Aughton: Dem Wind ausgeliefert. James Cook und die abenteurliche Suche nach Australien

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Das Thema des vorliegenden Buches ist die erste große Reise von Captain James Cook in die Südsee (1768-1771), die zur Kartografierung der neuseeländischen Küste und zur Entdeckung  Südaustraliens führte. Haut das heute noch jemanden vom Hocker? Ich finde ja, vor allem, wenn die Reise so informativ, anschaulich und unterhaltsam dargestellt wird wie in dem vorliegenden Buch.

Die Darstellung beginnt mit der Entfaltung der entdeckungsgeschichtlichen Situation, nach der die Fachwelt in der Mitte des 18. Jhdts. von einem großen Südkontinent fabulierte, der notwendig sei, um die großen Landmassen der nördlichen Erdhalbkugel auszubalancieren. Als sich die britische Admiralität endlich entschloss, diesen Südkontinenten zu suchen,  erhielt der bürgerliche Seemann James Cook als herausragender Kartograf seiner Zeit das Kommando. Ihn begleiten eine naturwissenschaftliche Delegation der Royal Society unter der Führung des wohlhabenden Sir Joseph Banks.  Die Reise beginnt mit der Atlantiküberquerung, dann segelt die Endeavour weiter bis nach Kap Horn, das erst nach mehreren Anläufen in einer heiklen Umrundung gemeistert wird.   Es folgt die Durchseglung des pazifischen Ozeans, wobei sehr nachvollziehbar erklärt wird, warum ein Vierteljahrtausend bislang alle Entdecker an Tahiti und Australien vorbeigesegelt waren. Der Aufenthalt der Endeavour in Tahiti bildet einen Schwerpunkt des Buches. Die nächste Etappe ist Neuseeland, das der Holländer Abel Tasman schon 130 Jahre früher gesichtet hatte.  Im Unterschied zu den Tahitianern treten die neuseeländischen Maoris den Briten fast durchweg aggressiv gegenüber, so dass es zu Mord und Totschlag kommt. „Poverty Bay“ nannte Cook den Ort seiner ersten Landung auf der Nordinsel,  weil es zu blutigen Auseinandersetzungen kam,  Etwas weiter südlich versuchten die Maoris einen Schiffsjungen zu entführen, eine Episode, die sich in der Benennung des Ortes als „Cape Kidnapping“ verewigt hat. Cook umrundet das „East Cape“ der Nordinsel und erreicht eine fruchtbare, langegezogene Bucht, die bis auf den heutigen Tag den Cooks Benennung  „Bay of Plenty“ (Bucht der Wohlhabenheit) behalten hat. An der heutigen Coromandel Coast unternehmen die Offiziere astronomische Messungen und nannten den Ort, an dem sie tätig waren, „Mercury Bay“. In der „Bay of Islands“, heute eine der schönsten Stellen Neuseelands, kommt es wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, ehe es Cook endlich gelingt, in mehreren Anläufen die stürmische Nordinsel zu umrunden. In südlicher Richtung segelnd passierte er den Naturhafen von Kaapira und taufte einen Vulkan an der Küste „Mount Egmont“. Schließlich entdeckt er die Meerenge zwischen der Nord- und der Südinsel, die bis heute den Namen „Cook Strait“ trägt. Als sie auch die Südinsel umrundeten, erkannte Cook zu seinem Verdruss, dass er keinen Kontinent, sondern eine Inselgruppe entdeckt hatte. Im April 1770 nimmt der am „Cape Farewell“ von Neuseeland Abschied und erreicht schon zwei Wochen später erreichte Cook mit der Endeavour die  Südostküste  Australiens.  Von April bis August 1770 segelt Cook die Ostküste Australiens nordwärts, ankert in der Botany Bay in der Nähe von Sydney, passiert die  heutige Sandinsel Fraser Island, durchquert die White-Sunday-Enge und überlebt die Kollision mit einem  Korallenfelsen am Great Barrier Reef nur mit großer Mühe. Im heutigen Cooktown im Norden des australischen Bundesstaates Queensland lässt Cook die Endeavour an Land ziehen und notdürftig wieder instand setzen. Zum Finale seiner Reise gab es leider kein happy-end, denn der Kapitän bugsierte das schwer angeschlagene Schiff zwar noch sicher in den holländischen Hafen von Batavia auf Java. Dort aber fiel ein Großteil seiner Mannschaft dem ungesunden Klima, der Malaria und der Ruhr zum Opfer. Immerhin kehrte Cook 1771 triumphal nach London zurück und brauchte nicht  lange zu warten, ehe man ihm das Kommando für seine zweite Reise anvertraute.  Cooks enthusiastische Schilderung seiner Erlebnisse im neuen Kontinent „New South Wales“ führte übrigens dazu, dass sich die britische Admiralität 1787 dazu entschloss,  die Frist Fleet nach Australien zu schicken, womit die  die Besiedelung des Kontinent begann.

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