversammlung in Danzig fordern die Parteimitglieder Informationen zu den beunruhigend hohen Strahlenwerten, erhalten aber keine Erklärung. Ryszard Kalinksi kritisiert öffentlich, dass trotzdem die 1.-Mai-Feiern durchgeführt werden sollen, setzt sich aber nicht durch. Nach den Feiern wird Ryszard wegen seines oppositionellen Verhaltens von der Werft entlassen. Aufgebracht und enttäuscht gibt er auch sein Parteibuch zurück. Selenski predigt über die apokalyptische Bedeutung des Reaktorunfalls. Das Kapitel schließt mit der Darstellung  der versuchsweisen Eindämmung des Unfalls

Kapitel 26: Purgatorium Das Kapitel beschreibt in zwei unterschiedlichen Teilen das weitere Schicksal von André Górski und Misza Kolicki. Der erste Teil des Kapitels spielt im Zuchthaus von Kalotiki, in dem die drei Popiełuszkoörder inhaftiert sind. Die Geschehnisse unmittelbar nach dem Popiełuszkosmord werden als innerer Dialog von Andrzej Górski dargestellt. Andrzej Górski, Wenzel und Rulcovicz  mussten auf Anweisung von Major Boranzeff die Schuld auf sich nehmen und nach einer Verurteilung zu 25jähriger  Haft auf Begnadigung hoffen.   Major Boranzeff besucht Andrzej und schildert ihm die kritische Lage, in die die polnischen Kommunisten inzwischen geraten sind. Er erlaubt Andrzej einen Besuch seines Bruders Waldeck Górski, der Andrzej von  Schicksal Dana Kolickis erzählt. Andrzej erfährt, dass sein Sohn seinen Großvater Paul Kolicki niedergestochen hat und in die Jugendstrafanstalt von Recknicke eingeliefert wurde.  Der zweite Teil des Kapitel 26 beschreibt das  Jugendgefängnisses von Reknice als ein brutales Ausbeutungssystem. Dieses Gefängnissystem wird von Misza Kolicki gesprengt. Während einer Bestrafung ermordet er den Direktor und veranlasst die Insassen des Jugendgefängnis zum Ausbruch. Das Jugend Gefängnis wird daraufhin geschlossen, eine Verfolgung der geflüchteten Jugendlichen findet nicht statt. Anschließend vagabundiert Misza als Räuber durch Ostpolen, begleitet von einigen Kumpanen, die ihn nach und nach verlassen. Am Ende seiner Kräfte trifft er den Pilger Biko, der ihn gesundpflegt und mit ihm nach Kazimierc Dolny pilgert. Zum ersten Mal fühlt sich Misza von seiner aggressiven Tötungswut zeitweise befreit. Bei einem Überall von Räubern wird der väterliche Pilger getötet. Misza schlägt sich weiter alleine durch und erreicht, ohne es gewollt zu haben, das Dorf Nowolipie.

Kapitel 27: Die Rückkehrer    Unterversorgung und Geldentwertung grassieren, und die polnische Regierung versucht vergeblich, über liberale Wirtschaftsreformen der Krise Herr zu werden. Ryszard Kaliński, der nach seiner Entlassung von der Lenin-Werft in den Bezirk Ruków zurückgekehrt ist, erhält eine Lizenz als Taxifahrer im Bezirk Ruków. Auf seinen Fahrten durch den Bezirk erkennt er die Malaise der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse.     Der Priester Igor Selenski muss sich wegen Hautkrebs einer Operation unterziehen. Sicherheitshalber schickt ihm der Bischof einen neuen Vikar, um ihn zu entlasten. Es handelt sich um den schönen, etwas selbstverliebten Ulryk Gosciniak der mit seinem glänzenden Aussehen in der Gemeinde (und besonders bei der jungen Ewa Kaliński) sehr gut ankommt.   Auch Waldeck Górski kehrt von Warschau nach Nowolipie zurück. Er erhält eine Stelle als Müllbeauftragter und entrümpelt das zu einem Schuttplatz heruntergekommene ehemalige Grundstück des Górskihofes.  Der dritte Rückkehrer ist Bodo Baumann, der zusammen mit Adam, Teresa und Andrzej in den  frühen Siebziger Jahren das Lyzeum von Ruków besuchte (vgl. Kapitel 14). Der todkranke Woiwode David Baumann bittet seine Stellvertreterin Luiza Solanka darum, seinen Sohn nach seinem Tod zu protegieren. Nach dem Tod von David Baumann wird Luiza Solanka neue Bezirkssekretärin und ernennt Bodo Baumann zum Beauftragten für das Kleinunternehmertum im Bezirk Ruków.   Etwa gleichzeitig  findet Waldeck Górski, der den Müll vergraben will, das Skelett einer Frauenleiche auf dem ehemaligen Grundstück  seines Vaters. Ryszard Kaliński vermutet, dass es sich bei dieser Leiche um Wioletta Polak handelt, die vor dreißig Jahren spurlos verschwunden war.    Während dieser Ereignisse treibt sich Mizsa Kolicki unerkannt in der Umgebung des Dorfes herum. Eines Abends besucht er seinen Onkel Waldeck auf dem Müllplatz, um mehr über seinen Vater zu erfahren. Als Onkel und Neffe in Streit geraten, rastet Misza wieder aus und tötet Waldeck. Nach dem Mord vergräbt Misza seinen Onkel und macht sich auf den Weg, seinen Vater zu finden

Kapitel 28: Das letzte Kapitel   Das letzte Kapitel beschreibt das Ende der kommunistischen Macht durch die Vereinbarungen des runden Tischs und die Wahl vom 4. Juni 1989. Das Kapitel beginnt mit der Darstellung der Fernsehdebatte  zwischen Alfred Miodowicz und Lech Wałęsa im November 1988, in der von einem „runden Tisch“ die Rede ist.  Diese Entwicklung von der Fernsehdiskussion bis zu den Verhandlungen des runden Tischs in Warschau werden aus der Perspektive der Bezirkssekretärin Luiza Solanka dargestellt.  Am 17. April 1989, am gleichen Tag als die Vereinbarungen des runden  unterschrieben werden, wird Agata und Marian Potzak ein  Sohn  geboren. Auf der Tauffeier für den kleinen Viktor Potzak überdenkt Maria die Familiengeschichten der Brosz, der Górski und ihre eigene. In einer kontroversen Diskussion zwischen Ludwik und Wiesia  werden die unfairen Bestimmungen für die geplante Wahl am 4. Juni deutlich.   Im nun beginnenden Wahlkampf wird Bodo Baumann zum kommunistischen Kandidaten für den Bezirk Ruków, als Gegenkandidat tritt ihm der Taxifahrer und ehemalige Kader Ryszard Kaliński entgegen. Störaktionen, Behinderungen und Pressekampagnen prägen den Wahlkampf, in dem der junge Ludwik Opolcyn als Ryszard´ Wahlkampfleiter arbeitet.      Das Befinden des alten Priesters verschlechtert sich weiter. Er weigert sich, sich ins Krankenhaus zu begeben und sieht in einem Krankenzimmer im Pfarrhaus seinem Tod entgegen. Ewa und der junge Vikar wickeln die versteckten Geldspenden der Gemeinde zugunsten des Bürgerplattform ab. Dabei  kommt es im Pfarrhaus zum Sündenfall.   In der letzten Woche vor der Wahl und unmittelbar vor einer öffentlichen Debatte zwischen Bodo Baumann und Ryszard Kaliński im Lyzeum von Ruków wird Ryszard auf der Grundlage einer Pressekampagne über die gefundene Frauenleiche verhaftet. Eine spontane Demonstration und das Eingreifen der Bezirkssekretärin führen zu seiner Freilassung. In einer Rede vor seinen Anhängern umreißt Ryszard Kaliński noch einmal polnische Geschichte des 20. Jahrhunderts auf dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte und ruft zur Versöhnung auf.    

Epilog   Mit dem Sturz der kommunistischen Diktatur 1898/90 und der Wahl von Lech  Wałęsa zum polnischen Staatspräsidenten endet das Buch. Ryszard Kaliński übersiedelt als frisch gewählter Sejm Abgeordneter  nach Warschau und nimmt Ludwik Opolcyn und Wiesia Knyp als seine politischen Assistenten mit. Als Mitglied des polnischen Sejm wählte er im August 1989 Feliks  Mazsowiecki , einen Berater von Lech Wałęsa, zum ersten nichtkommunistischen  Regierungschef Polens. Kurz darauf tritt  Jaruzelski zurück. Lech Wałęsa wird im Dezember 1990 direkt vom Volk zum ersten Präsidenten des freien Polens gewählt.    In Nowolipie  wird  die Freude über die Wahlniederlage der Kommunisten durch den  Tod des alten Priesters überschattet.  Ewa Kaliński zieht als Studentin der Tiermedizinnach Łódź. Ihr folgt der Vikar Ulryk Gosciniak, der in Łódź eine eigene Pfarrstelle erhält.  Teresa Kołek kündigt ihre Stelle an der Danziger Oper, um einen Deutschen zu heiraten, den sie auf der dritten Tournee der Baltischen Oper kennengelernt hatte.  In der allgemeinen Unübersichtlichkeit des politischen Wandels werden die Popiełuszkomörder amnestiert. Andrzej Górski, Dariusz Wenzel und Zygmunt Rulcovicz nehmen ihre alten Namen wieder an und tauchen unter. Misza Kolicki aber bleibt seinem Vater auf den Fersen und sucht weiter nach ihm. Eine neue Zeit beginnt, aber das Leben geht weiter und generiert neue Geschichten, die andermal weiter zu erzählen sind.