Desai: Erbin des verlorenen Landes

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Kiran Desai: Erbin des verlorenen Landes, Berlin, 2007

In die nordöstliche Wetterecke Indiens, an die Grenze von Nepal und Westbengalen führt der Roman: „Erbin des verlorenen Landes“ von Kiran Desai. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Personen, die mit der Gemengelage von Tradition und Moderne nicht zurechtkommen – vor allem der alte und verbitterte Richter Jemu Patel  und seine Enkeln Sai,  die nach der Entlassung aus einem Nonnenkloster in der Nähe von Kalimpong bei ihrem Großvater lebt. Zwischen ihr und dem Hauslehrer entwickelt sich ein Liebesverhältnis, das scheitert, weil die große Politik (hier: der Gurkhaufstand in den der Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts) dazwischenkommt. Das Buch pflegt einen gemächlichen, eigentlich unindischen Erzählstil, Stück für Stück wie bei der Schrittfolge einer heiligen Kuh entfaltet sich die Handlung, und man braucht ein wenig Geduld, um sich in der Figurenwelt des vorliegenden Romans heimisch zu fühlen.

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