Reisen im Lande der Cham

2 (07)

Danag, Hoi an und My Son

Über ein Menschenalter nach dem Ende des Vietnam-Krieges sind die Amerikaner nach Danang als Touristen zurückgekehrt.  Unter dem beifälligen Gejohle der Andenkenverkäufer besteigen die Ex-GIs die ehemaligen Vietcong-Hills, die nun in den Reiseführern „Marmorberge“ heißen. Zwar könnte sich hier, wo zwei Ozeane der Fruchtbarkeit zusammentreffen – ein Meer aus Reisfeldern und die Südchinesische See mit reichen Fischbeständen – den Wonnen der landschaftlichen Schönheit anheimgeben, doch mit Stille und Andacht ist es nicht weit her auf den Marmorbergen. Nicht nur, dass die einheimischen Händler den Fremden gnadenlos auf den Fersen bleiben, auch das Hupkonzert der Nationalstraße 1 tönt bis hinauf zu den Höhen des Son-Thuy-Berges und seine Pagoden und Tempel.     Das benachbarte Danang ist inzwischen eine große Stadt geworden. Als im Frühjahr 1847 die ersten französischen Kanonenboote ihre Salven abfeuerten, lebten hier nur wenige zehntausend Menschen. Der Ort verlor im französisch-indochinesischen Kolonialreich sogar seinen Namen und hieß nun Tourane – eine Maßnahme der Sieger, für die sich die Vietnamesen später dadurch revanchierten, dass sie ihren größten Boulevard nach dem Ort der entscheidenden französischen Niederlage im ersten Indochina-Krieg „Dien Bien Phu“ nannten. Eine lange Atempause blieb den Vietnamesen jedoch nicht. Am 8. März 1965 erschienen die ersten 3500 amerikanischen Marines im Hafen von Danang, gewissermaßen die Vorhut einer Streitmacht, die binnen weniger Jahre auf mehr als eine halbe Million Soldaten anwachsen sollte. Zehn Jahre später war auch diese Episode vorüber, und die Nordvietnamesen rückten ein.

Hat Ihnen dieser Anfang gefallen? Interessiert Sie der Ort, die Landschaft, die Geschichte? Weiter geht es in dem Buch „Der Garten der Welt. Reisen in Thailand, Burma, Laos, Kambodscha und Vietnam“ S. 264ff. 

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